Mike Büskens ab sofort wieder Kleeblatt-Coach

Viele haben es kommen sehen, trotzdem ist es ein Paukenschlag beim Kleeblatt: Die SpVgg hat Mike Büskens nach Fürth zurückgeholt und Trainer Frank Kramer beurlaubt. Das hat die sportliche Führung dem 42-Jährigen gestern Abend in einem Gespräch mitgeteilt. Präsident Helmut Hack kommentiert auf der Vereins-Website die Entscheidung so:

„Wir bedanken uns bei Frank für seinen stets vorbildlichen Einsatz. Er hat das Amt bei uns in einer schwierigen Situation übernommen und nach dem Abstieg einen großen Anteil an unserer erfolgreichen letztjährigen Saison. Allerdings können wir auch nicht die Augen vor der Entwicklung der letzten Monate verschließen. Wir haben nur einen Sieg in den letzten zehn Spielen erreicht und gerade zuhause unseren Fans seit sechs Begegnungen kein eigenes Tor mehr schenken können.“
Und Michael Mutzel, Direktor Profifußball, ergänzt: „Nach dem Spiel gegen Sandhausen schwand in uns die Hoffnung, dass wir in den kommenden Partien die Abwärtsspirale durchbrechen können. Die Entscheidung ist uns menschlich nicht leicht gefallen, wir müssen aber im Sinne des Vereins denken und handeln.“

Dass der ehemalige Fürther Coach Mike Büskens das Traineramt mit sofortiger Wirkung übernimmt, dürfte viele überraschen. „Wir hoffen, dass wir durch den Trainerwechsel eine positive Entwicklung in Sachen Leidenschaft und Emotionalität in der Mannschaft bewirken können,“ so Helmut Hack. Mike Büskens erhält beim Kleeblatt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.  Schon heute Nachmittag wird Büskens zum ersten Mal das Training beim Kleeblatt leiten. Der 46-Jährige war im Februar 2013 nach dem Aufstieg in die Bundesliga und einer verkorksten Saison, die den Abstieg in die Zweite Liga zur Folge hatte, entlassen worden. Er freut sich auf die Rückkehr nach Fürth: „Wir haben hier gemeinsam tolle Momente erlebt und dem Verein gehört ein großer Teil meines Herzens. Ich werde alles dafür tun, damit wir uns ganz schnell aus dieser Situation befreien und wieder erfolgreichere Zeiten unserer Spielvereinigung erleben.“

Ich bin gespannt, ob Mike Büskens die Mannschaft aus dem sportlichen (und mentalen?) Tief herausreißen kann. Meiner Absicht nach hat Frank Kramer seine Sache sehr gut gemacht. Er ist pragmatisch und konsequent und hat es verstanden, das Potenzial im Team zu erkennen und zu fördern. Sein Pech war die große Fluktuation und die vielen Verletzungen der Spieler nach der vergangenen Saison, in der die SpVgg ja nur ganz knapp in der Relegation den Wiederaufstieg verpasst hat.

Geht Frank Kramer nach Frankfurt?

Die Gerüchteküche brodelt auf Hochtouren. Angeblich ist der Bundesligaverein Eintracht Frankfurt stark daran interessiert, den Fürther Coach Frank Kramer als Nachfolger für Armin Veh zu verpflichten. Das war heute morgen in der „NZ“ zu lesen, und seitdem sind viele Kleeblattfans in heller Aufregung. Dass sich Kramer im Moment erst mal voll auf das letzte Saisonspiel am Sonntag, 11. Mai, gegen den SV Sandhausen fokussiert, ist logisch. Denn da wird es sich entscheiden, ob die Spielvereinigung noch den sicheren Aufstiegsplatz schafft oder in die Relegation muss. Die beiden Relegationsspiele finden am 15. und 18. Mai statt – das erste bei der drittletzten Bundesligamannschaft (z. B. dem Hamburger SV), das Rückspiel dann in der Trolli Arena.

Sollte der SpVgg nicht der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen, wäre der Weggang von Frank Kramer nachvollziehbar. Aber für das Kleeblatt wäre das ein mehr als schmerzlicher Verlust. Denn Kramer war es, der die junge, unerfahrene Mannschaft nach dem Weggang von Mike Büskens im Februar 2013 und dem Abstieg nach nur einer Bundesligasaison, zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist: Ein Team mit zunehmend sportlicher Reife, einer hervorragenden Moral und mit Perspektive. Sollte dieser Verein Kramer verlieren, dann müsste man sich wieder auf Trainersuche machen. Und wie schwer das ist, sieht man ja am 1. FC Nürnberg. Sicher, die beiden Vereine sind nicht zu vergleichen, und auch die Einstellung der Fans zum Trainer ist in Fürth eine ganz andere als in Nürnberg.

