Das ist wahre Treue: 70 Jahre Kleeblattfan

karola_keil_greutherweiberblogAls Karola Krebs 1928 geboren wurde, war die Spielvereinigung Fürth gerade mal 25 Jahre alt. Heute ist die rüstige Wahl-Fürtherin (eigentlich hat sie in Frankfurt am Main das Licht der Welt erblickt, ist aber dann in der Fürther Amalienstraße groß geworden) mit 88 Jahren nach wie vor eingefleischter Kleeblattfan. Karola Keil (wie sie heute heißt) wohnt in einem Seniorenheim nahe der Foerstermühle und verfolgt mit Interesse die sportlichen Erfolge und Begebenheiten rund um die SpVgg. Spontan sagte sie zu, uns für den Greuther-Weiber-Blog ein Interview zu geben.

In den Verein eingetreten ist Frau Keil 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich interessierte sie sich mehr für Hockey, dann fürs Schwimmen und hat als Trainerin viele Kinder für das kühle Nass begeistern können.
Das Kleeblatt und der Fürther Fußball sind aus ihrem Leben nicht wegzudenken. Ihre Lieblingsspieler? Allen voran Ex-Nationalspieler Richard Gottinger, der 630 mal fürs Kleeblatt auflief, und zwar zwischen 1947 und 1962. Und natürlich Herbert „Ertl“ Erhardt, der während seiner aktiven Zeit bei der SpVgg 50 Länderspiele für Deutschland bestritt und an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Last but not least Keeper Roland Kastner.
Karola Keils Stammplatz im Ronhof war immer auf der Gegengeraden, Block G, Reihe 14, Sitz 26. Bis vor wenigen Jahren versuchte sie, bei möglichst vielen Heimspielen im Stadion zu sein, um „ihre“ Mannschaft anzufeuern. Heute kann sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen dem Kleeblatt nur noch aus der Ferne die Daumen drücken. Sie hofft aber, bald wieder gemeinsam mit ihrer Familie bei einem Spiel dabeisein zu können.

Riesengroß war Frau Keils Freude, als die SpVgg 2012 in den deutschen Fußball-Olymp – die Bundesliga – aufstieg. Ob es diese Saison wieder klappen könnte? – Karola Keil ist skeptisch. Ganz im Gegensatz zu ihrer Tochter, die am Ende dieser Spielzeit die SpVgg auf dem zweiten und den Club auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga sieht. Aber dass in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial steckt, davon ist die ältere Dame überzeugt. Beweis: Der 2:1-Derbysieg gegen den Club in der vergangenen Woche.

Karola Keil besitzt viele Fanutensilien, besonders stolz ist sie auf ihr Hesl-Trikot mit der Rückennummer 1 (Foto), auf dem alle Kleebattspieler unterschrieben haben. Gerne erinnert sie sich an den bei einer Verlosung (Losnummer 8) gewonnenen Nachmittag am Grünen Markt, wo sie mit dem damaligen Torhüter Wolfgang Hesl Eis essen war.

70 Jahre Kleeblattfan – wenn das nichts ist! Im November 2016 wird Karola Keil vom Verein für ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft und ihr Engagement offiziell geehrt. Darüber freut sich auch die Familie, denn Frau Keils weiß-grüne Liebe und die Begeisterung für die Spielvereinigung teilen seit langem auch ihre Kinder, Enkel und Freunde. Und alle hoffen, dass beim nächsten Besuch von Karola Keil im Fürther Ronhof ein haushoher Sieg des Kleeblatts gefeiert werden kann. Oder vielleicht sogar noch mehr!?!

Weiß-grünes Naturschauspiel im Fürther Wiesengrund

Erleichterung und erst mal Entwarnung bei den Kleeblattfans: Der 1. FC Kaiserslautern hat das gestrige Spiel gegen Union Berlin nur mit einem Unentschieden (1:1) und damit einem Punkt abgeschlossen. Deshalb bleibt die Spielvereinigung bis zum vorletzten Spieltag auf dem dritten Tabellenplatz, also dem Relegationsplatz. Den Spekulationen, ob es wohl zum Relegations-Franken-Derby gegen den 1. FC Nürnberg kommt, will ich mich hier nicht anschließen. Bis zum 11. Mai kann noch so viel passieren…

Nicht vorenthalten möchte ich Euch ein witziges Naturphänomen Ende vergangener Woche. Große Teile des Stadtparks und des Fürther Wiesengrundes waren überzogen mit weißem Flaum. Als ich mit dem Fahrrad am Freitag zum Spiel gegen den TSV 1860 München zur Trolli Arena gefahren bin, gelang mir dieses ungewöhnliche Foto. Der Bolzplatz an der Silberpappel-Allee war nicht mit Schnee überzuckert. Nein, das war Pappelflaum. Meine Freundin, die Botanikerin ist, hat mir gerade folgende Info aus dem Moskauer Stadtjournal zukommen lassen:

„Jedes Jahr im Juni fallen dicke Flocken leise auf die Erde und hüllen ganz Moskau in einen weißen Teppich: Pappelflaum. Für die Moskauer ist dieser sommerliche Schnee eine wiederkehrende Plage. Abertausende Samen erheben sich flaumumwickelt in die Luft, fegen durch die Straßen, verfangen sich in Kleidung und Haar und bringen Kontaktlinsenträger an den Rand der Verzweiflung. Aus dem Pappelflaum bilden sich leichte Wolken, die sich ziemlich schnell verbreiten.
Woher kommt der Pappelflaum? Biologen wissen, dass nur die weiblichen Pappel-Setzlinge die dicken Wattewolken ausstoßen. Sie bilden nämlich den Pollen, der mit dem Flaum weitergetragen wird. Entgegen einem weit verbreiteten Glauben ruft der Pappelflaum selbst keine allergischen Reaktionen hervor – er befördert vielmehr auch Blütenstaub von Gräsern, die gleichzeitig blühen.“

Ende April war dieses weiß-grüne Szenario auch hier in Fürth wirklich beeindruckend: Ein gelungenes Outfit – passend zu den Fürther Vereins- und Stadtfarben. Leider ist inzwischen nach den Regenfällen alles dahin. Aber bestimmt konnten viele von Euch auf dem Weg zum Ronhof Ähnliches beobachten wie ich.