So gewinnt man neue Kleeblatt-Fans

Immer mehr Leute zieht es – und ziehen – nach Fürth. Auch eine gute Freundin von mir, die eigentlich Erlangerin mit Haut und Haaren ist. Sie ist da geboren, zur Schule gegangen, hat dort mit ihrer Familie gewohnt und arbeitet auch in der Universitätsstadt. Aber sie hat sich jetzt dafür entschieden, ein weiß-grünes Gewächs zu werden – und ich denke, sie wird es garantiert nicht bereuen.
Beim unserem letzten Treffen hat sie mir erzählt, dass sie gerne mal mit mir zu einem Kleeblatt-Fußballspiel in den Sportpark Ronhof gehen möchte. Ich war überrascht, denn eigentlich ist Fußball nicht gerade ihre Sportart. Der Grund für den Wesenswandel: Sie hat als Neubürgerin bei der offiziellen Anmeldung im Bürgeramt ein Willkommensgeschenk von der Spielvereinigung erhalten. Unter dem Slogan „Erst wird man Fürther. Dann wird man Fan“ begrüßt der Verein nämlich seit dem vergangenen Jahr alle Zugezogenen mit einem Willkommensbrief des Vereinspräsidenten Helmut Hack und einem Gutschein mit zwei Tickets für ein Heimspiel der SpVgg. Die Schnupperkarte fürs Kleeblatt gilt für alle Heimspiele in der Zweiten Liga im Jahr des Zuzugs, man erhält gratis zwei Stehplatzkarten im Block „Lohner“ oder zwei Sitzplatzkarten im Block 7.

Fürths OB Thomas Jung hat diese weiß-grüne Begrüßungs-Aktion bei der Einführung positiv kommentiert: „Ich finde das eine pfiffige Idee, auch die Menschen, die neu nach Fürth ziehen, mit diesem Geschenk zum Kleeblatt zu holen.“ Der Hintergedanke, dass sich neue Fürther nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit dem Kleeblatt identifizieren sollen, ist meiner Ansicht nach eine Supergeste. Natürlich werde ich das Angebot meiner Freundin annehmen, mit ihr zu einem Heimspiel noch in dieser Saison zu gehen. Sie wird sich freuen, dabei meine Kommentare als Greuther-Weib mal live mitzuerleben. Aber das war die Einschränkung meiner Freundin: „Das wird bestimmt ganz lustig – allerdings nur, wenn sie gewinnen“.

Historischer Vertrag im Ronhof

Supergute Nachrichten für die Fürther Fußballfans: Der Pachtvertrag des Ronhofs wird bis zum 30. Juni 2050 verlängert. Eine Entscheidung, die für Generationen von Kleeblattfans bedeutsam ist. Heute setzten OB Thomas Jung – die Stadt ist ja Hauptpächter des Geländes – und Grundstückseigentümer Conny Brandstätter ihre Unterschriften unter den fast schon historischen Vertrag. Der Pachtzins bleibt mit 420.000 Euro im Jahr unverändert. Grundstückseigentümer Conny Brandstätter hatte noch eine weitere positive Nachricht im Gepäck. Der Ronhof wird in eine Familienstiftung eingebracht, somit kann das Gelände nicht mehr verkauft werden. Mit anderen Worten: Der Ronhof wird auch in hundert Jahren noch stehen! Wenn das die Herzen der Kleeblattanhänger nicht höher schlagen lässt!

Für die Spielvereinigung ist der Vertrag besonders wichtig, da so die Modernisierung des Stadions in Angriff genommen werden kann. Der Traum vieler Kleeblatt-Fans, dass das Gelände im Ronhof noch sehr lange Zeit die Heimat der SpVgg bleiben soll, ist somit in Erfüllung gegangen. Es wird keine Pläne mehr geben, ein neues Stadion an der Peripherie der Stadt zu bauen. Dass die Verantwortlichen der Stadt Fürth hinter ihrem Kleeblatt stehen, hatte die Zweidrittel-Mehrheit im Stadtrat für die baulichen Vorhaben des Kleeblatts bewiesen. Dazu der SpVgg-Präsident Helmut Hack:

„Im Stadtrat sind die Weichen gestellt worden. Auch für dieses Vertrauen mein herzlicher Dank!… Es ist wunderschön, dass sich der Ronhof und seine große Geschichte nun weiter entwickeln. Ich weiß, ganz viele Menschen wird das sehr freuen.“

Conny Brandstätter machte aus seiner Freude über diesen Vertrag und die Partnerschaft mit dem Verein keinen Hehl. Für ihn ist der Umbau der Haupttribüne des „Stadions am Laubenweg“ ein Parameter für der Wettbewerbsfähigkeit des Vereins.