Also: Hoffen wir auf einen erfolgreichen Sonntag und den direkten Wiederaufstieg des Kleeblatts in die Erste Liga. Und darauf, dass der Fürther Trainer auch in der Saison 2014/15 Frank Kramer heißt.

Mike oder nicht Mike – das ist hier die Frage!

Wir wollten uns bewusst nicht allzu früh an den Spekulationen um Mike Büskens‘ berufliche Zukunft bei der Spielvereinigung beteiligen. Weil dieses ganze Hin und Her oft kontraproduktiv ist und der Sache eigentlich nur schadet. Aber nachdem sich die Situation offensichtlich zuspitzt…
Ob das Spiel gegen Schalke 04 am Samstag, 2. Februar, das letzte Bundesligaspiel sein wird, bei dem Büskens das Kleeblatt als Coach begleitet, hängt wohl primär davon ab, wie es ausgeht. Aber sind wir realistisch: Die Chancen für einen Sieg gehen gen Null. Der Abstand zum Relegationsplatz würde sich also noch vergrößern.
Aber was soll es bringen, wenn sich der Verein am Montag von Bujo Büskens trennt? Ich sehe solche Entscheidungen immer pragmatisch: Wer soll ihm folgen, würde der „Neue“ mit der desolaten Situation der SpVgg klarkommen? Und: Was soll er tun, um das Fürther Team möglichst schnell vom letzten Tabellenplatz wegzukatapultieren?
Fakt ist: Der langersehnte Aufstieg in die erste Liga war für den Verein, die Fans und viele Fürther Bürger ein Hype. Monatelang hatte man mitgefiebert. Und der Motor des Erfolgs, das war – nach Ansicht aller – Trainer Mike Büskens. Er hatte aber immer davor gewarnt, was es heißt, erstklassig zu sein. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass in einer Liga mit Vereinen wie dem FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen ein rauer Wind weht.
Und so sollte es kommen: Der Weggang von Olivier Occean (17 Tore in der letzten Saison für die SpVgg) und des Lokalmatadors Stephan Schröck waren kein gutes Omen. Das Theater um den Neubau einer repräsentativen Fußball-Arena im Stadtsüden, der Eklat zwischen Trollichef Mederer und Kleeblatt-Präsident Helmut Hack – Frust auf der ganzen Linie. Die Stimmung der Fans ist inzwischen auch auf dem Nullpunkt. In 19 Spielen schossen die Kleeblätter bislang 11 Tore, sie haben nur ein Spiel – gegen Mainz 05 – gewonnen. Die sportlichen Schwächen auf dem Platz liegen im harmlosen, zu biederen Spiel, übers Mittelfeld kommt man kaum hinaus, und die Aktionen in Richtung Tor sind einfach ungenügend. Vielleicht hilft der neue Stürmer, eventuell die anderen Neuzugänge. Aber sie alle in den Kader zu integrieren, das braucht Zeit.
Machen wir uns nichts vor: Die Spielvereinigung ist ein kleiner Verein mit nicht allzu üppigen finanziellen Mitteln im Haifischbecken der Bundesliga. Sicher kann man sich von Büskens trennen und jemand anderen verpflichten. Aber ob ein neuer Trainer einen echten Impuls bringt, ob er die Spieler mental so motivieren kann, dass es schnell bergauf geht? Schwierig.
Wir haben Ende der letzten Saison unsere journalistischen Möglichkeiten mit unkonventionellen Mitteln ausgeschöpft, um Mike Büskens in Fürth zu halten. Unser „Brief der Greuther-Weiber“ an Frau Büskens im April sprach vielen Kleeblatt-Anhängern aus dem Herzen. Und der Trainer blieb. Aber jetzt? Wir sind mit unserem Latein (fast) am Ende…

Gehen oder Nicht-Gehen – das ist hier die Frage

Ein „Greuther-Weib“ geht mit offenen Augen durchs Leben und ist permanent auf der Suche nach interessanten Themen. Gestern früh wollte ich mich daran machen, einen Blogbeitrag zu schreiben, der in die Kategorie „Spekulationen und Horrorvisionen“ gefallen wäre. Ich habe das Thema dann verworfen, es erschien mir doch zu unseriös.

