Kleeblatt vs. Real: Fußballfans auf Fuerteventura

greutherweib_fuerteDie kanarische Insel Fuerteventura ist nicht gerade das, was man eine Fußball-Hochburg nennt. Obwohl: Der Verein UD Pájara Playas de Jandía entstand dort im Jahr 1996. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war der 2. Tabellenplatz in der Saison 2003/04 in drittklassigen Segunda División B. Seit der Spielzeit 2008/09 ist der Verein im Campo Municipal de Costa Calma aktiv. Das Stadion liegt im Tourismuszentrum an der Ostküste und hat ein Fassungsvermögen von immerhin 1000 Zuschauern.

Mein einwöchiger Aufenthalt auf Fuerte hatte zum Teil Arbeitscharakter. Doch hin und wieder konnten wir auch einige Sonneneinheiten am Strand tanken. Der schönste Fleck im nördlichen Teil der Insel ist meiner Ansicht nach der kleine Hafenort El Cotillo. Dort haben wir auch gewohnt. Und als engagiertes Greuther-Weib habe ich natürlich ein typisches Kleeblatt-Accessoire mit nach Fuerte genommen: einen Hipsterbeutel mit den Autogrammen der Kleeblattspieler. Der Turnbeutel, der wie ein Kleeblatt-Trikot aussieht, ist doch sehr dekorativ bei Superwetter mit herrlichem Meereshintergrund, oder?
Bei der Aufnahme war nur wenige Meter entfernt von mir übrigens ein anderes Fanutensil zu sehen. Der Bewohner eines kleinen Hauses  – ein Fischer – hatte sein Real-Madrid-Handtuch zum Trocknen über das blaue Geländer gehängt. Er beobachtete interessiert, wie das Foto gemacht wurde. Allerdings hat er mich nicht angesprochen, welcher weiß-grüne Verein das wohl sein könnte. Wenn ich ihm von Kleeblattspielern wie Caligiuri, Gießelmann und Freis erzählt hätte, hätte er vermutlich nur den Kopf geschüttelt. Verständlich, denn in seinem Lieblingsverein – dem spanischen Rekordmeister – spielen so namhafte Profis wie Gareth Bale, Cristiano Ronaldo und Toni Kroos.

Aber Fürther backen bekanntlich kleine Brötchen. Und deshalb freue ich mich, wenn ich heute Abend das Spiel gegen Arminia Bielefeld im Ronhof sehe. Ich bin gespannt, was der neue Kleeblatt-Coach Janos Radoki nach den wenigen Trainingstagen aus der Mannschaft herausholen kann.

José Mourinho und das 1:6 gegen Borussia Dortmund

Heute ist das passiert, was eingefleischte Kleeblattfans schon länger befürchtet haben: Die SpVgg hat ein Spiel richtig hoch verloren. 1:6 lautet das Endresultat gegen den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund. Mein gestriger Tipp, dass es Unentschieden lauten könnte, war wohl doch zu blauäugig.

Die meiste Aufmerksamkeit schon vor dem Anpfiff erhielt José Mourinho, der direkt unterhalb von SpVgg-Präsident Helmut Hack auf der Haupttribüne saß. Er gilt gemeinhin als bester Coach der Welt. „The Special One“  ist bekanntlich Trainer von Real Madrid und wollte sich den BVB, der gestern für die Spanier als Halbfinalgegner in der Champions League gelost wurde, ganz aktuell hautnah ansehen.  Ein große Ehre für den Ronhof und eine Augenweide – nicht nur für die Greuther-Weiber. Umso mehr wäre ein Sieg des Kleeblatts eine Supersache gewesen.
Aber schon zur Halbzeitpause stand es 0:5, die üblichen Verdächtigen wie Mario Götze, Ilkay Gündogan und „Kuba“ Blaszczykowski hatten ins Tor des Fürther Keepers Wolfgang Hesl getroffen. In der zweiten Halbzeit waren die Kleeblätter gegen jetzt mit gebremstem Schaum agierende Dortmunder lebendig und aktiv. Vor allem die jungen Spieler wie Johnannes Geis und Thomas Pledl machten sich prima. Den absoluten Preis für „Klasse“ und „Effektivität“ hat sich allerdings mal wieder Edgar Prib verdient. Er war unermüdlich in Richtung Tor von Weidenfeller unterwegs. Ihm gelang es dann auch, in der 71. Minute den Ehrentreffer fürs Kleeblatt zu schießen. Und Hesl verhinderte mit guten Paraden eine noch höhere Niederlage.
Insgesamt ein spannnendes Spiel mit allerdings deprimierendem Ergebnis für die Spielvereinigung. 1:6 ist eine Packung, wie sie das Kleeblatt während der gesamten Bundesliga-Saison bisher vermeiden konnte. Aber heute war es vor ausverkauftem Haus leider nicht zu verhindern. Ein schwacher Trost für uns: Der Club ist bei Bayern München mit 4:0 untergegangen, den heutigen zehn Toren gegen die beiden fränkischen Bundesligisten steht nur ein Treffer – der von Prib – gegenüber. Jetzt konzentrieren wir uns alle aufs Derby am Sonntag, 21. April, um 17.30 Uhr im Grundig-Stadion.