Kein neues Stadion fürs Fürther Kleeblatt!

Aus der Traum vom neuen Stadion für die Spielvereinigung! Der Verein hat gestern die Pläne für einen Stadion-Neubau ad acta gelegt. Vielmehr wurde der Pachtvertrag für das Gelände im Ronhof bis zum Jahr 2040 (!) verlängert.
Mal ganz ehrlich: Die Pläne für ein neues Kleeblatt-Stadion standen ja von Anfang an unter keinem allzu positiven Stern. Sicher, die Vision, dass der Erstligist ab der Saison 2014/15  in einem neuen Stadion südlich des Kanals (an der Stadtgrenze zwischen Fürth und Nürnberg) spielen werde, war die Knallermeldung im März 2012. Geplant war, auf einem ehemals dem Unternehmen Trolli gehörenden Gelände für 35 Millionen Euro ein neues Stadion für 20 000 Zuschauer entstehen zu lassen. Finanziert werden sollte das Projekt von Thomas Sommer: Der Fürther Unternehmer ist Immobilienmakler und Vermögensverwalter und mit seinem Unternehmen seit 2004 Sponsor bei Greuther Fürth. Der Baubeginn sollte im Frühjahr 2013 erfolgen.
Spektakulär war dann die „Kiebitz-Affäre“ im Sommer, als die Spielvereinigung schon aufgestiegen war. Auf dem circa 72 000 Quadratmeter großen Gelände hatten Naturfreunde Kiebitze gesichtet, die im bayerischen Naturschutzgesetz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und somit streng geschützt sind. Beim Planieren des Bodens waren einige Vögel „platt“ gemacht worden. Wie man die Ausquartierung der Vögel handeln und wer das bezahlen sollte – die Stadt Fürth, der Verein oder der Grundstückbesitzer Mederer – das war bislang noch nicht geklärt.
Auch die Frage der Anfahrt von 20 000 Zuschauern zu Fürther Spielen verschlechterte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fürth und Nürnberg noch mehr. Anwohner im Nürnberger Stadtgebiet befürchteten eine massive Lärmbelästigung und verschärfte Parksituation rund ums Stadion bei Heimspielen der Spielvereinigung.
Das ist jetzt alles Geschichte. Der Verein hat offenbar in Gesprächen mit dem Eigentümer des Ronhof-Geländes und der Stadt Fürth alle Rahmenbedingungen für den Verbleib am Fürther Laubenweg geschaffen. Die Anwohner wurden umgehend von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt.
In den nächsten Tagen werden wir bestimmt noch alle Gründe, Argumente und Überlegungen für das Canceln des Neubau-Plans erfahren. Vielleicht ist ja auch der Sponsor Thomas Sommer abgesprungen, weil ihm diese ganzen Querelen auf die Nerven gingen? Das Kleeblatt bleibt im Ronhof und ich muss sagen: Ich bin froh darüber!