Beim Fan-Stammtisch endlich mal Tacheles reden

Habt Ihr morgen Abend schon etwas vor? Wenn nicht: Echte Kleeblattanhänger sollten sich auf keinen Fall den ersten Fan-Stammtisch dieser Saison am Dienstag, 17. Oktober 2017, entgehen lassen. Da kann man mal frei von der Leber weg das schlechte Abschneiden der Mannschaft in der laufenden Spielzeit und die gesamte Entwicklung der Spielvereinigung diskutieren. Beginn ist – wie immer zur symbolträchtigen Uhrzeit – um 19.03 Uhr. Zu der Veranstaltung im 2. Obergeschoss des neuen STECHERT Business- und Tagungszentrums sind alle Anhänger der SpVgg herzlich eingeladen.
Trainer Damir Buric wird sich morgen allen Besuchern persönlich vorstellen und Rede und Antwort stehen. Beim gestrigen Sieg gegen den FC Erzgebirge Aue hat der Kleeblatt-Coach ein gutes Händchen bei der Aufstellung bewiesen: Die beiden spät eingewechselten Joker Daniel Steininger und David Raum haben nach dem wunderschönen Führungstor von Khaled Narey (40. Minute) und dem Anschlußtreffer der Veilchen (78.) – kurz vor dem Abpfiff noch den 2:1-Heimsieg perfekt gemacht. Selbstverständlich wird sich der Kleeblatt-Coach morgen nicht nur zur aktuellen sportlichen Situation, sondern auch zu seinen persönlichen Eindrücken nach dem ersten Monat als Trainer der Spielvereinigung äußern.
Wer Lust hat, kann seine Fragen schon mal vorab der Spielvereinigung zukommen lassen. Dazu schickt man die Fragen mit seinem Namen per Mail einfach an folgende E-Mail-Adresse: fanstammtisch@greuther-fuerth.de. Die vorab eingegangenen Fragen werden beim Stammtisch als erstes berücksichtigt. Alle weiteren Nachfragen können im Anschluss daran gestellt werden.

Kleeblatt behält die Rote Laterne

Ich glaube, das Kleeblatt-Maskottchen Eddy – ein grüner Drache – hat es schon kommen sehen. Ab der 56. Minute lief er völlig niedergeschlagen und bedröppelt am Spielfeldrand entlang. Mit gutem Grund: Eine Minute vorher hatte der FC Ingolstadt das Führungstor geschossen. Wahrscheinlich ahnte Eddy schon, was noch kommen sollte.

Die Begegnung der beiden „Kellerkinder“ der Zweiten Liga – die Spielvereinigung und Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt – im Ronhof startete bei besten (Wetter-)Bedingungen. Erst vor zwei Tagen hatten sich die Schanzer ihres bisherigen Trainers Maik Walpurgis „entledigt“ und ihn gegen Stefan Leitl ausgetauscht. Der stand heute natürlich gewaltig unter Druck.
Die Partie startete ganz vielversprechend, beide Teams spielten schnell und passgenau. Die 8655 Zuschauer hofften auf viele Tore, sahen sich aber bald enttäuscht. Keine der Mannschaften zeigte wirklich Klasse. In der Halbzeitpause hatte Leitl seinen Schanzern wohl eingeheizt. Denn sie gingen nach zehn Minuten in Führung: Nach einem Abspielfehler von Marco Caligiuri (der bis dahin routiniert und eiskalt verteidigt hatte) gibt Marvin Matip den Ball zu Sonny Kittel in den Strafraum, und dieser knallt die Kugel ins „kurze“ Eck. Fürths Torwart Balazs Megyeri machte dabei keine allzu gute Figur. Nach dieser Führung der Gäste bekam Eddy (siehe oben) die Krise. Zu Recht, denn wenig später foulte Fürths neuer Innenverteidiger Matti Langer bei seinem Debüt – schon mit einer Gelben Karte verwarnt – Stefan Lex und handelte sich einen Platzverweis ein (58.). Die Spielvereinigung musste ab jetzt in Unterzahl gegen den Rückstand kämpfen.
Weiterhin waren die Aktionen des Kleeblatts konfus und hektisch: hier ein Fehlpass, da ein unnötiges Foul, Torschüsse weit am Ziel vorbei, kein Konzept, kein Plan. Trainer Janos Radoki wechselte Sebastian Ernst und Philipp Hofmann ein, zwei offensive Kräfte, die es aber auch nicht mehr herausreißen konnten. Kurz vor Spielende blieb Sebastian Ernst mit einer Einzelaktion im Strafraum hängen (87.). Und Khaled Narey – wie so oft der Unermüdliche im Kleeblatt-Team – fasste sich in der Nachspielzeit ein Herz und schoss aus dem Stand heraus in die Arme von Ingolstadts Keeper Örjan Nyland.

