Trainerentscheidung endlich gefallen: Ruthenbeck kommt

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenDie Nachfolge von Mike Büskens hat sich als Zitterpartie gestaltet, doch jetzt ist die Trainerfrage bei der Spielvereinigung in trockenen Tüchern: Der neue Coach heißt Stefan Ruthenbeck. Der Weg des 43-Jährigen vom VfR Aalen ist freigeworden, weil die Aalener am Donnerstag Peter Vollmann als neuen Trainer präsentierten. Sowohl Ruthenbeck als auch sein bisheriger Co-Trainer Michael Schiele erhalten in Fürth einen Zweijahresvertrag.

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack musste sich nach dem „Beinahe-Abstieg“ der SpVgg schon einiges an Kritik gefallen lassen, weil die Trainerentscheidung gar so lange auf sich warten ließ. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Zweitligaabsteiger VfR Aalen waren – so Hack – schwierig. In der Pressemitteilung der SpVgg ist das so zu lesen:

„Ich habe mit Aalens Präsidenten Berndt-Ulrich Scholz in den vergangenen Wochen zahlreiche telefonische Unterredungen geführt. Es war für beide Seiten nicht leicht, eine Lösung zu finden, mit der beide am Ende leben können. Es war ein langer Weg, auf dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl notwendig war.“

Der gebürtige Kölner Ruthenbeck übernimmt schon am 22. Juni das Training beim Kleeblatt. Er freue sich auf die Arbeit beim Kleeblatt, sagt Ruthenbeck, der zwei Jahre lang die Zweitligamannschaft des VfR betreut hat, den Abstieg in der abgelaufenen Saison aber nicht verhindern konnte. Er hatte den Trainerjob in Aalen für die Saison 2013/14 übernommen, als Ralph Hasenhüttl zurückgetreten war. Zuvor war er Coach der U23 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Ich habe mal ein wenig recherchiert: Stefan Ruthenbeck ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Linz am Rhein. Bevor Ruthenbeck mit seinem Wechsel nach Aalen die Trainertätigkeit zum Hauptberuf machte, war er 17 Jahre lang als Chemikant bei einem Chemie-Unternehmen in Königswinter tätig. In seiner Freizeit hört er gerne Heavy Metal.

Als Nachfolger von Mike Büskens wird es Ruthenbeck hier in Fürth erst mal nicht leicht haben. Denn Büskens, der mit dem Kleeblatt den Bundesliga-Aufstieg geschafft hatte, ist für viele Fans nach wie vor der „Coach der Herzen“. Obwohl – und damit hat Büskens einiges von seinem Nimbus eingebüßt: Den Abstieg in die Dritte Liga konnte er nach 12 Spielen, die er nach der Entlassung von Frank Kramer seit Februar geleitet hat, nur mit der Schützenhilfe anderer Vereine verhindern.
Die Weichen beim Kleeblatt werden jetzt neu gestellt, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2015/16!

Profitiert das Kleeblatt von Aalens Punkteabzug?

Sollte die Spielvereinigung davon profitieren, dass durch einen formalen Akt einem Konkurrenten in Sachen Abstieg zwei Punkte abgezogen werden? VfR Aalen - SpVgg Greuther Fürth– Die Fakten dazu: Wegen wiederholten Verstoßes gegen eine Lizenzierungsauflage im Bereich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sollen dem aktuellen 16. in der Zweiten Liga – dem VfR Aalen – möglicherweise zwei Punkte abgezogen werden. Die Sanktionen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) entschieden. Wie die DFL mitteilte, habe der VfR Aalen „in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren sein negatives Eigenkapital verschlechtert“.
Allerdings wird der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist gegen diese Entscheidung voraussichtlich Rechtsmittel einlegen. Der Verein hat die Möglichkeit, gegen die Entscheidung innerhalb von fünf Tagen Beschwerde bei der DFL einzulegen. Darüber wird in den Vereinsgremien abgestimmt. „Wir sind davon überzeugt, auch trotz dieses Punktabzuges den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga zu realisieren“, so das geschäftsführende Präsidiumsmitglied Carl Ferdinand Meidert. Trainer Stephan Ruthenbeck hat bei der schlechten Nachricht vermutlich ähnlich sauer reagiert wie auf unserem Foto, das bei der letzten direkten Begegnung zwischen dem Kleeblatt und Aalen Anfang März entstand. Das Spiel ging unentschieden 1:1 aus.

