Kleeblattmädels sind einfach topp!

Die Spielzeit 2016/17 in der Zweiten Liga geht langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Das Kleeblatt hat sich offenbar auf den sechsten Tabellenplatz festgebissen, ein Rang besser wäre noch möglich, aber es stehen noch zwei Hardcore-Begegnungen – FC St. Pauli und Union Berlin – auf dem Programm.

In unserem Greuther-Weiber-Blog beleuchten wir nicht nur die Spielvereinigung aus weiblicher Sicht. Wir picken uns auch immer wieder Themen heraus, die sich im weitesten Sinne mit dem Kleeblatt und der Stadt Fürth beschäftigen. Eine Freundin fragte mich vor kurzem, wie sich eigentlich die Frauenmannschaft der SpVgg in dieser Saison macht. Ich kann ihr Postitives berichten: Die Mädels stehen in der Bayernliga auf dem 1. Platz! In bislang 18 (von 22) Spielen hat das weibliche Kleeblatt 16 Mal gewonnen, fuhr ein Unentschieden ein (am vergangenen Sonntag gegen den SV Thenried) und musste sich nur ein einziges Mal geschlagen geben (im Oktober, ebenfalls gegen die Thenriederinnen). Mit aktuell 49 Punkten rangieren sie mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Da macht Trainer Kevin Schmidt wohl einen guten Job!

Vor drei Jahren (so lange ist das schon her) habe ich ja mal ein Spiel der Kleeblatt-Frauen besucht, in unserem Blog darüber geschrieben und war von ihrem Engagement und Können begeistert. Die Frauenfußballabteilung der SpVgg wurde 2009 gegründet und nimmt seit der Saison 2010/11 am Ligaspielbetrieb teil. Die 1. Mannschaft spielte zunächst Landesliga und stieg im Jahr 2013 in die Bayernliga auf. Sich in einer Sportart zu behaupten, die vor Jahren noch eine Männerdomäne war, das hat was. Übers Lokalderby gegen den Club ging es im Blog Ende April 2015. Wie gut, fair und hochklassig Frauen Fußball spielen, das konnte man als Zuschauer ja im April 2105 im Fürther Ronhof bewundern. Dort kam es zur Begegnung zwischen der Deutschen Frauennationalmannschaft und Brasilien. Das deutsche Team mit der damaligen Trainerin Silvia Neid hat in einer supertollen Zuschauer-Kulisse souverän mit 4:0 gewonnen.

Auf jeden Fall werde ich eines der letzten Spiele der Kleeblattfrauen in der Bayernliga besuchen. Das nächste Heimspiel fällt für mich vom Termin her leider flach, es findet am Sonntag, 21. Mai, um 15.30 Uhr statt. Da spielen zeitgleich die Kleeblattprofis zum letzten Mal in dieser Saison gegen Union Berlin im Ronhof. Also bleibt nur das Heimspiel am Pfingstsamstag, 3. Juni. Da empfangen die Kleeblatt-Mädels im letzten Spiel dieser Saison den TSV Frickenhausen um 17 Uhr im Trainingszentrum Profis SpVgg Greuther Fürth in der Kronacher Straße 177, 90765 Fürth. Jubelnde Spielerinnen (wie auf dem Foto von Frank Kreuzer nach dem Spiel gegen den SV Saaldorf) bei einem Sieg vor zahlreichen Zuschauern wäre als krönender Abschluss einer erfolgreichen Saison 2016/17 doch super.

Warum keine Überraschung gegen Eintracht Braunschweig?

Wie leicht ein Tabellenletzter die „zweitbeste Mannschaft der Bundesliga“ (so Karl-Heinz Rummenige) düpieren kann, haben wir heute Nachmittag erlebt. Im Spiel zwischen dem FC Ingolstadt und Borussia Dortmund stand es nach gerade mal 24 Minuten 2: 0 für das bayerische Team um Trainer Markus Kauczinski. Sicher ein Schock für den BVB, der derzeit national ohnehin angeschlagen ist. Mit Hängen und Würgen schaffte es der ehemalige Deutsche Meister und DFB-Pokalsieger in einer wilden Nachspielzeit, ein 3.3-Unentschieden rauszuspielen. So dass sich die Blamage noch in Grenzen hielt.

Warum schreibe ich in unserem Blog, der sich eigentlich primär um die Spielvereinigung dreht, über dieses Spiel? Schlicht deshalb, weil morgen das derzeit auch nicht topfite Kleeblatt in Niedersachsen beim aktuellen Tabellenführer der Zweiten Liga – Eintracht Braunschweig – antreten wird. Zwar hat das Fürther Team in der vergangenen Saison beide Spiele mit 1:0 (den Blogbeitrag über dieses Spiel hatte ich mit „Wieder Hintern in der Hose“ getitelt) und 3:0 gegen Braunschweig gewonnen. Aber die Braunschweiger sind in der aktuellen Spielzeit bislang richtig gut: 22 Punkte nach neun Spielen, drei Punkte Vorsprung auf die Tabellenzweiten.

