Lilien auf dem Weg zum Fürther Ronhof

Vor wenigen Minuten sind die Fans von Darmstadt 98 durch die Königstraße in Richtung Fürther Ronhof marschiert. Eine nicht allzu große Gruppe – das nasskalte Winterwetter ist nicht gerade einladend für die Zuschauer, heute um 13.30 Uhr das Stadion zu füllen.
Das Pflichtspieljahr 2017 erreicht an diesem Wochenende seine Ziellinie. Die Begegnung mit der Spielvereinigung ist für die Lilien etwas Besonderes: Sie bildet nicht nur den Rückrundenauftakt der laufenden Saison. Nein, es ist gleichzeitig auch das erste Pflichtspiel von Cheftrainer Dirk Schuster seit seiner Rückkehr auf den Trainerstuhl des SV 98. Bekanntlich wurde Torsten Frings nach einer Serie von elf sieglosen Spielen am 8. Dezember 2017 als Coach freigestellt. Mit „riesiger Vorfreude“ blickt der 49-Jährige Schuster – so die Vereins-Website – diesem Startschuss entgegen, wohl wissend, dass die 90 Minuten am Sonntag nur die ersten Meter eines „langen und steinigen Weges“ darstellen.

Darmstadt 98 liegt aktuell (nach seinem Bundesligabstieg Ende der letzten Saison) mit 18 Punkten auf dem 16. Rang der Zweiten Liga. Das Kleeblatt ist den Lilien mit nur einem Punkt Abstand dicht auf den Fersen. Wenn die SpVgg heute gewinnt und drei Punkte holt, dann kann sie die Winterpause immerhin auf dem Relegationsplatz verbringen. Das wäre mal ein kleines Trostpflaster – für Spieler, den Verein und vor allem die Fans. Denn die Punkte-Abstände zu den anderen Plätzen sind nicht allzu groß und keinesfalls unüberwindbar. Ein Freund meinte gestern, dass das Kleeblatt heute mit 4:0 gegen Darmstadt 98 siegen wird. Lieber Pit, Dein Wort in Gottes Ohr!

4:0 – Fußball-Fest im Ronhof!

Wahrscheinlich war es besser, dass sie sich nicht fotografieren ließen, die St. Pauli-Fans, mit denen ich mich heute Mittag unterhalten habe, als sie zum Ronhof gingen. Zuerst wollten sie, dann haben sie doch einen Rückzieher gemacht. Da konnten sie ja noch nicht wissen, wie schlecht ihre Mannschaft heute aussehen würde gegen unser Kleeblatt. Sie tippten auf einen 2:0-Sieg. 2:0 – das war dann allerdings der Pausenstand. Aber nicht für St. Pauli, sondern für Fürth! Und im zweiten Durchgang haben unsere Jungs diesen Spielstand sogar noch verdoppelt. 4:0 gegen St. Pauli, beinahe wäre die Partie sogar noch 5:0 ausgegangen. Partystimmung im Ronhof!

Es hat einfach alles gepasst heute. Zwar dauerte es ein bisschen, bis Drive ins Spiel kam. Man beschnupperte sich erst mal gegenseitig und schaute, was die andere Mannschaft so macht. Doch nach 20 Minuten ist das dem Kleeblatt nicht mehr genug. Khaled Narey hat seine erste gute Chance, die nächste folgt auf dem Fuß. Dann ist es jedoch Maxi Wittek, dem mit dem 1:0 (33. Minute) sein zweiter Saisontreffer gelingt. Schon danach lässt St. Pauli den Kopf hängen und Fürth viel zu aktiv agieren. David Raum wittert seine Chance und hebt den Ball zunächst übers Tor, kurz danach aber trifft er ins linke Eck: 2:0 – eine komfortable Situation zur Pause. Wenn man sich nicht so dumm anstellt wie der 1. FCN letzte Woche gegen Kiel, ist das schon die halbe Miete. Aber Fürth ist ja Gott sei Dank nicht der Club und folglich auch kein Depp.

