Plädoyer für den Sand

schuhAls NZ-Redakteurin hat man schon ein schlimmes Leben. Während Menschen mit normalen Jobs nämlich im Büro sitzen dürfen, muss ich zu so schlimmen Terminen wie der Stadtstrand-Vorstellung. Anstrengend, wirklich….. Wenigstens musste ich dort keine Cocktails trinken. Aber aufregen, das muss ich mich. Nämlich darüber, dass der Strand Ende Juli versandet. Im umgedrehten Wortsinn zumindet. Er muss nämlich weg, Platz machen für das Bardentreffen. Pünktlich zu den Sommerferien. Klar, könnte man da sagen. Was soll so eine kommerzielle Veranstaltung auch Vorrang haben vor einem Kulturevent mit großer Strahlkraft? Nein, sag ich. Und schlage mich damit auf die Seite der Kommerz-Fans. Ich mag den Strand nämlich. Gern sogar.

Warum? Ganz einfach: Weil es ein Treffpunkt für so viele Menschen ist. Jung, Alt, Männlein, Weiblein, Nürnberger, Fürther, Forchheimer, Kulturfans, Banausen, Singles, Familien – alle haben dort Platz, wollen gern ihr Geld am Strand ausgeben. Und könnten dort auch das Bardentreffen genießen. Die Stadt aber stellt sich quer. Internationale Stars brauchen schließlich eine große Bühne, einen tollen Backstage-Bereich, tolles Catering – und damit so viel Platz am Pegnitzufer, dass da kein Sand sein darf (heißt es seitens der Stadtverantwortlichen). Meine Güte, was soll das? Lasst die Beachboys doch einfach dort, feiert mit ihnen und baut die Riesenbühne einfach an einem anderen Ort auf – kann doch nicht so schwer sein.

Feiern für Frühaufsteher

schlafischlafIch gebe es zu. Wenn ich samstags bis um fünf Uhr morgens unterwegs bin, dann merk ich das bis Dienstag. Mindestens. Daran muss noch nicht einmal der Alkohol schuld sein. Nein, man muss die Dinge beim Namen nennen. Es liegt am Alter. Punkt. Mit (fast) 30 ist das nämlich nicht mehr so leicht. Da braucht man einfach seinen Schönheitsschlaf (ich zumindest). Und genau aus diesem Grund übernehme ich montags gern Spätdienste (passt perfekt zum Biorhythmus des Wochenendes) oder bleib am Samstag brav. Gegen Ende der Woche sieht die Sache mit dem Biorhythmus dann anders aus. Da bin ich abends so müde, dass ich in der besten Bar einschlafen würde. Morgens dafür fit, sobald die ersten Sonnenstrahlen mein Näschen kitzeln. So ist das wohl, wenn sich so langsam die senile Bettflucht bemerkbar macht. Tanzen will ich trotzdem – kann ich aber nur selten. Warum? Weil Nürnberg nicht Berlin ist.

Dort nämlich gibt es eine Party, die ich mit meiner senilen Bettflucht und abendlichen Müdigkeit vereinbaren könnte. „Morning Gloryville“ heißt die Veranstaltung. Um halb sieben geht es los. Vier Stunden lang wird dann getanzt. Statt Prosecco gibt es Kaffee. Statt Gin Tonic frische Säfte. Pünktlich um elf könnte ich nach einer solchen Party in der Redaktion erscheinen. Fit, als käme ich von einer Runde Sport.

Nürnberg braucht das jetzt auch. Dringend. Beste Plätze dafür hätten wir auch schon im Angebot. Die Wöhrder Wiese zum Beispiel. Oder den Stadtstrand. Super, wenn die Morgensonne scheint. Und wenn es regnet, dann kann man das Ganze ja kurzfristig in die Quelle verlagern. Oder fallen Euch noch andere Orte in Nürnberg ein, an denen morgens dringend mal gefeiert werden müsste?

„Won“-Betreiber bewegen sich

screenshotwonKein Mietvertrag und kein anständiger Brandschutz: den „Won“-Betreibern war das egal. Sie feierten einfach weiter – bis ihnen die Stadt eine Frist gesetzt hat. Bis vergangenen Freitag mussten die Club-Betreiber nachbessern – sonst hätten ihnen ernsthafte Konsequenzen bis hin zur Schließung der Diskothek gedroht. In letzter Minute sind die Disco-Betreiber nun aber doch tätig geworden und haben der Stadt Dokumente vorgelegt. „Uns liegen 50 Seiten vor“, sagt Gerhard Steinmann von der Bauordnungsbehörde. Diese müssen nun genau durchgesehen werden.

