Bart oder kein Bart – das ist hier die Frage

Fast zehn Jahre liegen zwischen diesen beiden Fotos des Fürther Publikumslieblings Stephan Schröck. Im Jahr 2005 war er noch jungenhaft und soft. 2015 ist er männlicher, markanter, hat mehr Tattoos. Und: Seit einiger Zeit schmückt ihn ein mehr oder minder langer Bart. Einige weibliche Kleeblattfans fahren voll auf dieses wollige Outfit ab, andere reagieren eher mit zurückhaltender Begeisterung.

Dieser Bart wäre Stephan Schröck bei der Ankunft auf dem Flughafen in Antalya fast zum Verhängnis geworden. Auf dem Weg ins Trainingslager in der Türkei mussten alle Kleeblattspieler routinemäßig durch die Passkontrolle. Keiner hatte Probleme – bis auf „Schröcki“. Das Foto in seinem Reisepass hat wohl so gar nichts mehr damit zu tun, wie er heute aussieht. Aber nach einigem Hin und Her legten die türkischen Grenzbeamten dann kein Veto mehr ein. Und Stephan Schröck durfte einreisen. Gut unterrichtete Kreise haben übrigens gemeldet, dass Schröck seinen Gesichtsschmuck inzwischen auf Millimeterlänge rasiert haben soll.

Kleeblatt startet mit Power ins Jahr 2015

Neujahrswunsch_2015Das neue Jahr 2015 ist erst wenige Tage alt – und eigentlich hat uns der Alltag fast schon wieder. Auf einen Jahresrückblick 2014 habe ich dieses Mal verzichtet, denn schon in meinem Blogbeitrag „2014 ein Annus horribilis?“ am 29. Oktober bin ich auf wichtige Aspekte in Bezug auf das Kleeblatt eingegangen. Außerdem wurde man ja überall mit Jahresrückblicken bombardiert. Den Neujahrsgruß des Vereins habe ich dessen Website entnommen – er gefällt mir ausnehmend gut!
Ich schlage vor, wir sehen jetzt optimistisch ins neue Fußball-Jahr und machen uns ein paar Gedanken darüber, was sich bei der Spielvereinigung tun könnte. Offenbar steht Stefan Thesker von Hannover 96 kurz vor einem Wechsel in die zweite Liga. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, hat die SpVgg großes Interesse am 23-jährigen Innenverteidiger und ist bereit, 250.000 Euro Ablöse zu zahlen. Vor rund zwei Wochen gab Dirk Dufner  – Manager der Hannoveraner – bekannt, dass man nicht mehr mit dem Abwehrspieler plant. Thesker wechselte erst vor der Saison von der TSG Hoffenheim nach Niedersachsen. Bei den ‚Roten‘ konnte sich der frühere U21-Nationalspieler (sieben Länderspiele) nicht durchsetzen und kam auf lediglich zwei Bundesligaeinsätze.
Für die Kleeblätter wäre eine Verstärkung in der Defensive interessant. Aber ich denke, dass Marco Caligiuri und Benedikt Röcker ihre Arbeit gut machen. Was der SpVgg wirklich fehlt, ist ein starker und vor allem durchsetzungsfähiger Stürmer. Mit Ilir Azemi ist länger nicht zu planen. Und die Erfolgsquote anderer Spieler im Fürther Angriff wie Kacper Przybylko, Johannes Wurtz und Robert Zulj ist eher vom Zufall geprägt.

Morgen beginnt bei der SpVgg die Vorbereitung auf die verbleibende Zweitliga-Saison. Nachmittags findet die erste Trainingseinheit im Jahr 2015 statt. Und dann will das Team seinen Titel beim Frankfurter Hallencup aus dem Jahr 2014 verteidigen. Am Samstag, 10. Januar, ab 17.30 Uhr startet das Kleeblatt in der Frankfurter Fraport Arena ins Turnier. Am darauffolgenden Mittwoch (14. Januar) findet dann der erste Test gegen Jahn Regensburg statt. Wo genau das Duell stattfindet, ist noch nicht festgelegt. Und nur zwei Tage später, am 16. Januar, bricht das Kleeblatt mit allem Drum und Dran ins Wintertrainingslager nach Belek auf. Bis zum 24. Januar trainiert die Elf der Spielvereinigung dann an der türkischen Riviera.
Insgesamt also ein straffer Zeitplan. Bis zum Start in die nächsten Punktspiele am 6. Februar wird es wohl weder den Kleeblättern noch ihren Fans langweilig!