Rechtzeitig zum Beginn der zweiten Halbzeit scheint die Sonne über dem Laubenweg – ein gutes Omen. Fürth spielt sofort nach dem Anpfiff aggressiver als die Gäste. Und dann macht Khaled Narey aus dem Fast-Tor im ersten Durchgang ein tatsächliches – 3:0 (72.). Julian Green, in der letzten Zeit leider immer wieder verletzt oder erkältet, kommt heute endlich zurück und wird von Minute zu Minute besser. Mit dem 4:0 belohnt sich der zierliche Stürmer selbst (79.)

Der Hamburger Kiezverein lässt sich dagegen in der zweite Runde immer mehr hängen, gibt sich zu schnell auf. Da wäre ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wie es die rund 2000 Fans aus Hamburg (Wahnsinn, Hut ab!) mitbrachten, nötig gewesen, um eine Blamage zu vermeiden. Endlich war heute auch unser Stadion wieder einmal besser besetzt als in den vergangenen Wochen – 10.810 Besucher, das ist bei der windigen Kälte ganz anständig. Die Fanbusse (siehe mein Foto oben) waren unermüdlich im Einsatz, und das für die Anhänger beider Teams.

Schade ist nur eins: Das Kleeblatt bleibt trotz dieser Super-Leistung vorläufig auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen. Mal sehen, ob sich da morgen noch was ändert. Könnte durchaus sein, denn Dresden, das jetzt einen Platz vor Fürth rangiert, muss morgen gegen Fortuna Düsseldorf ran. Und die will sicher zurück an die Tabellenspitze.

Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht. weiter lesen

Depression trifft auch Sportler

Am kommenden Sonntag, 15. Oktober, wird um 13.30 Uhr das Heimspiel der Spielvereinigung gegen den FC Erzgebirge Aue angepfiffen. Natürlich sehen alle Kleeblattfans diesem zehnten Spieltag mit Spannung entgegen. Schafft das Kleeblatt es, nach dem bisher einzigen Sieg in dieser Saison gegen Fortuna Düsseldorf wieder drei Punkte zu machen und die Rote Laterne in der Zweiten Liga abzugeben?

Im Stadion am Ronhof wird am Sonntag die Robert-Enke-Stiftung mit einem Infostand zu Gast sein. Die Ziele der Robert-Enke-Stiftung (RES) liegen in der Förderung von Maßnahmen und Einrichtungen, die der Aufklärung über die Krankheit Depression beziehungsweise Kinder-Herzkrankheiten und der Erforschung oder Behandlung dieser beiden Krankheiten dienen. Mit dem Projekt „Robert-Enke-Stiftung auf Tour“ werden bundesweit Vereine aus der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sowie der Handball-, Basketball- und Eishockey-Bundesliga besucht. Am Sonntag steht die mobile Informationsplattform (auf der Aktionsfläche am Aufgang der Nordtribüne) allen Interessenten, Betroffenen und Angehörigen zur Verfügung, um sich über die Krankheiten zu informieren.
Robert Enke war Torwart von Hannover 96 und achtmal Keeper der deutschen Nationalmannschaft. Er litt über mehrere Jahre an Depressionen. Am 10. November 2009 nahm er sich das Leben. Der Tod von Robert Enke hat tiefe Betroffenheit und großes Mitgefühl in breiten Teilen der Bevölkerung ausgelöst, die Krankheit „Depression“ wurde durch seinen tragischen Tod in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. 10 080 Menschen starben im Jahr 2015 in Deutschland durch Suizid. In unserer Gesellschaft sind Selbsttötungen nach wie vor ein Tabu-Thema. Dabei sind Aufklärung und Entstigmatisierung grundlegende Lösungsansätze, um Menschen in Krisen und bei Suizidgefahr zu helfen. Einer Studie zufolge fühlt sich z.B. jeder zweite befragte Leistungssportler durch die extremen Anforderungen immer wieder ausgebrannt und kraftlos. Fast ein Drittel der befragten Sportler leidet an Schlafstörungen, jeder fünfte klagt sogar über gelegentliche Depressionen. weiter lesen