Die Spielvereinigung rangiert nach dem vierten Spieltag und der zweiten Heimniederlage mit null Punkten allein auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Sie gastiert nach der Länderspielpause am Freitag, 8. September, 18.30 Uhr, bei Dynamo Dresden. Bis dahin muss sich Janos Radoki etwas einfallen lassen!

Ex-Kleeblätter im Kader der Störche

Nächsten Sonntag, 20. August (Anpfiff: 13.30 Uhr), bestreitet die Spielvereinigung das dritte Saisonspiel beim Aufsteiger Holstein Kiel. Der Ostsee-Verein hat drei Ex-Kleeblätter im Kader, die für Fürther Fußballfans von Bedeutung waren:

Sebastian Heidinger (Foto: links): Der Mittelfeldspieler wechselte in der Winterpause 2016 vom 1. FC Heidenheim zum Ligakonkurrenten nach Fürth. In der Winterpause der Saison 2016/17 lösten Heidinger und die SpVgg den Vertrag wieder auf, Heidinger ging zum Drittligisten SC Paderborn, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag erhielt. Der wurde jedoch 2017 in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Zur Saison 2017/18 wurde der Spieler vom Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel verpflichtet. Heidinger stand vergangenen Freitag im Kader, als die „Störche“ in der ersten DFB-Pokal-Runde Eintracht Braunschweig mit 2:1 besiegten.

Ilir Azemi (Foto: Mitte) Azemis Karriere bei der SpVgg war von Höhen und Tiefen geprägt. Am 25. August 2012 gab er für die Profis sein Bundesligadebüt gegen den FC Bayern München. Sein erstes Tor erzielte er am 4. Mai 2013 im Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart, am 25. März 2014 beim 4:1-Sieg über Fortuna Düsseldorf gelang ihm sein erster Doppelpack. Durch einen schweren Autounfall im August 2014 wurde Azemis Karriere eineinhalb Jahre unterbrochen. Erst im Januar 2016 konnte er an einem Testspiel der Kleeblatt-Reserve teilnehmen. Im Januar 2017 wurde er bis zum Saisonende an den damaligen Drittligisten Holstein Kiel ausgeliehen, im Mai 2017 wurde Azemi fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2018 ausgestattet.

Tom Weilandt (Foto: rechts) Im Juni 2013 verpflichtete die erst kurz zuvor aus der Ersten in die Zweite Bundesliga abgestiegene SpVgg Tom Weilandt, die einen Vertrag über drei Jahre mit ihm abschloss. Sein Ligadebüt für Fürth krönte er beim ersten Spieltag  (2:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld) mit seinem ersten Tor. Nach Ablauf des Vertrages verließ Weilandt den Verein zum Ende der Saison 2015/16. Beim VfL Bochum unterschrieb er im Sommer 2016 einen Vertrag über zwei Jahre. Dort erzielte er in 22 Ligapartien drei Tore, sieben weitere legte er für seine Kollegen auf. Doch in den letzten Wochen reifte bei dem Mittelfeldspieler der starke Wunsch nach einem Vereinswechsel. Denn unter Bochums neuem Coach Ismail Atalan begann Weilandts Stern in Bochum zu sinken: Er gehörte weder im DFB-Pokal noch in den bisherigen zwei Ligapartien zum Kader. Der 25-Jährige wird bis zum Saisonende an die Kieler Sportvereinigung Holstein ausgeliehen. Für den gebürtigen Rostocker ist der Wechsel an die Ostsee auch persönlich von Bedeutung. Denn der Sohn des ehemaligen Fußballprofis Hilmar Weilandt wurde beim F.C. Hansa Rostock ausgebildet.

