Markus Söder: So kann man Fußballvereine retten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Foto: Stefan Hippel) hat Bundesliga-Profis dazu aufgerufen, auf Millionen zu verzichten, um ihren Vereinen in der Corona-Krise zu helfen. Seiner Ansicht nach sei das momentan nicht die zentrale Aufgabe der Politik: „Ganz ehrlich: Es ist nicht die wichtigste und vordringlichste Aufgabe jetzt, dafür zu sorgen, dass die Profivereine wirtschaftlich überleben können“, so Söder in einem Live-Interview der „Bild“-Zeitung. Wichtiger sei nun die Sicherstellung der medizinischen Versorgung.
„Ich fände es in Ordnung, wenn Spieler, die ganz große Gehälter bekommen, zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes gegenüber ihrem Arbeitgeber, ihren Vereinen, ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld“, erklärte Söder, nachdem er am Montagmorgen den Katastrophenfall für das Land Bayern ausgerufen hatte. Um die Phase jetzt zu überbrücken, sei Solidarität nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern gefragt. „Deswegen wäre vielleicht jetzt mal die Idee, dass da jeder seinen Beitrag macht, damit sein Verein, die Liga und der Sport auch dann wieder stattfinden kann, wenn – so hoffen wir – die Krise überwunden wurde.“

Der Geschäftsführer Christian Seifert  der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte am Montag nach der Krisensitzung der Profiklubs in Frankfurt/Main im Hinblick auf das Coronavirus die existenziellen Sorgen der Vereine betont. Es ginge für viele mittlere und kleine Vereine in der Bundesliga und Zweiten Liga ums Überleben, Zehntausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, wenn die Medien-Einnahmen, Sponsorengelder und Zuschauereinnahmen wegbrechen sollten. Nach der Mitgliederversammlung hatte die DFL am Montag bekanntgegeben, dass die beiden Ligen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens 2. April unterbrechen.

Auch für die Spielvereinigung würde es bei einer längeren Phase von Spielaussetzungen finanziell eng. „Der Fußball und die ganze Gesellschaft müssen in dieser außergewöhnlichen Situation fest zusammenstehen. Mehr denn je“, so Geschäftsführer Holger Schwiewagner auf der Website der SpVgg. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Letztlich können wir alle nicht genau abschätzen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt“, meint Rachid Azzouzi, der Geschäftsführer Sport.

Auch FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte auf die finanziellen Einbußen der Klubs aus der Ersten und Zweiten Bundesliga hingewiesen. Ausbleibende TV-Gelder sorgen durch die Zwangspause für große Löcher in den Etats. „Wenn diese Zahlung ausbleiben würde, wäre zu erwarten, dass zumindest viele kleine und mittlere Vereine finanzielle Probleme kriegen würden“, sagte er. Es stehe außerdem schon „ein größer dreistelliger Millionenbetrag im Feuer“.

Fanrandale: Hitparade der Geldstrafen

1. FC Nürnberg - Eintracht FrankfurtAusschreitungen, Rauch, Pyrotechnik, Bengalos im Stadion. Das kam nicht nur bei einigen Spielen der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich vor. Nein, es gehört inzwischen leider auch zum Alltag in deutschen Stadien. Insgesamt 1.576.350 Euro mussten die deutschen Profiklubs der Ersten und Zweiten Liga in der Saison 2015/16 für Vergehen ihrer Anhänger bezahlen. Das Sportmagazin „kicker“ hat eine Art „Ranking“ in Sachen Bußgeld erstellt, die Fußballfans – auch Kleeblattanhängern in Fürth – zu denken geben sollte. Denn auch die Spielvereinigung musste für das negative Verhalten von Zuschauern teuer bezahlen. Zu den Vorkommnissen gehören unter anderem tätliche Auseinandersetzungen mit Polizei und Ordnungskräften, das Abbrennen von Pyrotechnik und gegnerischen Fanutensilien.
Hier also die „Hitparade“ der 20 am härtesten sanktionierten Vereine. Wir starten mit Platz 18 – den beiden Vereinen, die am wenigsten „bluten“ mussten:

