Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

2013: Ein zwiespältiges Jahr für Kleeblattfans

Die beste Nachricht für Kleeblattfans zum Jahresende gleich vorneweg: Hannover 96 hat heute mit Tayfun Korkut einen neuen Trainer engagiert. Damit bleibt also Frank Kramer der Spielvereinigung erhalten.
Euch bleibt hier ein ausführlicher Jahresrückblick, wie man ihn in allen Zeitungen, Radio- und TV-Sendern sehen und hören kann, erspart. Nein, ich will ganz kurz das Jahr 2013 aus Sicht eines Greuther-Weibes Revue passieren lassen.
Der Januar war für die zum ersten Mal in die Erste Liga aufgestiegenen Kleeblätter turbulent. Die Spielvereinigung dümpelt am Tabellenende herum, ein neuer Stern am Stürmerhimmel namens Nikola Djurdjic kommt nach Fürth, und der Trainerstuhl von Mike Büskens wackelt gewaltig. Mitten in meinem Winterurlaub in der Steiermark im Februar erreicht mich dann bei Ankunft eines Freundes die Nachricht, dass sich der Verein von Büskens getrennt hat. Greutherweib „sabbel“ übernimmt es, diese Hiobsbotschaft in unserem Blog zu vermelden. Im März liest Gerald Asamoah – zu diesem Zeitpunkt noch im Fürther Kader – in der Comödie aus seinem Buch und als neuer Coach wird Frank Kramer präsentiert. Ihm fällt die schier unlösbare Aufgabe zu, für das Kleeblatt den Klassenerhalt zu erreichen. Im April erfreut dann wieder mal ein Derbysieg gegen den Club die Herzen der Kleeblattfans. Und ich schreibe über die „Magischen Hände“ des Fürther Keepers Wolfgang Hesl, der dem Team so manches Gegentor erspart.
Im Mai ist es dann klar: Die Spielvereinigung steigt nach nur einer Spielzeit und ohne Heimsieg aus der Bundesliga ab. Der Schlachtruf der letzten Saison – „Nie mehr zweite Liga!“ – gehört der Vergangenheit an. Asamoah wird ohne jeden Stil verabschiedet, die Ära Büskens/Asamoah und deren Erfolge sind damit endgültig passé.
Juni – Sommerpause. Und wieder bin ich im Urlaub, als am 21. Juli die Zweitliga-Saison beginnt. Auf meiner Heimfahrt höre ich im Autoradio, wie das Kleeblatt – dank Torwart Hesl – 2:0 gegen Arminia Bielefeld gewinnt. Prima, denke ich mir, es geht ja noch!
Und damit startet dann auch eine recht erfolgreiche Hinrunde. Im August verletzt sich Nikola Djurdjic und soll lange ausfallen, wir feiern am 27. August unseren 500. Blogbeitrag. Gut gefallen hat mir im September die Ausstellung in der Kofferfabrik zum „Tatort Stadion“. Im Oktober gibt es auf der Fürther Kirchweih einiges zum Thema „Kleeblatt“ zu kaufen, und Coach Frank Kramer wird beim Länderspiel gegen Schweden in Stockholm als Jahrgangsbester des Trainerlehrgangs ausgezeichnet. Im November fangen sich die Kleeblätter nach einigen schwachen Partien wieder. Sie spielen kompakter, und man hat als Beobachter den Eindruck, dass die trainerische Arbeit von Frank Kramer jetzt fruchtet. Ende Dezember dann ein Schreck für Fußballfans in Fürth: Wird der Fürther Coach die Spielvereinigung verlassen, um zu Hannover 96 zu gehen?
Um damit schließt sich der Kreis: Frank Kramer bleibt also hier. Das Kleeblatt kann sich auf einem tollen zweiten Tabellenplatz bis zum ersten Spiel in der Rückrunde am 8. Februar 2014 „ausruhen“ und auf seine gute sportliche Leistung aufbauen. Vielleicht ist dann auch Nikola Djurdjic wieder dabei?

Wir Greutherweiber – kiki, uwo und sabbel – wünschen Euch allen einen guten Rutsch. Und ein gesundes, erfolgreiches und besonders glückliches Jahr 2014. Lasst bei Niederlagen des Kleeblatts die Kirche im Dorf und habt einfach Spaß an Fußball. Hoffen wir gemeinsam auf eine spannende Rückrunde mit einem guten Abschneiden im Mai. Auf einen Aufstieg? Mal sehen…