CL-Achtelfinale für uns Fürther spannend

Heute Abend werde ich ab 20.45 Uhr vor dem Fernseher sitzen und mir das Champions-League-Achtelfinale zwischen Borussia Dortmund und Zenit St. Petersburg anschauen. Mit dabei ist natürlich der Feind in meinem Haus. Oh, nein, werden manche von Euch denken. Jetzt geht das wieder los, die Affinität zwischen einem Greuther-Fürth-Fan und einem BVB-Fan. Mitnichten, da seid Ihr ganz schief gewickelt. Heute geht es mir vielmehr um einen wichtigen Funktionär des russischen Vereins: um Dietmar Beiersdorfer. Er – und jetzt wird mancher von Euch staunen – ist ein waschechter Fürther.

Dietmar Beiersdorfer wurde im November 1963 in Fürth geboren, er ist ehemaliger aktiver Fußballspieler und seit August 2012 Sportdirektor von Zenit Sankt Petersburg. In seiner Jugend spielte der Franke beim TSC Cadolzburg, dem TSV Altenberg, dem ASV Herzogenaurach und dem 1. FC Bamberg. 1985 wechselte er zum damaligen Oberligisten SpVgg Fürth, ehe er von den Talentsichtern des Hamburger SV entdeckt wurde. 1996/97 spielte Beiersdorfer beim AC Reggiana 1919, einem italienischen Fußballverein aus Reggio nell’Emilia in der Emilia-Romagna. Dessen Frauenabteilung ist aktuell in der Serie A zu finden. (Das wird Greutherweib uwo, die seit gestern für ein halbes Jahr in Italien lebt, sicher freuen!)
Nachdem Beiersdorfer 1997 die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, kehrte er in den Norden Deutschlands zurück. Dort schloss er sein BWL-Studium erfolgreich ab und arbeitete anschließend als Wirtschaftsprüfer-Assistent. Im August 2002 wurde Beiersdorfer wieder vom Hamburger SV engagiert, wo er als Sportchef tätig war. Er verpflichtete Spieler wie Rafael van der Vaart, Nigel de Jong oder Marcell Jansen. Später bekleidete Beiersdorfer das Amt des Sportlichen Leiters für das Gesamtprojekt Fußball der Getränkemarke Red Bull. Ende August 2012 wurde bekannt, dass Dietmar Beiersdorfer neuer Sportdirektor bei Zenit Sankt Petersburg wird.
Ich muss sagen: Chapeau! Keine schlechte Karriere. Das Team von Zenit St. Petersburg wird für die Borussen aus Dortmund kein unüberwindlicher Gegner sein. Das Hinspiel ging ja bekanntlich 4:2 für den BVB aus. Und ich wage mal zu behaupten:  Die Fürther Komponente „Dietmar Beiersdorfer“ macht die Fußball-Begegnung für Kleeblattfans besonders pikant!

Kleeblattfans: Heute Abend schon was vor?

Hier ein kleiner Tipp von den Greutherweibern: Heute Abend, 5. November, findet wieder eine Veranstaltung zum 110-jährigen Jubiläum der Spielvereinigung im Jüdischen Museum in der Königstraße 89 in Fürth statt. Der bekannte Sportbuch-Autor Werner Skrentny kommt und liest ab 19.03 Uhr aus seiner im vergangenen Jahr erschienenen Biographie „Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet“.
Julius „Juller“ Hirsch ist für eingefleischte Fußballfans in Franken ein Begriff, weil er während der Meistermannschaft der Spielvereinigung im Jahr 1914 Kapitän war.
Skrentny zeichnet in seinem Buch die spannende Lebensgeschichte des gebürtigen Karlsruhers nach, der mit dem Karlsruher FV bereits 1910 Deutscher Meister war. Mit der SpVgg Fürth wurde er 1914 durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den VfB Leipzig erneut Deutscher Meister. Hirsch machte auch in der Deutschen Nationalmannschaft Furore: Zwischen 1911 und 1913 spielte er sieben Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Bei seinem zweiten Einsatz, dem 5:5 am 24. März 1912 in Zwolle gegen die Niederlande, schoss er als erster deutscher Nationalspieler vier Tore in einem Spiel.
Als Jude wurde er im März 1943 von den Nationalsozialisten wahrscheinlich nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Sein Todesdatum ist unbekannt, er wurde 1950 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Das Buch von Werner Skrentny (Foto: Website SpVgg Greuther Fürth) über das erschütternde Schicksal Hirschs, dessen Namen die Nazis aus der Liste der Nationalspieler zu tilgen versuchten, wurde bereits von zahlreichen Kleeblatt-Anhängern gelesen.