18. Hertha BSC und VfL Bochum 30.000 Euro
17. MSV Duisburg 32.500 Euro
16. VfB Stuttgart 33.000 Euro
15. SpVgg Greuther Fürth 35.000 Euro
14. Karlsruher SC 44.000 Euro
13. FC Schalke 04 45.000 Euro
12. Dynamo Dresden 50.500 Euro
11. Fortuna Düsseldorf und FC Kaiserslautern 55.000 Euro
10. Eintracht Braunschweig 56.000 Euro
9. Bayern München 60.000 Euro
8. Hansa Rostock 66.000 Euro
7. Werder Bremen 67.500 Euro
6. Hamburger SV 74.000 Euro
5. Borussia Dortmund 75.000 Euro
4. 1.FC Nürnberg 98.000 Euro
3. VfL Wolfsburg 102.000 Euro
2. FC Magdeburg 118.000 Euro
1. Eintracht Frankfurt 175.000 Euro

Eintracht Frankfurt sicherte sich damit den zweifelhaften Titel des „Randale-Meisters“ 2015/16. Ein Hauptgrund dafür sind allerdings auch die beiden Relegationsspiele (Foto) des Beinaheabsteigers gegen den 1. FCN, bei denen es heiß herging: Der Frankfurter Traditionsverein wäre ansonsten hinter Magdeburg, Wolfsburg und dem Club auf Platz 4 gelandet.
Übrigens: Die Fans des FC Ingolstadt, von RB Leipzig, des FSV Frankfurt, des SV Sandhausen, von Sonnenhof Großaspach, Werder Bremen II, Mainz 05 II und dem VfB Stuttgart II ließen sich 2015/16 nichts zuschulden kommen.
Und wohin fließen die Bußgelder? In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB heißt es unter „Verwendung der Geldstrafen“: „Die verhängten Geldstrafen werden für gemeinnützige Zwecke des DFB oder seiner Mitgliedsverbände verwendet.“
Hier noch eine Bilderstrecke zum Thema bei „kicker“.

Das geht Kleeblattfans runter wie Öl!

Ewige_Tabelle

Bevor es Ende Juli wieder ernst wird in der Zweiten Liga, habe ich heute mal gute Nachichten. Obwohl die letzte Saison frustrierend verlief und vom Resultat her eher ein „Flop“ war, liegt die Spielvereinigung Greuther Fürth in der „Ewigen Tabelle“ der 2. Fußball-Bundesliga überraschenderweise auf einem hervorragenden zweiten Platz. Diese Ewige Tabelle  mit 122 Mannschaften ist eine statistische Auflistung aller Meisterschaftsspiele der 2. Fußball-Bundesliga seit ihrer Gründung 1974. Der Berechnung wird die Drei-Punkte-Regel zugrunde gelegt (drei Punkte pro Sieg, ein Punkt pro Unentschieden). Alemannia Aachen ist seit dem 7. Dezember 2009 Erster der ewigen Tabelle, außerdem ist der Verein seit 6. November 2011 der einzige, der mehr als 1000 Meisterschaftsspiele in der 2. Bundesliga absolviert hat. In der Tabelle werden die Vereine unter dem Namen geführt, unter dem sie zuletzt in der 2. Bundesliga gespielt haben.

Die SpVgg rangiert nach 27 Jahren und 922 Spielen mit sage und schreibe 1386 Punkten auf dem zweiten Platz. Hinter ihr liegt ganz knapp – nur zehn Punkte Rückstand – Fortuna Köln. Mit einigem Abstand folgen dann die Stuttgarter Kickers, Hannover 96 und der FC St. Pauli. Der fränkische „Erzfeind Nummer Eins“ – der 1. FC Nürnberg – belegt nach 15 Jahren mit 855 Punkten nur den 19. Rang.

Klar, vermutlich ist diese Tabelle ein wenig Augenwischerei. Denn naturgemäß hat ein Verein, der selten in der 2. Liga ist, sondern oft in der Ersten Bundesliga rangiert, weniger Punkte. Sehen wir uns die Ewige Tabelle der Bundesliga an, ist die SpVgg auf dem 50. Platz (von 55 Vereinen) zu finden. Denn das Kleeblatt hat nur eine Spielzeit lang in der Bundesliga gespielt.
Aber als echter Kleeblattanhänger kann man hier abstrahieren. Wir freuen wir uns auf eine erfolgreiche Saison 2015/16! Die Profis der Spielvereinigung sind fleißig am Trainieren und haben schon zwei Vorbereitungsspiele hinter sich. Das letzte gegen den ATSV Erlangen gewannen sie am Samstag glorreich mit 9:0.
Wer alle Fakten zur Ewigen Tabelle der Zweiten Fußball-Bundesliga will, der klickt einfach hier.