Einen Punkt durch Joker Philipp Hofmann

Stilecht haben die Greuther-Weiber heute gemeinsam mit einer Freundin (die letztes Jahr von Erlangen nach Fürth gezogen, inzwischen „angekommen“ und auf dem besten Wege ist, ein Kleeblattfan zu werden) im „Grüner Brauhaus“ mit einem zünftigen Mittagessen den fünften Spieltag eingeläutet. Ein 0:1-Sieg fürs Kleeblatt war mein Tipp – gegen Dynamo Dresden, da musste der Knoten doch ENDLICH platzen.

Nur eine Handvoll Kleeblattfans im DDV-Stadion, das mit gut 28.000 Zuschauern wie so oft gut besucht war. Fürths Interims-Coach Mirko Dickhaut hatte sich nach dem Abgang von Janos Radoki in die Situation eingefunden. Im Gegensatz zum Spielsystem unter Radoki mit einer Dreierkette und zwei Stürmern stellte er die Fürther heute im System 4-2-3-1 auf. Und er ließ einen wichtigen Neuzugang in der Startelf sein Debüt feiern: Julian Green. Der zeigte auch schnell, dass die Vorschusslorbeeren für ihn berechtigt sind. Er könnte der neue Hoffnungsträger im Fürther Kader sein. Einige gute Chancen in der ersten Halbzeit hatte zudem Jurgen Gjasula. Doch dann gelang Dynamo Dresden in der 36. Minute das Führungstor: Dresdens Neuzugang Haris Duljevic machte links Tempo und nahm den aufgerückten Philip Heise mit. Der schoss den Ball in die lange Ecke, Megyeri streckte sich, kam aber nicht ran. 1:0 für die Gastgeber – lange Gesichter bei den Kleeblättern. weiter lesen

Turbulentes Spiel gegen St. Pauli

Langweilig war es heute keine Sekunde beim vorletzten Spiel dieser Saison am Millerntor gegen Fürths Lieblingsgegner, den FC St. Pauli. Lange führte das Kleeblatt durch einen schönen Treffer von Torjäger Robert Zulj in der 37. Minute (Foto). Doch nach der Pause hatte Trainer Ewald Lienen seinen Kickern offenbar ein Aktivitätsserum verabreicht, denn da blühten die Hamburger voll auf. Und so schaffte in der 70. Minute der Ex-Fürther Lasse Sobiech leider den Ausgleich.

Traumwetter am Millerntor. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen, mit 29 546 Zuschauern ausverkauftes Haus. Immerhin 2000 Kleeblattfans hatten sich auf den weiten Weg nach Hamburg gemacht, um diesen sportlichen Klassiker nicht zu verpassen. Ein schnelles, gutes Spiel mit vielen Aktionen. Wenige Minuten vor dem Ausgleichstor wurde die Stimmung zwischen den Spielern dann hitzig: Christopher Buchtmann sieht nach einem Foul an Jurgen Gjasula im Mittelfeld die Gelbe Karte. Daraufhin reagiert Gjasula über und „diskutiert“ wild entschlossen face-to-face mit Buchtmann. Völlig übertrieben, diese Reaktion! Das erinnerte mich (mit schlechtem Beigeschmack) an Gjasulas Verhalten im März 2016 gegen VfL Bochum. Damals sah er die Rote Karte. Heute blieb es Gott sei Dank bei einer Gelben. Und auch als Robert Zulj Minuten später medizinisch behandelt wurde, ging es mit Kleeblattspielern und ihren Gastgebern durch. Die tumultähnlichen Reibereien ließen den Unterhaltungsfaktor für die Zuschauern hochklettern.

Das 1:1 fiel unglücklich: Ausgerechnt Gjasulas Widersacher Buchtman bringt eine Ecke von links passgenau vors Fürther Tor. Lasse Sobiech setzt sich im Luftduell durch und trifft in den Kasten von Fürths Tormann Balázs Megyeri. Schade um den Vorsprung, das Kleeblatt war durchwegs die stärkere Mannschaft. Aber andersereits gönnt man dem Verein aus St. Pauli, der vor einigen Monaten noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde, den Erfolg.  Die große Begeisterung der Pauli-Fans über die Leistung ihres Teams wurde heute deutlich, als kurz vor dem Abpfiff ein St.-Pauli-Fan aufs Feld gelangte und quer durchs Stadion rannte.

