Transfer-Countdown beim Kleeblatt

Wir haben uns sehr über die Resonanz auf unseren „Brandbrief ans Kleeblatt“ gefreut, den Greuther-Weib uwo nach dem Unentschieden gegen Holstein Kiel am vergangenen Samstag verfasst hat. Eure Kommentare bestärken uns darin, dass wir mit unserer Einschätzung goldrichtig liegen.

Heute Abend um 18.00 Uhr wird das Winter-Transferfenster für Neuzugänge und Abgänge in der Fußball-Bundesliga geschlossen. Bis dahin könnte/sollte sich bei der Spielvereinigung noch was tun. Verteidiger Stephen Sama wird bis zum Saisonende an den VfL Osnabrück ausgeliehen. „Für Stephen ist es wichtig, die Möglichkeit zu haben, Spielpraxis zu sammeln. Deshalb ist diese Lösung für uns und für ihn gut“, so Sportdirektor Rachid Azzouzi auf der SpVgg-Webseite. Und Fürths Torwart Balazs Megyeri ist über seine Reservistenrolle beim Kleeblatt deprimiert und beschäftigt sich deshalb mit einem Wechsel. Der 27-jährige Ungar hatte seinen Stammplatz nach dem 9. Spieltag der laufenden Saison an Sascha Burchert verloren und kam seitdem auch wegen einer Schulterverletzung nicht mehr zum Einsatz. Nach einem überzeugenden ersten Jahr beim Kleeblatt konnte er  in dieser Spielzeit nicht mehr an die gezeigten Leistungen anknüpfen. Gut möglich, dass Megyeri noch im Winter-Transferfenster den Verein verlassen wird.

Das Kleeblatt steht vor einer Ausleihe mit Kaufoption von Mittelfeldspieler Uffe Bech von Hannover 96. Nach Abschluss der Wechselformalitäten soll der dreimalige dänische Nationalspieler die Franken bis zum Sommer im Kampf gegen den Abstieg unterstützen. Bech absolvierte seit seinem Wechsel 2015 bei den Niedersachsen elf Bundesligaspiele (ein Tor) und lief siebenmal in der 2. Liga auf (ein Tor). In der aktuellen Saison kam der 25-Jährige zunächst wegen einer langwierigen Knieverletzung noch nicht zum Einsatz.
Und nach Informationen des kicker steht die Spielvereinigung kurz vor der Verpflichtung von Stürmer Kaylen Hinds vom VfL Wolfsburg. Der 20-jährige Engländer wurde beim FC Arsenal ausgebildet und schloss sich im Sommer den Wölfen an. Seitdem kam er auf ein Spiel in der Bundesliga und einen Einsatz im DFB-Pokal. Vertraglich ist der 1,79 Meter große Londoner noch bis 2020 an die Niedersachsen gebunden – wahrscheinlich ist ein Leihgeschäft mit dem Kleeblatt.
Also: Warten wir ab, was sich in den nächsten Stunden beim Kleeblatt noch tut! (Foto:Sportfoto Zink)

Multimediaprojekt mit Kleeblatt Stephen Sama

YouTube Preview Image

Stephen Sama, seit Januar im Kader des Kleeblatts, kommt zu besonderen Ehren: Für das Projekt „Refugee Eleven“ stand der 24-jährige Abwehrspieler vor der Kamera – gemeinsam mit Vedad Ibisevic, Kapitän von Hertha BSC, Neven Subotic, der im Januar von Borussia Dortmund zum 1. FC Köln wechselte, dem ehemaligen Nationalstürmer und Mitglied der SpVgg-Aufstiegself Gerald Asamoah u.a. Elf Profi-Fußballer sind Teil der zwischen September und Dezember gedrehten Webvideo-Serie „Refugee Eleven“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die heute in Berlin vorgestellt wurde. „Refugee Eleven“ ist ein multimediales Bildungsprojekt zum Thema Flucht und Asyl und richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren.