„Ich habe die Pläne für die Modernisierung gesehen und bin begeistert. Ich bin sicher, dass wir hier in der Zukunft noch viele tolle Fußballfeste feiern werden.“

Dem können wir Greuther-Weiber uns natürlich nur anschließen!

Kleeblattfans: Heute Abend schon was vor?

Hier ein kleiner Tipp von den Greutherweibern: Heute Abend, 5. November, findet wieder eine Veranstaltung zum 110-jährigen Jubiläum der Spielvereinigung im Jüdischen Museum in der Königstraße 89 in Fürth statt. Der bekannte Sportbuch-Autor Werner Skrentny kommt und liest ab 19.03 Uhr aus seiner im vergangenen Jahr erschienenen Biographie „Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet“.
Julius „Juller“ Hirsch ist für eingefleischte Fußballfans in Franken ein Begriff, weil er während der Meistermannschaft der Spielvereinigung im Jahr 1914 Kapitän war.
Skrentny zeichnet in seinem Buch die spannende Lebensgeschichte des gebürtigen Karlsruhers nach, der mit dem Karlsruher FV bereits 1910 Deutscher Meister war. Mit der SpVgg Fürth wurde er 1914 durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den VfB Leipzig erneut Deutscher Meister. Hirsch machte auch in der Deutschen Nationalmannschaft Furore: Zwischen 1911 und 1913 spielte er sieben Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Bei seinem zweiten Einsatz, dem 5:5 am 24. März 1912 in Zwolle gegen die Niederlande, schoss er als erster deutscher Nationalspieler vier Tore in einem Spiel.
Als Jude wurde er im März 1943 von den Nationalsozialisten wahrscheinlich nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Sein Todesdatum ist unbekannt, er wurde 1950 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Das Buch von Werner Skrentny (Foto: Website SpVgg Greuther Fürth) über das erschütternde Schicksal Hirschs, dessen Namen die Nazis aus der Liste der Nationalspieler zu tilgen versuchten, wurde bereits von zahlreichen Kleeblatt-Anhängern gelesen.

Übrigens: Der Eintrittspreis von fünf Euro geht im vollen Umfang an das Jüdische Museum. Da die Plätze begrenzt sind und die Nachfrage hoch ist, wird um Kartenreservierung gebeten. Unter der Nummer 0911/977 48 53 ist der Kartenservice des Museums noch heute Nachmittag bis 17 Uhr erreichbar.

Kein neues Stadion fürs Fürther Kleeblatt!

Aus der Traum vom neuen Stadion für die Spielvereinigung! Der Verein hat gestern die Pläne für einen Stadion-Neubau ad acta gelegt. Vielmehr wurde der Pachtvertrag für das Gelände im Ronhof bis zum Jahr 2040 (!) verlängert.
Mal ganz ehrlich: Die Pläne für ein neues Kleeblatt-Stadion standen ja von Anfang an unter keinem allzu positiven Stern. Sicher, die Vision, dass der Erstligist ab der Saison 2014/15  in einem neuen Stadion südlich des Kanals (an der Stadtgrenze zwischen Fürth und Nürnberg) spielen werde, war die Knallermeldung im März 2012. Geplant war, auf einem ehemals dem Unternehmen Trolli gehörenden Gelände für 35 Millionen Euro ein neues Stadion für 20 000 Zuschauer entstehen zu lassen. Finanziert werden sollte das Projekt von Thomas Sommer: Der Fürther Unternehmer ist Immobilienmakler und Vermögensverwalter und mit seinem Unternehmen seit 2004 Sponsor bei Greuther Fürth. Der Baubeginn sollte im Frühjahr 2013 erfolgen.
Spektakulär war dann die „Kiebitz-Affäre“ im Sommer, als die Spielvereinigung schon aufgestiegen war. Auf dem circa 72 000 Quadratmeter großen Gelände hatten Naturfreunde Kiebitze gesichtet, die im bayerischen Naturschutzgesetz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und somit streng geschützt sind. Beim Planieren des Bodens waren einige Vögel „platt“ gemacht worden. Wie man die Ausquartierung der Vögel handeln und wer das bezahlen sollte – die Stadt Fürth, der Verein oder der Grundstückbesitzer Mederer – das war bislang noch nicht geklärt.
Auch die Frage der Anfahrt von 20 000 Zuschauern zu Fürther Spielen verschlechterte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fürth und Nürnberg noch mehr. Anwohner im Nürnberger Stadtgebiet befürchteten eine massive Lärmbelästigung und verschärfte Parksituation rund ums Stadion bei Heimspielen der Spielvereinigung.
Das ist jetzt alles Geschichte. Der Verein hat offenbar in Gesprächen mit dem Eigentümer des Ronhof-Geländes und der Stadt Fürth alle Rahmenbedingungen für den Verbleib am Fürther Laubenweg geschaffen. Die Anwohner wurden umgehend von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt.
In den nächsten Tagen werden wir bestimmt noch alle Gründe, Argumente und Überlegungen für das Canceln des Neubau-Plans erfahren. Vielleicht ist ja auch der Sponsor Thomas Sommer abgesprungen, weil ihm diese ganzen Querelen auf die Nerven gingen? Das Kleeblatt bleibt im Ronhof und ich muss sagen: Ich bin froh darüber!