Da ja an den beiden letzten Spieltagen alle Begegnungen zeitgleich stattfinden, schielte man heute immer wieder neugierig auf die Spiele der direkten Tabellennachbarn des Kleeblatts. Den Sprung auf den fünften Rang wird das Kleeblatt nicht mehr schaffen – weil Dynamo Dresden den schon abgestiegenen Karlsruher SC mit 4:3 besiegte. Balsam auf die Fürther Seele ist jedoch die 2:3-Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen Fortuna Düsseldorf. Ein Punkt gegen Union Berlin am letzten Spieltag (21.Mai, 15.30 Uhr im Ronhof) würde dem Kleeblatt reichen, am Ende dieser Sasion 2016/17 erstmals seit 1953 in der Tabelle vor dem Club zu stehen.

Querschläger an Steinhaus verhilft Kleeblatt zum Ausgleich

Bibiana Steinhaus (Foto) hat heute einen tollen Job gemacht. Sie pfiff die Partie zwischen  dem FC Union Berlin und der Spielvereinigung in Berlin freundlich, souverän und entspannt. Sie hatte alles im Griff. Und war dann auch noch (unfreiwillig) „Schuld“ am 1:1-Ausgleich des Kleeblatts.
Aber chronologisch. Das Spiel ging mit Pfeffer los, diese letzte Partie vor Weihnachten und der Winterpause. Allerdings waren heute die „Eisernen“ zu Beginn der ersten Halbzeit mit mehreren Torchancen eindeutig die bessere Mannschaft. Obwohl Union Berlin seit 13 (!) Jahren nicht gegen die Spielvereinigung gewonnen hat, begann die Mannschaft mit Schmackes. Der Nationalspieler Toni Kroos ist bekanntlich ein glühender Verehrer des Berliner Underdogvereins – sein Bruder Felix ist dort Kapitän und ehrgeiziger Akteur. Auch heute!

Trotzdem: In den ersten 45 Minuten ging nichts, auf beiden Seiten dominierten ungenaues Zusammenspiel und laxe Pässe. Dann machten in der 65. Minute die Berliner das 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos steigt Toni Leistner höher als Damjan Djokovic und sein Kopfball schlägt ins Tor von Kleeblatt Sascha Burchert (er war heute im Fürther Tor, Balasz Megyeri wurde Vater und weilt in Ungarn). Und auch der Berliner Innenverteidiger feierte sein erstes Saisontor mit dem Daumen im Mund  – auch er ist vor kurzem Vater geworden.

Das Führungstor der Eisernen brachte die ohnehin gute Stimmung bei den knapp 20 000 Zuschauern in der Alten Försterei zum Kochen. Dann wechselt in der 78. Minute Fürths Coach Janos Radoki Mathis Bolly gegen Serdar Dursun aus. Für meinen Geschmack einen Tick zu spät. Und zwei Minuten später passiert dann der kuriose Ausgleich für die SpVgg: Das Ex-Kleeblatt Stephan Fürstner will im Strafraum klären, er trifft mit seinem Befreiungsschlag unglücklich den Rücken von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, von dort springt der Ball zum gerade eingewechselten Serdar Dursun, der dreht sich und schießt, Fürstner fälscht den Ball ab, und der Ball schlägt chancenlos für Keeper Jakob Busk im langen Berliner Eck ein. 1:1!

Die Schlussphase der Begegnung war weiter spannend und turbulent. Der für Kapitan Felix Kroos eingewechselte Soeren Brandy wittert eine letzte Chance, Steven Skrzybski flankt, Brandy tritt den Ball, der dann ins Aus geht. Erst entscheidet Bibiana Steinhaus auf Abstoß, nach Berliner Protesten befragt sie den Fürther Keeper Sascha Burchert, ob er den Ball noch berührt hat. Der bejaht ehrlich, und so kommt es in der letzten Spielminute noch zum Eckball für Union (der allerdings ergebnislos bleibt). Eine faire Geste vom Fürther Torwart. Chapeau!
Das Kleeblatt geht nach 17 Spielen mit 21 Punkten in die Winterpause. Die Greuther-Weiber und alle Kleeblattfans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde im neuen Jahr 2017.

