Kommentar-Gottesdienst mit Benno Möhlmann

Morgen ist Buß- und Bettag und der Trainer der Spielvereinigung, Benno Möhlmann, ist zu Gast in der Hugenottenkirche in Erlangen. Die evangelisch-reformierte Gemeinde Erlangen veranstaltet auch in diesem Jahr wieder einen Kommentar-Gottesdienst, zu dem eine bekannte Persönlichkeit eingeladen wird, um Fragen der Gegenwart und des Glaubens zu kommentieren. Im vergangenen Jahr war der Kabarettist Volker Heißmann in Erlangen zu Gast.

Der morgige Gottesdienst steht unter dem Motto „Fußball trifft Kirche“. Zusammen mit Pfarrer Johannes Mann wird Benno Möhlmann in einem Dialoggespräch während des Gottesdienstes unter anderem über Menschlichkeit im Fußball sprechen. Ein Thema, das gerade durch den tragischen Tod von Robert Enke aktuell sehr stark im Mittelpunkt des Interesses steht. Aber auch der Umgang mit anderen Religionen im Fußball – wie dem Islam – wird zur Sprache kommen.

Der Kommentar-Gottesdienst beginnt um 19 Uhr in der Hugenottenkirche am Hugenottenplatz in Erlangen. Mein Tipp: Wer sich nicht mit dem Auto nach Erlangen aufmachen möchte, der fährt mit der Regionalbahn bzw. -express in maximal 16 Minuten vom Fürther zum Erlanger Hauptbahnhof. Von dort sind es dann nur noch ein paar Schritte zum Hugenottenplatz.

Keine Fußball-Semmeln wegen Robert Enke?

Picture 53Wie so oft bin ich auch gestern Vormittag zum Bäcker meines Vertrauens auf die Fürther Freiheit gegangen, um mir dort zwei Brötchen zu kaufen. Genauer gesagt: zwei Fußball-Semmeln. Die gibt es dort immer dann, wenn Fußball-Saison ist, sie sind knusprig und sprechen mich als fußballbegeistertes Greuther-Weib natürlich auch vom Design her an.

Also: Ich sage zur Verkäuferin: „Bitte zwei Fußball-Semmeln.“ Daraufhin von einer Fürtherin, die neben mir steht, knochentrocken. „Gibt’s nimmer. Mir trauern etz, da gibt’s kaane Fußball-Semmeln mehr.“ Die Verkäuferin und ich werfen uns einen Blick zu, und ich kann es mir nicht verkneifen, bei der Kundin nachzufragen. „Sie meinen wegen des Fußballspielers, der gestern Selbstmord begangen hat?“ – „Na freilich“, antwortet sie, „Da bringers a stundenlange Trauerfeier im Fernsehen, da laufen Tausende Leut‘ ins Stadion zum Greina. Und alles nur wecha am Fußballer.“ O.k., es geht also tatsächlich um Robert Enke, den Torwart von Hannover 96, der wegen Depressionen Selbstmord begangen hat.

So sieht das also der Teil unserer Bevölkerung, der nicht übertrieben betroffen oder voyeuristisch die Pressekonferenz von Enkes Witwe im Fernsehen verfolgen wollte. Die Menschen, die seinen Tod zwar bedauern, aber als einen von ca. 9000 tragischen Suiziden im Jahr in Deutschland sehen, die nicht so spektakulär sind, eher im Privaten geschehen, und von den Medien – Gott sei Dank – nicht aufgegriffen werden.

Der ganze Trubel hat allerdings auch ein Gutes: hier wird eine Lanze gebrochen, für all jene, die an Depressionen erkrankt sind. Die bislang nicht den Mut hatten, damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Freunden, Bekannten, der Familie oder Arbeitskollegen davon zu erzählen. Gerade im Leistungssport ist eine Depression offensichtlich noch immer ein Makel, über den niemand sprechen will. Regelmäßige psychologische Betreuung in Sportvereinen ist eher die Ausnahme. Umso interessanter der Artikel von Dieter Bracke im Sportteil der heutigen NZ über die Situation bei der Spielvereinigung: „In Fürth kickt der Psychologe mit.“

Nur der Vollständigkeit halber: es gibt noch Fußball-Semmeln auf der Fürther Freiheit. Ich habe gerade wieder eine gekauft (siehe Foto)!