Ade, Tayfun Pektürk!

Wir Greuther-Weiber verschnaufen hier in heimischen Gefilden bis zum nächsten Erstligaspiel des Kleeblatts gegen Bayern München am Samstag, 19. Januar. Trotzdem beobachten wir interessiert, was sich im Trainingslager der Spielvereinigung im türkischen Belek so abspielt. Täglich gibt es Neuigkeiten. Heute morgen ist nun Tayfun Pektürk (auf unserem Foto noch beim Frankfurtcup letzte Woche in Aktion) über die Klinge gesprungen und hat das Teamhotel verlassen.
Im April 2010 hatte Pektürk seinen Vertrag beim damaligen Zweitligisten zur Saison 2010/11 unterschrieben. In seinem ersten Jahr kam er auf neun Einsätze, stand dabei zweimal in der Startformation. Der Flügelspieler kam beim Kleeblatt in dieser Saison nur auf drei Einsätze. Er vermutete schon länger, dass der Verein nicht mehr wirklich mit ihm plant. Und seit der Verpflichtung des Südkoreaners Park Jung-Bin war die Uhr für Tayfun beim Tabellenletzten praktisch abgelaufen.
Heute morgen verließ der 24-Jährige das Trainingslager in Belek, sein neuer Arbeitgeber steht noch nicht fest, könnte aber in unmittelbarer Nähe liegen. Nach dem Testspiel am vergangenen Freitag gegen Istanbul BB, in dem Pektürk 45 Minuten lang auf dem Platz stand, soll der türkische Erstligist Interesse an einer Verpflichtung gezeigt haben. Für einen Wechsel spricht außerdem, dass Pektürk, der einen deutschen Pass besitzt, einem möglichen Einsatz für die türkische Nationalelf nie abgeneigt war, bislang aber vergeblich auf ein Angebot wartete.

Und auch in Sachen Kingsley Onuegbu gibt es News: Für ihn liegt keine ernsthafte Anfrage von anderen Mannschaften vor, deshalb wird der Nigerianer aus dem Kleeblatt-Profikader in die U23 versetzt.

Die Reihen bei der Spielvereinigung lichten sich. Hoffentlich gibt es keine Fehlentscheidungen, und Mike Büskens setzt auf die richtigen „Pferde“!

Kommt zurück in den Fürther Winter!

Eigentlich heißt dieses Blog ja „Die Greuther-Weiber„. Was natürlich impliziert, dass es sich um Frauen handelt, die hier schreiben. Aber heute machen wir mal eine Ausnahme. Denn das Team der SpVgg Greuther Fürth hat natürlich keine Frauen ins Trainingslager in die Türkei mitgenommen. Dafür aber unseren Kollegen, NZ-Sportredakteur Stefan Jablonka. Von ihm erreichten uns folgende Zeilen aus Belek:

 
Das Wetter in Belek ist natürlich ein Traum im Vergleich zu dem in der Heimat. Schnee Fehlanzeige. Von Minusgraden keine Spur. Statt Bibbern heißt es Schwitzen bei knapp 20 Grad in der Sonne. Kein Wunder, dass Fürths Trainer Mike Büskens intensiv darüber nachdachte, noch ein paar Tage an der türkischen Riviera dranzuhängen. Natürlich nicht nur für sich, sondern für den gesamten 33-köpfigen Tross. Auch nicht zum Faulenzen, sondern um sich unter besseren Bedingungen auf den Rückrundenstart am 16. Januar gegen den Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern vorzubereiten. Statt am Samstag plante der Verein kurze Zeit, erst am Dienstag zurückzureisen. Doch Büskens verwarf den Gedanken schließlich wieder: „Die Frage ist doch, was würden wir dadurch gewinnen?“ Sicher keine Spiele. So gesehen, alles richtig gemacht!