Kärwabesucher halten zu „ihrem“ Kleeblatt

Der Erntedank-Festzug auf der Fürther Michaelis-Kirchweih ist einfach Kult! Tagelang haben die Leute auf den 91 Festwagen, in den Kapellen und Spielmannszügen gehofft, dass das Wetter mitspielt. Und es hat geklappt. Schätzungsweise 100.000 Zuschauer standen am Rand der Strecke zwischen Herrnstraße und Uferstraße, der Weg führt quer durch die Fürther Innenstadt, entlang der Neuen Mitte übers Rathaus bis zum Kulturforum.
Besonders interessant für uns Greuther-Weiber war natürlich der Auftritt des Liederhorts Ronhof mit Blasmusik (Foto). Die dargestellte Szene hatte es in sich: In einem großen Bett ein Kranker, der mit einem weiß-grünen Kleeblatt-Laken zugedeckt war. Daneben ein Pfarrer mit sorgenvollem Gesicht. Und die Kapelle spielt mit versteinerter Miene einen Trauermarsch. Dahinter zu lesen: „Wer früher stirbt, ist länger tot…“ – in Anlehnung an den Film von Marcus H. Rosenmüller. Das Kleeblatt auf dem Plakat mit einer schnöden „18“ versehen. Die Aufforderung an der Wagenfront, „Jetzt hilft nur noch beten!“, will uns sagen: Die Spielvereinigung rangiert aktuell in der Zweiten Liga auf dem letzten Tabellenplatz. Manche Skeptiker ahnen schon Schlimmstes und sagen eine Art „Götterdämmerung“ vorher.

Dass die Rote Laterne nur eine Momentaufnahme ist, machte die Kärwazug-Gruppe mit der Nummer 42 spürbar: Die Vertreter der Spielvereinigung – angeführt von den Profis, gefolgt von einigen Fußgruppen, wie z.B. den Ronhof-Rackern – winken den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand freundlich zu. Optimismus pur, das Feedback war dementsprechend. Endlich gab es die Kleeblätter mal wieder hautnah zu erleben, in den letzten Jahren saßen sie oft hoch oben auf einem Bus und vermittelten hauptsächlich Distanz zu ihren Anhängern. „Narey, Narey“ und „Khaled, Khaled“ wird neben mir skandiert. Unüberhörbar ein weiblicher Fan von Khaled Narey. Marco Caligiuri, Patrick Sontheimer, Sercan Sararer und seine Kollegen signalisieren mit ihrem sympathischen Auftreten (Foto): Was sind schon vier Punkte nach neun Spielen und der letzte Tabellenplatz? Wir haben noch 25 Spiele vor uns, und bis zum Saisonende am 13. Mai 2018 kann noch unendlich viel passieren, oder?

Begegnung der Sonderklasse im Ronhof

Ganz unerwartet kommt es am nächsten Sonntag, 17. September, im Fürther Ronhof zu einer ganz besonderen sportlichen Begegnung: Der Tabellenletzte der Zweiten Liga – die Spielvereinigung – trifft auf den Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf. Ich hoffe mal, dass viele Kleeblattfans ins Stadion gehen werden, um sich dieses Highlight anzusehen.
In 18 Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in den letzten Jahren gelangen der SpVgg fünf Siege, es gab sieben Unentschieden und sechs Niederlagen. Wobei in den vergangenen drei Jahren das Kleeblatt oft siegte – und dabei immer relativ viele Tore schoss (3:1 im April 2016, 3:0 im Mai 2015, 4:1 im März 2014). Dabei fällt auf, dass das Kleeblatt vor allem zu Hause voll aufdrehte und den Düsseldorfern zeigte, wo’s lang geht.
Interessant ist die Partie am Sonntag natürlich auch, weil der neue Trainer Damir Buric sein Debüt gibt. Die Kleeblattanhänger wollen den neuen Coach, dem das Image des „Gentleman“ vorauseilt, endlich leibhaftig erleben. Beim ersten Training kommunizierte er den Spielern schon mal, was er in Zukunft von ihnen erwartet (Foto). Und gespannt darf man natürlich sein, mit welchem Konzept, welchem System und welcher Aufstellung Buric ab Sonntag versuchen wird, den Verein wieder zu einer ernstzunehmenden Zweitliga-Mannschaft zu machen. weiter lesen

Kleeblattmädels sind einfach topp!