Aber als ich heute Morgen meine „Nürnberger Zeitung“ aufschlug, dachte ich, ich sehe nicht richtig: Meine Vision war zur (bitteren) Realität geworden. „Gerüchte interessieren Büskens nicht“ lautet die Headline, „Trainer bei Schalke?“ die Dachzeile. Zu den Trainermeldungen über Louis van Gaal, Armin Veh – der beim Hamburger SV die Segel streichen wird -, Jogi Löw oder Jupp Heynkes als mögliche Nachfolger bei den Bayern und dem Schleuderstuhl, auf dem Felix Magath seit gestern sitzt, kommt jetzt noch die für Kleeblatt-Fans unerfreuliche Meldung, dass Trainer Mike Büskens vielleicht der künftige Coach auf Schalke werden könnte.

Wer mehr dazu wissen möchte, kann hier den Artikel in der „NZ“ dazu lesen. Fazit: Büskens weist alles weit von sich. Und: Er richtet seine volle Konzentration auf die Spitzenbegegnung im Ronhof am Montag, 14. März, gegen Tabellenführer Hertha BSC Berlin. Wenn die Kleeblätter hier einen Sieg herausholen sollten, rückt ein möglicher Aufstieg in die 1. Bundesliga immer näher. Und das wäre in jeder Hinsicht gut, denn vielleicht findet (der auf dem Foto grübelnde) Mike Büskens es doch reizvoller, den Aufsteiger aus Fürth zu trainieren als einen Traditionsverein aus Gelsenkirchen?

Muss Benno Möhlmann jetzt gehen?

Vor wenigen Tagen hatte man die Möglichkeit, auf einer Internet-Sportauktion ein getragenes Kleidungsstück von Trainer Benno Möhlmann zu ersteigern. Das gute Stück ist inzwischen an den Mann/die Frau gekommen. Ich wage zum aktuellen Zeitpunkt allerdings zu bezweifeln, ob jetzt noch Souvenirs von Möhlmann einen Hund hinterm Ofen vorlocken würden.

Das Kleeblatt steckt nach dem mit 1:4 verlorenen Spiel gegen den Karlsruher SC und der sechsten Schlappe im neunten Heimspiel mehr als nur in einer Krise. Für mich sieht das nach einem regelrechten Supergau aus. Und wie so oft in vergleichbaren  Situationen, wird bei der Vereinsführung, den Fans und von verschiedenen Medien die Frage nach einer möglichen Trainer-Ablösung gestellt. Wie ich meine, eine berechtigte Frage.

SpVgg_Gr3Benno Möhlmann hat zwischen 1997 und 2000, 2004 bis 2007 und seit Ende Mai 2008 das Fürther Team trainiert. Der fußballerische Erfolg war da, immer wieder ist die Spielvereinigung nur knapp an einem Aufstieg in die erste Liga vorbeigeschrammt. Möhlmann und Vereinspräsident Helmut Hack verstehen sich prächtig, aber jetzt wird wohl auch Hack an seine Schmerzgrenze kommen. Der Verein steht mit 19 Punkten nach 17 Spielen am Ende der Hinrunde auf dem schlechtesten – nämlich 15. – Tabellenplatz seit seinem Aufstieg 1997.

Ob Möhlmann auch nach Weihnachten noch seinen Job haben wird, scheint im Moment mehr als fraglich zu sein. Und auch die Greuther-Weiber melden zarte Zweifel an, ob es in diesem Stil in der Rückrunde ab Mitte Januar weitergehen kann. Führt Möhlmann seine Jungs zu lasch, ist in der Mannschaft der Schlendrian eingeschlichen, fehlt ein kreativer Input von außen? Oder muss einfach mal eine neue – stärkere ? – Trainerhand neuen Wind in die erste Mannschaft bringen? Wer weiß?

Soll der Kopf von Benno Möhlmann also rollen? Es muss ja nicht gleich so ein gut aussehender Nachfolger sein wie Bruno Labbadia, der nach einem einjährigen Gastspiel bei der SpVgg Greuther Fürth von 2008 bis 2009 Bayer 04 Leverkusen trainierte und jetzt Cheftrainer des Hamburger SV ist. Nein, es stünden andere Cracks zur Verfügung, die derzeit keinen Job haben bzw. immer wieder auf Jobsuche sind. Da werfe ich nur den Namen Markus Babbel in den Ring. Oder wie wäre es mit Lothar Matthäus? Vielleicht steht ja in einigen Tagen auch Michael Oenning zur Verfügung? Aber wollen wir den hier in Fürth überhaupt?

Also: Die Greuther-Weiber stellen die Trainerfrage und würden gerne  von euch hören, wie ihr dazu steht und wen ihr euch als Kleeblatt-Coach vorstellen könntet.