Gerechtigkeit mit Videobeweis?

Schiedsrichter Christian Dingert zeigt Julian Green die gelb-rote Karte

Jeder von uns kennt die Bilder aus dem Endspiel bei der Fußball-WM 1966 im Wembley-Stadion: War der Ball in der 101. Spielminute über der Linie des deutschen Tores von Keeper Hans Tilkowski gegangen? Oder doch nicht? Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied nach Rücksprache mit Linienrichter Tofiq Bəhramov auf Tor. So wurde England Weltmeister und den Deutschen der zweite Titel nach 1954 verwehrt. Das wäre vielleicht ganz anders gelaufen, hätte es da schon den Videoassistenten gegeben.

Der Videobeweis ist die Nutzung einer Videoaufnahme zur Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters. Zur Saison 2017/18 wurde er in der deutschen Bundesliga eingeführt, in Russland 2018 kam der Videobeweis bei einer Fußball-WM zum ersten Mal Einsatz. Ab der kommenden Spielzeit wird nun also auch die 2. Liga folgen. Strittige Szenen werden dann im „Kölner Keller“ (Video-Assist-Center, VAC) überprüft. Die Torlinien-Technik wird es in der zweiten Liga aber weiterhin nicht geben.

Auch beim Kleeblatt waren (falsche) Schiedsrichterentscheidungen in dieser Saison ein Aufreger. Ich erinnere an Gegentore aus dem Abseits beim 1. FC Köln und Union Berlin und den fragwürdigen Platzverweis für Julian Green im Spiel gegen den Hamburger SV (Foto: Sportfoto Zink).
Die Spielvereinigung muss für die Einführung des Videobeweises tief in die Vereinskasse greifen. Die Zweitligaklubs nehmen mindestens 180.000 Euro Mehrkosten pro Saison auf sich und müssen außerdem in Glasfaserkabel investieren. In den wenigsten Arenen der 2. Liga ist die Technik vorhanden, die für eine reibungslose Übertragung der Bilder nach Köln ohne zeitliche Verzögerung sorgen kann.

Von Fußballfunktionären und Fans wird der Videobeweis allerdings durchaus kritisch beurteilt. Es kam vor, dass er in das Geschehen eingriff, ohne dass eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters vorgelegen hatte. Auch die zum Teil lange Dauer, bis eine Spielsituation abschließend bewertet wurde, ist Gegenstand der Kritik. Wird man bei Toren in Zukunft erst dann enthusiastisch jubeln dürfen, wenn der Videobeweis für Anerkennung eines Treffers gesorgt hat? Und wird dann spontane Begeisterung bald nicht mehr in den Stadien zu beobachten sein?

Die „hilfsbereiten Geister“ vom Fürther Ronhof

Früher wäre es für behinderte Fußballfans mehr als schwierig gewesen, ein Spiel live im Stadion mitzuerleben. Wie kommt man hin? Wo kann man sitzen? Macht es für einen Blinden überhaupt Sinn, das Geschehen auf dem grünen Rasen nur zu hören?
All das stellt im Fürther Ronhof keine Probleme dar, die man nicht lösen könnte. Es gibt nämlich „gute Geister“, die Hilfestellung leisten. Mit zweien habe ich mich zu einem spannenden und informativen Gespräch in der Rodelbahn am Fürther Stadtpark (nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Stadion entfernt) getroffen: Die Behindertenbeauftragte der Spielvereinigung – Tanja Faltin – und Sebastian Weiß (Foto: KH). Die beiden engagieren sich mit Herzblut und viel Engagement. Tanja ist seit 12 Jahren, Sebastian seit fünf Jahren dabei, wenn es darum geht, gehandicapten Menschen einen entspannten Nachmittag im Ronhof zu ermöglichen. weiter lesen

Greuther-Weiber-Blog wieder online!