Wird Robert Zulj ein „Schanzer“?

Das Thema „Robert Zulj“ ist für die Spielvereinigung definitiv Vergangenheit. Seit vergangenem Wochenende ist klar, dass der offensive Mittelfeldspieler aus Österreich seinen Vertrag beim Kleeblatt, der bis zum 30. Juni 2017 geht, nicht verlängert wird.

Wohin er wechselt? Die Gerüchteküche brodelt. Zur Diskussion stand nach den beiden Bundesligaclubs Hamburger SV und Mainz 05 in der letzten Woche der Zweitliga-Verein Eintracht Braunschweig. Seit gestern ist jetzt der FC Ingolstadt 04 im Gespräch. Der bayerische Verein stieg 2015 in die Erste Liga auf und hat sich dort zwei Spielzeiten halten können. Dann sind die Schanzer mit Ende dieser Saison (Tabellenrang 17, 32 Punkte) abgestiegen und werden in der Saison 2017/18 wieder die Zweite Liga beehren.

Robert Zuljs Marktwert liegt aktuell bei ca. 1,2 Millionen Euro. Angeblich bemüht sich der Bundesliga-Absteiger bereits seit über zwei Wochen um den ablösefreien Fußballer. Zulj war ja beim Kleeblatt recht erfolgreich: Er hat immerhin sechs Tore in 23 Spielen in der letzten Spielzeit erzielt und im kicker-Ranking eine tolle Bewertung erhalten.

kicker-Ranking: Robert Zulj „Herausragend“

Große Ehre für Robert Zulj – den (Noch?)-Mittelfeldspieler der Spielvereinigung: In der „kicker-Rangliste des deutschen Fußballs“ wurde er in der Position „Mittelfeld offensiv“ der Zweiten Liga auf den ersten Platz gesetzt und mit „Herausragend“ bewertet. Damit liegt er vor Damir Kreilach von Union Berlin und Kevin Möhwald vom 1. FC Nürnberg.
Es gibt sie seit über 60 Jahren, diese kicker-Rankingliste. Seitdem bewertet die kicker-Redaktion im Halbjahres-Rhythmus die Bundesliga-Profis und die deutschen Spieler im Ausland in vier Kategorien. Insgesamt haben es im zweiten Halbjahr der Saison 2016/17 genau 143 Spieler in die kicker-Rangliste geschafft. Fünf davon wurden in die Weltklasse, die höchste Kategorie, eingestuft. 28 landeten in der Internationalen Klasse, 59 im weiteren Kreis und 51 im Blickfeld. Diese Begriffe stammen aus der Anfangszeit der Rangliste, dem Jahr 1956. Im weiteren Kreis hieß, zum größeren Kader der Nationalelf zu gehören. Besonders wichtig damals wie heute: Nicht das Potenzial eines Spielers ist bei seiner Einordnung entscheidend, sondern seine im Bewertungszeitraum – in diesem Fall also im ersten Halbjahr 2017 – in allen Wettbewerben erbrachten Leistungen. Nötig waren diesmal von Januar bis zum Champions-League-Finale Anfang Juni neun benotete Pflichtspiele, egal ob in der Liga, im Pokal (gegen einen Erstligisten) oder international. Gelistet werden die Akteure auf der Position, auf der sie am häufigsten in der Startelf standen.