Nach dem Abzug der zwei Punkte wären die Aalener, die letztes Wochenende 1:1 gegen den TSV 1860 München spielten, nun mit mickrigen 22 Zählern punktgleich mit dem Tabellenletzten FC St. Pauli und dem Vorletzten FC Erzgebirge Aue. Nur die bessere Tordifferenz hielte Aalen auf Platz 16. Der Abstand auf Platz 15, den derzeit die Münchner „Löwen“ innehaben, würde dann vier Punkte betragen.

Die SpVgg hat als 14. der Zweitliga-Tabelle mit 29 Zählern derzeit sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Wenn sich am Ende der Saison 2014/15 die Münchner und die Fürther in der Zweiten Liga halten sollten und der VfR Aalen nur aufgrund des Punkteabzugs absteigen oder in die Relegation müsste, dann hätte das einen  ausgesprochen schalen Beigeschmack.

Wieder nix!

Die Hoffnung von Greuther-Weib Kiki hat sich leider nicht erfüllt: In ihrem Blog-Beitrag von gestern hatte sie ein Foto von Mike Büskens und Mirko Reichel zu positiv interpretiert. Wenn die Beiden heute tatsächlich am Ende der Partie gegen den VfR Aalen synchron auf die Anzeigentafel geblickt haben, dürften sie wenig Begeisterung empfunden haben. Ein mageres 1:1-Unentschieden des Kleeblatts gegen den im Augenblick auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga liegenden Verein war mit Sicherheit nicht das, was der  nach Fürth zurückgeholte ehemalige Erfolgstrainer als Ergebnis sehen wollte.

FanlanglaufUnd wir, die Fans der Spielvereinigung, schon gar nicht!!! Die Mannschaft hat heute in der Aalener Scholz-Arena wieder nicht gezeigt, was in ihr steckt. Dass das Spiel vor fast leeren Zuschauer-Rängen über die Bühne ging, wundert mich im Nachhinein nicht im Geringsten. Man könnte seine Zeit an einem freien, recht sonnigen Samstagnachmittag im März weitaus sinnvoller nutzen – zum Beispiel so wie auf nebenstehendem Foto: mit Langlauf-Skiern auf traumhaften Loipen. Das Bild ist vor gut zwei Wochen während des Winterurlaubs in Ramsau am Dachstein entstanden, über den Kiki auch schon gepostet hat. In Weiß-Grün habe ich am Fuße des Dachsteins Werbung für unseren Verein und unser Fürth gemacht und nach dem Fußball-Krimi gegen den FC St. Pauli voller Zuversicht die kommenden Begegnungen der SpVgg erwartet.

Inzwischen gab es den Trainerwechsel von Kramer zu Büskens, der mich ebenfalls sehr optimistisch auf die nächsten Wochen schauen ließ. Denn so sehr ich Frank Kramers Qualitäten als Coach des Kleeblatts geschätzt habe – in einer mehr als schwierigen Situation bei der Übernahme des Tranerjobs hat er Zufriedenstellendes geleistet -, so sehr habe ich bei ihm das Temperament von Mike Büskens vermisst. Ich halte ihn einfach für jemanden, der ein Team mehr mitreißen und motivieren kann. Und für uns Fans gibt es mit ihm am Spielfeldrand immer wieder unterhaltsame Momente, wenn er mal aus der Haut fährt und ein anderes Mal begeistert jubelt. Zu Letzterem hatte er heute zunächst ja durchaus einen Grund, als Niko Gießelmann in der 17. Minute in Aalen das verdiente 1:0 gegen die Baden-Württemberger schoss.

Doch im Anschluss tendierte die Begegnung zu einem seicht dahinplätschernden, meist ziemlich langweiligen Spiel ohne jeden Höhepunkt. Schlimmer noch: Der Eindruck drängte sich auf, dass das Team nach dem Führungstreffer erst mal selbstzufrieden die Hände in den Schoß legte. Vor der Halbzeitpause brachten die Fürther nichts Nennenswertes mehr zustande. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel bitter rächen, als die Aalener noch einmal auftrumpfen konnten und Quaner in der 68. Minute der Ausgleich gelang. Übrigens nach einem Patzer von Torwart Wolfgang Hesl, dessen Tag das heute definitiv nicht war. Als in der Schlussphase obendrein noch Stephan Schröck Gelb-Rot sah und den Platz verlassen musste (87.), schwanden meine Hoffnungen dahin – und die der meisten anderen Fans wohl auch. Der für Tripic eingewechselte Florian Trinks konnte auch nichts mehr reißen, obwohl die wie immer souveräne Unparteiische Bibiana Steinhaus vier Minuten Nachspielzeit draufgab.

