Es wäre so schön gewesen!

Heute Nachmittag hat die Spielvereinigung beim Zweitligakollegen VfL Bochum ein Testspiel vor 150 Zuschauern mit 0:3 verloren. Schade, aber es ging ja um nichts.
Auf der Vereins-Website war dann allerdings dieses Ergebnis zu sehen. Ich denke mal, hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Beziehungsweise des Autors.

Neuer Trainer soll das Kleeblatt retten

Jetzt ist das eingetreten, was viele Kleeblattfans seit Wochen befürchtet bzw. gefordert haben: Der Verein und Stefan Ruthenbeck gehen künftig getrennte Wege. Das Amt des Cheftrainers übernimmt ab sofort Janos Radoki (Foto). Der 44-jährige arbeitete bisher als U19-Trainer beim Kleeblatt. Der frühere Profi – unter anderem beim FC Augsburg, der SpVgg und dem SSV Ulm – besitzt die Fußballlehrer-Lizenz und leitete zuletzt die Fürther A-Jugend. Co-Trainer ist Mirko Dickhaut, der zuletzt die 2. Mannschaft des SC Paderborn coachte und von 2013 bis 2015 als Co-Trainer im Ronhof aktiv war.

Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen und einer bescheidenen Ausbeute von 14 Punkten aus 13 Partien belegt das Kleeblatt aktuell Rang 13 der Zweiten Liga. Vom Relegationsplatz ist die Spielvereinigung gerade mal drei Zähler entfernt. „Unsere Situation ist kritisch und erfordert es, dass wir uns mit den Problemen auseinandersetzen, und das haben wir gemacht“, erklärte Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball. Präsident Helmut Hack wollte nach der schlechten Partie und der 1:2-Niederlage am Sonntag beim Aufsteiger Dynamo Dresden offenbar schnell die Reißleine ziehen und Fakten schaffen.

Im Sommer 2015 war Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen nach Fürth gekommen. Mike Büskens – mit dem der SpVgg der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war – hatte dem Verein nach seiner zweiten Amtszeit den Rücken gekehrt. Stefan Ruthenbeck schien mit seiner ruhigen, bescheidenen, unspektakulären Art genau der Richtige für das Kleeblatt zu sein.  Doch jetzt ist die Zusammenarbeit mit dem 44-Jährigen zu Ende.

Wie nordbayern.de meldet, habe es einige Gespräche zwischen dem Coach und den Verantwortlichen des Kleeblatts gegeben. Schon vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, das die SpVgg noch gewinnen konnte, gab es Gerüchte, dass man die weitere Kooperation mit Ruthenbeck in Frage stellen würde. Vielleicht war es diese Hinhaltetaktik, die Ruthenbeck letztlich dazu bewogen hat, seinen zum 30. Juni 2017 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern zu wollen. Darüber hat Ruthenbeck die Vereinsspitze jetzt informiert. Darum, und weil man sich einig war, dass es das Beste sei, „wenn es einen neuen Impuls gibt“, hat man sich zur sofortigen Trennung entschlossen. Dies gelte auch für Co-Trainer Michael Schiele, teilte die Spielvereinigung mit.

Wir Greuther-Weiber finden das schade. Sicher war die sportliche Leistung der Spielvereinigung nicht gut, viele verlorene Spiele sprechen für sich. Aber wäre es nicht endlich an der Zeit, dass sich Helmut Hack einen guten Stürmer engagiert? Noch dazu ist der Weggang von Robert Zulj ja absehbar. Ein neuer Trainer von außen könnte es vielleicht schaffen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Aber den Trainerjob mit jemandem aus dem eigenen Haus zu lösen, halten wir für keine ideale Lösung. Bis zur Winterpause wird sich zeigen, wie die Mannschaft mit der neuen Situation umgeht.

Das ist wahre Treue: 70 Jahre Kleeblattfan

karola_keil_greutherweiberblogAls Karola Krebs 1928 geboren wurde, war die Spielvereinigung Fürth gerade mal 25 Jahre alt. Heute ist die rüstige Wahl-Fürtherin (eigentlich hat sie in Frankfurt am Main das Licht der Welt erblickt, ist aber dann in der Fürther Amalienstraße groß geworden) mit 88 Jahren nach wie vor eingefleischter Kleeblattfan. Karola Keil (wie sie heute heißt) wohnt in einem Seniorenheim nahe der Foerstermühle und verfolgt mit Interesse die sportlichen Erfolge und Begebenheiten rund um die SpVgg. Spontan sagte sie zu, uns für den Greuther-Weiber-Blog ein Interview zu geben.