Unser Greuther-Weiber-Blog ist seit gestern wieder im Netz. Eine gute Nachricht. Einige unserer treuesten Leser/-innen riefen an oder mailten und wollten wissen, ob die Autorinnen wohl aufgrund der mäßigen sportlichen Ergebnisse der Spielvereinigung in der letzten Spielzeit frustriert wären und das Handtuch geschmissen hätten. Ganz im Gegenteil! Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hatte uns einen Streich gespielt, die NZ-Blogs waren deshalb 14 Tage offline. Und Tierorakel Daisy (Foto: KH) hat die Pause für so manches Schläfchen genutzt!

Beim Fürther Kleeblatt hat sich in den zwei Wochen einiges getan: Die einschneidendste Personalie ist wohl die Entscheidung von Helmut Hack, nach 22 Jahren unter das Thema „Spielvereinigung“ – zumindest in seiner Funktion als Präsident und Geschäftsführer – Ende Juli einen Strich zu ziehen. Jetzt hat man die Vereinsführung erst mal neu geordnet und Aufgaben anders gewichtet. Wie bisher wird auch weiterhin Holger Schwiewagner Geschäftsführer der Spielvereinigung bleiben. Daneben wird als Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi fungieren. Die Fürther Führungsmannschaft komplettieren der Direktor Finanzen Dirk Weißert und Martin Meichelbeck als Technischer Direktor. Wer das Kleeblatt in Zukunft nach außen und innen als Kopf leiten wird, ist noch nicht raus.

Welche Spieler dem Kleeblatt in der neuen Saison 2018/19 nicht mehr zur Verfügung stehen, darüber haben wir in unserem Posting „Verein macht Tabula rasa im Fürther Ronhof“ schon gebloggt. Sicher ist inzwischen, dass Mario Maloca, Kapitän Marco Caligiuri und Daniel Steininger weiter im weiß-grünen Kader stehen werden. Außerdem hat die SpVgg die Option bei Lukas Gugganig gezogen. Der österreichische Defensivspieler wurde vom Verein für ein weiteres Jahr gebunden.
Ansonsten gibt es in der Gerüchteküche rund ums Kleeblatt im Moment keine News. Aber da wir jetzt wieder bloggen können, was das Zeug hält, können unsere Leser sicher sein: Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Laxe Spielvereinigung steht am Abgrund!

964 Blogbeiträge haben wir Greuther-Weiber seit Juli 2009 geschrieben. Wir haben alle Höhen und Tiefen der Spielvereinigung begleitet. Haben uns über den Aufstieg in die Bundesliga 2012 gefreut, den Abstieg ein Jahr später mit einem weinenden Auge kommentiert. Und uns viel „rund ums Kleeblatt“ einfallen lassen. Und immer schlug unser Herz weiß-grün. Auch wenn wir oft so empfunden haben wie auf dem Plakat oben zu lesen ist.

Aber jetzt – wenige Tage vor Ende der Saison 2017/18 – sind wir zum ersten Mal ernsthaft enttäuscht und gefrustet. Am kommenden Sonntag muss die SpVgg beim letzten Auswärtsspiel gegen den 1. SC Heidenheim unbedingt gewinnen und drei Punkte einfahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben, in der Zweiten Liga zu bleiben. Bei einem Fürther Unentschieden und der Niederlage von Eintracht Braunschweig könnte sich das Kleeblatt auf den Relegationsplatz retten (das wäre für den Verein auch nicht leicht, denn der Gegner Karlsruher SC war schon immer eine harte Nuss). Diese Option bestünde auch auch bei einigen anderen Ergebnissen – wir gehen jetzt nichts ins Detail. Auf jeden Fall kann sich das Kleeblatt aus eigener Kraft nur mit einem Sieg vor dem Abstieg in die Dritte Liga retten.