Schon jetzt ist klar, dass die Disco-Betreiber nicht alle nötigen Bescheinigungen eingereicht haben. Für die fehlenden Dokumente sollen jedoch bereits Termine mit Sachverständigen ausgemacht worden sein. Eine Gefahr für die Gäste bestand durch die Mängel im Bezug auf den Brandschutz zu keiner Zeit. „Wenn dies der Fall gewesen wäre“, sagt Steinmann, „dann hätten wir den Laden sofort zugemacht.“ Die Stadt habe am Kohlenhof lediglich „kleinere Mängel“ kritisiert.

Die Tatsache, dass die Disco-Betreiber nun tätig geworden sind, lässt darauf schließen, dass sie wohl noch länger am Kohlenhof feiern wollen. Zur Erinnerung: der Mietvertrag mit der Immobiliengesellschaft Aurelis ist zum 31. März diesen Jahres ausgelaufen. Weil das „Won“ das Objekt am Kohlenhof aber nicht freiwillig räumt, strengt Aurelis nun eine Räumungsklage an.

Branchenkenner vermuten, dass die „Won“-Betreiber den Betrieb am Kohlenhof möglichst lange aufrechterhalten wollen. So soll die Pause zwischen der letzten Feier am Kohlenhof und der Neueröffnung am Klingenhof möglichst kurz gehalten werden. In der ehemaligen „Rockfabrik“ laufen derzeit bereits die Umbauarbeiten. Dort wollen die Betreiber eine „Premium“-Variante des bisherigen Ladens mit etwas höheren Preisen eröffnen. Gespräche mit den Anwohnern, wie die Situation für sie möglichst akzeptabel sein könnte, laufen schön länger.

Das Problem mit den „Spaßbremsen“

symboldiscoWenn das Julchen ausgeht, dann können das Beamte auch. Der Unterschied ist nur: die Zeitungs-Jule hat Spaß dabei, Beamte müssen arbeiten. Während sich die Schreiberin also einfach nur des schönen Abends erfreut („schee is“), müssen die Herren von der Stadt ihre grauen Zellen anstrengen und genau überlegen, ob sie gerade in einer Bar oder in einer Disco gelandet sind („wo simmern etz?“). Spaßbremsen sind sie aber trotzdem nicht – zumindest sagen sie das.

Genug über das Thema geschrieben haben wir Journalisten schon darüber, dass einige Bars verdächtigt werden, sich heimlich, still und leise zu Diskotheken entwickelt zu haben. Die Reaktion der Stadt darf da jetzt natürlich auch nicht fehlen.

Die hat jetzt nämlich das Thema im Rechts- und Wirtschaftsausschuss diskutiert. Viel neues kam dabei nicht herum, der Bericht über das Ergebnis der Kontrollen lag schließlich schon vorher vor. Interessant war es im Ausschuss trotzdem, schließlich rechtfertigten sich die städtischen Nightlife-Beauftragten dort für die Kontrollen. „Wir sind keine Spaßbremsen“, sagte etwa Bürgermeister Christian Vogel. Sicherheit und Ordnung gingen nun einmal vor.

Warum aber wollen einige Bars keinen offiziellen Discostempel? Womöglich liegt es am Geld, es ist nämlich ein gewaltiger Unterschied, ob man nun als Disco oder als Bar firmiert:

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Das Outfit zum Ausgehen – Warum viele Frauen nach Frankfurt fahren

primarkscreenshotDie ganze Ausgeherei kann ganz schön ins Geld gehen. Vor allem dann, wenn man immer ein neues Outfit anziehen will. Kein Wunder, dass immer mehr junge Frauen am Wochenende nach Frankfurt fahren. Was sie dort tun? Sie plündern Primark. Tütenweise Klamotten und Accessoires für wenig Geld – und die werden nach dem Fortgehen in Nürnberg oft nicht einmal mehr gewaschen und aufgeräumt. Nein, sie wandern einfach sofort in die Tonne. Modebulimie sozusagen.

Seit einigen Monaten ist nun bekannt, dass Primark in Ingolstadt eine Filiale eröffnen wird. Das wäre für Nürnberger dann etwas näher als Frankfurt. Primark-Fans wollen aber ihren eigenen Laden in Franken. Allein die Facebook-Seite „Primark Nürnberg“ hat mittlerweile mehr als 20000 Fans. „Also, der Plan ist es, eine Filiale nach Nürnberg zu holen“, steht dort, „deshalb versucht bitte, uns zu helfen“. Spekuliert wurde schon oft. Wie aber stehen die Chancen, dass die irische Billigkette hier wirklich ein Geschäft eröffnen wird? weiter lesen

Die CSU und die Partymacher der JU

frizzDie JU setzt sich für das Partyvolk ein – dieser Eindruck ensteht, wenn man die Pressemitteilung vom Montag durchliest. Darin steht nämlich, dass die von den städtischen Nightlife-Beauftragten kontrollierten Bars unbedingt erhalten bleiben müssen. Notfalls auch durch Ausnahmen und Befreiungen nach dem Baugesetzbuch.

