Da hilft auch kein Glühwein: Niederlage beim KSC

Schroeck_KSCWeihnachtsbaum gekauft – Gans bestellt – Spiel angesehen – geärgert: So ungefähr ist die Bilanz meines heutigen Tages. Die Spielvereinigung hat das erste Rückrundenspiel gegen den Karlsruher SC mit 0:1 verloren. Oder anders gesagt: Das sportliche Gestopsele geht offenbar genau so weiter, wie wir es von der Hinrunde kennen.

Dabei waren viele Kleeblattfans vor der heutigen Begegnung recht zuversichtlich gewesen. Auf dem Mittelaltermarkt auf der Fürther Freiheit fachsimpelte man am Abend vorher und tippte auf einen (wenn auch knappen) Sieg der Spielvereinigung. Und zu Beginn waren die Kleeblatt-Profis im Karlsruher Wildparkstadion auch tatsächlich offensiv und dominierend. Der KSC konzentrierte sich aufs Verteidigen und hoffte auf Kontermöglichkeiten. Nach knapp 20 Minuten kamen dann auch die Karlsruher ins Spiel, doch es fielen zum Leidwesen der knapp 12 400 Zuschauer (noch) keine Tore. Halbzeitpause.

Wie fast immer in den letzten Partien befürchtet man als Kleeblattanhänger, dass es zu Beginn der zweiten Halbzeit zum schnellen gegnerischen Tor kommt. Denn da war die SpVgg zuletzt mehrfach in Rückstand geraten. Und auch heute passierte es dann prompt in der 51. Minute: Dennis Kempe hatte ungestört von links auf Manuel Torres geflankt, der aus acht Metern zum Schuss kam. Fürths Keeper Sebastian Mielitz reagierte zwar mit einem starken Reflex, aber Dimitris Diamantakos – was für ein Name!!! – stand perfekt und schob den Ball zum 1:0 ins Fürther Tor.

Frust im Kleeblattteam, die Partie drohte zur Niederlage zu werden. Daraufhin wechselte Trainer Stephan Ruthenbeck nach und nach Schröck, Maderer und Tripic ein – in der Hoffnung, das Spiel zu drehen. Stephan Schröck gelang das, was er einfach gut kann: Mit wirbeligen Aktionen Tempo ins Spiel zu bringen und den Ball durch Karlsruher Beine zu schlenzen. Doch meist ohne nachhaltigen Erfolg, denn entweder wird er dann vom Gegner gefoult (Foto). Oder er spielt den Ball ab – und keiner seiner Teamkollegen macht aus der Chance einen Treffer.

So musste die SpVgg im ersten Rückrundenspiel eine bittere Auswärtsniederlage einstecken. Am nächsten Samstag, 19. Dezember, empfängt das Kleeblatt um 13 Uhr den brandgefährlichen RB Leipzig im Ronhof. Wenn da, im letzten Spiel vor der Winterpause, ein Sieg gelänge – das wäre doch ein versöhnliches Weihnachtsgeschenk für alle Kleeblattfans, oder?

Heute war nur eine Handvoll Kleeblattanhänger im Wildparkstadion im Gästeblock. Offenbar hatten Polizeikräfte SpVgg-Fans den Zutritt verweigert. Angeblich kam es zu Zusammenstößen zwischen den Ordnungshütern und Fans. Weitere Infos dazu findet Ihr bei nordbayern.de hier.

Fans von Kleeblatt und FCB demonstrieren gemeinsam

Das Spiel gegen den FC Bayern München in der Allianz-Arena beginnt morgen um 15.30 Uhr, aber schon vorher werden einige Kleebattfans in der Münchner Innenstadt anzutreffen sein: Anhänger der Spielvereinigung und des FC Bayern werden zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt antreten. Ihre Forderung: eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Schon im März 2012 – am Tag des Spieles gegen 1860 München in der Allianz-Arena – waren einige Mitglieder der hiesigen Fanszene zu Hause geblieben und hatten sich lieber in einer Fürther Demo für die Kennzeichnungspflicht stark gemacht (siehe Foto). Morgen möchte man nun gemeinsam mit Anhängern des FC Bayern ein deutliches Zeichen setzen.

