Hallenturnier: Kleeblatt will Titel verteidigen

Das neue Jahr 2017 startet mit Kälte und Schnee. Die Spielvereinigung verzichtet in dieser Winterpause auf ihre Reise in ein Trainingslager und versucht, sich zu Hause mit Trainingseinheiten auf die Rückrunde der Zweiten Liga vorzubereiten und eventuell sportlich zu neuen Höhenflügen aufzuschwingen.
Eine kleine Abwechslung und ein witziger Event ist der Bandenkick am kommenden Donnerstag, 5. Januar, beim AL-KO-Cup 2017 in Neu-Ulm ab 17.30 Uhr. Das Kleeblatt geht als Titelverteidiger in das Hallenturnier. Die SpVgg hatte sich vor einem Jahr im Finale gegen Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern mit 4:1 durchgesetzt. Und auch schon im Januar 2014 gewann das Kleeblatt souverän den Frankfurtcup – damals noch unter Trainer Frank Kramer, die Tore schossen u.a. Ilir Azemi, Niclas Füllkrug und Abdul Rahman Baba. Das war unser Blogbeitrag.

In der „ratiopharm arena“, wo sonst die Ulmer Basketballer auf Korbjagd gehen, tritt am Donnerstag mit dem „AL-KO Cup“ bereits zum zweiten Mal für einen Tag König Fußball in Aktion. Bei dem Hallenfußball-Turnier treffen sechs Teams auf einem Kunstrasen der neuesten Generation im Turniermodus mit zwei 3er-Gruppen (die noch vor Weihnachten per Losverfahren ermittelt wurden) aufeinander. Die Mannschaften spielen insgesamt zehn Kurzmatches à zweimal zehn Minuten (ab dem Halbfinale zweimal 12 Minuten). Das Finale mit anschließender Siegerehrung startet um 22.15 Uhr. Aus der Zweiten Bundesliga ist außer der Spielvereinigung der 1. FC Kaiserslautern zu Gast. Aus der dritten Liga stammt die SG Sonnenhof-Großaspach, dazu gesellen sich die Regionalligisten FV Illertissen,  SV Stuttgarter Kickers und Gastgeber SSV Ulm 1846 Fußball.
Sport1 überträgt die Spiele live im TV und im Livestream.

Aus der Traum für Schröcki!

Heute morgen fand das erste Training der Spielvereinigung statt. Und Trainer Stefan Ruthenbeck eröffnete das Jahr 2016 mit einer Riesenüberraschung: Publkumsliebling Stephan Schröck wurde mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt. Das Management will es so dem Fürther Urgestein Schröck leicht machen, sich einen neuen Verein zu suchen. „Stephan hat sich auf der Außenverteidigerposition nicht so wohl gefühlt“, kommentierte Coach Ruthenbeck die Entscheidung lakonisch. Da Schröck (dessen Vertrag bis zum Sommer 2018 läuft) sich nach eigenen Aussagen vorne wohler fühlte, ging er dort einen Konkurrenzkampf mit stärkeren Spielern ein, den er nicht gewann.
Jetzt muss sich Schröcki also auf die Suche nach einem neuen, geeigneten Verein machen. Wer sich daran erinnert, wie begeistert die Kleeblattfans bei „Schröggis“ Rückkehr zur Spielvereinigung im Juli 2014 waren – hier unser Blogbeitrag dazu, der wird sich ausmalen können, wie die Anhänger jetzt reagieren werden. Die Sozialen Netzwerke werden heiß laufen!

Trotzdem: Die Maßnahme ist ein erstes Indiz dafür, dass die Verantwortlichen bei der Spielvereinigung den Ernst der Lage erkennen. Da kann man nicht sentimental sein und an ineffektiven Spielern festkleben. Da müssen auch unbeliebte Entscheidungen getroffen werden. Denn: In der Rückrunde der Zweiten Liga, die am 7. Februar fürs Kleeblatt mit einem Heimspiel gegen den FC Sankt Pauli startet, müssen Siege und Punkte her. Und bis dahin ist gar nicht mehr so lange Zeit.