Analoges gibt es auch für das Bundesliga-Unterhaus: In der 2. Bundesliga schafften es elf Akteure des offensiven Mittelfelds in die kicker-Rangliste Sommer 2017. Drei davon verdienten sich sogar das Prädikat „Herausragend“. An der Spitze rangiert Robert Zulj. In der Hinrunde der Saison 2016/17 unter Trainer Stefan Ruthenbeck machte er seine Sache gut. Dann fand er sich am Ende der Hinrunde plötzlich auf der Ersatzbank wieder. Der neue Trainer des Kleeblatts – Janos Radoki – war mit der Defensivarbeit seines Zehners nicht einverstanden und verordnete ihm kurzerhand eine Zwangspause. Doch in der Rückrunde startete der 25-jährige Österreicher voll durch, erzielte fünf Tore und gab zwei Assists. „Das Gesamtpaket stimmt bei Zulj. Der offensive Mittelfeldmann spielt kluge Pässe, hat viel Ruhe am Ball, eine gute Übersicht, eine starke Technik und einen guten Schuss“, lautet die Einschätzung der kicker-Redaktion.Weitere Informationen dazu findet Ihr auf der Website des Kicker (der wir auch die Rangliste entnommen haben).

Als SpVgg-Fan muss man allerdings hoffen, dass die gute kicker-Bewertung von Robert Zulj nicht nach hinten losgeht und das Interesse anderer Vereine an Zulj dadurch noch stärker wird. Denn noch immer ist es ja ungewiss, wie die sportliche Zukunft des Kleeblatt-Profis aussieht.

Lieber Fünfter als Sechster!

„Das ist doch egal, ob das Kleeblatt am Ende der Saison auf dem fünften oder sechsten Tabellenplatz der Zweiten Liga steht“. Das hört man öfters – allerdings ist diese Behauptung einfach falsch. Wieso? Ganz einfach: Weil die Höhe der Fernsehgelder, die ein Verein in der Bundesliga und Zweiten Liga bekommt, abhängig vom Erfolg in der Liga ist. Die Verteilung der TV-Rechte in der Bundesliga ist zentral geregelt. Das bedeutet, dass die Deutsche Fußball Liga einen Gesamtbetrag für die Rechtepakete der Bundesliga bekommt und diese dann nach einem bestimmten Schlüssel verteilt. Den einzigen Einfluss, den ein Verein auf die Verteilung hat, ist die Platzierung in der Liga.

In der Bundesliga läuft seit der Saison 2013/2014 ein Fernsehvertrag für vier Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2016/2017. Die jährlichen Beiträge steigen dabei von Jahr zu Jahr kontinuierlich an.
Es gilt folgende Verteilung:

  • 2013/2014: 560 Millionen
  • 2014/2015: 615 Millionen
  • 2015/2016: 663 Millionen
  • 2016/2017: 673 Millionen

Das Rechtepaket besteht aus der Verwertung der 1. und 2. Bundesliga, die Vereine der 1. Bundesliga bekommen 80Prozent, die Vereine der 2. Bundesliga 20Prozent der gesamten Erlöse. Zu dem verkauften Rechtepaket kommen 2016/2017 weitere 36 Millionen Euro aus der Sponsoring-Gruppenvermarktung hinzu.

Bei der Verteilung der Fernsehgelder zählen zunächst die letzten fünf SpielzeitenDabei zählt die laufende Saison mit dem Faktor 5, die am weitesten zurückliegende Saison mit dem Faktor 1. Die Faktoren ändern sich also entsprechend im Verhältnis 5:4:3:2:1. Auf die aktuelle Saison 2016/17 angewandt, bedeutet das: 2015/2016 (Faktor 5), 2014/2015 (Faktor 4), 2013/2014 (Faktor 3), 2012/2013 (Faktor 2) und 2011/2012 (Faktor 1). Für den ersten Platz in der 1. Bundesliga gibt es 36 Punkte, für den letzten Platz in der 2. Bundesliga 1 Punkt. Spielzeiten unterhalb der 2. Bundesliga werden mit 0 bewertet. Dabei zählt immer der Wert am 34.Spieltag.

