Zu harte Strafe für Jurgen Gjasula?

VfL Bochum - SpVgg Greuther FürthDie Begegnung am vergangenen Sonntag zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum verlief turbulent. Weniger wegen des 2:2-Endresultats als vielmehr wegen eines Platzverweises des Kleeblatt-Mittelfeldspielers Jurgen Gjasula. Das Fehlverhalten kommt ihn nun teuer zu stehen: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrt Jurgen Gjasula für die nächsten fünf Spiele. Gjasula hatte sich in der Nachspielzeit nach einem Schubser in den Rücken und gegen die Brust von Bochums Thomas Eisfeld zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Schiedsrichter Robert Schröder bestrafte Eisfeld für den Schubser lediglich mit Gelb. Gjasula zeigte er jedoch die Rote Karte und verwies ihn des Feldes. Der Referée hatte den spontanen Griff an Eisfelds Hinterkopf (Foto) als Tätlichkeit interpretiert. Gjasula reagierte daraufhin impulsiv: Er rempelte den Unparteiischen an und beleidigte beim Verlassen des Platzes den Schiedsrichterassistenten.

Das Urteil des DFB ist nicht nur drakonisch. Es hat zudem fatale Auswirkungen auf die Spielvereinigung: Der Mittelfeldmann wird bei fünf der restlichen sieben Zweitliga-Partien des Kleeblatts nicht im Kader sein. Gjasula, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu einer der Schlüsselfiguren des Kleeblatts entwickelt hat, machte vor allem wegen zielgenauer Flanken und Eckbälle auf sich aufmerksam. Ob das Kleeblatt den Verlust dieses Vorlegers lässig wegstecken kann, bleibt dahingestellt.

Auch Trainer Stefan Ruthenbeck kann die Länge der Sperre nicht nachvollziehen: „Er hat keinem den Fuß gebrochen, er hat keinen geschlagen, da sind fünf Wochen schon ein Brocken. Das ist zu viel. Das kann ich nicht nachvollziehen“, so der Kleeblattcoach gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Erst am vorletzten Spieltag am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern ist Gjasula also wieder spielberechtigt. Gegen das Urteil kann binnen eines Werktages mündlicher Einspruch beim DFB-Sportgericht eingelegt werden. Ich vermute mal, dass die Kleeblatt-Verantwortlichen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Das ausgesprochen harte Urteil wird auch in den Medien heiß diskutiert. So brachte es „Kleeblatt16“ in seinem Kommentar auf nordbayern.de auf den Punkt:

„Auch ich bin für eine Bestrafung. Aber alles sollte im Rahmen bleiben. Mit welchem Maß wird eigentlich gemessen. Wenn ein Spieler aus Bremen eine Kopf-ab-Geste seinem Gegenspieler zeigt wird er für zwei Spiele gesperrt. Und ein zugegebenermaßen hitzköpfiger Gjasula überreagiert dann fast die dreifache Strafe bekommt. – Alles überhaupt nicht mehr nachvollziehbar!“

Teurer Kleeblatt-Sieg im DFB-Pokal-Derby

Folgende  Meldung wird das Blut vieler Kleeblatt-Fans in Wallung bringen:
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Spielvereinigung auf Grund eines Fehlverhaltens ihrer Fans mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro belegt. Beim DFB-Pokalspiel am 20. Dezember 2011 in Nürnberg kam es vor dem Anpfiff im Fürther Fanblock zum Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen, zudem wurden aus dem Fürther Fanblock zwei Leuchtkugeln auf den Platz geschossen. Die SpVgg hat dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist somit rechtskräftig. Den Ermittlungsbehörden hat die Spielvereinigung bereits ihre Unterstützung bei der Identifizierung der Täter zugesagt. Sollten durch die polizeilichen Ermittlungen und die damit verbundene Auswertung des vorhandenen Foto- und Videomaterials die Verursacher ermittelt werden, will der Verein die Geldstrafe in vollem Umfang an die Täter weiterleiten.

Ich bin mal gespannt, wie der DFB die Ausschreitungen der Club-Fans beurteilen und sanktionieren wird. Denn nach dem Abpfiff ging es ja bekanntlich im Frankenstadion richig zur Sache. Freunde von mir – Kleebatt-Fans  – konnten sich nur mit Mühe schnell in Sicherheit bringen, um nicht von aufgebrachten Clubfans attackiert zu werden.