Wie kann man einen Vorsprung so verschusseln?

 Es gibt Fußballspiele, da wünschte man sich, es gäbe keine zweite Halbzeit. Zum Beispiel heute in der Auswärtspartie gegen Fortuna Düsseldorf. Vor über 25 000 Zuschauern (davon maximal 200 Kleeblattfans) in der Esprit-Arena bewies die Spielvereinigung einmal mehr, dass sie in der Sommerpause ihre Schwächen nicht in den Griff bekommen hat.

Aber chronologisch: Sowohl bei Fortuna Düsseldorf als auch bei den Gästen aus Fürth hatte man als Zuschauer zu Spielbeginn den Eindruck, dass sie lieber einen  gemütlichen Nachmittag verbracht hätten. Eine ungewöhnlich hohe Fehlerquote, kein richtiges Konzept auf beiden Seiten – das Spiel plätscherte so vor sich hin.  Null Torchancen, Fehlpässe en masse. Bis (mein derzeitiger Favorit beim Kleeblatt) Khaled Narey in der 22. Minute nach einer von Hennings abgeblockten Freistoßflanke von Gießelmann den Ball ins Düsseldorfer Netz katapultierte. Ihm ist der Treffer zu gönnen – Narey ist einer der aktivsten und engagiertesten Spieler im Kleeblatt-Team. Dementsprechend war seine Freude riesengroß, er holte sich sofort eine „Streicheleinheit unter Männern“ bei Coach Stefan Ruthenbeck ab (Foto). Die verbleibenden 20 Minuten der ersten Halbzeit blieben spielerisch uninteressant. Lediglich die Zweikämpfe wurden bissiger.

Dann also die zweite Halbzeit: Die Fortunen hatten offenbar von Trainer Friedhelm Funkel einen Motivationsschub erhalten, denn sie versuchten jetzt mit etwas mehr Power, den Kleeblättern auf die Pelle zu rücken. Doch sie scheiterten am Fürther Keeper Balasz Megyeri, der einen sicheren Eindruck machte. Allerdings: Das Spiel ließ nach wie vor an Klasse zu wünschen übrig. Eben typisch Zweite Liga!?! Die Spielvereinigung war im Zuspiel ungenau und fahrig. Die üblichen Verdächtigen wie Veton Berisha und Sebastian Freis spielten öfter ihren Widersacher als den eigenen Teamkollegen an. Und die Sturmhoffnung Serdar Dursun schaute entweder Bällen hinterher oder versuchte, mit unfairen Attacken die Gegner aus dem Rhythmus oder sogar zu Fall zu bringen. Im Gegenzug musste heute Robert Zulj viel einstecken.

Und so kam es, wie es kommen musste: Hennings ließ in der 78. Minute Franke im Regen stehen, spielte einen überlegten Querpass nach innen auf Oliver Fink, Marco Caligiuri kam nicht mehr an den Ball, und Fink schob den Ball locker aus wenigen Metern Distanz ins Fürther Tor. Megyeri hatte keine Chance, den Ausgleich zu verhindern. So wurde das Kleeblatt heute für seine zu flapsige Spielauffassung und seine passive Haltung mit dem Verlust von zwei Punkten bestraft. Ohne jetzt zu hart urteilen zu wollen: selber schuld. So kann und darf man sich einen 1:0-Vorsprung nicht nehmen lassen. Dabei hatte Fortuna Düsseldorf heute keinen Glanztag. Gar nicht daran zu denken, was passiert, wenn die Spielvereinigung auf richtig gute Gegner trifft.

Zum Beispiel am nächsten Spieltag: Die Spielvereinigung empfängt kommenden Freitag, 16. September, um 18.30 Uhr zu Hause den starken Aufsteiger Würzburger Kickers. Die stehen nach vier Spielen immerhin auf dem vierten Tabellenplatz – zwei Plätze vor dem Kleeblatt. Und am 20. September steigt dann das Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Da ist dann unbedingte Konzentration angesagt, sonst….