Die Spielzeit 2016/17 in der Zweiten Liga geht langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Das Kleeblatt hat sich offenbar auf den sechsten Tabellenplatz festgebissen, ein Rang besser wäre noch möglich, aber es stehen noch zwei Hardcore-Begegnungen – FC St. Pauli und Union Berlin – auf dem Programm.

In unserem Greuther-Weiber-Blog beleuchten wir nicht nur die Spielvereinigung aus weiblicher Sicht. Wir picken uns auch immer wieder Themen heraus, die sich im weitesten Sinne mit dem Kleeblatt und der Stadt Fürth beschäftigen. Eine Freundin fragte mich vor kurzem, wie sich eigentlich die Frauenmannschaft der SpVgg in dieser Saison macht. Ich kann ihr Postitives berichten: Die Mädels stehen in der Bayernliga auf dem 1. Platz! In bislang 18 (von 22) Spielen hat das weibliche Kleeblatt 16 Mal gewonnen, fuhr ein Unentschieden ein (am vergangenen Sonntag gegen den SV Thenried) und musste sich nur ein einziges Mal geschlagen geben (im Oktober, ebenfalls gegen die Thenriederinnen). Mit aktuell 49 Punkten rangieren sie mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Da macht Trainer Kevin Schmidt wohl einen guten Job!

Vor drei Jahren (so lange ist das schon her) habe ich ja mal ein Spiel der Kleeblatt-Frauen besucht, in unserem Blog darüber geschrieben und war von ihrem Engagement und Können begeistert. Die Frauenfußballabteilung der SpVgg wurde 2009 gegründet und nimmt seit der Saison 2010/11 am Ligaspielbetrieb teil. Die 1. Mannschaft spielte zunächst Landesliga und stieg im Jahr 2013 in die Bayernliga auf. Sich in einer Sportart zu behaupten, die vor Jahren noch eine Männerdomäne war, das hat was. Übers Lokalderby gegen den Club ging es im Blog Ende April 2015. Wie gut, fair und hochklassig Frauen Fußball spielen, das konnte man als Zuschauer ja im April 2105 im Fürther Ronhof bewundern. Dort kam es zur Begegnung zwischen der Deutschen Frauennationalmannschaft und Brasilien. Das deutsche Team mit der damaligen Trainerin Silvia Neid hat in einer supertollen Zuschauer-Kulisse souverän mit 4:0 gewonnen.

Auf jeden Fall werde ich eines der letzten Spiele der Kleeblattfrauen in der Bayernliga besuchen. Das nächste Heimspiel fällt für mich vom Termin her leider flach, es findet am Sonntag, 21. Mai, um 15.30 Uhr statt. Da spielen zeitgleich die Kleeblattprofis zum letzten Mal in dieser Saison gegen Union Berlin im Ronhof. Also bleibt nur das Heimspiel am Pfingstsamstag, 3. Juni. Da empfangen die Kleeblatt-Mädels im letzten Spiel dieser Saison den TSV Frickenhausen um 17 Uhr im Trainingszentrum Profis SpVgg Greuther Fürth in der Kronacher Straße 177, 90765 Fürth. Jubelnde Spielerinnen (wie auf dem Foto von Frank Kreuzer nach dem Spiel gegen den SV Saaldorf) bei einem Sieg vor zahlreichen Zuschauern wäre als krönender Abschluss einer erfolgreichen Saison 2016/17 doch super.

Sieg durch Dresdner Eigentor, warum nicht?

Wer kann sich nicht noch gut daran erinnern, als das Kleeblatt in früheren Spielzeiten vom Pech verfolgt war? Da fielen in den letzten Sekunden noch entscheidende Gegentore, da wurden Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben, da ging dem Kleeblatt einfach mal die Luft aus.