Also: Die Spielvereinigung erhält für die jetzt zu Ende gehende Saison 8.765.150 Euro, das sind 410.750 Euro mehr als im Vorjahr (siehe Grafik – zum Vergrößern anklicken – , die wir der Website Fußball-Geld entnommen haben) – und steht im Ranking auf dem 7. Platz. Damit dieser Betrag im nächsten Jahr weiter ansteigt, sollten die Kleeblätter alles daran setzen, die verbleibenden beiden Spiele der Spielzeit 2016/17 gegen den FC St. Pauli und Union Berlin zu gewinnen. Denn dann haben sie gute Chancen, am 21. Mai und dem letzten Abpfiff in dieser Saison doch noch auf dem fünften Tabellenplatz zu stehen. Und mal abgesehen davon: Vor dem Club zu rangieren, wäre doch auch ganz nett, oder?

Kleeblatt-Osterhase erobert nicht nur Kinderherzen

Ausgerechnet am Ostersonntag findet das nächste Zweitligaspiel des Kleeblatts statt. Gegner ist der VfL Bochum, ein Verein, für den ich ja bekanntlich besondere Sympathie habe, weil einer meiner Lieblingssänger, Herbert Grönemeyer, aus der Ruhrpottstadt kommt.
Ein Highlight für viele Kinder ist der Ostersonntag, weil man versteckte Ostereier sucht und vielleicht auch so noch das eine oder andere Geschenk absahnt. Für Kleeblatt-Fans sollte es nicht schwer sein, dieses Jahr für ihre Kids etwas Passendes zu finden. Ich spreche vom Kleeblatt-Osterhasen (Foto). Ich finde ihn supersüß, er hat doch Charisma, oder? Nach dem Weihnachtsmann und den Kleeblatt-Adventskalendern, über die wir schon in unserem Greuther-Weiber-Blog geschrieben haben, kommt jetzt also der nächste weiß-grüne Typ zu besonderen Ehren. In den Fanshops und dem einen oder anderen Supermarkt ist er (noch) zu haben.

Für alle Mitglieder des Stammtisch Ronhof und der Ronhof Racker gibt´s eine perfekte Kombination im Angebot: Stammtisch Ronhof-Mitglieder und Racker, die sich in Kleeblatt-Fanshops auf die Suche nach einem Ostergeschenk begeben, sollten das ab sofort im Franken Ticket oder im Fanshop Greuther Teeladen tun. Dort bekommen sie ab einem Einkaufswert von 20 Euro einen Kleeblatt-Osterhasen gratis dazu. Die Aktion gilt nur gegen Vorlage des Mitgliedsausweises des Stammtisch Ronhof beziehungsweise der Bestätigungsmail der Ronhof Racker bis einschließlich Ostersamstag.

Am Sonntag ist wieder Kleeblatt-Time

YouTube Preview Image

Am nächsten Sonntag ist endlich wieder „Kleeblatt-Time“. Die Länderspielpause seit dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart ist dann vorbei. Allerdings – und da werde ich vielen Fußballfans aus dem Herzen sprechen: Die beiden Länderspiele waren unterhaltsam. Vor allem das Frendschaftsspiel gegen England war teilweise hoch emotional. Als Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel in der Nationalmannschaft seine Begrüßungsworte sprach, das hatte was. Und nach seinem Traumtor in der 69. Minute – das 49. in seiner Länderspiellaufbahn – schwappten die Gefühle im Dortmunder Stadion und bei den Zuschauern vor den Fernsehgeräten über. Poldi – Du hast die Fußballszene bereichert und bist ein echt toller Typ! (Angeblich will Poldi, bevor er nach Japan geht, im Sommer noch eine Eisdiele eröffnen. Dazu wünschen wir ihm eine Extra-Portion Glück!)

