Rosi entert die Luitpoldstraße

rosiSeit Tagen geistert sie nun schon bei Facebook herum, die „Rosi Schulz“ aus der Luitpoldstraße. Ein neuer Club soll es sein, irgendwas mit Rotlicht soll er auch zu tun haben. Was aber verbirgt sich genau hinter der Facebook-Seite, die mittlerweile rund 800 Fans hat?

„Im Moment ist es noch eine große Baustelle“, sagt Oliver Förschner. Er ist neben Mauro Russo und Mathies Wandt einer der drei Köpfe, die sich hinter Rosi verbergen. Mitte Oktober wollen sie ihren neuen Laden eröffnen. Was dort laufen soll? „Hip Hop“, sagt Förschner, „aber stilvoll“. Das Ambiente, das die Gäste erwarten dürfen: retro und leicht puffig. „Es wird nicht wie ein 70er-Jahre Puff aussehen, aber durchaus an die Vergangenheit der Straße und des Gebäudes erinnern“, sagt Förschner. Kann das gut gehen? Schließlich gibt es mit dem „King Lui“ gleich gegenüber schon einen Hip Hop-Club. „Wir haben sicherlich einige Gemeinsamkeiten“, sagt Förschner, „aber wir werden uns auch in vielen Punkten unterscheiden.“ Richtig Konkurrenz machen wird man sich also nicht.

170_0L3RNKKDie Luitpoldstraße war schon zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern eine Fortgehmeile (das Foto links von Horst Eißner stammt aus dem Jahr 1963) – und an der ein oder anderen Hausecke schimmerte das Licht schon damals ein wenig rötlich. In dem Haus, das nun bald die „Rosi“ beherbergen wird, war damals das „Tanzkabarett Erotica“ untergebracht. 147_310LBJJCIn dem Club, dessen Name durchaus einen Hinweis auf das dort gebotene Programm gab, ging es so heiß her, dass er im Oktober 1963 komplett ausbrannte (rechts ein Foto aus unserem Archiv). Der entstandene Sachschaden betrug damals 50.000 Mark. Auch später waren in dem Gebäude immer wieder Etablissements untergebracht, deren Programm eher männliches Publikum anlockte. Zuletzt war es das Striplokal „Belle Epoque“.

Ausziehen wird sich in der „Rosi“ diesmal niemand. Vielmehr sollen die Gäste zum Tanzen hingehen. Damit knüpfen die Betreiber an das an, was sich auch vor dem „Tanzkabarett Erotica“ dort abspielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nämlich im „Fliegenden Holländer“ gefeiert – und die GIs ließen es damals so richtig krachen. Das Objekt mit der Hausnummer 13 ist damit eines der ältesten Gebäude in der Innenstadt, für die es eine Disco-Erlaubnis gibt.