Mit dem mageren Remis belegt das Kleeblatt nun Rang 13 in der Tabelle und muss am Freitag, den 13. (!) , wieder ran. Mit dem TSV 1860 München trifft die Spielvereinigung im Ronhof auf einen Gegner, der ihr schon in der Vergangenheit einiges Pech brachte. Man denke nur an die völlig unnötige Niederlage von Fürth gegen die 1860er in der vergangenen Saison, die dazu geführt hat, dass das Kleeblatt nicht direkt in die Erste Liga aufsteigen konnte, sondern in die Relegation musste. – Oder bringt Freitag, der 13., der Spielvereinigung das längst verdiente Glück eines Heimsiegs? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

Mike und Mirko: Worauf deuten sie wohl?

Das Spiel des Kleeblatts am vergangenen Freitag gegen den FC Kaiserslautern war das erste Spiel mit dem neuen/alten Coach Mike Büskens. Trainer und ihr Verhalten am Spielfeldrand zu beobachten – das ist immer besonders aufschlussreich und macht auch Spaß.
Frank Kramer stand meistens (im Winter mit schwarzem Anorak), er war eher der stoische, ruhige Trainer – der ab und zu aus der Haut gefahren ist. Vor allem bei ungerechten Schiedsrichter-Entscheidungen.
Mike Büskens sitzt neben seinem Co-Trainer und beobachtet das Geschehen auf dem Spielfeld mit Konzentration. Früher war er aufbrausend und nahm seiner Mannschaft gegenüber kein Blatt vor den Mund. Bei seiner Premiere letzte Woche ließ er es erst mal gelassen angehen. Trotz der 1:2-Auswärtsniederlage blieb er auf dem Teppich. Interessant ist, wie er offenbar permanent die Aktionen seiner Spieler analysiert und kommentiert. Und Co-Trainer Mirko Reichel notiert alles fleißig. Dass beide sich gut verstehen und offenbar aus einem Guss sind, dokumentiert unser Foto: Büskens und Reichel zeigen synchron auf irgendetwas. Eine tolle Momentaufnahme!
Hoffen wir mal, dass die Beiden morgen – bei der Begegnung gegen den VfR Aalen – auch gleichzeitig auf etwas deuten. Nämlich nach dem Abpfiff auf die Stadiontafel, wo ein Sieg der Spielvereinigung zu sehen ist!

Polizeiarbeit in Deutschlands sicherster Stadt

SchalFürth hat ja bekanntlich das Image, die sicherste Großstadt Bayerns, vielleicht sogar die sicherste Stadt Deutschlands zu sein. Daran wird sich auch nach folgender Begebenheit wenig ändern:
Die Polizei  – so war heute im „Polizei-Protokoll“ der „NZ“ zu lesen – konnte am Dienstag in Fürth innerhalb kürzes­ter Zeit zwei Diebe ermitteln. Die jun­gen Männer im Alter von 19 und 24 Jahren stehen unter Verdacht, dass sie zwei jugendlichen Fußballanhän­gern der Spielvereinigung ihre Fanschals entwendet haben. Die beiden Männer sind offen­bar Fans des VfR Aalen und sollen den beiden Kleeblattfans im Alter von 14 und 17 Jah­ren vor der Zweitliga-Begegnung im Bereich des Fürther Haupt­bahnhofs die Schals von den Hälsen gezogen haben. Die Fürther Teenager melde­ten den Diebstahl sofort bei der Poli­zei. Noch während des Spiels im Stadion am Laubenweg konnten die zwei Tatver­dächtigen im Aalener Gästeblock per Videoauswertung ausfindig gemacht und identifiziert werden. Es waren übrigens nur gut 100 Fans aus Aalen nach Fürth gereist.
Da frage ich mich doch, ob unsere Hüter von Recht und Ordnung nichts Wichtigeres zu tun haben, als Dieben von weiß-grünen Fanschals per Videoauswertung auf die Spur zu kommen.
Wer übrigens noch einen Bericht des Bayerischen Fernsehens vom März 2014 zum Thema „Fürth – Deutschlands sicherste Stadt“ sehen möchte, der kann sich hier informieren.