Den Alten gefällt das aber gar nicht. Der Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit der CSU hat den Nachwuchs deshalb heute sofort zurückgepfiffen, spricht gar von „jugendlichem Leichtsinn“.

Die Jugend von heute nimmt sich ganz schön was raus – das dürfte sich Gerhard Schmidt gedacht haben, als er die Mitteilung des Arbeitskreises unterzeichnete. „Die Forderung der JU, nach rechtlichen Möglichkeiten zu suchen, Sicherheitsstandards beim Betrieb von Bars zurückzunehmen, kann so nicht stehenbleiben“, steht in dem Schreiben. „Der Schutz von Leib und Leben verlangt vielmehr ein Konzept, das der Sicherheit und Ordnung in höchstem Maße entspricht“, heißt es weiter. Und: „Deshalb besteht objektiv kein Raum für ‚Ausnahmen und Befreiungen'“.

Ich bin gespannt, ob sich die JU so schnell noch einmal zum Nachtleben äußert. Überhaupt, was halten Sie davon, dass städtische Nightlife-Beauftage etwa dem Frizz genau auf die Finger schauen (der Laden wurde kontrolliert, ob etwas beanstandet wurde, wissen wir nicht)? Waren die Kontrollen überzogen? Gerecht? Unnötig? Diskutieren Sie mit!

Das Won – eine unendliche Geschichte

wonDas Won macht zu – und macht doch weiter. Schon seit der Eröffnung der Diskothek am Kohlenhof hat es immer wieder Gerüchte um eine mögliche Schließung gegeben. Jetzt wird es ernst, zehn Jahre nach dem Umbau der ehemaligen Disco „Komplexx“, die vorher schon als „Soundexpress“ betrieben wurde, steht die Schließung an. So zumindest will es der Vermieter der Immobilie.

Die Betreiber stört dies indes wenig, sie feiern weiter – und müssen mit ernsten Konsequenzen rechnen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Fronten im Kampf um die Disco:

Das Won und der Vermieter: Dass das Won nicht ewig am Kohlenhof bleiben kann, wird bei einem Blick auf die Pläne zum Ausbau des Frankenschnellwegs klar. Wird das Bauprojekt in Angriff genommen, ist die Disco nämlich im Weg. Aurelis hat mit den Betreibern der Diskothek einen Mietvertrag geschlossen, der eigentlich bereits vor knapp eineinhalb Jahren ausgelaufen ist. Das Won-Team hatte also genug Zeit, um sich nach neuen Räumlichkeiten umzusehen. Weil das nicht funktioniert hat, hat Aurelis mit den Discobetreibern eine Verlängerung des Mietvertrages um 15 Monate vereinbart. Die neue Vereinbarung sah vor, dass noch bis zum 31. März diesen Jahres am Kohlenhof gefeiert wird. Eigentlich ein nettes Entgegenkommen. Weil das Won nach diesem Datum aber nicht raus ist, hat Aurelis nun eine Räumungsklage angestrengt. Wie die NZ erfahren hat, sind die Fronten zwischen Mieter und Vermieter mittlerweile so verhärtet, dass nur noch über Anwälte kommuniziert wird.
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Das letzte Bier im Garten

bierlaDie städtischen Nightlife-Beamten haben im Moment jede Menge Arbeit. Womit sie sich diesmal beschäftigt haben? Biergärten. Das passt, soll ja schließlich schön sein in den kommenden Tagen.

Gut, der Wetterfrosch war es nicht, der die Nightlife-Beauftragten auf die Idee gebracht hat, doch mal über die Öffnungszeiten der Biergärten nachzudenken. Vielmehr liegt das Thema – wie viele andere auch – schon länger auf den Schreibtischen. Im Gegensatz zu mir schaffen es die Beamten aber komischerweise auf wundersame Art und Weise, Schreibtischaltlasten nicht irgendwann zu verschlampern. Nein, sie kümmern sich tatsächlich darum. weiter lesen

Die anonymen Discobetreiber

5Anonyme Briefe kann ich ja so gar nicht ab. Manchmal mag ich sie aber doch ganz gern. Sie sind nämlich interessant. So interessant, dass ich Sie niemandem vorenthalten will. Wie der der „wütenden Discobetreiber“, der mich im vergangenen Sommer erreicht hat und noch heute beschäftigt.

Wobei… mich beschäftigt? Nicht nur… Die Stadt hat als Konsequenz ihre Nightlife-Beauftragen auf Patrouille geschickt. Das Ergebnis: Einige Wirte müssen nun Geld in die Hand nehmen, um ihre Betriebe weiter in der bisherigen Form betreiben zu können – und ärgern sich gewaltig. Nicht nur über die Probleme, die sie jetzt haben, sondern auch über die Art und Weise, wie die Konkurrenz gegen sie vorgeht. Aber lest selbst, hier ist das anonyme Schreiben:

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