Kleeblattfans gänga zum Ronhof nieber

Die Kärwa naht mit schnellen Schritten, große Teile der Fürther Innenstadt werden heute für den Aufbau von Buden, Fahrgeschäften und Karussells gesperrt. Das Kärwaspiel am kommenden Sonntag, 29. September, ab 13.30 Uhr im Ronhof gegen Holstein Kiel wirft seine Schatten voraus. Witzig ist das große Plakat, das an mehreren markanten „Einflugschneisen“ (Foto: Kirsten Harder) , sprich: wichtigen Straßen, hängt: „Andere fahren zu ihrem Klub, mir gänga nieber“ ist dort zu lesen. Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Woanders ist auf großen Transparenten zu lesen, dass sich andere Fans bei guten Aktionen und Erfolgen ihrer Mannschaft zu „Standing ovations“ hinreißen lassen, Kleeblattfans nur fränkisch-trocken kommentieren „Bassd scho“. Stimmt, Fürther Fußballfans haben ihren eigenen Humor, da wird mit enthusiastischer Begeisterung manchmal dezent hinter dem Berg gehalten.

Also: Ich hoffe, das Stadion ist am Sonntag rappelvoll, wenn viele Fans „nieberganga“ sind. Denn: Um den Luxus, dass ein Fußballstadion so zentral im Stadtgebiet liegt und man einfach mal schnell zu Fuß dorthin läuft oder spontan mit dem Rad zum Ronhof rüberfährt, darum beneiden uns viele andere Vereine!

Das Kleeblatt zwischen Himmel und Hölle

Mir gefallen die Anzeigenmotive der Spielvereinigung meistens ausnehmend gut. Sei es der Spruch „Raus aus der Kabine und ab nach oben”. Das klang sehr nach geplantem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen”“ war eine witzige Anspielung darauf, dass das Kleeblatt auf den Rekordmeister Bayern München trifft und sich mit Superstars wie Arjen Robben oder Manuel Neuer auseinandersetzen muss. Gut war auch die Kampagne: “Erst mal packen, was geht”.

Anzeigenmotiv Maerz_2015Seit letztem Samstag ist jetzt das neue Kampagnen-Motiv mit markantem Werbeslogan zu sehen. „Wenig Anziehungskraft und reichlich Turbulenzen “ heißt es da. „Zwischen Himmel und Hölle brauchen wir jeden an Bord“. Damit versucht man auf den eher mäßigen Erfolg der Spielvereinigung in der laufenden Saison anzuspielen. Und die Message ist klar: Nur gemeinsam kann man die aktuelle Situation meistern, auch wenn zuletzt nicht alles wie gewünscht lief. Mannschaft, Verein und Fans müssen deshalb umso mehr in der jetzigen Phase zusammenhalten.
Im Moment kreucht die Mannschaft auf dem 14. Tabellenplatz herum. Anders gesagt: Das Kleeblatt ist nur lächerliche acht Punkte von einem Abstiegsplatz in die dritte Liga entfernt. Wo ist da der Optimismus, den wir alle nach dem Aufstieg hatten? Oder das gute Feeling, das durch unsere Adern floss, als wir im letzten Mai nach den beiden hervorragenden Relegationsspielen gegen den Hamburger SV nur haarscharf am Wiederaufstieg vorbeigeschrammt sind?
Aber allen Skeptikern zum Trost: Jetzt ist Trainer Mike Büskens wieder an Bord des weiß-grünen Raumschiffs, und mit ihm werden die Kleeblätter vielleicht am Ende dieser Spielzeit doch noch im Siebten Himmel sein.

Werden Kleeblattfans bald Robben sehen?

