Von Angsthasen und Zicken

kaffeeManchmal fragt man sich schon, wie die Nürnberger das mit der Fortpflanzung eigentlich hinbekommen. Warum? Weil die Sache in der Stadt schon an der Kontaktanbahnung scheitert. Wie ich darauf komme? Folgendes Beispiel:

Sommerlicher Frühlingstag. Frau von mittlerer bis hoher Attraktivität (so zumindest die Meinung Außenstehender) schlendert durch die Stadt. Männer glotzen. Und nicht nur das, sie drehen sich auch um. Mit Ansage sogar. In der Sache sind die meisten Männer schließlich ziemlich berechenbar. Manche bleiben sogar neben dem Cafe, in dem eine Frau, die zuvor an ihnen vorbeigelaufen ist, nun sitzt stehen, zünden sich eine Zigarette an, glotzen eine gefühlte Ewigkeit. Und dann? Nichts. Wir sind schließlich in Nürnberg. Und hier sprechen Männer Frauen nicht tagsüber auf der Straße einfach so an. Aber warum eigentlich?

Ich habe mal Ursachenforschung betrieben.

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Wie der Storch im Kopfsteinpflaster

schuechenWie es aussieht, wenn Julchen ausgeht? Elegant natürlich. Zumindest auf ebenem Untergrund. Das Problem ist nur: den muss man erst einmal erreichen. Das ist in Nürnberg alles andere als einfach. Wie ich auf dem Weg dorthin aussehe? Wie ein Storch im Salat – und das liegt garantiert nicht daran, dass ich besonders lange und dünne Beine hab. Nein, es liegt an der Unfähigkeit der Stadt, die Innenstadt frauenfreundlich zu pflastern.

Dort gibt es nämlich nur eines: Kopfsteinpflaster (unser Fotograf Stefan Hippel hat das Grauen mit der Kamera gestellt). Allein bei dem langen K-Wort verdrehen viele Frauen schon die Augen. Ich glaube ja, dass diese Art des Bodenbelags nur dafür erfunden wurde, uns zu ärgern. Klar, es sieht gut aus und passt wunderbar zu so manchem alten Gebäude, das unsere Altstadt ziert. Für hochhackig beschuhte Frauen ist es aber eine oft nur kaum zu überwindende Hürde. Da können wir noch so tolle K-Überlebensstrategien entwickeln:

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„Won“ – Abstecher an die Regensburger

FullSizeRenderKohlenhof, Klingenhof – ja was denn nun? Nichts von beidem. Das „Won“ macht nämlich einen Abstecher an die Regensburger Straße. Vorerst zumindest. Dort waren die Betreiber der heutigen Kohlenhofdisco schon einmal tätig. Vor vielen Jahren, als der Laden noch „Stargate“ hieß. Damals, als Großraumdiskotheken gar nicht groß genug sein konnten und der Club damit Werbung machte, nachts die Trennwand zwischen zwei Tanzflächen mit großen Tamtam hochzufahren und so eine riesige Tanzfläche zu schaffen.

Genau den Schuppen von damals sollen die „Won“-Betreiber nun käuflich erworben haben. Das zumindest ist aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen zu erfahren. Der Club, so heißt es, steht nach dem Aus mangels Besucheraufkommen der Russendisco „Nasha“ sowieso leer. Da habe sich das Objekt einfach angeboten.

Warum das Ganze? Ganz einfach, die „Won“-Betreiber müssen den Kohlenhof räumen. Das will nicht nur der Vermieter, der mittlerweile mit einer Räumungsklage gegen die nicht gehen wollenden Mieter vorgeht. Das will auch die Stadt, die nicht mehr länger mit ansehen will, dass die „Won“-Betreiber ganz offensichtlich gegen Brandschutzregeln verstoßen. In Anbetracht dessen, dass die Tage des Clubs am Kohlenhof gezählt zu sein schienen, hat man dabei wohl immer wieder das ein oder andere Äuglein zugedrückt. Damit ist jetzt aber Schluss.

Die „Won“-Betreiber haben jedoch ein riesiges Problem: Sie haben zwar eine neue Heimat gefunden, die ist aber noch lange nicht fertig renoviert. Bis Oktober, so heißt es, wird der Umbau in der ehemaligen „Rockfabrik“ am Klingenhof (siehe Foto) noch dauern. Im schnelllebigen Discogeschäft ist das eine verdammt lange Zeit – zu lange, um nicht befürchten zu müssen, Stammkundschaft an andere Clubs zu verlieren.