Dem bleibt eigentlich Greuther-Weiber-seits nichts hinzuzufügen. Kommt zurück, Jungs, damit Euch lange genug Zeit zum Akklimatisieren bleibt! Schließlich müsst Ihr am kommenden Wochenende hier im Winter wieder antreten – und im Ronhof herrscht tatsächlich tiefster Winter! Da können wir keine frierenden Weicheier gebrauchen, sondern nur Spieler, die hart im Nehmen sind. Was nicht gleichbedeutend ist mit Nehmer-Qualitäten hinsichtlich gegnerischer Tore. Wir wollen endlich wieder einen Sieg im Playmobil-Stadion sehen!!!

Spielvereinigung verliert Prozess gegen Hrgovic!

Die Mannschaft der Spielvereinigung ist beim Trainingslager im türkischen Belek – und zu Hause geht die Post ab! Nachdem ich ja schon über die möglichen Verstrickungen im Wettskandal berichtet habe, gibt es jetzt erneut Interessantes zu vermelden.

Vor dem Arbeitsgericht Nürnberg fand heute der Prozess zwischen dem im November entlassenen bosnischen Defensivspieler Mirko Hrgovic und der Spielvereinigung Greuther Fürth statt. Die Anwältin des Spielers hatte eine Kündigungs-Schutzklage eingereicht – und vorerst gewonnen.

Schon nach wenigen Minuten fiel das Urteil. Genauer gesagt: ein Versäumnisurteil. Der Kläger bekam Recht: Das Arbeitsverhältnis wird nicht durch eine außerordentliche Kündigung aufgehoben. Mit anderen Worten: Mirko Hrgovic hat sich erfolgreich gegen die Kündigung gewehrt und ist wieder formell Teil des Teams.

Was war der Grund für das rasche Urteil? Ganz einfach: Von der Gegenseite – also der SpVgg Greuther Fürth – war niemand vor Gericht erschienen. Ob alle Verantwortlichen mit ins ferne Belek geflogen sind, ob man am Morgen nach dem Feiertag einfach noch nicht in die „To-Do-Liste“ geschaut hatte, oder ob der Verein womöglich so im Geld schwimmt, dass man sich mit solchen Peanuts (der Streitwert beläuft sich auf immerhin 21 000 Euro) gar nicht abgibt? Als Greuther-Weib kann man hier nur mutmaßen und im Trüben fischen.

Susanne Stemmler, die Gerichtsreporterin der „Nürnberger Zeitung“, war beim Prozess und liefert zusätzliche juristische Details. So bedeutet unentschuldigtes Fehlen und das nachfolgende Versäumnisurteil für den Verlierer des Prozesses auf jeden Fall Kosten. Und: Die Spielvereinigung muss möglichst „zeitnah“ das Versäumnisurteil mit einem Einspruch anfechten, um im „Fall Hrgovic“ nicht auf der Verliererseite zu stehen. Vielleicht fällt einem der Verantwortlichen bei den Kleeblättern ja noch eine gute Entschuldigung ein, weshalb man den wichtigen Gerichtstermin verschwitzt hat?

Wie dem auch sei: Manchmal ist das Verhalten der Kleeblätter unergründlich. Das trifft auf die Vereinsführung ebenso zu wie auf das Team. Wollte die Vereinsführung in Sachen Mirko Hrgovic  Zeit schinden oder hatte die Abwesenheit taktische Gründe? Nobody knows.

Wir hier im winterlichen Fürth hoffen darauf, dass alles zu einem guten Ende findet. Zumindest die Zeit im Trainingslager und der neue Coach sollen den sportlichen Aspekten des Vereins wieder einen positiven Schub bringen.