Trotzdem sollte sich das Kleeblatt – und da kann es heute von den Schanzern aus Ingolstadt lernen – im Vorfeld nicht einschüchtern lassen. Oft sind gerade favoritisierte Gegner nachlässig, zu selbstverliebt und dann im Spiel einfach nicht konzentriert genug. Das wäre dann morgen die Chance für die Spielvereinigung, ihren Frust nach den letzten verlorenen Partien abzubauen und mit einer guten sportlichen Leistung aufzutrumpfen.

Pikant ist die Begegnung auch wegen zweier Akteure im Kader der Braunschweiger Eintracht. Im Tor steht Jasmin Fejzic (Foto), den viele Kleeblattfans noch in bester Erinnerung haben. Er war aufgrund unglücklicher Umstände der „Schuldige“ am verlorenen Halbfinalspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund im März 2012. Fejzic wechselte dann von Juli 2012 bis Ende Juni 2015 zum VfR Aalen – dessen damaliger Trainer Stefan Ruthenbeck hieß. Außerdem ist morgen der Stürmer Domi Kumbela auf dem Platz, der im zweiten Halbjahr 2015 ein Kleeblatt – allerdings wenig erfolgreich – war. Er ist seit Anfang 2016 im Verein von Eintracht Braunschweig und hat – man höre und staune – in neun Spielen sechs Tore geschossen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Anpfiff morgen um 13.30 Uhr in Braunschweig und bin gespannt, ob das Kleeblatt in diesem schweren Auswärtsspiel Tore macht und einen bis drei Punkte einfährt. Und dann sähe – vor allem in puncto Selbstbewusstsein – die Welt für die Kleeblätter schon wieder rosiger aus. Oder?

Aus der Schwäche kommt die Kraft!

Das Zweitliga-Spitzenspiel wird heute Abend gegen den Tabellenführer 1. FC Köln steigen. Die Vorzeichen standen ja alles andere als unter einem guten Stern: Es gab zwei Tage lang bei der SpVgg kein Mannschaftstraining, weil 15 Spieler, Trainer und Betreuer an einer Virusinfektion (Noro-Virus) erkrankt waren. Inzwischen befinden sich die Erkrankten – unter ihnen auch Coach Frank Kramer – Gott sei Dank wieder auf dem Wege der Besserung.

Gestern konnten die Profis (bis auf Zsolt Korcsmár, der wegen einer Fußverletzung heute  ausfallen wird) gemeinsam trainieren. Gesund sind die Spieler also wieder, damit sie auch fit in die heutige Partie gehen, wird ein jetzt Schwerpunkt auf die Ernährung gelegt. „Wichtig ist jetzt kohlenhydratreiches und fettarmes Essen. Außerdem kümmern wir uns um den Flüssigkeitshaushalt“, erklärt Kramer die derzeitigen Schritte auf der Homepage der SpVgg. „Klar, die Vorbereitung war nicht optimal, aber so ist das manchmal im Leben“, sagt Frank Kramer und schiebt nach: „Man kann mit Willen so viel bewegen. Unser Anspruch ist es, in Köln ein richtig gutes Spiel zu machen, uns reinzubeißen und möglichst als Sieger vom Platz gehen.“

Das Hinspiel gegen die Kölner im August 2013 ging 0:0 aus. Auf  dem Foto diskutiert Frank Kramer mit dem Kölner Trainer Peter Stöger den Spielverlauf. Mit einem Unentschieden wäre den Kleeblättern heute Abend ab 20.15 Uhr (im TV auf Sport1) jedoch nicht allzu viel geholfen. Denn die Verfolger – der Karlsruher SC, Union Berlin sowie der SC Paderborn – stehen punktgleich mit dem Kleeblatt (36 Punkte) in den Startlöchern, um unser Team auf einen schlechteren Tabellenplatz zu katapultieren.
Also: Wir hoffen, dass heute alles gut geht, die Spielvereinigung trotz aller Widrigkeiten gut spielt, und sie am Ende vielleicht sogar drei Punkte mit nach Fürth nehmen kann.

Berlin macht doch einem Kleeblatt keine Angst!

