Historischer Sieg für Ex-Kleeblatt Thomas Wörle

Gestern lagen Freude und Enttäuchung beim deutschen Star-Verein Bayern München nah beieinander. Abends verlor das Männerteam in Berlin das DFB-Pokalendspiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 2:5 Toren. Wenige Stunden vorher hatte schon das Pokal-Endspiel der Damen stattgefunden. Mit dem sensationellen Sturz des Titelverteidigers und Rekordchampions 1. FFC Frankfurt feierten die Fußballerinnen von Bayern München den ersten Pokaltriumph ihrer Vereinsgeschichte. Der krasse Außenseiter gewann mit 2:0, der mit 60.000 Euro dotierte Triumph ist der größte Erfolg der Bayern-Frauen seit dem Gewinn der Meisterschaft 1976. Keinen Stich konnte der mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickte Favorit aus Frankfurt setzen und verpasste vor 15 678 Zuschauern im RheinEnergie-Stadion in Köln seinen neunten Cup-Erfolg.

Interessant ist der Sieg der Bayern-Frauen für ein Greuther-Weib, bei dem sich ja primär alles rund um die Spielvereinigung dreht, wegen des Trainers des FCB: Thomas Wörle. Er war mal ein Fürther Spieler, hatte in seiner aktiven Fußballerkarriere zur Saison 2008/09 zur Spielvereinigung gewechselt und wurde in 12 Spielen eingesetzt. Auf dem Foto sieht man ihn „voll in action“ vor vier Jahren im Dress der SpVgg. Zum Ende der Saison 2009/10 beendete Wörle aus gesundheitlichen Gründen seine Spielerkarriere und übernahm dann 2010/11 das Traineramt der Damenmannschaft beim Münchner Top-Verein. Seine Schwester Tanja spielt für den Frauen-Bundesligisten. Trainiert wurde die Mannschaft bis 2012/11 von Günther Wörle, dem Vater von Tanja und Thomas Wörle, der dann von seinem Sohn Thomas beerbt wurde.
Während die männlichen Kollegen beim FCB Titel in Serie sammeln, machen sich die Frauen als Talentschmiede einen Namen. Wie in vielen Fußball-Vereinen stehen auch hier die Frauen im Schatten der erfolgreichen Herrenmannschaft, aber seit gestern könnte sich das zumindest im München ein kleines bisschen ändern.
Mir hat nach dem Sieg der Bayern- Frauen besonders gefallen, wie sympathisch und voller Begeisterung Thomas Wörle und sein Team den völlig unerwarteten Gewinn des DFB-Pokals im Kölner Stadion gefeiert haben. Den Münchner Mädels ist es zu gönnen, aber mit einem Ex-Kleeblatt als Trainer war ja eigentlich auch nichts anderes zu erwarten, oder?

 

 

Trainingslager wird zum Lazarett

Bei der Wahl ihres Trainingslagers haben sich die Fürther nicht lumpen lassen. Nach Tirol hat es das Kleeblatt verschlagen, ins malerische Kitzbühel. Trainiert wird auf einem wunderschönen Rasenplatz mit direktem Blick auf die Berge, man schläft und speist im Vier-Sterne Hotel Kitzhof. Klingt irgendwie mehr nach Aktivurlaub als nach knallharter Saisonvorbereitung, oder?
Bislang allerdings scheint sich das Trainingslager eher zum Lazarett zu entwickeln. Von Anfang an war der Kader ja schon nicht gerade groß, der nach Österreich mitkam. Nur 16 Feldspieler konnte Möhlmann für die acht Tage in Tirol einchecken; das war eigentlich anders geplant, zumal er bei den insgesamt drei anberaumten Testspielen gerne personell ein bisschen durchgemischt hätte. Doch wie das häufig so ist im Leben, kam zum fehlenden Glück auch noch Pech dazu. Nachdem Innenverteidiger Martin Meichelbeck aus familiären Gründen wie es heißt, zwischenzeitlich abreisen musste, droht Thomas Wörle, der ja schon seit längerem an einer Erkrankung des Immunsystems leidet, gar der Totalausfall. Und dann hat es jetzt auch noch Bernd Nehrig erwischt, der einen Schlag aufs Sprunggelenk verpasst bekam. Beim Testspiel gegen Panathinaikos Athen (Endstand 1:2) zogen sich außerdem Kim Falkenberg als auch Sami Allagui einige Blessuren zu.
Bleibt nur zu hoffen, dass alle Kränkelnden und Verletzten bis zur Heimreise noch ganz viel frische Tiroler Luft einatmen und sich im sicherlich luxuriösen Wellnessbereich des Hotels schnell wieder aufpäppeln lassen. Lange ist es schließlich nicht mehr hin bis zum Saisonstart.