Was uns in dieser Spielzeit und in der jetztigen Situation einfach nervt, ist die offensichtliche Laxheit und das mangelnde Identifikationsgefühl einiger Spieler, denen der Abstieg in die Dritte Liga offenbar am A… vorbei geht. Sie werden mit Sicherheit wenige Stunden nach dem Abstieg am Sonntag  ihre Berater kontaktieren und sondieren, welche anderen Vereine an ihnen interessiert sind. Wirklich engagiert scheinen einem Außenstehenden im Moment eigentlich nur Sascha Burchert, Maximilian Wittek und Marco Caligiuri.

Und auch die frohe Botschaft, die der Verein jetzt publiziert – dass wichtige Sponsoren wie Thomas Sommer und Martin Bauer der Spielvereinigung beim Abstieg die Treue halten und ihre Finanzspritzen nicht kündigen würden -, zeigt überdeutlich:  Selbst die Vereinsspitze glaubt wohl nicht mehr daran, dass das Kleeblatt zweitklassig bleibt.

Also, liebe Spieler, reißt Euch doch bitte am Sonntag in Heidenheim endlich mal am Riemen, wachst über Eure Möglichkeiten hinaus und siegt! Denn ein drittklassiges Kleeblatt ist für Fürth wahrlich kein Aushängeschild!

Es wäre so schön gewesen!

Heute Nachmittag hat die Spielvereinigung beim Zweitligakollegen VfL Bochum ein Testspiel vor 150 Zuschauern mit 0:3 verloren. Schade, aber es ging ja um nichts.
Auf der Vereins-Website war dann allerdings dieses Ergebnis zu sehen. Ich denke mal, hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Beziehungsweise des Autors.

Neuer Trainer soll das Kleeblatt retten

Jetzt ist das eingetreten, was viele Kleeblattfans seit Wochen befürchtet bzw. gefordert haben: Der Verein und Stefan Ruthenbeck gehen künftig getrennte Wege. Das Amt des Cheftrainers übernimmt ab sofort Janos Radoki (Foto). Der 44-jährige arbeitete bisher als U19-Trainer beim Kleeblatt. Der frühere Profi – unter anderem beim FC Augsburg, der SpVgg und dem SSV Ulm – besitzt die Fußballlehrer-Lizenz und leitete zuletzt die Fürther A-Jugend. Co-Trainer ist Mirko Dickhaut, der zuletzt die 2. Mannschaft des SC Paderborn coachte und von 2013 bis 2015 als Co-Trainer im Ronhof aktiv war.

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und einer bescheidenen Ausbeute von 14 Punkten aus 13 Partien belegt das Kleeblatt aktuell Rang 13 der Zweiten Liga. Vom Relegationsplatz ist die Spielvereinigung gerade mal drei Zähler entfernt. „Unsere Situation ist kritisch und erfordert es, dass wir uns mit den Problemen auseinandersetzen, und das haben wir gemacht“, erklärte Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball. Präsident Helmut Hack wollte nach der schlechten Partie und der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger Dynamo Dresden offenbar schnell die Reißleine ziehen und Fakten schaffen.

Im Sommer 2015 war Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen nach Fürth gekommen. Mike Büskens – mit dem der SpVgg der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war – hatte dem Verein nach seiner zweiten Amtszeit den Rücken gekehrt. Stefan Ruthenbeck schien mit seiner ruhigen, bescheidenen, unspektakulären Art genau der Richtige für das Kleeblatt zu sein.  Doch jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem 44-Jährigen zu Ende.

Wie nordbayern.de meldet, habe es einige Gespräche zwischen dem Coach und den Verantwortlichen des Kleeblatts gegeben. Schon vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, das die SpVgg noch gewinnen konnte, gab es Gerüchte, dass man die weitere Kooperation mit Ruthenbeck in Frage stellen würde. Vielleicht war es diese Hinhaltetaktik, die Ruthenbeck letztlich dazu bewogen hat, seinen zum 30. Juni 2017 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Darüber hat Ruthenbeck die Vereinsspitze jetzt informiert. Darum, und weil man sich einig war, dass es das Beste sei, „wenn es einen neuen Impuls gibt“, hat man sich zur sofortigen Trennung entschlossen. Dies gelte auch für Co-Trainer Michael Schiele, teilte die Spielvereinigung mit.