Während in Fürth auf dem Grafflmarkt in der Altstadt der Bär tobte (allerdings nur sehr verhalten – es war kühl und regnerisch), konnte die Spielvereinigung in Berlin einen weiteren Sieg feiern und die Tabellenführung zurückgewinnen. Das Spitzenspiel gegen den FC Union Berlin endete 4:2 fürs Kleeblatt.
Nach dem Aufstieg im Jahr 2009 war es Union Berlin vergangenen Sonntag mit dem Sieg gegen Ingolstadt (1:0) gelungen, die Tabellenspitze der Zweiten Liga zu erobern. Als Spitzenreiter empfingen die „Eisernen“ den Bundesligaabsteiger und Tabellenzweiten in ihrem Stadion „An der Alten Försterei“. Die Kulisse für das Freitagabendspiel war eines Spitzenspiels würdig, 19.707 Besucher sorgten in Berlin-Köpenick für ein tolle Kulisse. (Was mich fasziniert: Die Fans des Vereins haben ihr Stadion selbst gebaut. Mehr als 2.300 freiwillige Helfer leisteten während der Umbauarbeiten 2008/2009 140.000 Arbeitsstunden und haben so ihrem Verein einige Millionen Euro eingespart. Ein Engagement in dieser Form ist weltweit ohne Beispiel. Das Stadion ist übrigens ein fast reines Stehplatzstadion.)

Zurück zum Spiel: Wie schon des öfteren in dieser Saison lag das Kleeblatt erst mal mit 1:0 zurück. Benjamin Köhler hatte in der 17. Minute das Führungstor geschossen, sehr zum Unmut der fränkischen Gäste. Bis zur Pause schaffte es die SpVgg dann nicht, den Rückstand aufzuholen. Doch Trainer Frank Kramer hat es in der Kabine mal wieder verstanden, sein junges Team zu motivieren. Und so mussten die Berliner Gastgeber in zwanzig Minuten drei Gegentreffer hinnehmen, sie kamen erst vier Minuten vor dem Abpfiff zum Anschluss durch Simon Terodde.

Den Schlusspunkt setzte dann Zoltan Stieber zum 2:4-Endstand für Fürth. Er war für mich einer der stärksten Spieler auf dem Platz (Foto nach Stiebers erstem Tor). Sein „Doppelpack“ macht deutlich, wieviel Potenzial in dem sympathischen Ungarn steckt. Insgesamt verlief die Begegnung auf Augenhöhe, Union Berlin ist es aber wieder nicht gelungen, seinen „Angstgeger“ Fürth in die Schranken zu weisen.
Für die Spielvereinigung heißt es jetzt: Kräfte tanken und cool bleiben. Denn schon am Dienstag steht ein wichtiges, schweres Spiel an: Im DFB-Pokal spielt das Kleeblatt beim Erstligisten Hamburger SV, der ja immer noch verzweifelt auf Trainersuche ist.

Fußball satt: Fürth-Spiel und Supercup

Wie auch immer das Spiel morgen Abend beim FSV Frankfurt ausgehen wird – dem Kleeblatt kann die Tabellenführung niemand streitig machen. Die Spielvereinigung liegt nämlich auch dann noch mit einem Punkt Vorsprung vorne, wenn sie verlöre und die Verfolger Erzgebirge Aue, 1860 München oder der 1. FC Kasiserlautern bei ihren Begegnungen drei Punkte holen würden.
Coach Frank Kramer ist nach dem guten Saisonbeginn mit vier Siegen und einem Unentschieden trotzdem auf dem Boden geblieben:

„Für mich ist das ein ganz wichtiges und entscheidendes Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir den Favoriten wie Köln und Kaiserslautern Paroli bieten können. Jetzt wird es wichtig sein, sich auf die kommenden Aufgaben einzulassen.“

Interessant ist das morgige Spiel gegen den FSV Frankfurt vor allem auch deshalb, weil die Mannschafft seit Dezember 2011 vom ehemaligen Kleeblatt-Trainer Benno Möhlmann angeleitet wird. Er hat sich mit seinem Team und sieben Punkten momentan auf Tabellenplatz neun gesetzt. (Unser Foto entstand übrigens bei einem Testspiel im Januar 2013 – Möhlmann begrüßte damals Kleeblattfans.)
Wer Lust hat, sich schon mal auf das Spiel einzustimmen: Auf der Vereins-Website des FSV findet Ihr ein „Gegnerinterview“ mit dem Kleeblatt-Keeper Wolfgang Hesl.

Anstoß im Frankfurter Volksbank-Stadion ist um 18.30 Uhr. Es werden viele Fürther Fans erwartet, die sich rechtzeitig nach dem frühen Feierabend am Freitag auf den Weg nach Frankfurt machen. Und wer nach dem Fürth-Spiel von Fußball noch nicht genug hat, der kann sich dann noch das UEFA-Supercup-Finale 2013 zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea „reinziehen“. Anstoß in der Eden Arena in Prag ist um 20.45 Uhr. Das Spiel wird live im ZDF übertragen. Also: Nach dem Abpfiff schnell nach Sachsenhausen in eine Kneipe fahren und dort die Partie im Fernsehen anschauen!