Ein 2:2-Unentschieden – und Gjasula fliegt vom Platz

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthSpannend war’s, voller Aufreger und bunt – die Zweitliga-Partie der Spielvereinigung gegen den VfL Bochum. Nach sage und schreibe 96 Minuten Spielzeit trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 2:2-Unentschieden (mein Tipp!). Und Jurgen Gjasula wurde nach turbulenten Szenen noch mit Rot bestraft und vom Platz gestellt.
Dabei war das Spiel fürs Kleeblatt und die wenigen Fans im Rewirpark-Stadion vielversprechend gestartet: Schon nach 12 Minuten traf Niko Gießelmann nach einem Freistoß von Robert Zulj aus 28 Metern mit seinem rechten Fuß ins Bochumer Tor – sein erster Saisontreffer. Den Fürthern gelangen gute Einzelaktionen, sie kombinierten raffiniert und schafften es immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Für die Bochumer Fans kein Genuss. Dann wähnten sich Spieler und Zuschauer vermutlich geistig schon in der Pause, als der Ausgleich durch Simon Terodde fiel. Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz, der heute im Fürther Tor wieder einen sehr guten Job machte, musste hinter sich greifen. Für ihn war der Treffer unhaltbar.
Die Stimmung im Stadion war während der gesamten Partie von Durchsagen zur gleichzeitigen Begegnung des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig geprägt. Als in der 52. Spielminute das Leipziger Tor gegen den Club fiel, war die Stimmung bei den Bochumer Fans toll, Gesänge ließen das Stadion beben. Denn bei einer Nürnberger Niederlage und Bochumer Sieg hätten sich die Chancen für den Aufstieg in die Bundesliga verbessert. Also: Die Fangesänge waren laut, bis Veton Berisha (der in letzter Zeit bei vielen Partien engagiert, aber nie erfolgreich war) den Ball zum 2:1 ins Bochumer Tor traf. Er hatte vorher schon zwei gute Möglichkeiten gehabt.
Drei Punkte addierten die Kleeblätter innerlich schon auf ihr Konto, aber ein Spiel dauert eben oft länger als 90 Minuten. Und so sollte es auch heute noch anders kommen: Nach einem Rechtsschuss von Maria verwandelte Rafael Nando seine Chance zum 2:2-Ausgleich für den VfL.
Was dann geschah, war unnötig und unschön. Nach einem kleinen „Intermezzo“ zwischen Hoogland und Robert Zulj kommt es zum Gerangel, Hoogland sieht daraufhin Gelb-Rot, er verlässt das Spielfeld. Kurz darauf schubst Thomas Eisfeld Jurgen Gjasula. Dessen Temperament geht mit ihm durch, er packt Eisfeld am Nacken. Schiedsrichter Robert Schröder stellt ihn zur Rede, reagiert konsequent und gibt Gjasula Rot. Daraufhin schubst der aufgebrachte Gjasula auch noch den Referée. Ein Fehler, der mit Sicherheit ein Nachspiel haben wird. Schon oft hatte man ja den Eindruck, dass Gjasula zu impulsiv reagiert. Als Profi muss man sich einfach unter Kontrolle haben.

So endete die kurzweilige Partie zwischen der SpVgg und dem VfL Bochum ausgeglichen mit 2:2. Gleichzeitig gewann der 1. FC Nürnberg das Topspiel gegen RB Leipzig mit 3:1. Am 4. April trifft das Kleeblatt zu Hause auf den aktuell Tabellenzweiten SC Freiburg. Leider wird Jurgen Gjasula nicht mit dabei sein. Wenn das mal gut geht…

Ein Punkt fürs Kleeblatt in Sandhausen

SV Sandhausen - SpVgg Greuther FürthEine Handvoll Kleeblattfans war im Hardtwaldstadion beim Spiel gegen den SV Sandhausen. Sie machten kräftig Stimmung und waren gut zu hören. Allerdings auch kein Kunststück bei gerade mal 4 850 Zuschauern. Aber es hat leider nicht allzu viel geholfen. Die Partie ging unentschieden mit 1:1 zu Ende, ein Punkt für die Spielvereinigung – und nur ein zusätzliches Tor auf der negativen Torbilanz.