Wir Greuther-Weiber finden das schade. Sicher war die sportliche Leistung der Spielvereinigung nicht gut, viele verlorene Spiele sprechen für sich. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich Helmut Hack einen guten Stürmer engagiert? Noch dazu ist der Weggang von Robert Zulj ja absehbar. Ein neuer Trainer von außen könnte es vielleicht schaffen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber den Trainerjob mit jemandem aus dem eigenen Haus zu lösen, halten wir für keine ideale Lösung. Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie die Mannschaft mit der neuen Situation umgeht.

Das ist wahre Treue: 70 Jahre Kleeblattfan

karola_keil_greutherweiberblogAls Karola Krebs 1928 geboren wurde, war die Spielvereinigung Fürth gerade mal 25 Jahre alt. Heute ist die rüstige Wahl-Fürtherin (eigentlich hat sie in Frankfurt am Main das Licht der Welt erblickt, ist aber dann in der Fürther Amalienstraße groß geworden) mit 88 Jahren nach wie vor eingefleischter Kleeblattfan. Karola Keil (wie sie heute heißt) wohnt in einem Seniorenheim nahe der Foerstermühle und verfolgt mit Interesse die sportlichen Erfolge und Begebenheiten rund um die SpVgg. Spontan sagte sie zu, uns für den Greuther-Weiber-Blog ein Interview zu geben.

In den Verein eingetreten ist Frau Keil 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich interessierte sie sich mehr für Hockey, dann fürs Schwimmen und hat als Trainerin viele Kinder für das kühle Nass begeistern können.
Das Kleeblatt und der Fürther Fußball sind aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Ihre Lieblingsspieler? Allen voran Ex-Nationalspieler Richard Gottinger, der 630 mal fürs Kleeblatt auflief, und zwar zwischen 1947 und 1962. Und natürlich Herbert „Ertl“ Erhardt, der während seiner aktiven Zeit bei der SpVgg 50 Länderspiele für Deutschland bestritt und an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Last but not least Keeper Roland Kastner.
Karola Keils Stammplatz im Ronhof war immer auf der Gegengeraden, Block G, Reihe 14, Sitz 26. Bis vor wenigen Jahren versuchte sie, bei möglichst vielen Heimspielen im Stadion zu sein, um „ihre“ Mannschaft anzufeuern. Heute kann sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dem Kleeblatt nur noch aus der Ferne die Daumen drücken. Sie hofft aber, bald wieder gemeinsam mit ihrer Familie bei einem Spiel dabeisein zu können.

Riesengroß war Frau Keils Freude, als die SpVgg 2012 in den deutschen Fußball-Olymp – die Bundesliga – aufstieg. Ob es diese Saison wieder klappen könnte? – Karola Keil ist skeptisch. Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter, die am Ende dieser Spielzeit die SpVgg auf dem zweiten und den Club auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga sieht. Aber dass in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial steckt, davon ist die ältere Dame überzeugt. Beweis: Der 2:1-Derbysieg gegen den Club in der vergangenen Woche.

Karola Keil besitzt viele Fanutensilien, besonders stolz ist sie auf ihr Hesl-Trikot mit der Rückennummer 1 (Foto), auf dem alle Kleebattspieler unterschrieben haben. Gerne erinnert sie sich an den bei einer Verlosung (Losnummer 8) gewonnenen Nachmittag am Grünen Markt, wo sie mit dem damaligen Torhüter Wolfgang Hesl Eis essen war.