In elf Videos sprechen junge Amateurfußballer – alle Geflüchtete – mit etablierten Fußballprofis über das Thema Flucht – ein Austausch über Ursachen, Erfahrungen und Folgen. Neben Stephen Sama, Ibisevic und Gerald Asamoah wirken Eroll Zejnullahu (1. FC Union Berlin), Mario Vrancic (Darmstadt 98), Enis Alushi (Maccabi Haifa, früher u.a. Nürnberg, Kaiserslautern, St. Pauli), Milad Salem (FSV Frankfurt),  Aisas Aosman (Dynamo Dresden), José Pierre Vunguidica (SV Sandhausen) und Nationalspielerin Fatmire Alushi (zuletzt Paris St. Germain) an der Serie mit. Fast alle blicken auf eine eigene Historie als Flüchtling zurück.
Die Ursprünge des Multimediaprojekts liegen im Jahr 2015, als beim Landesligisten SC Germania Erftstadt-Lechenich (20 Kilometer westlich von Köln) eine Flüchtlings-Mannschaft entstand. In dem Team spielen unter Anleitung von Trainer Alois Görgen Geflüchtete aus 15 Nationen, es firmiert als Vierte Mannschaft des SC Germania und nimmt im Rhein-Erft-Kreis am Spielbetrieb in der Kreisliga C teil.

In der ersten Folge der Videoclips treffen Subotic und der Germania-Mittelstürmer Abdulla Youla Daffe (23) aus Guinea aufeinander. Das Video wird am 7. April auf YouTube und Facebook gepostet. Alle weiteren Filme werden bis Mitte Mai in regelmäßigen Abständen über die sozialen Netzwerke veröffentlicht. Die Videos sind Grundlage für eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Asyl in der schulischen und außerschulischen Bildung.
Hier geht’s zur Website über das Projekt.

Fürther Newcomer im Glück und Pech!

Die Allianz-Arena in München ist ein imposante Kulisse – wenn nur 15 800 Zuschauer da sind, wirken die allerdings ein wenig verloren. Im ersten Spiel nach der Winterpause trat das Kleeblatt gegen den TSV 1860 München in diesem Stadion an. Eine – wie in der Vergangenheit schon so oft – schwierige Begegnung, die auch dieses Mal mit einem 2:1-Endergebnis zum Nachteil des Kleeblatts ausging.

Schade, denn die Partie war insgesamt kurzweilig und vor allem in der Schlussphase sehr wild. Und das Kleeblatt erkämpfte sich durchaus gute Chancen. So gelang Serdar Dursun nach 13 Minuten mit einem Linksschuss das 1:0. Ein schöner Auftakt! Da Trainer Janos Radoki heute auf wichtige Spieler verzichten musste (Tripic, Gjasula, Berisha, Sararer), griff er auf junge Profis zurück, die ihre Sache gut machten. Der 18-jährige Patrick Sontheimer (Foto) – mit der hohen Rückennummer 40 – spielte mutig und hatte keinerlei Skrupel vor „alten Hasen“ wie den Löwen Ivica Olic, Daniel Adlung oder Stefan Aigner. Gut so! Aber obwohl das Kleeblatt eigentlich die bessere Mannschaft war, sollte es kurz vor der Halbzeitpause zum verhängnisvollen Strafstoß gegen die SpVgg kommen: Nach einem Eckstoß klammerte der Fürther Newcomer Stephen Sama gegen Sebastian Boenisch, Schiedsrichter Sven Jablonski zögerte nicht lange und deutete auf den Elf-Meter-Punkt. Eine Entscheidung, über die man diskutieren könnte, die jedoch durchaus in Ordnung war. Ivica Olic schoss flach in die linke Ecke. Keeper Balasz Megyeri parierte zwar gut, konnte den Gegentreffer aber trotzdem nicht verhindern. Ausgleich vor der Pause – muss nicht sein!

Aber es kam noch dicker: Sama hatte nicht nur den Strafstoß verursacht (nachdem er schon in der 40. Minute die Gelbe Karte gesehen hatte). Nein, in der 49. Minute kam er an der Mittellinie einen Schritt zu spät und traf Stojkovic an der Fußspitze. Schiedsrichter Jablonski zog Gelb-Rot. Und so waren die Kleeblätter – schwupps! – nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz.

Trotzdem hielten sie sich tapfer, waren die mental und spielerisch überzeugendere Mannschaft. Aber was bringt das, wenn der Fußballgott heute wohl eher ein Münchner war? Der Österreicher Michael Liendl traf in der 86. Minute mit rechts zum 2:1 ins Fürther Tor und machte den Sack für die Münchner Löwen endgültig zu.

Vom Resultat her kein guter Start fürs Kleeblatt in die Rückrunde der Saison 2016/17. Von der Qualität des Teams her hat die Spielvereinigung heute allerdings erahnen lassen, dass sie durchaus Potenzial hat.