Heute war es genau umgekehrt. Und ich frage: Warum nicht? Die Spielvereinigung hat die Partie gegen den Fünfplatzierten der Zweiten Liga – Dynamo Dresden – durch ein Eigentor von Aias Aosman (Foto) mit 1:0 gewonnen. Glücklich werden die Sachsen sagen. Verdient, meine ich. Das Spiel war von Beginn an erst mal fest in Fürther Hand, es gab einige brisante Situationen und gute Chancen. Die allerdings nicht verwandelt werden konnten. Das Kleeblatt agierte quirlig, war aktiv, aber das Feintuning beim Zusammenspiel und den Pässen war alles andere als optimal. (Was Passgenauigkeit ist, hat man beim Champions-League-Spiel AS Monaco gegen den Borussia Dortmund bewundern können. Da saß doch einfach alles!)

Zurück zur heutigen Begegnung im Ronhof. Mit 0:0 gingen beide Mannschaften in die Pause. In der 54. Minute wechselte dann Trainer Janos Radoki Mathis Bolly für Khaled Narey ein. Wohl in der Hoffnung, dem Fürther Konzept neue Impulse zu geben. Allerdings war es der Dresdner Akaki Gogia, der fünf Minuten später nach einem schnellen Lauf quer durchs Stadion und einem Schuss aus knapp 20 Metern Distanz zum ersten ernstzunehmenden Abschluss der Dresdner kam. Möglichkeiten hier, Chancen dort. Als Zuschauer befürchtete man schon, dass es heute zum torlosen 0:0 kommen könnte.

Doch dann hatten die Kleeblattfans ihre Freude in der 74. Minute: Eine Flanke von Veton Berisha von der linken Seite – auf Höhe der Strafraumgrenze – will Aias Aosman klären. Er ist voll im Sprint, erwischt den Ball mit dem rechten Oberschenkel und knallt ihn aus 16 Metern unglücklich ins eigene Tor. Keeper Marvin Schwäbe ist völlig chancenlos.
Zwar hatte Dynamo in der restlichen Spielzeit noch ein, zwei gute Gelegenheiten zum Ausgleich, die Gäste kamen aber nicht zum Vollzug. Das Kleeblatt rettete sich über die letzten Minuten und verpasste es, eigene Kontermöglichkeiten effektiv umzusetzen.

Die Spielvereinigung kann nach drei sieglosen Partien heute über drei wichtige Punkte richtig happy sein. Der Abstand zum Tabellenfünften Dynamo Dresden ist auf drei Zähler geschrumpft. Nächsten Samstag, 29. April, ist das Team von Janos Radoki zu Gast beim Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld – dessen Torwart Wolfgang Hesl viele Kleeblattfans ja noch in bester Erinnerung haben.

Schröcki, Du bleibst für uns ein Kleeblatt!

Nein, so haben wir uns das Osterfest ganz bestimmt nicht vorgestellt: Heute wurde bekannt, dass die SpVgg Greuther Fürth den bis 2018 gültigen Vertrag mit Publikumsliebling Stephan Schröck aufgelöst hat. Vorausgegangen waren zwei Gespräche zwischen Manager Ramazan Yildirim und Schröck. Auf der Website des Vereins wird Yildirim dazu folgendermaßen zitiert:

„Wir haben gute und respektvolle Gespräche geführt und dabei diese Lösung erarbeitet. Stephan hat hier in Fürth einen besonderen Stellenwert, das war und ist uns bewusst.“