Urlaube auf Kreuzfahrtschiffen haben ja seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Ob auf der „Queen Mary“, der  „Freedom of the Seas“ oder der „AIDA“. Da hoffen die Passagiere bei ihren mehrwöchigen Schiffsreisen auf Attraktionen wie Whale- oder Dolphin-Watching und nehmen dafür viele Unannehmlichkeiten wie Tausende Mitreisende an Bord  und nervige Kapitänsdinner in Kauf.
Auf dieser Welle reitet man jetzt auch mit dem neuen Anzeigenmotiv der Spielvereinigung: Die weiße „MS Ronhof“ fährt auf einem grünen Meer, und der originelle Slogan lautet: „Raus aus der Kabine und ab nach oben“. Klingt doch sehr nach geplantem Aufstieg in die Bundesliga, oder? Und der Untertitel „Vielleicht kann man bald Robben sehen“ spielt vermutlich nicht auf die Gruppe zum Wasserleben übergegangener Raubtiere in freier Wildbahn – wie Ringel-, Sattel- oder Bartrobben – an. Nein, was man von Deck aus beobachten möchte, das heißt nicht Mike, Robby oder Lizzy. Als Kleeblattfan wäre man vor allem darauf erpicht, Robben zu sehen, die Arjen heißen.
Die neuen Spieltagsplakate sind ab sofort in der Geschäftsstelle der SpVgg (Laubenweg 60 in Fürth) abholbar. Fans können – solange der Vorrat reicht – ihr Exemplar kostenfrei mitnehmen.

So motiviert man Kleeblatt-Fans

Ich bin immer wieder aufs Neue von den Ideen der Leute angetan, die sich um die Werbung der Spielvereinigung kümmern. Es gab wirklich schon witzige Plakataktionen, wie z.B. Ende 2009 „Es geht um die Wurst“ mit Handwerkern, die Kleeblatt-Fans sind, im Sommer 2013 mit der Flughafen-Tafel in den Zeiten des drohenden Abstiegs und dem Plakat über „Ärgerliche Urlaubssitten“ mit den Liegestühlen und Handtüchern.

Wieder sehr originell ist auch das aktuelle Motiv: „Lieber unten ein Hoch als oben ein Tief“ steht in großen Lettern z.B. auf der Plakatwand an der Ludwigsbrücke in Fürth. Ich stimme diesem Slogan mit voller Überzeugung zu. Was nutzt es den SpVgg-Anhängern, wenn sie nach jedem Spiel deprimiert und gefrustet sind? Gar nichts. Die Stimmung war nach vielen Erstligabegegnungen auf dem Nullpunkt und man hatte schon gar keinen Spaß mehr am Fußball.
Da sieht die Sache jetzt schon ganz anders aus. Auch wenn das Kleeblatt gestern vor 500 Zuschauern das Freundschaftsspiel gegen den türkischen Erstligisten Genclerbirligi Spor Kulubu in Burgfarrnbach (!) mit 1:2 verloren hat. Die ersten beiden Spiele nach dem Abstieg in der zweiten Liga hat die SpVgg jeweils mit 2:0 gewonnen. Das Kleeblatt liegt momentan an der Tabellenspitze. Und so können die Fans doch bestens gelaunt in den nächsten Tagen zum Weinfest in die Gustavstraße gehen und dort die gute Stimmung, Musik (heute bei der Eröffnung u.a. „Kapelle Konrad“ mit einer Mischung aus fränkischer Volksmusik und südosteuropäischen Interpretationen) und kulinarische Leckerbissen genießen!

Ärgerliche Urlaubssitten

Wer von uns hat noch keinen Sommerurlaub auf Mallorca oder Teneriffa, Ibiza oder an der Adria gemacht und sich dort über die ärgerlichen Angewohnheiten anderer Hotelgäste aufgeregt? Schon vor dem Frühstück werden spätestens um 7 Uhr mit großen individuellen Handtüchern die Liegestühle belegt und blockiert. Und wer dann zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Auf genau diese Situation spielt die neue selbstironische Plakataktion der Spielvereinigung an. Man sieht einige Liegestühle mit Handtüchern von Borussia Dortmund, Bayern München, dem HSV usw.  Und der Slogan bringt es kurz und knackig auf den Punkt: „Wenig Spaß und anstrengende Gäste – Nächstes Jahr fahren wir wieder woanders hin.“
Das Kleeblatt wird wohl in der nächsten Saison in der zweiten Liga wieder kleinere Brötchen backen. Und es werden sportlich und psychisch wieder Begegnungen auf Augenhöhe sein. Gute Reise!

