So motiviert man Kleeblatt-Fans

Ich bin immer wieder aufs Neue von den Ideen der Leute angetan, die sich um die Werbung der Spielvereinigung kümmern. Es gab wirklich schon witzige Plakataktionen, wie z.B. Ende 2009 „Es geht um die Wurst“ mit Handwerkern, die Kleeblatt-Fans sind, im Sommer 2013 mit der Flughafen-Tafel in den Zeiten des drohenden Abstiegs und dem Plakat über „Ärgerliche Urlaubssitten“ mit den Liegestühlen und Handtüchern.

Wieder sehr originell ist auch das aktuelle Motiv: „Lieber unten ein Hoch als oben ein Tief“ steht in großen Lettern z.B. auf der Plakatwand an der Ludwigsbrücke in Fürth. Ich stimme diesem Slogan mit voller Überzeugung zu. Was nutzt es den SpVgg-Anhängern, wenn sie nach jedem Spiel deprimiert und gefrustet sind? Gar nichts. Die Stimmung war nach vielen Erstligabegegnungen auf dem Nullpunkt und man hatte schon gar keinen Spaß mehr am Fußball.
Da sieht die Sache jetzt schon ganz anders aus. Auch wenn das Kleeblatt gestern vor 500 Zuschauern das Freundschaftsspiel gegen den türkischen Erstligisten Genclerbirligi Spor Kulubu in Burgfarrnbach (!) mit 1:2 verloren hat. Die ersten beiden Spiele nach dem Abstieg in der zweiten Liga hat die SpVgg jeweils mit 2:0 gewonnen. Das Kleeblatt liegt momentan an der Tabellenspitze. Und so können die Fans doch bestens gelaunt in den nächsten Tagen zum Weinfest in die Gustavstraße gehen und dort die gute Stimmung, Musik (heute bei der Eröffnung u.a. „Kapelle Konrad“ mit einer Mischung aus fränkischer Volksmusik und südosteuropäischen Interpretationen) und kulinarische Leckerbissen genießen!

Wird die Fürther Gustavstraße zur Fanmeile?

Bis zum ersten Bundesliga-Spiel der Spielvereinigung am 25. August gegen den FC Bayern München sind es nur noch wenige Wochen. Nach der Begegnung wird es in der Gustavstraße – seit dem Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund in Fanforen und Fußballblogs bundesweit als angesagte Feiermeile gehandelt – hoch hergehen. Die Stadt Fürth hat in einem Schnellschuss vor ihrer Ferienpause hier noch einige „Ausschankstätten im Freien“ genehmigt. Damit geht man eindeutig von einem Stadtratsbeschluss aus dem Vorjahr ab. Damals hatte man sich darauf verständigt, keine neuen Veranstaltungen in der Gustavstraße mehr zuzulassen. So wie’s jetzt aussieht, wird es nach den 17 Bundesliga-Heimspielen der SpVgg an jedem zweiten Wochenende in der Fürther Kneipenmeile und auf dem Weg zum Hauptbahnhof voll abgehen.

Von der Rathaus-Entscheidung profitieren verschiedene Kneipen in der Gustavstraße. Allerdings: Auf den Flächen vor der Tür muss spätestens um 23 Uhr zappo sein. Auch die Kleeblatt-Fan-Hochburg „Gelber Löwe“ hat die Möglichkeit, vor dem Lokal Getränke auszuschenken. Damit wird die seit längerem zugespitzte Situation in der Gustavstraße noch eskalieren: Anwohner, denen die Lärmbelastung bereits jetzt viel zu hoch ist, dürften über die herbeiströmenden Fußballfans nicht besonders amused sein.
Ich bezweifle leider, dass die Stimmung bei den sicher zu erwarteten Fanbesäufnissen so friedlich und positiv sein wird wie beim „Fürther Weinfest“ in den letzten Tagen. Auch gestern Abend war bei supertollem Sommerwetter die Gustavstraße bestens besucht. Trotzdem blieb der Geräuschpegel akzeptabel. Besonders passend war übrigens die Live-Musik zweier fränkischer Bands, der „Dachse“ und der „Kapelle Konrad“ (Foto). Letztere haben gemeinsam mit vielen Besuchern und der Wirtin des „Gelben Löwen“ am Ende des mehrtägigen Events vor der Pfarrscheune Sankt Michael „Weinfest Adé“ gesungen. Und danach wurde noch der berühmte Kleeblatt-Song „Weil wir vom Ronhof sind“ angestimmt. Sehr zünftig!