Glück für Fürth, Pech für Paderborn

SC Paderborn - SpVgg Greuther FürthWir Greuther-Weiber  wollten eigentlich nach unserem 777. Blogbeitrag von gestern heute mit dem Kleeblatt einen Sieg feiern. Sah ja auch nicht so schlecht aus dafür bei einem Gegner wie den SC Paderborn, der zuletzt eine wahre Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hinter sich bringen musste. Manche munkelten, die Mannschaft könne nun endlich – befreit von Stefan Effenberg – wieder aufatmen und entsprechend aufspielen. Und sie sollten recht behalten. Denn der neue Trainer René Müller holte aus seinen Jungs raus, was rauszuholen war. Sie gaben alles, waren selbstbewusst und hochmotiviert von der ersten bis zur letzten Spielminute, auch wenn ihnen gegen Ende die Kraft ausging. Da war es auch kein Wunder, dass sie bereits in der 19. Minute durch einen Treffer des Dänen Nicklas Helenius in Führung gingen. Eine ganze Reihe von Chancen für die Ostwestfalen sollten folgen, von denen sie allerdings keine einzige mehr umsetzen konnten.

Ganz anders unser Kleeblatt. Verschlafen, abwartend, überrascht von der offenbar so überhaupt nicht erwarteten Präsenz der Hausherren in der Benteler-Arena hatten die Fürther in der ersten Spielhälfte kaum etwas vom Spiel. Erst nach ungefähr einer halben Stunde, als der SC Paderborn ein klein wenig in seiner Leistung nachließ, fand man ab und zu eine Lücke. Doch nichts ging über die Flügel, und schon gar nichts wirklich Gefährliches aufs gegnerische Tor.

Nach dem Seitenwechsel, als wir Fans hofften, dass eine sicherlich strenge Gardinenpredigt von Trainer Stefan Ruthenbeck unsere Elf wachgerüttelt haben müsste – nichts! Die 7800 Zuschauer (davon rund 200 Fans aus Fürth) mussten weiter eine Partie anschauen, bei der man sich zunächst fragte, ob die Fürther überhaupt schon aus den Katakomben zurückgekehrt waren. Paderborn wie im ersten Durchgang bissig und mit dem unbändigen Willen, endlich aus der Abstiegszone heraus und nach weiter oben in der Tabelle zu kommen. Die Ostwestfalen blieben Herr im eigenen Stadion. Kaum wiederzuerkennen, diese Mannschaft, wenn man sie mit den letzten Wochen vergleicht! Respekt, muss man da sagen, Hut ab!

Dass die Partie am Ende doch noch unentschieden mit 1:1 ausging, war einem Treffer von Ante Vukusic (links auf dem Foto) zu verdanken (83. Minute), der für Johannes Wurtz ins Spiel gekommen war. Ein glücklicher Treffer, aber Glück muss man schließlich auch mal haben, das gehört zum Fußball eben dazu. Trainer Ruthenbeck hatte außerdem Veton Berisha für Maurice Hirsch gebracht und Roberto Rodriguez für Zlatko Tripic. Doch der vermeintliche Joker Berisha blieb in seinen Aktionen zu ungenau, schoss die Bälle entweder zu weit oder zu flach – aber jedenfalls nicht in den Paderborner Kasten. In der letzten Phase war Paderborn mit seinen Kräften sichtlich am Ende und konnte dem Kleeblatt nichts mehr entgegensetzen, das die beeindruckende läuferische Leistung in diesem Spiel eindeutig besser wegsteckte. Durch das fulminante 4:0 von Union Berlin gegen den FSV Frankfurt bedingt, belegen die Fürther vorläufig Platz neun in der Tabelle der Zweiten Liga, während Paderborn, das den Sieg heute immer wieder schon fast in der Hand hatte, nicht aus der Abstiegszone herauskam. Schade eigentlich, der Mannschaft – wenn sie sich weiter so zeigt wie ausgerechnet heute gegen das Kleeblatt – ist auf jeden Fall der Verbleib in Liga zwei zu wünschen!