Auf die Greuther kommt es an?

Ich interssiere mich für viele verschiedene Themen, vor allem für gute Spielfilme. In einer der von mir ungeliebten Werbepausen – die ich normalerweise für profane Dinge nutze – dachte ich, ich traue bei der Rückkehr ins Wohnzimmer meinen Ohren nicht.  „Auf die Greuther kommt es an!“ ist da zu hören. Klar, denke ich mir, das stimmt. Es kommt auf die Form der Kleeblätter an und auf deren mentale Fitness. Auf einen guten Trainer und darauf, dass sie in brenzligen Situationen im Spiel Mut und Courage zeigen. „Auf die Greuther kommt es an“.  Sicher, auch auf einen gewieften Vereinspräsidenten und auf großzügige Sponsoren. Und ganz besonders auf treue Fans und viele Besucher im Stadion. Insgesamt machen eben unzählige Einzelkomponenten die Klasse und den Erfolg einer guten Fußballmannschaft aus.sb_home_post

Aber wieso erzählen uns Werbeleute das in einem Fernsehspot? Ich setze mich hin, habe den Monitor jetzt im Blick und sehe endlich, worum es in dem Spot überhaupt geht. Mitnichten handelt es um die Spielvereinigung Greuther Fürth. Nein, es ist ein Spot für Underberg. „Auf die Kräuter kommt es an!“ heißt der Slogan in Wirklichkeit. Ach so! Kleines akustisches Missverständnis meinerseits. Aber ich bin eben ein Greutherweib mit Leib und Seele.

Wer Lust hat, kann sich ja die Underberg-Homepage mal ansehen – der habe ich auch nebenstehendes Foto entnommen -, da erhält man Infos zum Kultgetränk der Deutschen, das Kräuter aus 43 Ländern enthält.

Kleeblatt: „Ab jetzt für Deutschland“

Fürth ist ja eine Stadt, die weithin für ihre Toleranz, Flexibilität und Offenheit bekannt ist. Gut, vielleicht nicht in Nürnberg. Egal. Der Fürther ist sich seiner positiven Charaktereigenschaften bewusst und versucht, sie in allen Bereichen umzusetzen und zu leben.

Greuther-Plakat Mai 2010 002So auch beim Thema „Fußball“. Kaum ist die Bundesliga-Saison zu Ende – die SpVgg hat sie mit einem 11.Platz abgeschlossen – da heißt es (wie formuliert das Ex-Keeper Olli Kahn immer so nett?) „Mund abputzen und weiter!“. Gesagt, getan, das nächste Fußball-Großereignis kommt unaufhaltsam näher, und auch das Kleeblatt springt auf den Zug der zu erwartenden Begeisterung auf. „Ab jetzt für Deutschland“ lesen wir an der Ludwigsbrücke auf einer riesigen Plakatwand. Auf grünem Grund ist ein schwarz-rot-goldenes Kleeblatt zu sehen. „Das Kleeblatt dankt allen Fans für ihre Unterstützung, wünscht einen tollen Fußballsommer und freut sich auf euch in der neuen Saison“. Na, wenn das nichts ist?

Also: Vom 11. Juni bis 11. Juli halten wir nicht mehr der SpVgg die Daumen, sondern mit der SpVgg der deutschen Mannschaft bei der WM in Südafrika. Bleibt abzuwarten, wie sich unsere Nationalmannschaft schlagen wird. Ohne Ballack und ohne einen Fürther im Team.

Es geht um die Wurst!

Die Kreativität und Ausführung von Werbeaktivitäten kann ja sehr unterschiedlich sein, denken wir nur an die „gelungene“ Kampagne des 1. FC Nürnberg zurück.