Asamoah bei Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Kleeblattfans sollten sich den kommenden Donnerstag, 8. November, vormerken: Unter dem Motto „Wir vergessen nicht!“ findet um 18.30 Uhr am Mahnmal in der Geleitsgasse in Fürth die Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht 1938 statt. Mit dabei ist Kleeblatt-Spieler Gerald Asamoah.
Auf dem Programm stehen u.a. Grußworte des Fürther Oberbürgermeisters Thomas Jung und von Dekan Jörg Sichelstiel sowie von Ruth Brenner (Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus). Außerdem sprechen Vertreter der Fangruppierung der SpVgg. Gerald Asamoah, Ex-Nationalspieler und Stürmer der SpVgg Greuther Fürth, wird über seine Erfahrungen berichten, die er beispielsweise allein aufgrund seiner Hautfarbe in unserer Gesellschaft machen musste.
Hintergrund der Gedenkstunde: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fand in Deutschland ein Pogrom gegen die jüdische  Bevölkerung statt. Diese „Nacht der Schande“ ging in die Geschichtsbücher verharmlosend als „Reichskristallnacht“ ein. Auch in der Kleeblattstadt brannte die Synagoge und die jüdischen Fürtherinnen und Fürther wurden gedemütigt und gequält.

Status quo in Sachen Rathaus-Kunstwerk

Die Stadt Fürth und ihre Bewohner sind bereit für ein neues Zeitalter, das am Samstag beginnt: Die Spielvereinigung ist erstklassig und für das erste Bundesligaspiel erwartet man gleich den Rekordmeister Bayern München in der Trolli ARENA.
Im Vorfeld ist seit Tagen der Fürther Konzeptkünstler Thor van Horn dabei, mit einem aufsehenerregenden Projekt das Fürther Rathaus zu verschönern: Er malt Tausende von Grashalmen auf weiße Planen, die den oberen Teil des Rathauses – like Christo – verhüllen. Das Objekt soll pünktlich zum großen Tag vollendet sein. Mal sehen, wie es dann wirkt!
Mein Foto ist ganz aktuell: Es zeigt den Zwischenstand des „Rasen-Kunst-Stücks“, aufgenommen heute um 14.48 Uhr, also knapp 48 Stunden vor dem Anpfiff am Samstag.

Fürther „Aufstiegs-Guckkästla“

Gestern Nachmittag hat mir ein Freund und Nachbar, dem die Spielvereinigung mindestens genauso am Herzen liegt wie die Greuther-Weiber, etwas Witziges vor die Wohnungstür gelegt: Das „Aufstiegs-Guckkästla“.
Es handelt sich um eine Art Diorama: Wie in einem kleinen Guckkasten-Theater hat man drei Fotos hintereinander montiert. Hinten der Blick auf die Altstadt Fürths, davor das Rathaus am Abend der Aufstiegsfeier im April mit der Mannschaft und Trainer Mike Büskens auf dem Rathaus-Balkon und ganz vorne jubelnde Fans, die gemeinsam mit ihren Kleeblättern den Aufstieg in die Bundesliga feiern. Diese dreidimensionale Karte hat Gabriele Heindel gestaltet, man kann sie z.B. in einer Buchhandlung an der Fürther Freiheit kaufen.
Ich finde, eine tolle Idee und ein genialer Geschenktipp für alle Spielvereinigungs-Fans.

Wird die Fürther Gustavstraße zur Fanmeile?