Das Kleeblatt startete gut ins Spiel. Goran Sukalo hatte gleich ein tolle Torchance. Und brachte seine Mannschaft dann auch in der 33. Minute in Führung. Zuvor hatte Robert Zulj den Ball bei einem Freistoß in die Mitte gegeben, Sukalo nahm in auf und traf locker trocken mit dem Kopf ins Sandhäuser Tor von Marco Knaller. Bis zur Pause blieb es bei diesem Spielstand. Doch wie so oft kam dann der Gegner der Kleeblätter frisch und offenbar hochmotiviert aus der Halbzeitpause auf den Platz. Die Folge war, dass die Kleeblätter es jetzt mit aktiven Sandhäusern zu tun hatten, die ihre recht guten Chancen Gott sei Dank nicht verwerten konnten. Das sollte dann in der 56. Minute anders werden: Aziz Bouhaddouz trifft ins Fürther Tor, er ließ Keeper Sebastian Mielitz keine Gelegenheit, den Ausgleich zu verhindern.

Viele Luftduelle prägten das heutige Spiel. Der Ex-Fürther Robert Zillner war zum Teil gefährlich, aber dann auch ruppig, er wurde kurz vor dem Spielende ausgewechselt. Und Stefan Schröck, der in Minute 84 für Zulj reinkam, machte keinen Stich. Ebensowenig wie Veton Berisha: Er ist engagiert und permanent vor dem gegnerischen Tor aktiv. Wie sehr würde man sich für ihn wünschen, dass er wieder einmal als Torschütze erfolgreich ist.

Das war heute also ein Punkt für die Spielvereinigung, die am nächsten Samstag, 12. Dezember, im ersten Spiel der Rückrunde gegen den Karlsruher SC antreten wird. Die Tabelle macht aus Fürther Sicht keinen guten Eindruck. Das Kleeblatt liegt aktuell weiter auf Platz 7, der 1. FC Nürnberg ist nach dem heutigen 2:1-Sieg auf den dritten Rang hochgerutscht. Durch wessen Tor natürlich wieder? Durch einen Treffer des Ex-Kleeblatts Niclas Füllkrug.

Das „Wunder für Fürth“ in der letzten Sekunde

MSV Duisburg - SpVgg Greuther FürthBuchstäblich in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit hat Marco Stiepermann dem Kleeblatt das Unentschieden in Duisburg gerettet. Bis zu diesem Moment war der Frust bei Kleeblattanhängern groß, obwohl die Mannschaft nach meinem Geschmack recht passabel gespielt hatte.

Der Anfang der Partie gegen den Tabellenletzten, den Aufsteiger MSV Duisburg, war aus Fürther Sicht wenig attraktiv. Beide Teams plänkelten vor sich hin und das Spiel wirkte zerfahren. Dann traf ein guter Schuss des Duisburgers Dasch das Aluminum von Sebastian Mielitz‘ Tor – und ab diesem Moment gewann man den Eindruck, alle 22 Fußballer hätten Hallo-Wach-Tropfen getrunken. Die Partei wurde lebendig und spannend, Torchancen auf beiden Seiten. Die Spielvereinigung wies mehr Ballbesitz auf, leider unterliefen ihr aber unverzeihliche Fehler. So verlor z. B. Niko Gießelmann in der 35. Minute den Ball, der Duisburger Scheidhauer spielte ins Zentrum auf Rolf Feltscher, der zwar im ersten Anlauf an Mielitz scheiterte, dann aber erfolgreich ins linke Eck schoss. Die zirka 400 angereisten Fürther Fans konnten es kaum glauben.
Weiter dann bis zu Halbzeitpause wenig Erwähnenswertes. Dafür verwandelte Jurgen Gjasula, der selber mal ein Duisburger „Zebra“ war, nach einem Foul an ihm souverän den verhängten Elfmeter und traf in den Kasten des MSV-Keepers Michael Ratajczak. Eine gute Viertelstunde vor Abpfiff fiel erneut ein Tor für die Duisburger – zum 2:1. Und damit schienen den Kleeblättern in einer vermeintlich machbaren Begegnung die Felle endgültig davon zu schwimmen. Die SpVgg wartet von allen Teams in der Zweiten Liga bekanntlich am längsten auf einen Auswärtssieg. Und jetzt sollte es sogar wieder eine Niederlage geben? Eigentlich hatten auch die Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena mit dem Spiel innerlich abgeschlossen, die Duisburger Fans feierten quasi schon ihren ersten Saisonsieg, da passierte das „Wunder für Fürth“: Marco Stiepermann traf in der dreiminütigen Nachspielzeit nach einer Kopfballvorlage des eingewechselten Ex-Duisburgers Goran Sukalo in der allerletzten Sekunde zum glücklichen 2:2-Unentschieden. Nach dem Spiel ließ sich der Torschütze feiern (Foto).