Ach ja, interessant ist nun natürlich noch, wann es für das „Won“ an der Regensburger Straße weitergeht. Angeblich ist es bereits im Juni soweit. Ob die Betreiber des „Won“ dort mehr Glück haben als ihre Vorgänger?

Seitens der „Won“-Betreiber war indes übrigens einmal wieder keine Stellungnahme zu erhalten.

Exklusiv abgeschrieben

bildexklusivHerzlichen Glückwunsch, liebe Kollegen von der Bild. Da habt Ihr ja eine ganz exklusive Geschichte geschrieben. Entschuldigung, abgeschrieben. Dass das „Goija“ zwecks Umbau schließt, hatte die NZ nämlich schon vor Wochen berichtet. Aber Themen sind ja wie Rindfleisch. Man muss sie nur lange genug abhängen lassen, sie werden immer besser (und exklusiver).

Deshalb hier noch einmal ganz exklusiv die exklusiv abgeschriebene Exklusiv-Geschichte: Das „Goija“ macht zu – aber nicht endgültig. Nach vier Jahren Party in dem Objekt in Bahnhofsnähe wird es einfach Zeit für etwas Neues. Vier Jahre sind im Nachtleben schließlich eine halbe Ewigkeit. Deshalb wird der Club umgebaut. Und zwar so richtig. Also richtig entkernt und so. Spätestens im Spätsommer soll dann alles fertig sein. Das Ergebnis kann man dann bei einer großen Einweihungsparty bestaunen. Und damit man dann richtig vergleichen kann, ob das „Goija“ hübscher geworden ist, kann man sich den Club jetzt noch einmal ansehen. Am Mittwoch zum Beispiel. Vor dem Feiertag hat der Club dann nämlich außer der Reihe noch einmal geöffnet. Die allerletzte Party steigt dann am Samstag. „Bye bye Goija“ heißt es dann – und zwar Open End. Dank Sondergenehmigung gilt für den Club an dem Tag nämlich keine Sperrstunde, wenn er bis um fünf nicht leergetrunken ist, geht es einfach noch weiter.

Feiern für Nepal

holiFeiern ist Zeitverschwendung. Stimmt. Aber eine schöne. Und manchmal ist die Zeitverschwendung sogar sinnvoll. Deshalb gibt es hier einen Ausgehtipp (auch, wenn ich das hier eigentlich nicht machen wollte). Wohin Ihr gehen sollt? Zum lustigen Farbbeutel-Werfen. „Holi“ heißt das – und hier gibt es die Infos dazu. Warum? Weil die Hälfte des Farbbeutel-Gewinns an UNICEF Nepal/Fungma Fudong Aktion gespendet wird. Wer Holi noch nicht kennt, hier die Erklärung:

Ganz viele Menschen treffen sich, tanzen den ganzen Tag, bewerfen sich dabei mit bunten Farben, finden das voll lustig, knipsen viele Fotos und stellen danach alle bei Instagram und Facebook ein. So läuft das zumindest heute bei uns ab. Ursprünglich gibt es bei „Holi“ aber auch einen tieferen Sinn. Es ist nämlich ein hinduistisches Frühlingsfest, das in Indien und in Nepal gefeiert wird. Männlein, Weiblein, Alte, Junge – das alles interessiert bei „Holi“ nicht. Sogar die Kastenzugehörigkeit wird bei der Feier vernachlässigt. Und wer an diese Bedeutung des Frühlingsfestes denkt und am 17. Mai am Nürnberger Klingenhof ganz viele Farbbeutel kauft, der muss sich garantiert nicht sagen lassen, dass Feiern reine Zeitverschendung ist.

Nur ein paar kleine Tipps noch…. Obwohl die Farbe eigentlich leicht rauswaschbar ist, macht es doch Sinn, nicht mit einer strahlend hellen Seidenbluse zum „Holi“ zu gehen. A bisl einölen schadet übrigens auch nicht. Die Farben glänzen dann nämlich schöner und können danach auch leichter entfernt werden. Kontaktlinsenträger und Asthmatiker sollten besonders aufpassen. Das Pulver ist zwar unschädlich, ungiftig und unbedenklich, aber ein Augen- oder Atemschutz kann trotzdem nicht schaden.