Braucht der „Unparteiische“ eine Brille?

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenBuchstäblich in der letzten Sekunde fiel der 1:1-Ausgleich im Fürther Ronhof, und die große Feier zum 113. Geburtstag des Vereins wurde mit der Punkteteilung etwas versalzen. Schuld am ganzen Debakel und der Konfusion in den letzten Spielminuten war Schiedsrichter Frank Willenborg, der mit eigenartigen Entscheidungen und nicht nachvollziehbaren Freistößen, die er gab, für großen Unmut bei den Fürther Fans sorgte. „Blindschleiche“, rief meine Nachbarin zur Linken, ein Platz weiter fiel sogar der Satz: „Schiri, Du schwarze S…, kauf‘ Dir endlich eine Brille!“

Dabei fing die Partie am Freitagabend (vor leider nicht mal 7000 Zuschauern) gegen den SV Sandhausen vielversprechend an. Jurgen Gjasula, auf den das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck jetzt vier Spiele verzichten musste, brachte wieder Feuer und Genauigkeit ins Spiel. Recht gute Aktionen führten zwar zu keinem Treffer, machten das Spiel jedoch kurzweilig. Die wenigen Fans im Gästeblock hatten akustisch wenig zu bieten, der Kleeblatt-Block 12 lief dagegen zu Hochform auf und erfreute das Stadion mit „Derbysieger“-Songs und lauten Anfeuerungsrufen für seine Elf. Trotzdem: Kein Tor in der ersten Halbzeit, auch kein Treffer bis zur 70. Minute. Erst ein Angriff von Khaled Narey, der sich in den Sandhäuser Strafraum gekämpft hatte, um dann den Ball wenige Meter vor der Grundlinie quer zu spielen, war die Basis für eine Chance. Das war dann auch die Stunde von Sebastian Freis, der den Ball locker zum 1:0 über die Linie schob.

Jetzt hieß es bei den Kleeblättern eigentlich nur noch, die drei Punkte zu halten. Ein Plan, den ihnen der Schiedsrichter gründlich durchkreuzte: Fouls am Torschützen Freis wurden nicht richtig erkannt und geahndet. „Schieber, Schieber“, skandierten die Kleeblattfans. Und auch Unruhe auf dem Spielfeld in der Nachspielzeit ist nie gut. Und so passierte es tatsächlich: Keeper Balazs Megyeri gab einen gefährlichen Ball souverän zurück ins Spielfeld, und Andrew Wooten ergatterte den Ball und erzielte den Ausgleich.

Kein gerechtes Ergebnis, die Laune der Kleeblattanhänger auf dem Nachhauseweg war dementsprechend. Es wurde geschimpft, und man ließ seinem Frust freien Lauf. Der Referée tat sicher gut daran, den Ronhof schnellstmöglich zu verlassen, denn so mancher Fürther Fan hatte einen echten Brass auf den angeblich „Unparteiischen“…