Tja, so kann’s gehen: Die Kleeblätter haben im Vergleich zur letzten Saison strukturierter und besser gespielt. Aber es fehlen das Quäntchen Draufgängertum und Überraschungseffekte. Das Spiel der Kleeblätter ist oft zu vorhersehbar. Und dann werden gute Fürther Aktionen noch vor dem Strafraum vom Gegner im Keim erstickt.
Aber: Ein Unentschieden ist auch ein Punkt. Ab sofort heißt es trainieren und sich sportlich und mental gut auf den 13. September vorbereiten. Denn da empfängt die Spielvereinigung – nach der Länderspielpause am kommenden Wochenende – den 1. FC Nürnberg zum Franken-Derby im Ronhof. Und das wird mit Sicherheit ein Tanz auf dem Vulkan!

Das Kleeblatt im Abstiegskampf – und Daisy gähnt

DaisyDer einzige Lichtblick am heutigen Nachmittag war Daisy. Nein, kein Gänseblümchen im Erzgebirgsstadion Aue, sondern unser Gasthund. Wegen Daisy haben wir auf die 500 Kilometer-Fahrt (hin und zurück) verzichtet und sind dafür lieber im sonnigen Fürth geblieben, um uns die wichtige Fußballbegegnung am Bildschirm anzusehen. Daisy, ein schwarzer Mischling, gehört eigentlich einem Clubfan. Allerdings muss man zu dessen Verteidigung sagen: Er war früher beruflich ab und zu im Ronhof und sieht sich auch heute ganz gerne mal ein Kleeblattspiel an. Und Daisy ist ebenfalls flexibel: Wir hatten sie stilecht weiß-grün ausstaffiert. Das Spiel fand sie allerdings (siehe Foto) eher ermüdend.

Als „Abstiegsduell“ zwischen dem 14. und 17. der Zweitliga-Tabelle hatte man die Partie der Spielvereinigung gegen Erzgebirge Aue im Vorfeld angekündigt. Das klingt nach Spannung und erbarmungslosem Fight, was dann allerdings nur zum Teil zutraf. Denn die Aktionen auf dem Spielfeld zeichneten sich in den ersten 45 Minuten primär durch hektisches Hin und Her und zahllose Fehlpässe aus. Wo blieben strategisch kluge Spielzüge oder raffinierte Pässe? Natürlich sind solche Spiele, wo es de facto um den Klassenerhalt geht, immer von Nervosität und Verzweiflung geprägt. Aber: Beide Teams sind die Mannschaften der Zweiten Liga mit der schlechtesten „Chancenverwertung“. Den Beweis dafür erbrachten sie auch heute wieder. Kein Tor in gut 90 Minuten, obwohl sich alle 22 Spieler deutlich sichtbar aufarbeiteten. Aber die Effektivität blieb auf der Strecke. Von den Kleeblättern machte – bis auf Torwart Wolfgang Hesl – keiner eine wirklich gute Figur. Er hielt immerhin drei gefährliche Attacken der Sachsen.
Das Selbstbewusstsein der Fürther ist offenbar auf dem Nullpunkt. Und auch Testspiele wie gegen den SC Eltersdorf, das die SpVgg am Mittwoch nur mit 1:0 gewann, motivieren nicht gerade. Trainer Mike Büskens stand heute am Spielfeldrand und konnte einem wirklich leid tun. Bestimmt versucht er permanant, seine Jungs spielerisch zu mobilisieren. Aber es reicht einfach nicht. Weder gegen gute Mannschaften noch gegen Kellerkinder wie Erzgebirge Aue kann das Kleeblatt richtig punkten. Es spielt einfach zu harmlos. Und einen Stürmer, der auch mal in den gegnerischen Kasten trifft, den kann man nicht aus dem Hut zaubern. Die zirka 800 angereisten Kleeblattfans hatten auf jeden Fall wenig Freude.
Das Spiel endete (für das Kleeblatt glücklich) mit einem 0:0-Unentschieden – nach einer turbulenten Endphase, in der die Sachsen fast noch ihr Tor gemacht hätten. Vorher war nach einem Check sogar der Schiedsrichter Martin Thomsen zu Boden gegangen und hatte sein Freistoßspray verloren.

