Frischfleisch für das Nachtleben

11Eigentlich sollten am Wochenende gleich drei neue Lokale für Nachtschwärmer an den Start gehen. Daraus wurde jedoch nichts – im ehemaligen „Cafe Lucas“, das nun „Das Paul“ heißt, sind immer noch Handwerker am arbeiten. Im „11“ (Bahnhofstraße, ehemals Goija) und bei „Rosi Schulz“ an der Luitpoldstraße feierte man aber ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.

In der vergangenen Woche hatten die Betreiber das neue „11“ bereits einem Testlauf unterzogen. Geladene Gäste und die Nürnberger „Prominenz“ zeigten sich dabei bei Champagner und Häppchen beeindruckt davon, was sich durch den Umbau alles verändert hat. Der hat sich schließlich ganz schön in die Länge gezogen. Ursprünglich hätte der „Goija“-Nachfolger bereits im Sommer eröffnen sollen. Nach langem Stillstand auf der Baustelle, mussten die Handwerker dann aber einen regelrechten Endspurt hinlegen, um pünktlich zur VIP-Feier fertig zu werden.

Am Samstag dann durfte das normale Fußvolk den Laden von innen betrachten. Einige standen bereits um kurz nach 22 Uhr in der langen Schlangen vor dem neuen Club. Und der ist so ganz anders als zuvor. Frischfleisch gibt es nämlich nicht nur auf der Tanzfläche, sondern jetzt auch auf dem Teller. Wenn nicht gerade Samstagnacht ein DJ auflegt, ist das „11“ nämlich ein Steaklokal. Rinderfilets aus Schwabach, oder doch lieber trockengereiftes Fleisch der Extraklasse – wer auf Steaks steht, ist dort richtig. Musikalisch will man sich im „11“ nicht festlegen. Jeden Samstag wird ein anderer DJ auflegen: House, Funk, Soul – alles ist dabei.

Ein paar Straßen weiter, hat schon am Freitagabend „Rosi Schulz“ eröffnet. In dem Objekt an der Luitpoldstraße war zuvor das Striplokal „Belle Epoqe“. Getanzt wird in dem neuen Laden auch – allerdings mit Klamotten. Die Betreiber haben alles herausgerissen, was vom Stripschuppen übrig war. Der Club ist überwiegend in Schwarz gehalten – und erinnert liebevoll an die puffigen Zeiten von früher. Auf der Mädelstoilette hängen etwa uralte Ausgaben der „Playgirl“ – halbnackte Posterboys mit Schnurrbart inklusive. Auch niedlich: der alte Zigarettenautomat, der sogar noch funktioniert – vorausgesetzt, man hat DM-Münzen dabei. Fast noch cooler: alte Telefone auf den Tischen (mit Wählscheibe natürlich), Lampen wie aus Omas Zeiten und der Röhrenfernseher mit Softpornos von anno dazumal. Und was bei einer Disco fast noch wichtiger ist als die Optik: die Musik. Bei der Rosi gibt es Hip Hop – allerdigns in einer sanfteren Variante als bei „King Lui“ gegenüber. Pluspunkt: der Eintritt ist frei.

Wer sich im umgebauten „Café Lucas“ umsehen will, muss sich noch etwas gedulden. Eigentlich wollten Eike Steffen und Richi Karatay pünktlich zur Christkindlesmarkt-Eröffnung mit dem Umbau fertig sein. Der Zeitplan konnte jedoch nicht eingehalten werden. Am Samstag standen zur besten Shoppingzeit noch jede Menge Handwerkerautos auf der Terrasse – bis zum Wochenende werden sie aber wahrscheinlich fertig sein.