Wettskandal: Auch Kleeblatt-Spiel im Visier

Die Fürther Spielvereinigung ist in die Schlagzeilen geraten – allerdings hat die Meldung einen eher negativen Beigeschmack. Das Sportmagazin „kicker“ berichtet heute online, dass im Zuge der Ermittlungen im Wettskandal der Fußball-Ligen auch ein Spiel des Kleeblatts im Brennpunkt steht. Bereits zwei Tage vor Weihnachten hatte der DFB eine „Schutzsperre“ gegen Schiedsrichter Cetin Sevinc verhängt, gegen den die Staatsanwaltschaft Bochum Ermittlungen wegen möglicher Spielmanipulationen eingeleitet haben soll. Unter Verdacht war zuerst das Zweitligaspiel RW Oberhausen gegen 1860 München (0:1) am 6. Dezember 2009.

Jetzt steht die Partie zwischen Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf (2:1) am 3. Oktober im Kreuzfeuer. Auch bei diesem Spiel wirkte Sevinc als Assistent mit. Das Sportmagazin hat die TV-Aufnahmen dieser Partie untersucht. Auffallend waren bei diesem Match  – so der „kicker“ – gravierende Fehlentscheidungen. Danach fiel das 2:1 aus klarer Abseitsposition: Der Linienrichter stand genau auf  Höhe und nur wenige Meter entfernt von dem im Abseits angespielten Akteur, signalisierte Schiedsrichter Christian Fischer aber mit dem ausgestreckten linken Arm, das Spiel laufen zu lassen.

Würde sich der Tatverdacht bestätigen, können Spielwiederholungen nicht mehr ausgeschlossen werden. Sollten Staatsanwaltschaft und DFB-Organe eine Manipulation beweisen, stünde auch die Wiederholung des Spiels Fürth gegen Düsseldorf an.

Für die Spielvereinigung könnte das verhängnisvoll werden. Denn momentan stehen die Kleeblätter auf dem 15. Tabellenplatz, Fortuna Düsseldorf auf dem vierten Platz. Bei den nächsten regulären Begegnungen nach der Winterpause tritt Fürth gegen den Tabellenführer Kaiserslautern (16. Januar) und den zurzeit Tabellendritten Arminia Bielefeld (5. Februar) an. Schwere Gegner! Sollten die Fürther dann ein mögliches Wiederholungsspiel gegen Fortuna Düsseldorf tatsächlich verlieren, hätte das Kleeblatt bald ein massives Problem!

Im Moment ist der Fürther Kader im Traningslager im türkischen Belek. Wenn es Trainer und Mannschaft schaffen, Nerven zu bewahren, dann lassen sie die Entwicklungen im Korruptions- und Wettskandal entspannt auf sich zukommen und verschwenden keinen unnötigen Gedanken daran. Der NZ-Sportredakteur Stefan Jablonka ist momentan in Belek und berichtet folgendes von dort:

Beim Nachmittagstraining der SpVgg Greuther Fürth hieß es gestern: de Prinz kütt! Dabei hatte sich keine Karnevals-Garde angesagt, sondern der 1.FC Köln machte sich erstmals auf dem selben Trainingsgelände breit. Neben Maniche und Petit galten die Blicke der Fürther Spieler vor allem Prinz Poldi alias Lukas Podolski. Die Kölner Fußball-Attraktion konnte aber nur kurz bestaunt werden, denn der Fürther Bus wartete bereits, um die „Kleeblatt“-Kicker ins Hotel zu bringen. Am Dienstag Nachmittag sollten die Fürther weniger hochachtungsvoll Spalier stehen. Dann nämlich steigt das Testspiel gegen den 1.FC Köln und dann hat selbst der Prinz keine Ehrfurcht verdient.