Übrigens: Der Eintrittspreis von fünf Euro geht im vollen Umfang an das Jüdische Museum. Da die Plätze begrenzt sind und die Nachfrage hoch ist, wird um Kartenreservierung gebeten. Unter der Nummer 0911/977 48 53 ist der Kartenservice des Museums noch heute Nachmittag bis 17 Uhr erreichbar.

Kleeblatt in der 1.Liga – ohne Büskens und Azzouzi?

Eine Meldung hatte heute den Fans des Bundesliga-Aufsteigers SpVgg Greuther Fürth den Tag versaut: Der Kölner „Express“ hat gemeldet, dass Rachid Azzouzi ein ernsthafter Kandidat für den Job des Sportdirektors beim 1. FC Köln sei. Laut der Kölner Boulevard-Zeitung ist der Kleeblatt-Manager die Alternative schlechthin, sollte Hannover 96-Manager Jörg Schmadtke endgültig absagen. Dieser hat bereits deutlich dementiert, sich überhaupt mit den ‚Geißböcken‘ zu befassen. Aber was soll Rachid eigentlich beim FC. Köln? Die steigen aller Wahrscheinlichkeit ab – und seit Montag ist klar, dass er mit dem Kleeblatt in der nächsten Saison in der ersten Bundesliga agieren wird.

Jetzt aber noch ein paar Sätze zum heutigen Spiel gegen den FSV Frankfurt. Ich will nicht in das Horn vieler Journalisten blasen, dass die Spieler in der Nacht von Montag auf Dienstag in der Gustavstraße zu wild gefeiert haben und deshalb heute nur mit gebremsten Schaum spielen konnten. Das ist zu banal. Fakt ist trotzdem, dass der FSV Frankfurt nach 17 Minuten das erste Tor schoss und der Spielvereinigung den Wind aus den fußballerischen Segeln nahm. Bernd Nehrig verwandelte dann immerhin einen Foulelfmeter, seine Oberschenkelverletzung platzte dabei aber erneut auf. Das Spiel endete unentschieden 1:1. Damit hat die Spielvereinigung den fehlenden Punkt für den Aufstieg entgültig bekommen.
Ein weiteres Gerücht verdichtete sich heute schon den ganzen Tag und wurde auch am Freitag Abend weder dementiert noch bestätigt. Wandert „unser“ Mike Büskens – der die „Unaufsteigbar-Tour“ ad absurdum führte und auf unserem Foto nachts um 2 Uhr bei der Gustav-Straßen-Fete mit Rachid Azzouzi eintrifft – doch Richtung Nordrhein-Westfalen ab? Köln, Leverkusen? Er überlegt es sich in den nächsten Tagen mit seiner Familie, so heißt es.
Na, warten wir mal ab. Denn das wäre für die Fürther Fans ein echter „Hammer“.

Bloß nicht leichtsinnig werden!

Also, ehrlich gesagt, da beschleicht mich schon eine gehörige Portion Schadenfreude: Mainz 05 blamiert sich gleich in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Viertligisten VfB Lübeck und scheidet damit aus! Recht so!!!

Denn als Fürther trage ich den Mainzern natürlich schon noch nach, dass sie unser Kleeblatt im Mai um den Bundesliga-Aufstieg gebracht haben. Und das noch dazu in einer Partie, bei der es die eine oder andere umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung gab. Ich erinnere mich zum Beispiel noch genau, wie sich ein Polizei-Hund eine Zeitlang mal den Ball geschnappt hat, als sein „Frauchen“, eine junge Polizistin, das Tier nicht mehr halten konnte. Davon hat der Schiedsrichter gar nichts mitgekriegt, weil er sich am anderen Ende des Spielfelds aufhielt. – Na ja, Schwamm drüber, vorbei ist vorbei.

Nun heißt es aber für unsere Mannschaft: Passt bloß auf, dass es Euch heute nicht auch so ergeht wie den Mainzern am Freitag! Auch wenn Worms nur in der Regionalliga spielt – Lübeck hat gezeigt, wie eine Amateur-Mannschaft Profis vorführen kann.