untitledOriginell sind dagegen die Plakate, mit denen die Spielvereinigung schon während der gesamten Saison für die nächsten Spiele wirbt: Eine Zahnärztin möchte, dass die Mannschaft Zähne zeigt, oder ein – tatsächlich in Fürth beheimateter – Metzgermeister lächelt und appelliert mit aufgespießter Bratwurst an die Fürther Fans:  „Jetzt geht es um die Wurst!“

untitledFür die Partie am Montag, 7. Dezember, um 20.15 Uhr im Playmobil-Stadion gegen Alemannia Aachen meint Malermeister Christopher Appis aus Fürth:  „Alle müssen Farbe bekennen!“ – Recht hat er! Wir bekennen uns zu den Grün-Weißen und hoffen, dass die Talsohle bald durchschritten ist und die Kleeblätter wieder gewinnen können. Denn viel Zeit bis zur Winterpause bleibt nicht mehr, und den Jahreswechsel wollen alle – auch die Greuther-Weiber – mit einem optimistischen Blick ins Jahr 2010 feiern.

Ergo: Bald neue Trikots für Fürth

Was für eine Woche! Erst kommt die Nachricht, dass wir uns künftig im Ronhof an den neuen Namen Trolli-Arena gewöhnen müssen. Und nun auch noch das: Auf den Trikots der Fürther wird bald nicht mehr KarstadtQuelle Versicherungen stehen, sondern Ergo Direkt Versicherungen.

Naja, irgendwie war das seit einiger Zeit absehbar. Ich habe mir schon nach dem Aus von Quelle überlegt, ob die Versicherung wohl auch als Sponsor beim Kleeblatt abspringt. Die Gefahr scheint ja vom Tisch zu sein. Vonseiten des Vorstands der Versicherung wurde bekräftigt, dass die Umbenennung keine Konsequenzen für das Sponsoring der SpVgg hat. Hoffentlich bleibt es auch wirklich dabei.

Die Umbenennung der KarstadtQuelle Versicherung in Ergo Direkt Versicherung soll ab 15. Februar erfolgen. Die SpVgg will aber schon beim ersten Rückrundenspiel am 16. Januar gegen Kaiserslautern die neuen Trikots auf dem Spielfeld präsentieren. Bleibt trotzdem noch etwas Zeit, sich zu überlegen, in welcher Form genau der Schriftzug auf den Shirts erscheinen soll. Schön sind solche Werbeaufdrucke ja leider sowieso nie, das muss man als weiblicher Fan hier schon mal anmerken. Schade, dass Sponsoren nicht ein wenig mehr Rücksicht auf das Erscheinungsbild der Spieler oder auf modisches Design nehmen.

Was passiert eigentlich mit den Trikots, die den bisherigen Schriftzug tragen? Mein Vorschlag:  Der Verein könnte wieder eine seiner beliebten Auktionen – nach dem Motto „Original getragenes Trikot von Spieler xy, mit Autogramm“ – durchführen.

Auf der Suche nach dem Fürther Topmodel

Zumindest jeder Zuschauer der „Sportschau“ in der ARD wird sie ab Beginn der neuen Bundesliga-Saison kennen: Fans der Spielvereinigung Greuther Fürth. Die KarstadtQuelle Versicherungen sind Sponsor eines neuen TV-Trailers. „Die Sportschau im Ersten wird Ihnen präsentiert von…“ heißt es künftig vor jeder Sendung. Und Fans aller Erstligavereine sind dann mit einem Fan zu sehen, der die Sendung mit dem Versicherungsspot ansagen wird.

Da dieses Unternehmen allerdings auch der Hauptsponsor der „Kleeblätter“ ist, haben Fürther Fans die Ehre, in der Reihe der Erstliga-Fans dabei zu sein. Welcher Fan in der Gnade der strengen Jury Wohlwollen findet, wurde jetzt bei einem Casting im Playmobil-Stadion entschieden. 20 Fans bewarben sich und versuchten, auf dem Catwalk eine gute Figur zu machen. Ohne aufmunternde Anweisungen von Heidi Klum oder einem Tipp von Bruce Darnell, wie die „Handetasche läbändisch“ wird.

Nach der Entscheidung der kritischen Jury finden bald die Dreharbeiten statt, und ab dem 7. August heißt es dann für alle Fürther Fernsehzuschauer: Gänsehaut pur und eine stolzgeschwellte Brust, wenn ein Greuther Fan im grün-weißen Dress ankündigt: „Die Sportschau im Ersten wird Ihnen präsentiert von…“