Ob die Auswärtspartie der Spielvereinigung am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim ähnlich spannend wird, muss man sehen. Das Kleeblatt ist immerhin seit sieben Spielen ungeschlagen und steht momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Der 1:0-Sieg gegen den (damaligen) Tabellenführer VfB Stuttgart war Balsam auf die Seelen vieler Fürther Kleeblattfans. Die sportliche Leistung verbessert sich kontinuierlich. Die Mannschaft hat sich inzwischen mehr und mehr aufeinander eingespielt, das Konzept von Trainer Janos Radoki geht offensichtlich auf. Er gibt immer wieder auch jungen Spielern die Chance, sich in einem Zweitligaspiel zu bewähren. „Alte Hasen“ wie Robert Zulj, Niko Gießelmann und Marco Caligiuri sind eine sichere Bank. Und die (hoffentlich) baldige Rückkehr von Jurgen Gjasula (nach langem krankheitsbedingtem Ausfall) könnte dem Team einen Schub geben.
Es sind noch neun Spiele bis zum Saisonende am 21. Mai im Fürther Ronhof, wenn das Kleeblatt zum krönenden Abschluss gegen Union Berlin antritt – den aktuellen Tabellenführer. Die Gegner bis dahin sind mit z.B. Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keine leichten, aber äußerst attraktiv. Vielleicht – und da werden so manche wieder sagen, wir Greuther-Weiber sehen die SpVgg manchmal zu sehr durch die rosarote Brille – wird nach dem Abpfiff des letzten Spiels der Saison 2016/17 der Berliner Kiezverein in die Bundesliga aufsteigen. Und das Kleeblatt steht dann womöglich wieder einmal auf dem Relegationsplatz…

Mit der Leistung besiegt man auch Tabellenführer

Seitdem ich mein neues Kleeblatt-Hoodie an den Tagen anziehe, wenn das Kleeblatt spielt, ist die Spielvereinigung eindeutig auf der Gewinnerstraße. Meine Schwester schlug vor, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, und das gute Stück bei einem wichtigen Spiel nicht anzuziehen, um zu sehen, was passiert. Aber ich kann mich beherrschen.

Also, nach der heutigen Leistung muss ich der Mannschaft wirklich mein Kompliment ausdrücken. Gegen den Spitzenreiter VfB Stuttgart zu Hause anzutreten, ist keine einfache Sache. Ihn zu besiegen, das ist toll! Von Beginn des Spieles an war das Kleeblatt selbstbewusst, mutig und dominierte das Geschehen im Ronhof. Dass ausgerechnet Veton Berisha, der in den vergangenen Wochen und Monaten keine überzeugenden Leistungen geboten hatte, und dem das Glück einfach nicht hold war, das 1:0 machte, freut mich besonders. In der neunten Minute zog der Norweger forsch aus 30 Metern Distanz ab. Sein Aufsetzer schlug im rechten Eck von Stuttgarts Keeper Mitchell Langerak ein. Die frühe Führung verlieh den Gastgebern Motivation, die Fans im mit knapp 12 700 Zuschauern ganz gut besetzten Stadion waren begeistert. Auch im weiteren Spielverlauf zeigten die Fürther wenig Respekt vor dem Zweitliga-Spitzenreiter und spielten munter nach vorne. Adam Pinter (15., 36., 41.) und wiederum Berisha (17.) hätten die Führung ausbauen können. Die schwäbischen Bundesliga-Absteiger waren heute insgesamt wenig kreativ und vom schnellen Fürther Führungstor und deren Überlegenheit wohl überrumpelt und frustriert.
Nach einer superschönen Chance von Serdar Dursun kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit – und einer weiteren eine Viertelstunde später – schaltete die SpVgg einen Gang zurück, was dem VfB einen besseren Stand ermöglichte. Aber dank Keeper Balász Megyeri und einer kompakten Abwehr kamen die Stuttgarter nicht zum Anschlusstreffer. Sie versuchten zwar in der Schlussphase, verstärkt Druck zu machen und drängten das Kleeblatt immer weiter zurück, ein wahres Ballgewitter prasselte auf das Kleeblatt nieder. Aber die Weiß-Grünen zeigten Stärke und boten dem VfB Paroli. Es blieb beim 1:0.
Die Spielvereinigung ist also seit sieben (!) Spielen ungeschlagen und rangiert jetzt auf dem sechsten Tabellenplatz. Und mein Hoodie, klar, das werde ich auch beim nächsten Spiel am 2. April gegen den 1. FC Heidenheim wieder tragen.

