Tripic nach Disco-Sturz schwer verletzt

Die Hiobsbotschaften bei der Spielvereinigung reißen nicht ab. Gestern gab der Verein in einer kurzen Mitteilung bekannt, dass der Kleeblattspieler Zlatko Tripic für längere Zeit ausfallen wird. Der Grund ist ein Sturz in einem Nürnberger Nachtclub, bei dem sich Tripic schwer verletzt hat.
Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag. Aus bisher ungeklärten Gründen ist der 23-Jährige von einer Empore in der Diskothek „Indabahn“ am Nürnberger Hauptbahnhof mehrere Meter in die Tiefe gestürzt. Der Fürther Stürmer zog sich dabei schwere Verletzungen im Kopf- und Wirbelsäulenbereich zu.
Inzwischen gibt es Informationen, wie der Unfall passierte: Laut Bundespolizei war es in der Diskothek gegen 2.30 Uhr zu einer Schlägerei zwischen mehreren Männern gekommen, an der Tripic allerdings nicht beteiligt war. Der 23-Jährige habe sich laut Zeugenaussagen von der Schlägerei entfernt und wollte sich auf einem Sofa in Sicherheit bringen. Als ein Tisch gegen das Sofa krachte, habe er das Gleichgewicht verloren und sei drei oder vier Meter in die Tiefe gestürzt. Mit einem Krankenwagen war Tripic dann sofort in ein Nürnberger Krankenhaus gebracht worden.

Zlatko Tripić wurde 1992 in Rijeka, Kroatien geboren, wuchs jedoch im norwegischen Lyngdal auf. Er besitzt neben der norwegischen auch die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft. Er steht seit Januar 2015 bei der Spielvereinigung unter Vertrag und kam in dieser Saison bisher 14 mal zum Einsatz.

In der Vergangenheit hatten ja bereits Ilir Azemi und Stefan Thesker (der aktuell an Twente Enschede ausgeliehen ist) mit Disco-Besuchen für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Azemi war im August 2014 nach dem Feiern in einem Club schwer mit seinem Auto in Fürth verunglückt. Stefan Thesker hatte sich Mitte Dezember vergangenen Jahres in der Nürnberger Diskothek „Mach 1“ daneben benommen: Erst soll er dort nach dem 1:2 seines Teams gegen RB Leipzig (Thesker saß 90 Minuten auf der Bank) mit einer Frau gestritten haben. Dann wurde er vom Sicherheitspersonal nach draußen komplimentiert. Auf der Straße pöbelte Thesker den Türsteher an: „Was willst du? Verdienst 2000 Euro im Monat, du Wichser.“ Anschließend zückte er sein Portemonnaie, holte einen Packen Geldnoten heraus und schmiss mit 20-Euro-Scheinen um sich.

Warum Kleeblatt-Profis gerade in Nürnberger Discos so ausgelassen abfeiern, bleibt den Fürther Fans ein Rätsel.

BILD-Zeitung überschreitet Grenzen

SpVgg Greuther Fürth II - TSV BuchbachAm letzten Samstag hat sich der Kleeblatt-Keeper Bastian Lerch beim Punktspiel der Regionalliga-Mannschaft der SpVgg gegen den TSV Buchbach schwer am Kopf verletzt. Der 19-Jährige erlitt bei einem heftigen Zusammenprall mit einem Gegenspieler (der traf Lerch mit den Stollen an der Stirn, das Foto oben entstand kurz vor dem Unfall) ein offenes Schädel-Hirn-Trauma, das noch am gleichen Tag im Uni-Klinikum Erlangen in einem neurochirurgischen Eingriff operiert wurde. Bastian Lerch konnte am Montag die Intensivstation verlassen. „Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten gibt es aktuell keine Anzeichen, dass Spätfolgen zurückbleiben, die Operation ist trotz der Schwere der Verletzung gut verlaufen“, so der Sportdirektor der SpVgg, Martin Meichelbeck, auf der Website des Vereins. „Basti wird die Woche noch im Klinikum verbringen, braucht jetzt und auch in den folgenden Tagen absolute Ruhe. Außerdem hat er für die kommenden Wochen ein absolutes Sportverbot…Wir bitten auch alle Medienvertreter, dem jungen Mann nach dieser schweren Verletzung erstmal Ruhe zu gewähren. Sollte es Neuigkeiten geben, werden wir die selbstverständlich rechtzeitig und von uns aus kommunizieren.“

So weit so gut. Allerdings hatte ein Reporter der BILD gestern nichts Besseres zu tun, als sich in die Erlanger Uniklinik zu begeben und dort zu „recherchieren“, wie es Bastian Lerch geht. Ein unsägliches rücksichtsloses Verhalten, für das keine ernstzunehmende Journalistin oder Journalist Verständnis haben kann. Dazu die Stellungnahme der Verantwortlichen der Spielvereinigung, die wir hier im Wortlaut abdrucken und der nichts hinzuzufügen ist:

