Magyars Tor macht Kleeblattfans glücklich

Nach dem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli vor zwei Wochen hat das Kleeblatt letzten Samstag gegen den MSV Duisburg wieder geschwächelt. Umso wichtiger sind die drei Punkte, die es heute gegen den 1. FC Heidenheim im Ronhof einfahren konnte. 1:0 lautete das Ergebnis nach dem Abpfiff.

Im Gespräch haben mich diese Woche zwei Fußball-Greenhorns gefragt, woran es in dieser Saison bei der Spielvereinigung eigentlich hakt. Ich brachte es schnell auf den Punkt: Grundsätzlich ist das Zusammenspiel bei den Fürthern harmonisch und effektiv. Die einzelnen Spieler haben durchaus Qualitäten und sind auch motiviert. Aber die Offensive hat im gegnerischen Strafraum oft kein Durchsetzungsvermögen, zu wirklichen Abschlüssen – sprich: Toren – kommt es einfach zu selten. So ähnlich war es auch heute wieder. Die Spielvereinigung agierte mit Mut und Können, aber wo war die Chancenverwertung? Und der FC Heidenheim hatte (Gott sei Dank!) einen schlechten Tag und musste nach zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen (vier Siege, ein Remis) wieder mal eine Niederlage einstecken.

Schon in der sechsten Spielminute wäre es beinahe zum Kleeblatt-Tor gekommen: Jurgen Gjasula hatte sich einen Abpraller ergattert und scheiterte nur an einer starken Parade des Heidenheimer Keepers Kevin Müller. In der folgenden halben Stunde gelang den Gästen erst mal nicht viel. Als sie dann endlich Oberwasser hatten und verstärkt im Fürther Strafraum kämpften, waren es die Kleeblätter in der 28. Minute, die zu ihrem heiß ersehnten Treffer kamen: David Raums Pass und Gjasulas Abschluss wurde vom herausrennenden Müller und Timo Beermann erst mal geblockt. Doch Gjasula behielt seinen klaren Kopf, gab an Richard Magyar ab, der seinen Größenvorteil gegenüber Ronny Philp ausnutzte (Magyar ist neun Zentimeter größer) und aus fünf Metern zum 1:0 einköpfte. So lautete auch der Pausenstand.
Gut zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff hätte die SpVgg fast das 2:0 gemacht. Aber Khaled Nareys starker Lauf war nicht vom Erfolg gekrönt, und Julian Greens Kopfball scheiterte an Keeper Müller. Insgesamt bleib der heutige Angstgegner FC Heidenheim in den Zweikämpfen zu zaghaft. Echte Chancen hatten vielmehr die Kleeblätter. Aber – wie oben kritisiert – die Chancenverwertung klappte eben nur mäßig! Bis vor das gegnerische Tor spiel(t)en sie stark, bei vermeintlich todsicheren Gelegenheiten sind die Jungs aber einfach zu lax.

Am Ende reichte es heute durch den einen Treffer von Magyar (der sich nach Spielende richtig freute, Foto: Sportfoto Zink) für drei ganz wichtige Punkte. Mit insgesamt 17 Punkten nähert sich die Spielvereinigung wieder den Nicht-Abstiegsplätzen. Der SV Darmstadt 98 hat gegen Erzgebirge Aue verloren und liegt nach 17 Spielen nur einen Punkt vor dem Kleeblatt auf Tabellenrang 16. Und genau diese Darmstädter sind die Gegner der SpVgg beim letzten Heimspiel des Fußballjahrs 2017 am nächsten Sonntag, 17. Dezember. Hoffentlich kommen dann mehr Zuschauer ins Stadion als heute: Gerade mal 6965 Zuschauer waren da – ein Armutszeugnis!

Was ist bloß mit dem Kleeblatt los?

Freitagabend haben wir es leider nicht pünktlich geschafft, uns das „Kellerduell“ zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der Spielvereinigung anzusehen. Wir waren noch auf der Autobahn zwischen Erfurt und Fürth unterwegs. Der Kurzbesuch in der thüringischen Stadt war interessant. Dort ist – ähnlich wie hier – gerade auch Kärwa (die dort kurioserweise „Oktoberfest“ heißt). Das Auffallendste bei dieser Kirchweih auf dem Domplatz ist ein gigantisches Riesenrad. Es ist mit seiner Höhe von 55 Metern sage und schreibe 25 Meter höher als das in Fürth. Und: Es leuchtet im Greuther-Fürth-Look in Weiß-Grün (siehe Foto)! Der Blick aus einer der Gondeln über die beleuchtete Stadt ist gigantisch.

Zurück zum Wesentlichen: Kurz vor Ende des Spiels kommen wir in Fürth an und loggen uns in der 80. Minute ein: Torjubel, Freude im Fritz-Walter-Stadion. Ein Tor fürs Kleeblatt? Nein, zu unserem großen Entsetzen sehen wir den aktuellen Torstand: 3:0 für die „Roten Teufel“ vom Betzenberg, die (bis dato) Tabellenletzten. Um uns schnell upzudaten, machen wir uns dann online schlau. Und müssen lesen: Im Gegensatz zu den ersten Partien dieser Saison und dem Siegerspiel gegen Fortuna Düsseldorf ist das Kleeblatt diemal offenbar richtig schlecht. Auch Kapitän und Torwart Balazs Megyeri macht Fehler und ist nicht mehr der „Fels in der Brandung“. Dafür zeigt der FCK mit seinem neuen Trainer Jeff Strasser viel Courage und offensive Aktionen. Der Neueinkauf aus Schweden – Sebastian Andersson – landet mit seinem Hattrick innerhalb von neun Minuten (71., 74. und 80.) einen Einstand nach Maß. Das Kleeblatt reagiert wie im Schockzustand. Die Roten Teufel feiern im neunten Spiel ihren ersten Saisonsieg. Und das Kleeblatt rutscht nochmal ab und steht nun mit vier Punkten am Tabellenende. Vielleicht kann das Statement von Defensivspieler Richard Magyar (auf der Vereinswebsite) die enttäuschten Kleeblattfans aufbauen:

„Ich habe viel Erfahrung mit solchen Situationen. In Schweden habe ich drei Jahre ums Überleben gespielt und war da mit 19 Jahren Kapitän. Aus dieser Situation habe ich viel gelernt. Ich bin nicht besorgt. Ich sehe in der Mannschaft viel Potenzial. Gegen Düsseldorf haben wir gezeigt, was wir können und ich bin hungrig auf eine Revanche. Wir sind nicht so schlecht, wie die Tabelle sagt … in solchen Situationen wächst man als Persönlichkeit, wir müssen jetzt zusammen kämpfen und zusammenhalten und ich bin mir sicher, wir schaffen das.“