In den Verein eingetreten ist Frau Keil 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich interessierte sie sich mehr für Hockey, dann fürs Schwimmen und hat als Trainerin viele Kinder für das kühle Nass begeistern können.
Das Kleeblatt und der Fürther Fußball sind aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Ihre Lieblingsspieler? Allen voran Ex-Nationalspieler Richard Gottinger, der 630 mal fürs Kleeblatt auflief, und zwar zwischen 1947 und 1962. Und natürlich Herbert „Ertl“ Erhardt, der während seiner aktiven Zeit bei der SpVgg 50 Länderspiele für Deutschland bestritt und an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Last but not least Keeper Roland Kastner.
Karola Keils Stammplatz im Ronhof war immer auf der Gegengeraden, Block G, Reihe 14, Sitz 26. Bis vor wenigen Jahren versuchte sie, bei möglichst vielen Heimspielen im Stadion zu sein, um „ihre“ Mannschaft anzufeuern. Heute kann sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dem Kleeblatt nur noch aus der Ferne die Daumen drücken. Sie hofft aber, bald wieder gemeinsam mit ihrer Familie bei einem Spiel dabeisein zu können.

Riesengroß war Frau Keils Freude, als die SpVgg 2012 in den deutschen Fußball-Olymp – die Bundesliga – aufstieg. Ob es diese Saison wieder klappen könnte? – Karola Keil ist skeptisch. Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter, die am Ende dieser Spielzeit die SpVgg auf dem zweiten und den Club auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga sieht. Aber dass in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial steckt, davon ist die ältere Dame überzeugt. Beweis: Der 2:1-Derbysieg gegen den Club in der vergangenen Woche.

Karola Keil besitzt viele Fanutensilien, besonders stolz ist sie auf ihr Hesl-Trikot mit der Rückennummer 1 (Foto), auf dem alle Kleebattspieler unterschrieben haben. Gerne erinnert sie sich an den bei einer Verlosung (Losnummer 8) gewonnenen Nachmittag am Grünen Markt, wo sie mit dem damaligen Torhüter Wolfgang Hesl Eis essen war.

70 Jahre Kleeblattfan – wenn das nichts ist! Im November 2016 wird Karola Keil vom Verein für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft und ihr Engagement offiziell geehrt. Darüber freut sich auch die Familie, denn Frau Keils weiß-grüne Liebe und die Begeisterung für die Spielvereinigung teilen seit langem auch ihre Kinder, Enkel und Freunde. Und alle hoffen, dass beim nächsten Besuch von Karola Keil im Fürther Ronhof ein haushoher Sieg des Kleeblatts gefeiert werden kann. Oder vielleicht sogar noch mehr!?!

Schon wieder Unruhe beim Kleeblatt

Das neue Jahr 2016 hat gerade erst begonnen, und schon gerät die Spielvereinigung wieder in die Schlagzeilen: Überraschend hat der Sportdirektor Profifußball Michael Mutzel (Foto) entschieden, sein Amt zum 31. Dezember aus „familiären Gründen“ nicht weiterzuführen. Die Spielvereinigung  – so ist es der Webseite des Vereins zu entnehmen – hat diesem Wunsch entsprochen. Präsident Helmut Hack: „Der Wunsch von Michael Mutzel kam für uns überraschend. Dennoch haben wir Verständnis und respektieren seine Entscheidung.“ Michael Mutzel: „Ich bedanke mich für die spannende und lehrreiche Zeit, in der ich enorm gefördert wurde. Ich wünsche der Spielvereinigung sowohl für die laufende Spielzeit aber auch für die weitere Zukunft nur das Allerbeste.“
Und schon gibt es einen Nachfolger: Ramazan Yildirim übernimmt Mutzels Job. Der 40-Jährige arbeitet bereits seit knapp zwei Jahren für die Spielvereinigung im Bereich Scouting und war für das Kleeblatt schon als Spiele- und Spielerbeobachter tätig. Der frühere Profi (unter anderem: Rot-Weiss Essen, Kickers Offenbach und Eintracht Braunschweig) erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2018. Ramazan Yıldırım (1975 in Peine, Deutschland, geboren) ist ehemaliger türkischer Fußballspieler. Er spielte auf der rechten Außenbahn bevorzugt im Mittelfeld.

Wieso es intern beim Kleeblatt immer wieder zur Unruhe kommt, ist für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Ob es am Präsidenten Helmut Hack liegt, dessen Führungsstil manchmal kritisiert wird? Oder ob zwischen anderen Personen in der Führungsriege des Kleeblatts die Chemie nicht stimmt? Sicher ist, dass die Nerven bei den Verantwortlichen, den Spielern und Fans nach dem mäßigen sportlichen Erfolg gerade blank liegen. Vielleicht bietet die Winterpause gute Chancen, wieder Stabilität reinzubekommen.

Schwächelt der Dauerkartenverkauf beim Kleeblatt?