Bis zum ersten Bundesliga-Spiel der Spielvereinigung am 25. August gegen den FC Bayern München sind es nur noch wenige Wochen. Nach der Begegnung wird es in der Gustavstraße – seit dem Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund in Fanforen und Fußballblogs bundesweit als angesagte Feiermeile gehandelt – hoch hergehen. Die Stadt Fürth hat in einem Schnellschuss vor ihrer Ferienpause hier noch einige „Ausschankstätten im Freien“ genehmigt. Damit geht man eindeutig von einem Stadtratsbeschluss aus dem Vorjahr ab. Damals hatte man sich darauf verständigt, keine neuen Veranstaltungen in der Gustavstraße mehr zuzulassen. So wie’s jetzt aussieht, wird es nach den 17 Bundesliga-Heimspielen der SpVgg an jedem zweiten Wochenende in der Fürther Kneipenmeile und auf dem Weg zum Hauptbahnhof voll abgehen.

Von der Rathaus-Entscheidung profitieren verschiedene Kneipen in der Gustavstraße. Allerdings: Auf den Flächen vor der Tür muss spätestens um 23 Uhr zappo sein. Auch die Kleeblatt-Fan-Hochburg „Gelber Löwe“ hat die Möglichkeit, vor dem Lokal Getränke auszuschenken. Damit wird die seit längerem zugespitzte Situation in der Gustavstraße noch eskalieren: Anwohner, denen die Lärmbelastung bereits jetzt viel zu hoch ist, dürften über die herbeiströmenden Fußballfans nicht besonders amused sein.
Ich bezweifle leider, dass die Stimmung bei den sicher zu erwarteten Fanbesäufnissen so friedlich und positiv sein wird wie beim „Fürther Weinfest“ in den letzten Tagen. Auch gestern Abend war bei supertollem Sommerwetter die Gustavstraße bestens besucht. Trotzdem blieb der Geräuschpegel akzeptabel. Besonders passend war übrigens die Live-Musik zweier fränkischer Bands, der „Dachse“ und der „Kapelle Konrad“ (Foto). Letztere haben gemeinsam mit vielen Besuchern und der Wirtin des „Gelben Löwen“ am Ende des mehrtägigen Events vor der Pfarrscheune Sankt Michael „Weinfest Adé“ gesungen. Und danach wurde noch der berühmte Kleeblatt-Song „Weil wir vom Ronhof sind“ angestimmt. Sehr zünftig!

 

Greuther-Weiber morgen auf „Antenne Bayern“

Kaum war unser Blogbeitrag „Der ‚Feind‘ in unserem Haus“ online, hat heute Nachmittag der Radiosender „Antenne Bayern“ angerufen. „Wir sind morgen von 5 Uhr bis 9 Uhr in Fürth und senden Interessantes im Vorfeld zum DFB-Halbfinalspiel der Spielvereinigung gegen Borussia Dortmund. Wir haben Ihren Greuther-Weiber-Blog gelesen. Die Geschichte hat uns gut gefallen. Hätten Sie Lust auf ein Interview?“
Klar, wie gewünscht bringe ich die BVB-Anhängerin aus meinem Haus mit, und wir stehen morgen um 7.15 Uhr den Moderatoren von Antenne Bayern auf der Fürther Freiheit Rede und Antwort.
Wer Zeit und Lust hat: Das kurze Gespräch wird zwischen 7.45 Uhr und 8.00 Uhr zu hören sein. Also: Morgen früh „Antenne Bayern“ einschalten – es ist ja für einen guten Zweck!

Führen alle Wege in die Trolli-Arena?

Das letzte Heimspiel der Spielvereinigung gegen den MSV Duisburg war mit etwas über 9000 Zuschauern ganz gut besucht. Dass die Begegnungen am Freitagabend um 18 Uhr keine idealen Termine sind, ist nichts Neues, aber nicht zu ändern. Umso erfreulicher, wenn doch so viele Fans den Weg in die Trolli-Arena finden. Aber das ist genau die Frage: Finden sie ihn denn wirklich oder irren sie stundenlang an der Pegnitz entlang, suchen das Stadion und verpassen das Spiel? Wieso? Obwohl die Wettkampfstätte im Ronhof schon seit dem 1. Juli 2010 Trolli-Arena heißt, steht auf den Hinweisschildern entlang des Fuß- und Radweges an der Ulmenstraße noch immer „Playmobil-Stadion“. Mein Foto, das am Tag des Poppenreuther Kirchweihumzuges, also am 4. September 2011, entstand, ist der klare Beweis.
Mein Appell an die Stadt Fürth (oder wer auch immer dafür zuständig ist): Investiert doch möglichst bald die paar Euro in ein neues Schild mit der Aufschrift „Trolli-ARENA 0,8“. Und schwupps, schon sind die Heimspiele des Kleeblatts toll besucht!