„Boulevard-Journalismus ist sicherlich polarisierend. Schwarz und Weiß, verkürzte Darstellungen – diese Form der Berichterstattung wird seit jeher immer wieder kontrovers diskutiert, aber eben auch von vielen Menschen konsumiert. Am Montag wurde allerdings im Fall Bastian Lerch eine Grenze überschritten, die die Verantwortlichen der SpVgg Greuther Fürth nicht hinnehmen wollen. Ein BILD-Reporter hat in der Uniklinik Erlangen den am Kopf operierten Bastian Lerch besucht oder besser gesagt überrumpelt. Zwar mit der Zustimmung des in dieser Situation wohl überforderten Spielerberaters, der unter Schock stehenden Eltern und des letztlich verdutzten Spielers, der gerade von der Intensivstation in eine normale Abteilung verlegt wurde.
Der Verein, der zuvor als Ansprechpartner diente, wurde über diesen Besuch erst nachträglich informiert und erfuhr erst am Nachmittag davon. Für die Verantwortlichen ist damit eine klare, moralische Grenze überschritten worden. Einen jungen Menschen, der erst Samstagnacht am Kopf einen neurochirurgischen Eingriff über sich ergehen lassen musste, und zwei geschockte Personen so zu überrumpeln, wollen wir als Verein nicht hinnehmen und werden deshalb unsere Konsequenzen daraus ziehen. Wir waren in unserer Kommunikation sehr offen, haben schon seit Sonntag diverse Medienanfragen ausführlich beantwortet und auch und gerade die dieses Reporters. Er wusste also, in welchem Zustand sich der Spieler befand. Warum man einen Spieler unmittelbar nach dessen Entlassung von der Intensivstation und gegen das Anraten der anwesenden Krankenschwestern dennoch mit dem Besuch unter Druck setzt, ist menschlich extrem fragwürdig. Noch am Montagabend wurde versucht, die Sichtweise des Vereins dem betreffenden Journalisten mitzuteilen. Eine Einsicht war dabei leider nicht zu erkennen.

Es geht hierbei – und das wollen wir ausdrücklich hervorheben – nicht um eine kritische Berichterstattung, die der Vereinsseite nicht gefällt. Es geht rein um moralische Fragen. Und was würde es bedeuten, wenn wir diese Form der Berichterstattung zulassen, beziehungsweise uns nicht dagegen zur Wehr setzen? Stimmen wir dann nicht indirekt diesem Vorgehen zu? Jeder Mensch, der schon mal in dieser Lage war, wird nachvollziehen können, dass in dieser Phase Besuch sicherlich gern gesehen ist: Familie, engste Angehörige und gute Freunde können einem Kraft geben. Aber will man in dieser Phase einem Medienvertreter Fragen beantworten und ein Foto machen? Kann man die Tragweite in dieser Phase einschätzen? Sorry, liebe BILD, diese Form des Sensationsjournalismus geht in unseren Augen überhaupt nicht. Spieler und Trainer werden immer nur als Hochleistungs-Maschine gesehen, in Hochzeiten bejubelt, in schlechten Phasen kritisiert. Damit muss man im Profifußball leben. In diesem Fall wollen wir das nicht. Es gibt Grenzen und die wurden dieses Mal deutlich überschritten.“

Inzwischen hat die BILD übrigens reagiert: Online-Chef Julian Reichelt erklärte via Twitter: „Vier Erwachsenen ihren Verstand abzusprechen – DAS ist eine moralische Grenzüberschreitung, @kleeblattfuerth!“ Und damit noch nicht genug: „Armselig, Fürth!“

Was ist bloß mit Asamoah los?

Das Ex-Kleeblatt Gerald Asamoah hat mehr als Glück gehabt: Er kam am frühen Sonntagmorgen mit seinem VW Phaeton in Nordrhein-Westfalen von der Straße ab, raste gegen einen Baum und schleuderte zurück auf die Straße. Am Auto entstand Totalschaden – und der Führerschein ist weg. Wie die „BILD“ gestern berichtete, war der 35-Jährige unter Alkoholeinfluss auf der Bahnhofstraße von Ratingen im Kreis Mettmann (Nordrhein-Westfalen) unterwegs, als er auf der langen und abschüssigen Geraden aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abkam. Asamoah ist mit der linken Wagenfront gegen eine Kastanie geprallt und zurück auf die Straße geschleudert worden. Bei dem Aufprall wurden das linke Rad von der Achse sowie die Fahrertür abgerissen. Asamoah kam offenbar mit leichten Verletzungen und Schnittwunden davon. Die Polizei soll eine Blutprobe von Asamoah genommen sowie Asas Führerschein und den demolierten, nicht mehr fahrbereiten Wagen beschlagnahmt haben. Der Gesamtschaden beläuft sich angeblich auf etwa 80.000 Euro.

Viele Kleeblattfans sind ja nach wie vor gefühlsmäßig eng mit dem Vize-Weltmeister Gerald Asamoah verbunden. Wir haben auch in unserem Blog während seiner Zeit bei der Spielvereinigung oft und gerne über ihn geschrieben. Gemeinsam mit dem damaligen Coach Mike Büskens war Asamoah eine Schlüsselfigur beim Aufstieg des Kleeblatts in die Bundesliga. Auf unserem Foto sieht man Asa bei der Aufstiegsfeier im April 2012 mit zwei Flaschen Bier, die er später bei der traditionellen „Bierdusche“ über seinen Teamkollegen verteilte.
Asamoah spielt in dieser Saison für die  zweite Mannschaft von Schalke 04 in der Regionalliga. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass er durch fragwürdiges Fahrverhalten auf sich aufmerksam macht. Im Februar 2007 war er in einem Baustellenbereich 105 km/h zu schnell gefahren. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten und 2009 einen Monat lang auf den Führerschein verzichten. Gut, dass bei dem Unfall am Wochenende wenigstens keine Personen zu Schaden kamen.