Kleeblatt schickt Trainer Radoki in die Wüste

Vier Spiele in der neuen Saison 2017/18, vier Niederlagen – die Spielvereinigung rangiert mit null Punkten am Tabellenende. Heute hat die Vereinsführung die Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Janos Radoki getrennt. Man habe sich – so auf der Kleeblatt-Website zu lesen – „darauf verständigt, dass auf der Trainerposition neue Ansätze gefunden werden sollen, damit die SpVgg Greuther Fürth so schnell wie möglich in die Erfolgsspur zurückfindet“.
„Es ist schade, dass wir den Weg mit Janos nicht fortsetzen können. Aber am Ende geht es um die Zukunft des Vereins, der über allem steht“, so Präsident Helmut Hack. Und Direktor Profifußball Ramazan Yildirim dankt Radoki für die geleistete Arbeit und wünscht ihm für seinen weiteren Weg als Trainer alles Gute. Bis auf Weiteres wird Co-Trainer Mirko Dickhaut das Training der Lizenzmannschaft leiten.

Nach der Niederlage am vergangenen Freitag gegen den FC Ingolstadt wurde schon in allen Sozialen Netzwerken heftig darüber diskutiert, wo die Gründe für die miserablen Leistungen des Kleeblatts zu suchen sind. Fehlen gute, erfahrene Spieler, die sich auch mal etwas trauen? Oder sollte man – dieser Meinung waren nicht wenige – Trainer Janos Radoki schnellstmöglich aus seiner Verantwortung entlassen? Er habe – so war bei Facebook häufig zu lesen, den Kontakt zu seinen Spielern verloren und als Trainer einfach keine gute Arbeit geleistet.

Ich muss sagen: Janos Radoki hat nach der Entlassung von Stefan Ruthenbeck am 21. November 2016 einen guten Job gemacht. Er setzt konsequent und trotzdem fair sein Konzept um. Meiner Meinung nach hätte man abwarten sollen und ihm noch einige Spieltage Bewährungsfrist geben können. Oder was meint Ihr?

Neuer Trainer soll das Kleeblatt retten

Jetzt ist das eingetreten, was viele Kleeblattfans seit Wochen befürchtet bzw. gefordert haben: Der Verein und Stefan Ruthenbeck gehen künftig getrennte Wege. Das Amt des Cheftrainers übernimmt ab sofort Janos Radoki (Foto). Der 44-jährige arbeitete bisher als U19-Trainer beim Kleeblatt. Der frühere Profi – unter anderem beim FC Augsburg, der SpVgg und dem SSV Ulm – besitzt die Fußballlehrer-Lizenz und leitete zuletzt die Fürther A-Jugend. Co-Trainer ist Mirko Dickhaut, der zuletzt die 2. Mannschaft des SC Paderborn coachte und von 2013 bis 2015 als Co-Trainer im Ronhof aktiv war.

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und einer bescheidenen Ausbeute von 14 Punkten aus 13 Partien belegt das Kleeblatt aktuell Rang 13 der Zweiten Liga. Vom Relegationsplatz ist die Spielvereinigung gerade mal drei Zähler entfernt. „Unsere Situation ist kritisch und erfordert es, dass wir uns mit den Problemen auseinandersetzen, und das haben wir gemacht“, erklärte Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball. Präsident Helmut Hack wollte nach der schlechten Partie und der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger Dynamo Dresden offenbar schnell die Reißleine ziehen und Fakten schaffen.

Im Sommer 2015 war Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen nach Fürth gekommen. Mike Büskens – mit dem der SpVgg der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war – hatte dem Verein nach seiner zweiten Amtszeit den Rücken gekehrt. Stefan Ruthenbeck schien mit seiner ruhigen, bescheidenen, unspektakulären Art genau der Richtige für das Kleeblatt zu sein.  Doch jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem 44-Jährigen zu Ende.

Wie nordbayern.de meldet, habe es einige Gespräche zwischen dem Coach und den Verantwortlichen des Kleeblatts gegeben. Schon vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, das die SpVgg noch gewinnen konnte, gab es Gerüchte, dass man die weitere Kooperation mit Ruthenbeck in Frage stellen würde. Vielleicht war es diese Hinhaltetaktik, die Ruthenbeck letztlich dazu bewogen hat, seinen zum 30. Juni 2017 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Darüber hat Ruthenbeck die Vereinsspitze jetzt informiert. Darum, und weil man sich einig war, dass es das Beste sei, „wenn es einen neuen Impuls gibt“, hat man sich zur sofortigen Trennung entschlossen. Dies gelte auch für Co-Trainer Michael Schiele, teilte die Spielvereinigung mit.