In einem Freundschaftsspiel empfängt die SpVgg am kommenden Freitag, 27. März, um 15 Uhr zu Hause den Tabellenführer FC Ingolstadt. Und das nächste Pflichtspiel ist dann am Ostersamstag. Der Gegner heißt Eintracht Braunschweig.

Hektik, Fouls, Gelb-Rot für Schröck – und kein Derbysieger

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth2008 hat der Club zum letzten Mal gegen das Kleeblatt gewonnen. Und dabei bleibt es auch nach dem heutigen 258. Lokalderby. Das letzte Spiel vor der Winterpause endete mit einem vor allem für die Fans unbefriedigenden 0:0.
Schon morgens um 9.30 Uhr war am Fürther Hauptbahnhof die Stimmung auf dem Siedepunkt: Kleeblattfans demonstrierten mit Böllern und Pyro, dass sie auf dem Weg zum Valznerweiher schon mal Duftmarken setzen wollten. Und auch im (mit 47.500 Zuschauern) nicht ganz ausverkauften Grundig-Stadion war dann die Stimmung super: Die Choreographie der Clubfans mit einem riesigen Christknd war gelungen.
Die Partie selbst begann nervös und körperbetont. Beiden Teams war der starke Druck, der beim Lokalderby immer auf ihnen lastet, deutlich anzumerken. Schon in der 15. Minute gab es für die SpVgg eine Schrecksekunde: Stephan Schröck – wie so oft sehr engagiert für sein Team – war verletzt. Der Ex-Fürther Niklas Füllkrug war nach einem Luftduell auf der Ferse von Schröck gelandet, dessen Schuh war weg, und Schröcki wand sich vor Schmerzen auf dem Rasen. Aber: Er rappelte sich wieder auf und kam nach einigen bangen Sekunden zurück aufs Spielfeld.
In der ersten halben Stunde waren die Cluberer eher die stärkere, spielbestimmende Mannschaft. Obwohl beiden Mannschaften die Passgenauigkeit mal wieder komplett abging. Doch in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit fanden dann die Kleeblätter zu sich und hatten die eine oder andere gute Chance, die sie allerdings nicht verwerten konnten.
Nach der Halbzeitpause wurden die Karten nicht neu gemischt. Hektik und Zerfahrenheit prägten das Spiel. Und dann in der 52. Minute der zweite „Schröck-Schock“ fürs Kleeblatt: Er war schon wenige Minuten vorher – nach einem Foul an Füllkrug – mit einer Gelben Karte bestraft worden. Jetzt ließ er sein gestrecktes Bein gegen Füllkrug stehen. Damit nimmt er eine mögliche Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf. Und der Schiedsrichter fackelte nicht lange und ahndete das mit Gelb-Rot. Völlig konsterniert ging Schröck vom Platz.
Jetzt hätte der 1. FCN aus der Überzahl  Kapital schlagen müssen – aber mitnichten. Die Nürnberger standen sich oftmals selbst im Weg. Sie versuchten zwar Angriffe der SpVgg zu vereiteln, aber aufgrund  mangelnder Qualität konnten sie die defensiv starken Kleeblätter nicht bezwingen. Auch dank zwei, drei guter Aktionen von Keeper Wolfgang Hesl gelang einfach kein Club-Tor. Für Fürth kam kurz vor dem Abpfiff der gerade eingewechselte George Davies mit einer blitzschnellen Aktion plötzlich aus 15 Metern zum Schuss. Leider ging der am Nürnberger Tor vorbei.