4:1 gegen den Angstgegner Hannover 96!

Wer heute Abend nicht in der Fürther Gustavstraße feiert, ist selber schuld. Die Spielvereinigung hat – und das kann ich hier mal offen sagen – völlig überraschend zu Hause den Tabellenführer Hannover 96 mit 4: 1 besiegt. Was heißt besiegt? In Grund und Boden gespielt. Nach 21 Minuten stand es schon 2:0 durch Tore von Serdan Dursun und Marcel Franke. Das mit nur knapp 8500 Zuschauern besetzte Stadion (ein Armutszeugnis!) tobte auf der Fürther Seite – die gut 1000 Hannoveraner Gäste waren geschockt. Das Kleeblatt zeigte heute Kampfgeist, war sowohl in der Defensive als auch im Angriff überzeugend.  Da hatten auch die beiden Ex-Fürther Edgar Prib und Felix Klaus keine kreativen Ideen.
Doch direkt nach der Pause holten die Hannoveraner zum Gegenschlag aus, Artur Sobiech traf unvermittelt ins Tor von Balasz Megyeri. Aber Schiedsrichter Robert Kempter erkannte auf Abseits. Eine zweifelhafte Entscheidung. Noch bitterer sollte es für die Gäste dann wenige Minuten später kommen: Kenan Karaman leitete einen Pass von Salif Sané zu Sobiech, der kam im Strafraum im Zweikampf mit Fürths Kapitän Marco Caligiuri zu Fall. Elfmeter? Nein, Kempter entschied erneut gegen Hannover. Das war totales Glück fürs Kleeblatt, weil Caligiuri Sobiech eindeutig am Fuß berührt hatte. – Zwei Entscheidungen gegen Hannover 96, die, wenn sie anders gefällt worden wären, den gesamten Spielverlauf hätten auf den Kopf stellen können. So hatte das Kleeblatt, das wirklich eine tolle Leistung brachte, Oberwasser und trumpfte auf.

Robert Zulj schießt in der 64. Minute die Kugel in den Lauf von Khaled Narey, der schnell ist. Der gibt quer auf Dursun ab, der aus kurzer Distanz den Ball ins Tor schiebt. 3:0! Und es kommt noch besser: Veton Berisha läuft mehr oder minder alleine mit dem Ball in Richtung Tor, dreht sich nach rechts, nach links und realisiert: „Das Ding muss ich alleine machen.“ Und so ist es: Er schießt elegant ins lange Eck und lässt die Kleeblattfans über ein lange nicht mehr erlebtes 4:0 jubeln. Dass den Gästen dann kurz vor Spielende noch der Ehrentreffer gelang, ist ihnen zu gönnen.

Ich hatte auf ein 2:1 getippt, Insider zweifelten an meinem Realitätssinn. Aber mit einem 4:1-Heimsieg der SpVgg hat wohl keiner gerechnet. Labsal für die Seele strapazierter Kleeblattanhänger! Und der Drei-Punkte-Gewinn verhilft dem Kleeblatt (24 Punkte) zum Anschluss an das Tabellenmittelfeld. Unser Foto zeigt deutlich, wie sich die drei Torschützen über ihren Erfolg freuen.
Wenn die Glückssträhne anhält, können wir am Dienstag im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach vielleicht auch eine Überraschung erleben!