Tom Weilandt reißt es noch raus

SpVgg Greuther Fürth - VfR AalenEnglische Wochen, d.h. Wochen, in denen mehrere Ligaspiele anstehen (in der Bundesliga und Zweiten Liga gibt es pro Saison in der Regel ein bis drei „englische Wochen“ mit regulären Spieltagen am Dienstag und am Mittwoch), haben eine eigene Dynamik. Die Spieler werden physisch besonders gefordert. Die Fans haben „Fußball satt“ (was manchmal bedeutet, dass man lieber mal ein Heimspiel auslässt). Und die Ergebnisse entsprechen nicht unbedingt den Erwartungen. So auch in dieser Woche, wo die Spielvereinigung in sieben Tagen auf den FC Kaiserslautern (2:1), den VfR Aalen und am Freitag auf den TSV 1860 München trifft.
Die Begegnung gestern Abend im Stadion am Laubenweg gegen Aalen ging unentschieden 1:1 aus. Die Kleeblätter kamen nicht so gut ins Spiel. Nein, sie wirkten in der gesamten ersten Stunde eher verschlafen. Immerhin verhinderte Keeper Wolfgang Hesl mit einem gehaltenen Elfmeter in der 3. Minute eine frühe Führung der Gäste. Trotzdem schossen dann die Aalener in der 38. Minute mit einem Fernschuss von Andreas Ludwig das Führungstor. Lange sah es so aus, als ob es dabei bleiben sollte. Daran konnte auch der (für mich) beste Kleeblatt-Spieler auf dem Platz – Stephan Schröck – nichts ändern. Es ist immer ein Genuss, zu sehen, wie er mit seiner Kämpfernatur mal rechts, mal links agiert, den Ball um seine Gegner schlenzt, dribbelt und wie ein Ballkünstler gute Möglichkeiten für seine Mannschaft herausspielt. So auch gestern Abend. Er hatte mehr als eine Torchance, z.B. in der 81. Minute, wo er mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur am Ex-Fürther, dem Torhüter Jasmin Fejzic scheiterte. Schön, dass „Schröcki“ wieder hier im Fürther Team ist – ein echter Gewinn!

Die Spielvereinigung kam gestern gegen den VfR erst in den letzten 25 Minuten richtig auf Touren. Und da machte dann auch Tom Weilandt (auf dem Foto jubelt er nach seinem Treffer mit Niko Gießelmann) aus einer Drehung den 1:1-Ausgleich und rettete der SpVgg wenigstens einen Punkt. Schon gegen Kaiserslautern hatte der Ex-Rostocker am vergangenen Samstag ja den 2:1-Siegtreffer erzielt.
Übrigens saß gestern Abend der ehemalige Kleeblatt-Coach Mike Büskens unter den Zuschauern. Offenbar wollte er mal wieder Fürther Luft schnuppern.

Die Mannschaft hat nur wenig Zeit, um zu regenerieren, denn am Freitag steht bereits die nächste Aufgabe an: Die SpVgg reist nach München zum TSV 1860. Und wir wissen ja aus der letzten Saison, als das Kleeblatt im Aufstiegskampf in der letzten Minute zu Hause unglücklich gegen die Münchner mit 1:2 verlor, dass dieser Gegner ein schwerer ist.

Wie feiern Kleeblätter den 111. Geburtstag?

Gruendungsmitglieder_01Die Spielvereinigung feiert heute, 23. September, ihren 111. Geburtstag. Sie wurde im Jahr 1903 gegründet. Wo? Bezeichnenderweise in der Gustavstraße in der Fürther Altstadt. Dort, wo sich über die Frage, wie laut bzw. leise sprechende Menschen sind, die Geister scheiden (Dazu war übrigens heute ein guter Filmbeitrag im „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF: hier).

Doch zurück zum Geburtstag. Was geschah eigentlich am 23. September 1903?