Wer erinnert sich nicht an den 10. Februar 2010, als es beim DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FCB und der SpVgg vor und in der Allianz-Arena zu Übergriffen eines Unterstützungskommandos (USK) auf Fürther Fans gekommen war? Wir haben damals auch in unserem Blog darüber berichtet. Bei winterlichem Wetter ohnehin schon spät im Stadion angekommen, mussten die Gästefans langwierige Kontrollen über sich ergehen lassen – teilweise auch als das Spiel schon angepfiffen war. Je nach Aussage der Beteiligten kam es dann während der Partie aus verschiedenen Gründen zu Auseinandersetzungen, bei denen Polizeibeamte, teils maskiert und unidentifizierbar, den Schlagstock schwangen und Pfefferspray sprühten.

Morgen Vormittag veranstalten die „Horidos“ und Fans des FCB gemeinsam mit der Initiative „Für eine transparente/bürgerfreundliche Polizei“ um 10.30 Uhr auf dem Münchner Marienhof die Kundgebung. Dabei werden beide Fanlager ein satirisches Fußballspiel aufführen, das verdeutlichen soll, weshalb die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in ihren Augen wichtig ist. Anschließend startet ein Demonstrationszug vom Marienhof über den Marienplatz zum Sendlinger Tor. Auf dem Weg will man bei den Partei-Büros von FDP, SPD und den Grünen einen offenen Brief einwerfen. Er soll die Parteien an ihre Versprechen erinnern, die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in Bayern möglichst bald durchzusetzen.

 

Genugtuung für die Kleeblatt-Fans

Mit Wut und einem ganz faden Beigeschmack denken viele Fans der SpVgg an das Pokalspiel gegen den FC Bayern München in der Münchner Allianz Arena im Februar dieses Jahres zurück. Auch wir „Greuther-Weiber“ haben damals noch während des Spiels mit Freunden im Stadion telefoniert, die vom unverständlich schroffen Verhalten der Münchner Polizei berichteten. In zwei Blogbeiträgen schrieben wir dann über die 6:2-Niederlage der Kleeblätter, vor allem aber auch über die Vorkommnisse in und um die Allianz-Arena . Jetzt hat der Einsatz von USK-Beamten erste Konsequenzen: Weil der Verdacht auf „Körperverletzung im Amt“ besteht, wurden vier Beamte versetzt und Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet.

pokalTausende Fürther Fans waren zum Pokal-Viertelfinalspiel ihrer SpVgg  nach München gefahren und erlebten ihr blaues Wunder. Viele erreichten erst lange nach Anpfiff ihre Plätze, andere mussten sich den harschen Ton sowie brutales Verhalten anwesender Ordnungshüter gefallen lassen. Bei der Münchner Polizei war man sich zunächst keiner Schuld bewusst. In einer Pressemitteilung nach der Partie hieß es: Drei Busse „mit stark alkoholisierten und aggressiven Fürther Ultra-Fans“ seien erst nach Spielbeginn in München angekommen. Schon am Nordeingang des Stadions seien sie „ohne erkennbaren Grund mit massiver körperlicher Gewalt“ auf Polizisten losgegangen.

In einem Kommentar zu unserem Blog meinte damals „Münchner Freiheit“:

Na so schlimm wirds ja wohl nicht gewesen sein. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Und wenn die Polizei eingreifen mußte, dann hattte das schon seinen Grund.

In den zurückliegenden neun Monaten hat nun die Münchner Kripo ermittelt, zahlreiche Fürther Fans vernommen und Videomaterial gesichtet. Das vorläufige Ergebnis: Gegen drei Beamte vom USK, darunter ein Zugführer, und einen Polizisten einer Einsatzhundertschaft besteht „Verdacht auf Körperverletzung im Amt“. Alle vier wurden in andere Dienststellen versetzt, bei zwei von ihnen seien allerdings ohnehin entsprechende Veränderungen angestanden. „Die Maßnahmen sind keine Vorverurteilungen und dienen insbesondere auch dem Schutz der Kollegen“, so der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp.

Ob die Beamten weitere Konsequenzen fürchten müssen, wird sich erst noch zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Interessant ist der Vorschlag des Fürther SPD-Landtagsabgeordneten Horst Arnold, der fordert, dass USK-Beamte künftig Nummern an ihrer Uniform tragen müssen, um besser identifizierbar zu sein. Keine schlechte Idee, denn sonst hat man bei den oft vermummten Polizisten mit Helm fast keine Chance, jemanden später wiederzuerkennen.