Das ist das Ende einer ganz besonderen Beziehung. Denn viele Fans – darunter auch wir –  haben Stephan Schröck mit seinem unermüdlichen Einsatz für das Kleeblatt in zahlreichen Spielen ins Herz geschlossen. Und es war eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhte. Der gebürtige Schweinfurter, Sohn einer philippinischen Mutter und eines deutschen Vaters, hatte es einst aus der Kleeblatt-Jugend direkt zu den Profis geschafft. Und er war maßgeblich daran beteiligt, dass dem Kleeblatt der Aufstieg in die Erste Bundesliga gelang. Dann allerdings wechselte er – um seine fußballerische Karriere zu befördern – nach Hoffenheim. Doch dieser Plan war nicht von Erfolg gekrönt. Schröck kam dort nicht voran, wechselte ein weiteres Mal, diesmal zur Frankfurter Eintracht. Bald zeichnete sich aber seine Rückkehr in den Ronhof ab. Im Sommer 2014 holte ihn Helmut Hack zurück nach Fürth, es wurde ein Vierjahresvertrag abgeschlossen. Schröck sollte die Position des Rechtsverteidigers einnehmen – doch die behagte ihm schon bald nicht mehr. Es kam zu Reibereien zwischen Schröck und dem Management, und der Verein lieh ihn schließlich im Winter 2015/16 an den philippinischen Erstligisten Ceres-La Salle FC aus, was so mancher Fan als Affront gegen einen verdienten Mann wie Schröck empfand.

Im vergangenen Winter kam Schröcki, wie er von vielen liebevoll geannt wird, wiederum zurück nach Fürth. Aber der Weg in die erste Mannschaft war ihm nicht mehr vergönnt – und das, obwohl er sein Bekenntnis zum Kleeblatt immer wieder öffentlich  machte. Auch wir hatten in einer Leser-Umfrage ein starkes Echo bei den Fans gefunden, die ihr „Schröggla“ wieder in der Stammelf sehen wollten.

Nun ist die Beziehung zwischen Stephan Schröck und dem Kleeblatt also zu Ende. Wir bedauern das sehr, denn nach einem so quirligen, mit letztem Einsatz für seinen Verein kämpfenden Spieler wie ihn muss man lange suchen. Schröcki selbst ist vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Wie es für ihn beruflich weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Wir wünschen ihm auf jeden Fall, dass er seine Knieprobleme in den Griff bekommt und noch einmal einen Verein findet, bei dem er sich wohl fühlt und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Auf facebook hat Schröcki folgende Botschaft gepostet:

„Auf dem Papier bin ich nun zwar keiner mehr, aber im Herzen werde ich immer – ein Fädder sein!“

Darauf können wir nur antworten: Und in unserem Herzen bleibst Du auch für immer ein Kleeblatt!

VfB-Blog fragt – Greuther-Weiber antworten

Kleeblattfans stehen seit Tagen in den Startlöchern: Morgen um 13 Uhr wird das Spiel gegen den Tabellenersten – den VfB Stuttgart – im Ronhof angepfiffen. Die Stuttgarter sind letzte Saison aus der Bundesliga abgestiegen, haben allerdings neben Union Berlin und Hannover 96 gute Karten, den Wiederaufstieg perfekt zu machen. Aber das Kleeblatt wird morgen ein harter Brocken. Die Spielvereinigung ist seit sechs Spielen ungeschlagen und will, dass das weiter so bleibt. Nicht unmöglich, denn gegen den damaligen Tabellenführer Hannover 96 hat das Kleeblatt Anfang Februar zu Hause mit 4:1 gewonnen.

Auch für die Fans des VfB ist die Begegnung morgen etwas Besonderes. Deshalb wurden die Greuther-Weiber vor ein paar Tagen von den Machern des Blogs „Rund um den Brustring“ gefragt, ob sie sieben provokante Thesen zum morgigen Spiel und zur aktuellen Situation der Spielvereinigung beantworten möchten.  „Rund um den Brustring“ ist ein Blog und ein Podcast, der sich seit Oktober 2015 mit allem rund um den Brustring, also den VfB Stuttgart 1893 e.V., beschäftigt. Regelmäßig werden hier Spiele des VfB besprochen, Experten zum nächsten Gegner oder zu Neuzugängen befragt, außerdem die Vereinspolitik und viele weitere Themen rund um den Brustring kommentiert. Also ein ähnliches Konzept, wie wir es mit unserem Greuther-Weiber-Blog auch verfolgen.
Hier findet Ihr die Fragen des Blogs und unsere Antworten: Rund um den Brustring