Wir Greuther-Weiber finden das schade. Sicher war die sportliche Leistung der Spielvereinigung nicht gut, viele verlorene Spiele sprechen für sich. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich Helmut Hack einen guten Stürmer engagiert? Noch dazu ist der Weggang von Robert Zulj ja absehbar. Ein neuer Trainer von außen könnte es vielleicht schaffen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber den Trainerjob mit jemandem aus dem eigenen Haus zu lösen, halten wir für keine ideale Lösung. Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie die Mannschaft mit der neuen Situation umgeht.

Jetzt wird die Luft dünn fürs Kleeblatt

Ich neige im Allgemeinen nicht dazu, niedergeschlagen zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen und Anlässe vielleicht. Aber heute macht mich die 0:1-Niederlage der Spielvereinigung im heimischen Ronhof gegen den FC Kaiserslautern traurig – und auch ein wenig wütend. Nach dem glücklichen 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Erstligisten Mainz 05 am letzten Mittwoch hatte die angeknackste Stimmung der Kleeblattfans einen echten postiven Schub bekommen. „Na also, es geht doch“, sagten sich viele nach dem Einzug ins Achtelfinale. Und freuen sich auf die nächste Runde im DFB-Pokal, das Heimspiel im Februar 2017 gegen Borussia Mönchengladbach.

Aber heute war jeder Optimismus wieder dahin. Da verhalf das Kleeblatt der aktuell angeschlagenen Mannschaft aus Kaiserslautern zum ersten Auswärtssieg in dieser Saison. Im Gegenzug verloren die Fürther zum vierten Mal in Folge ohne eigenes Tor. Die Krise spitzt sich zu, der Verein rangiert nach elf Spielen mit nur elf Punkten auf dem 15. Tabellenplatz der Zweiten Liga. Lediglich einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt.

Woran es heute wieder lag? Aus meiner Sicht waren die verzweifelten Bemühungen der SpVgg, nach dem Tor von Osawe in der 51. Minute wieder ins Spiel zu kommen, symptomatisch. Das Kleeblatt machte durchaus Druck und versuchte, sich gegen die Roten Teufel zu behaupten. Zuerst vergaben Veton Berisha (55.) und Robert Zulj (57.) zwei gute Chancen für einen Ausgleich. Nichts war’s. Und dann vergeigte Sebastian Freis wenige Minuten später Supermöglichkeit Nummer drei: Er wurde freigespielt, lief beherzt mit dem Ball auf Gästekeeper Julian Pollersbeck zu, dann verließ ihn der Mut, er traute sich den Abschluss offenbar nicht zu und gab an Zulj ab. Ein verhängnisvoller Fehler, weil der Lauterer Koch schneller war…
So endete die Partie vor knapp 8500 Zuschauern mit einer Heimniederlage. Die – so hoffe ich inständig – Trainer Stefan Ruthenbeck nicht den Kopf kosten wird. Denn mal ganz ehrlich: Am Mittwoch war nach dem Sieg im Pokalspiel die Welt wieder ein wenig gerade gerückt. Auch wenn heute wieder alles dunkelgrau scheint: Würde eine Trainerentlassung zum jetztigen Zeitpunkt wirklich nachhaltig etwas ändern?

Benno Möhlmann sucht einen neuen Job

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthIn der Zweiten Liga hängt so viel vom allerletzten Spieltag am kommenden Sonntag ab wie noch nie. Vom Tabellenplatz 13 – wo sich die Spielvereinigung gerade befindet – bis zu Rang 17 ist noch alles drin. Nur der Tabellenletzte, der VfR Aalen, ist als Absteiger in die Dritte Liga schon klar.

Wohl eine Kurzschlussreaktion ist jetzt vom FSV Frankfurt zu vermelden. Dort hat man nach einer mehrstündigen Krisensitzung am Sonntagabend den Trainer Benno Möhlmann entlassen. Von langer Hand vorbereitet oder eine Ad-Hoc-Entscheidung des Vereins? Wer weiß? Ausschlaggebend war sicher die gestrige 1:3-Niederlage gegen Union Berlin. Nachfolger von Möhlmann wird übrigens der frühere FSV-Coach Tomas Oral, der bereits heute das erste Training leitet.