86d3aaa947Von der Spielvereinigung wird eine freudige Nachricht publiziert:“Insgesamt 6 255 Kleeblatt-Fans sicherten sich für die noch junge Spielzeit ihren ‚Stammplatz‘. Als kleines Dankeschön wurden die Besitzer eines Saisontickets in dieser Woche per Mail angeschrieben und erhielten dabei einen 5-Euro-Gutschein für Fanartikel oder Tickets der SpVgg Greuther Fürth.“ Die Zahl 6 255 klingt auf den ersten Blick nicht allzu hoch. Sie ist es auch nicht! Erinnern wir uns an die Spielzeit 2014, wo die „Mission 7000“ viele Fürther Fußballfans motivieren sollte, sich eine Dauerkarte für die Zweite Liga zuzulegen. Das Ergebnis ließ sich sehen: Immerhin 7 250 Dauerkarten gingen über den Tisch.
Ganz zu schweigen von der ersten und bislang einzigen Bundesliga-Saison des Kleeblatts 2012/13: Sage und schreibe 13 000 Dauerkarten wurden damals verkauft. Ein echter Rekord.

Woran mag also die Zurückhaltung in dieser Spielzeit 2015/16 beim Dauerkartenkauf liegen? Ist es die mäßige Leistung der Mannschaft in der letzten Saison? Ist es eine allgemeine „Fußballverdrossenheit“ in Fürth? Oder die Perspektive, dass die Haupttribüne bald abgerissen und neu gebaut wird, und dann zweifellos einige Stammplätze und Stadionbereiche neu definiert werden?
Schwer zu sagen. Fest steht, dass das Kleeblatt aktuell an vielen Fronten zu kämpfen hat. Mit seiner nicht allzu guten sportlichen Leistung, den fehlenden Erfolgen. Und dem schwindenden Interesse der Zuschauer, im Fürther Ronhof live Spiele anzuschauen. Darüber können weder die warmen Worte des Vereins noch das freundliche Gesicht von Trainer Stefan Ruthenbeck (Foto von der Vereins-Website) hinwegtäuschen: „Die Spielvereinigung möchte sich bei allen Dauerkartenbesitzern recht herzlich für diese Treue bedanken.“

Rappelt’s bald in der Kleeblatt-Kasse?

Als Abdul Rahman Baba im August 2012 zur Spielvereinigung kam, machte nicht nur ich mir große Hoffungen, dass das Kleeblatt durch ihn einen wichtigen Impuls bekommen könnte. Doch er entwickelte sich zur Enttäuschung. Oft wurde er gar nicht aufgestellt, ein ums andere Mal drückte er die Fürther Ersatzbank. Und machte – ich erinnere mich an das für den Nicht-Wiederaufstieg in die Bundesliga entscheidende Spiel gegen 1860 München, das die SpVgg mit 1:2 verlor – einen mehr als gelangweilten Eindruck. Oft reagierten verärgerte Zuschauer im Stadion auf Babas fehlende sportliche Leistung mit Pfiffen und Unmutsbekundungen.
Dann: Das Lokalderby gegen den Club am 11. August 2014 (2. Spieltag). Ausgerechnet da gelangen ihm seine ersten beiden Tore für die SpVgg. Beim 5:1-Erfolg der SpVgg traf er zur 1:0-Führung in der achten Minute und zum 3:1 in der 57. Minute. In dieser Partie war Baba allerdings nicht als Außenverteidiger, sondern als Mittelfeldspieler aufgestellt. Baba schien wie ausgewechselt. Ich bloggte damals euphorisch über Babas Höhenflug. Und die Kleeblattfans im Stadion erhofften sich eine tolle Saison 2014/15 mit dem Außenverteidiger Baba. Doch das war ein großer Irrtum. Am Tag nach dem Derby wurde bekanntgegeben, dass Baba zum Erstligisten FC Augsburg wechselt. Aus der Traum für Fürth.

Und jetzt? Der bevorstehende Wechsel von Augsburgs Linksverteidiger Baba zum FC Chelsea ist offenbar so gut wie perfekt. Der ghanaische Spieler wurde nach seiner Supersaison in Augsburg und der tollen Leistung beim Africa Cup von internationalen Vereinen heiß umworben. Anscheinend macht jetzt der englische Superverein um  Trainer José Mourinho das Rennen. Beim Kleeblatt würden beim Verkauf Babas die Vereinskassen wie wild klingeln. Der Rekordtransfer vom FCA zum FC Chelsea für geschätzte 25 Millionen Euro würde die Fürther Kassen sogar richtig voll machen. Denn der Verein hat sich wohlweislich beim Verkauf des Supertalents im letzten Sommer eine Transferbeteiligung gesichert. Nach Informationen unterschiedlicher Medien soll die Spielvereinigung zwischen 15 und 25 Prozent des Transfererlöses bekommen. Das macht bei 25 Millionen Euro mindestens 3,75 Millionen Euro! Das wäre Fürths größte Transfereinnahme der Geschichte. Und das, ohne direkt beteiligt zu sein! Nicht übel, denn eine volle Kleeblattkasse würde die Möglichkeit von Neueinkäufen eröffnen. Denn bekanntlich ist ja bis zum 31. August die Transferperiode noch offen.