70 Jahre Kleeblattfan – wenn das nichts ist! Im November 2016 wird Karola Keil vom Verein für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft und ihr Engagement offiziell geehrt. Darüber freut sich auch die Familie, denn Frau Keils weiß-grüne Liebe und die Begeisterung für die Spielvereinigung teilen seit langem auch ihre Kinder, Enkel und Freunde. Und alle hoffen, dass beim nächsten Besuch von Karola Keil im Fürther Ronhof ein haushoher Sieg des Kleeblatts gefeiert werden kann. Oder vielleicht sogar noch mehr!?!

Schon wieder Unruhe beim Kleeblatt

Das neue Jahr 2016 hat gerade erst begonnen, und schon gerät die Spielvereinigung wieder in die Schlagzeilen: Überraschend hat der Sportdirektor Profifußball Michael Mutzel (Foto) entschieden, sein Amt zum 31. Dezember aus „familiären Gründen“ nicht weiterzuführen. Die Spielvereinigung  – so ist es der Webseite des Vereins zu entnehmen – hat diesem Wunsch entsprochen. Präsident Helmut Hack: „Der Wunsch von Michael Mutzel kam für uns überraschend. Dennoch haben wir Verständnis und respektieren seine Entscheidung.“ Michael Mutzel: „Ich bedanke mich für die spannende und lehrreiche Zeit, in der ich enorm gefördert wurde. Ich wünsche der Spielvereinigung sowohl für die laufende Spielzeit aber auch für die weitere Zukunft nur das Allerbeste.“
Und schon gibt es einen Nachfolger: Ramazan Yildirim übernimmt Mutzels Job. Der 40-Jährige arbeitet bereits seit knapp zwei Jahren für die Spielvereinigung im Bereich Scouting und war für das Kleeblatt schon als Spiele- und Spielerbeobachter tätig. Der frühere Profi (unter anderem: Rot-Weiss Essen, Kickers Offenbach und Eintracht Braunschweig) erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2018. Ramazan Yıldırım (1975 in Peine, Deutschland, geboren) ist ehemaliger türkischer Fußballspieler. Er spielte auf der rechten Außenbahn bevorzugt im Mittelfeld.

Wieso es intern beim Kleeblatt immer wieder zur Unruhe kommt, ist für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Ob es am Präsidenten Helmut Hack liegt, dessen Führungsstil manchmal kritisiert wird? Oder ob zwischen anderen Personen in der Führungsriege des Kleeblatts die Chemie nicht stimmt? Sicher ist, dass die Nerven bei den Verantwortlichen, den Spielern und Fans nach dem mäßigen sportlichen Erfolg gerade blank liegen. Vielleicht bietet die Winterpause gute Chancen, wieder Stabilität reinzubekommen.

Schwächelt der Dauerkartenverkauf beim Kleeblatt?

86d3aaa947Von der Spielvereinigung wird eine freudige Nachricht publiziert:“Insgesamt 6 255 Kleeblatt-Fans sicherten sich für die noch junge Spielzeit ihren ‚Stammplatz‘. Als kleines Dankeschön wurden die Besitzer eines Saisontickets in dieser Woche per Mail angeschrieben und erhielten dabei einen 5-Euro-Gutschein für Fanartikel oder Tickets der SpVgg Greuther Fürth.“ Die Zahl 6 255 klingt auf den ersten Blick nicht allzu hoch. Sie ist es auch nicht! Erinnern wir uns an die Spielzeit 2014, wo die „Mission 7000“ viele Fürther Fußballfans motivieren sollte, sich eine Dauerkarte für die Zweite Liga zuzulegen. Das Ergebnis ließ sich sehen: Immerhin 7 250 Dauerkarten gingen über den Tisch.
Ganz zu schweigen von der ersten und bislang einzigen Bundesliga-Saison des Kleeblatts 2012/13: Sage und schreibe 13 000 Dauerkarten wurden damals verkauft. Ein echter Rekord.