Wer erinnert sich nicht daran: Benno Möhlmann war von 1997 bis 2000 Trainer beim Fürther Kleeblatt. Und übernahm zu Beginn der Saison 2008/09 erneut das Traineramt, wo er Nachfolger von Bruno Labbadia wurde, der ihn erst ein Jahr zuvor selbst beerbt hatte. Nach einem fünften Rang in der Saison 2008/09 folgte ein Absturz der Fürther auf Rang 15 zur Winterpause, so dass sich der Verein und Möhlmann am 20. Dezember 2009 auf eine Auflösung des Vertrags verständigten. Sein Nachfolger wurde Mike Büskens. (Auf unserem Foto vom April 2015 begrüßen sich die beiden vor dem Spiel in Frankfurt).

Sicher, der 60-jährige Coach Möhlmann hatte in Frankfurt zuletzt massive Probleme, seine seit elf Spielen sieglose Mannschaft zu motivieren. Wäre es nicht klug gewesen, Möhlmann schon vor Wochen, also noch rechtzeitig auszutauschen? Vor allem deshalb, weil es sich ja angedeutet hatte, dass Möhlmann nach dem Saisonende ohnehin das Handtuch werfen wollte. Spätestens nach dem desolaten Auftritt gegen 1860 München (0:1) am 32. Spieltag wäre ein Machtwort des FSV-Präsidiums angesagt gewesen.
Nun könnte es zu spät sein. Am letzten Spieltag droht Frankfurt bei einer Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf sogar das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz.
Wir Greuther-Weiber wünschen Benno Möhlmann auf jeden viel Erfolg beim Finden eines neuen Jobs. Das Trainerkarussell in der Ersten und Zweiten Liga dreht sich ja permanent!

HSV entlässt Trainer – Gutes Omen fürs Kleeblatt?

Vielleicht ist das ein Pluspunkt im Vorfeld des DFB-Pokalspieles am nächsten Dienstag? Da spielt das Kleeblatt in Runde zwei gegen den Hamburger SV. Und die haben heute ihren Trainer Thorsten Fink an die Luft gesetzt. Nach dem schlechten Ergebnis gegen 1899 Hoffenheim – 1:5 im eigenen Stadion in Hamburg – hatte sich in Dortmund das sportliche Debakel wiederholt. 2:6 endete die Begegnung. Der Schwachpunkt des hanseatischen Vereins ist eindeutig die Defensive: 15 Gegentreffer in fünf Spielen sind einfach zu viel. So droht dem HSV in der momentanen desolaten Verfassung schon nach fünf Saisonspielen der Abstiegskampf.

Neben den schlechten Ergebnissen in den Spielen hat die Vereinsführung des HSV vor allem auch das persönliche Verhalten von Trainer Fink kritisiert. Er flog nach einem Gespräch mit Sportdirektor Oliver Kreuzer am Sonntagvormittag zu seiner Familie nach München, anstatt das Auslaufen der Mannschaft zu betreuen. Und bereits nach dem Hoffenheim-Spiel hatte Fink den Unmut des Vorstands auf sich gezogen, als er seinen Spielern zwei Tage frei gab. Auch das Hin und Her um die aussortierten Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne hat die Position des Trainers nicht gestärkt. Der Begnadigung der beiden Innenverteidiger durch Fink folgte am Wochenende das Machtwort von Oliver Kreuzer.
Thorsten Fink war am 17. Oktober 2011 als großer Hoffnungsträger vom FC Basel nach Hamburg gekommen. In seiner ersten Saison rettete der ehemalige Profi von Bayern München die Hanseaten vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit verfehlte er mit Platz sieben knapp die Europa League.

Der Spielvereinigung tut mental vor dem Pokalspiel die Unruhe in der Mannschaft des HSV ganz gut. Sie könnten davon profitieren, dass ein neuer Trainer erst anfangen muss, sein Team auf sich einzuschwören und als geschlossene Mannschaft zu formieren. Mit ein wenig Glück und beherztem Auftreten haben die Kleeblätter gute Chancen, nach dem Spiel in Hamburg am 24. September, 20.30 Uhr, eine Runde weiter zu sein.