Insgesamt ein enttäuschendes Lokalderby. Die SpVgg war fast 40 Minuten in Unterzahl, der Club machte in vielen Phasen den Eindruck der dominierenden Mannschaft. Aber unter dem Strich eine Partie mit viel Hektik, Ungenauigkeiten, Fouls und unfairen Attacken. Und ohne Tore. Das Kleeblatt ist inzwischen 456 Spielminuten ohne Tor!
Beide Teams gehen jetzt in die wohlverdiente Winterpause. Anfang Februar 2015 geht’s dann weiter. Im ersten Spiel empfängt die Spielvereinigung den Herbstmeister und Tabellenführer FC Ingolstadt im Ronhof. Na, dann!

Zu harte Nuss fürs Kleeblatt

SV Darmstadt 98 - SpVgg Greuther FürthPassend zum Nikolaus-Tag gab es heute eine harte Nuss zu knacken für das Kleeblatt: gegen den Tabellendritten SV Darmstadt 98. Das Team von Trainer Dirk Schuster, seit 5. Oktober ungeschlagen, hatte angekündigt, der Spielvereinigung den Spaß am Spiel verderben zu wollen. Das gelang den Hessen jedoch nicht ganz – sie kamen selbst nie richtig gut in die Partie. Beide Mannschaften setzten hauptsächlich auf die Abwehr, schafften es viel zu selten in den gegnerischen Strafraum, machten bereits früh dicht. Und wo es keine Lücken gibt, fallen eben auch keine Tore. So blieb es am Ende bei einem 0:0-Unentschieden.
Dabei hatten die Fürther in der ersten Halbzeit die Begegnung am Böllenfalltor über weite Strecken dominiert, waren häufiger am Drücker als der SVD, gewannen fast alle Kopfball-Duelle und waren klar öfter in Ballbesitz. Doch im Abschluss fehlte es – wieder mal! – an der notwendigen Präzision. So schoss zum Beispiel Kacper Przybylko mehrmals weit am Kasten des Gegners vorbei. Spielvereinigungs-Keeper Wolfgang Hesl ließ im Darmstädter Merck-Stadion zunächst ein paar Unsicherheiten erkennen, steigerte sich im Lauf der Partie aber sichtlich und fand zu seiner Form zurück.
Nach dem Seitenwechsel konnte das Kleeblatt leider nicht an die Leistung anschließen, die es vor der Pause gezeigt hatte. Die Spielqualität sackte insgesamt ab, es gab auf beiden Seiten jede Menge Fehlpässe, und auch die Zahl der Fouls nahm zu. Schön anzuschauen war das nicht, was uns die „Kleeblätter“ und die „Lilien“ da boten: zahllose Duelle im Mittelfeld, kaum gefährliche Szenen, Torschüsse Mangelware. In der 65. Minute schien es dann plötzlich aus Fürther Sicht einen Lichtblick zu geben: Benedikt Röcker traf das Darmstädter Tor aus fünf Metern. Doch zu früh gefreut: Die Schiedsrichter hatten Goran Sukalo im Abseits gesehen und abgepfiffen. Da halfen auch keine Diskussionen mit Fürths Trainerbank…
Die drei „Joker“, die Kleeblatt-Coach Frank Kramer noch einsetzte – Weilandt für Wurtz, Stiepermann für Schröck und Korcsmar für Zulj –, konnten das Blatt nicht mehr zugunsten der SpVgg wenden. Im Gegenteil: Zum Ende des Spiels hin hatte der SV 98 noch einige Chancen, vor allem nach mehreren Eckbällen. Zum Glück trafen die Lilien aber genauso schlecht wie die Kleeblätter.
Schade, ein Sieg der Spielvereinigung wäre drin gewesen und hätte uns den Nikolaus-Tag versüßt. Nun müssen wir uns mit einem Punkt trösten – und vielleicht auch mit einem Schokoladen-Nikolaus in Weiß-Grün. Schokolade macht schließlich auch glücklich.