Woran mag also die Zurückhaltung in dieser Spielzeit 2015/16 beim Dauerkartenkauf liegen? Ist es die mäßige Leistung der Mannschaft in der letzten Saison? Ist es eine allgemeine „Fußballverdrossenheit“ in Fürth? Oder die Perspektive, dass die Haupttribüne bald abgerissen und neu gebaut wird, und dann zweifellos einige Stammplätze und Stadionbereiche neu definiert werden?
Schwer zu sagen. Fest steht, dass das Kleeblatt aktuell an vielen Fronten zu kämpfen hat. Mit seiner nicht allzu guten sportlichen Leistung, den fehlenden Erfolgen. Und dem schwindenden Interesse der Zuschauer, im Fürther Ronhof live Spiele anzuschauen. Darüber können weder die warmen Worte des Vereins noch das freundliche Gesicht von Trainer Stefan Ruthenbeck (Foto von der Vereins-Website) hinwegtäuschen: „Die Spielvereinigung möchte sich bei allen Dauerkartenbesitzern recht herzlich für diese Treue bedanken.“

Rappelt’s bald in der Kleeblatt-Kasse?

Als Abdul Rahman Baba im August 2012 zur Spielvereinigung kam, machte nicht nur ich mir große Hoffungen, dass das Kleeblatt durch ihn einen wichtigen Impuls bekommen könnte. Doch er entwickelte sich zur Enttäuschung. Oft wurde er gar nicht aufgestellt, ein ums andere Mal drückte er die Fürther Ersatzbank. Und machte – ich erinnere mich an das für den Nicht-Wiederaufstieg in die Bundesliga entscheidende Spiel gegen 1860 München, das die SpVgg mit 1:2 verlor – einen mehr als gelangweilten Eindruck. Oft reagierten verärgerte Zuschauer im Stadion auf Babas fehlende sportliche Leistung mit Pfiffen und Unmutsbekundungen.
Dann: Das Lokalderby gegen den Club am 11. August 2014 (2. Spieltag). Ausgerechnet da gelangen ihm seine ersten beiden Tore für die SpVgg. Beim 5:1-Erfolg der SpVgg traf er zur 1:0-Führung in der achten Minute und zum 3:1 in der 57. Minute. In dieser Partie war Baba allerdings nicht als Außenverteidiger, sondern als Mittelfeldspieler aufgestellt. Baba schien wie ausgewechselt. Ich bloggte damals euphorisch über Babas Höhenflug. Und die Kleeblattfans im Stadion erhofften sich eine tolle Saison 2014/15 mit dem Außenverteidiger Baba. Doch das war ein großer Irrtum. Am Tag nach dem Derby wurde bekanntgegeben, dass Baba zum Erstligisten FC Augsburg wechselt. Aus der Traum für Fürth.

Und jetzt? Der bevorstehende Wechsel von Augsburgs Linksverteidiger Baba zum FC Chelsea ist offenbar so gut wie perfekt. Der ghanaische Spieler wurde nach seiner Supersaison in Augsburg und der tollen Leistung beim Africa Cup von internationalen Vereinen heiß umworben. Anscheinend macht jetzt der englische Superverein um  Trainer José Mourinho das Rennen. Beim Kleeblatt würden beim Verkauf Babas die Vereinskassen wie wild klingeln. Der Rekordtransfer vom FCA zum FC Chelsea für geschätzte 25 Millionen Euro würde die Fürther Kassen sogar richtig voll machen. Denn der Verein hat sich wohlweislich beim Verkauf des Supertalents im letzten Sommer eine Transferbeteiligung gesichert. Nach Informationen unterschiedlicher Medien soll die Spielvereinigung zwischen 15 und 25 Prozent des Transfererlöses bekommen. Das macht bei 25 Millionen Euro mindestens 3,75 Millionen Euro! Das wäre Fürths größte Transfereinnahme der Geschichte. Und das, ohne direkt beteiligt zu sein! Nicht übel, denn eine volle Kleeblattkasse würde die Möglichkeit von Neueinkäufen eröffnen. Denn bekanntlich ist ja bis zum 31. August die Transferperiode noch offen.