„Faustballer im TV 1860 hatten den Anstoß gegeben. Fußballspiele werden auf dem städtischen Platz am Schießanger ausgetragen, der Mitgliederstand wächst, doch immer noch hat das Kind keinen Namen. So trifft man sich am 23. September 1903 im Restaurant Balzer in der Fürther Gustavstraße. Die 1902 gewählte provisorische Vorstandschaft wird bestätigt, man gibt sich Statuten und nennt sich „Spielvereinigung des Turnvereins Fürth“. Mit zwei aktiven Mannschaften und 28 Mitgliedern geht es los, und dank einer um die Jahrhundertwende zur Beschaffung von Geld in Vereinen sehr beliebten Christbaumverlosung erhöht sich das Startkapital der jungen Fußballer auf stolze 100 Mark, die zu Beginn des Jahres 1904 sogleich bei der städtischen Sparkasse angelegt werden.“ (Das Zitat ist aus der Chronik der SpVgg. Das Foto zeigt die vier Gründungsmitglieder der SpVgg Fürth(von links): Ruff, Balzer, Schöffel und Barthel).

Auf Facebook haben jetzt einige vorgeschlagen, ob man dem Verein heute Abend im Fürther Ronhof nicht ein Ständchen bringen sollte. Um 19.03 Uhr. Das wäre dann in der zweiten Halbzeit des Heimspieles gegen den VfR Aalen. Ich stelle mir das so vor: Pünktlich um drei Minuten nach 19 Uhr stehen alle Kleeblattanhänger auf und singen ein lautstarkes „Happy Birthday“ auf die Spielvereinigung. Das hätte doch was! Und nach dem gewonnenen Spiel geht es dann in die Gustavstraße zum Feiern. Denn wie heißt es so treffend: „Wir sind Fürth“.

Ende gut, alles gut: 2:1-Heimsieg gegen die Roten Teufel

SpVgg Greuther Fürth - FC KaiserslauternDas war ein schnelles und spannendes Spiel. Aber lange sah es nicht so aus, als ob die Spielvereinigung heute im Ronhof gewinnen würde.

Nachdem vormittags viele Busse mit „Gäste-Fans“ durch die Fürther Stadt gefahren waren, war ich schon mal nicht relaxt: Wilde Anhänger der „Roten Teufel“ trommelten und schlugen von innen an die Busscheiben. Riskante Situationen für die Busfahrer. Unnötig und unerfreulich.

Die Partie vor ca. 13.000 Zuschauern im Stadion am Laubenweg begann temperamentvoll. Nicht ganz überraschend gerieten die Gäste vom 1. FC Kaiserslautern dann in der 11. Minute durch Alexander Ring in Führung. Das erforderte beim Kleeblatt mehr Effektivität, was nicht gelang. Für meinen Geschmack war die Mannschaft heute vorne zu harmlos, sie hatten in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance.  Zwar konnten sie mit den Roten Teufeln im Tempo und den Zweikämpfen mithalten, aber ein Fürther Sturm war praktisch nicht vorhanden.
Aber offenbar schaffte es Trainer Frank Kramer in der Pause, seine Spieler zu motivieren und auch von der Verteilung der Aufgaben her umzustellen. Wie ausgewechselt spielte jetzt das Kleeblatt und drehte das Blatt um 180 Grad. Resultat war dann in der 57. Minute nach einem Abwehrfehler des FCK das Ausgleichstor durch Marco Stiepermann. Das wirkte wie ein Befreiungschlag für das Team und die Fans. Nur wenige Minuten später wäre es sogar fast zum 2:1 für das Kleeblatt gekommen: der „rote“ Keeper Tobias Sippel ließ den Ball aus den Händen durch die Beine rutschen, packte dann aber rechtzeitig wieder zu und verhinderte so ein weiteres Tor. Eine Minute später flankte Pledl in die Mitte zu Przybylko, der aus drei Metern den Ball am halbleeren Tor vorbeischoss. Herzschlagminuten für alle Kleeblattanhänger. Bis dann in Minute 82 endlich das erlösende 2:1 geschah: Tom Weilandt schob den Ball locker-flockig ins FCK-Tor. Und so lautete dann auch der Endstand. Wobei man in den letzten zehn Minuten zittern musste, ob die Gäste den Ausgleich doch noch schaffen.