Übrigens: Heute Abend nehmen neun Feldspieler und zwei Torhüter in Ulm bei einem Hallenturnier teil. Ab 17.30 Uhr überträgt der Fernsehsender Sport1 die Spiele live. Das Kleeblatt spielt in Gruppe B um 18.12 Uhr gegen SG Sonnenhof Großaspach und um 20 Uhr gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Ein starkes Kleeblatt vor der Brust

Der sogenannte Zwölfte Mann auf dem Rasen ist bei einem Fußballspiel nicht der unsichtbare weiße Hase Harvey, sondern das heimische Publikum, das die eigene Mannschaft lautstark unterstützt. Was für einen Motivationsschub so ein Zwölfter Mann den Spielern bringt, liegt auf der Hand. Ob das morgen in der ESPRIT Arena in Düsseldorf beim Spitzenspiel Fortuna gegen die Spielvereinigung auch so sein wird? Ich befürchte es. Allerdings werden die Vorteile dann klar auf Seiten der Gastgeber liegen. Denn das Zahlenverhältnis zwischen den Düsseldorfer und Fürther Fans wird ungleichgewichtig sein. Auf der Fortuna-Homepage fand ich nämlich folgenden deprimierenden Satz: „Bislang (Freitag Nachmittag) wurden 28 500 Karten abgesetzt, ganze 57 (!) davon in der Geschäftsstelle von Greuther Fürth.“ Klar, ein Auswärtsspiel am Montag Abend im rund 450 Kilometer entfernten Düsseldorf – wer macht sich von Fürth aus dahin schon auf den Weg?

Pikant ist die Partie Zweiter gegen Dritter aber noch aus anderen Gründen: Die Kleebätter werden vom gebürtigen Düsseldorfer Mike Büskens gecoacht. Aber wie wir Büskens kennen: Er ist Pragmatiker und wird für sein Team das Optimale rausholen.
Norbert Meier, Trainer der Fortuna, schätzt die Lage realistisch ein und warnt vor der „ungemeinen Offensivwucht, die die Grün-Weißen aus der Wissenschaftsstadt“ haben werden:

„Fürth war in den vergangenen Jahren immer dicht dran. Jetzt sind sie weitgehend zusammengeblieben und haben in Olivier Occean noch einen Torjäger dazubekommen, der sich sehr gut eingeführt hat. Die funktionieren gut, sind auswärts ungeschlagen. In den vergangenen Spielen haben sie immer in den entscheidenden Phasen zugeschlagen, sind abgebrühter geworden und hatten Partien, wo sie den Gegner komplett dominiert haben. Sie stehen kompakt und haben eine Menge leichtfüßiger, schneller Spieler – wir wissen also, was wir da vor der Brust haben!“

Dass man im Düsseldorfer Team ausgerechnet auf den Ex-Fürther Sascha Rösler (er war 2002 bis 2005 hier verpflichtet) verzichten muss, ist für Kleeblatt-Fans doch beruhigend. Der erfolgreiche Stürmer ist wegen diverser Gelber Karten gesperrt. Dafür kann Mike Büskens auf seine besten Spieler zurückgreifen.

Gute Vorarbeit hat gestern 1860 München geleistet: Der 2:1-Sieg gegen den Tabellenführer Eintracht Frankfurt lässt das Spitzentrio wieder enger zusammenrutschen. Gewinnt die Spielvereinigung, liegt sie mit einem Punkt Vorsprung wieder vorne. (Dass Düsseldorf drei Punkte einfahren könnte, berücksichtige ich jetzt mal nicht).
Natürlich werden wir Greuther-Weiber morgen Abend in Twitter über die aktuellen Ereignisse berichten und noch direkt nach dem Spiel in unserem Blog das – hoffentlich aus Fürther Sicht – gute Ergebnis kommentieren.
By the way: Wer nicht zu den 57 Fans gehört, die nach Düsseldorf fahren: Die Partie wird ab 20.15 Uhr live bei SPORT1 übertragen.