Insgesamt ein hochklassiges Spiel zum Anschauen. Temporeich und kurzweilig. Und dass die SpVgg als Sieger mit drei Punkten vom heimischen Platz ging, das war prima. Die Mannschaft liegt aktuell mit 10 Punkten auf Tabellenplatz acht. Und damit fünf Plätze vor dem Lokalrivalen. Schon am Dienstag, 23. September,  findet am 7. Spieltag ab 17.30 Uhr das nächste Heimspiel gegen den VfR Aalen statt.
Außerdem: Der 1. FC Kaiserslautern ist ja der nächste Gegner der SpVgg in der 2. Runde des DFB-Pokals. Die Begegnung am 28. Oktober auf dem Betzenberg verspricht hochinteressant zu werden!

Die Kleeblätter sind gut 20 Millionen wert

Der Countdown läuft: Es bleiben nur noch wenige Stunden, bis der Transfermarkt für Profispieler geschlossen wird. Freitag Nacht um 24.00 Uhr es vorbei. Gerüchte um mögliche Zugänge bei der Spielvereinigung gibt es natürlich: So war z. B. der (im Moment vereinslose) Rechtsverteidiger Sofian Chahed in dieser Woche für ein Probetraining in Fürth.
Der Kader der Spielvereinigung hat gute Chancen, sich auch in der Rückrunde der Saison 2013/14 in der 2. Bundesliga gut zu behaupten. Wenn Nikola Djurdjic wieder fit ist und die Mannschaft tatkräftig unterstützen kann, wäre auch das Stürmerproblem erst mal ad acta gelegt.

Der Marktwert aller Kleeblattspieler  – so der Website „Transfermarkt“ zu entnehmen – liegt bei gut 20,6 Millionen Euro. Von den 25 Spielern sind 11 Ausländer, der Verein setzt ja nach wie vor auf einen intensiven Aufbau von Nachwuchsspielern aus den eigenen Reihen.

Im nebenstehenden Foto wurde von „Transfermarkt“ die „Teuerste Elf“ der SpVgg zusammengestellt, die dem Trainer Frank Kramer zur Verfügung steht (es werden ausschließlich die Marktwerte berücksichtigt): Mit Wolfgang Hesl im Tor, Mergim Mavraj in der Abwehr, Zoltán Stieber im Mittelfeld und Nikola Djurdjic im Sturm.
Gestern hat das Kleeblatt übrigens das Testspiel gegen den SV Sandhausen mit 1:0 gewonnen. Und die letzte Begegnung in der Vorbereitung zur Rückrunde findet am morgigen Samstag (1. Februar, 13 Uhr) in der Trolli ARENA gegen den VfR Aalen statt.

Merry X-mas allen Kleeblattfans

Gestern hat es die Spielvereinigung ja mehr als spannend gemacht. Ich hatte getippt, dass sie sich gegen den VfR Aalen beim letzten Heimspiel in diesem Jahr und vor der Winterpause souverän schlägt. Dem war aber erst mal nicht so. In der ersten Halbzeit rackerte sich das Team ab, scheiterte aber an der engmaschigen Abwehr der Aalener. Mehrfache Diskussion mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gipfelten dann in einem Strafstoß für das Kleeblatt in der Nachspielzeit vor der Pause. Den schoss Zoltan Stieber zu mittig, und der Keeper des VfR – das Ex-Kleeblatt Jasmin Fejzic – hielt.
In den zweiten 45 Minuten mussten die Kleeblattfans in der mit über 10 000 Zuschauern besuchten Trolli ARENA nicht mehr zittern, als in der 60. Minute dem eingewechselten Niclas Füllkrug das heiß ersehnte Führungstor gelang. Dabei blieb es bis zum Abpfiff. Mit vier Punkten vor dem Drittplatzierten – dem 1. FC Kaiserslautern – verabschiedet sich die Spielvereinigung mit 35 Punkten auf dem zweiten Tabellenrang in die verlängerten Weihnachtsferien. Eine tolle Ausgangsbasis. Denn auch der Spitzenreiter – der 1. FC Köln – ist ja mit vier Punkten Vorsprung nicht uneinholbar. Als Fürther Fußballanhänger kann man morgen also in aller Ruhe und gelassen Weihnachten feiern.

Wir Greuther-Weiber wünschen unseren Lesern, allen, die uns unterstützen und unsere Blogbeiträge hier oder auf Facebook so engagiert verfolgen und kommentieren, ein frohes Fest. Und mein Christbaum (Foto) wird sicher nicht der einzige sein, der so stilvoll geschmückt ist, oder?