Auf gute Nachbarschaft

IMG_1478Wenn 2500 Leute zum Feiern kommen, dann geht das nicht lautlos an der Nachbarschaft vorüber. Die neue Disco auf dem Klingenhofgelände hat die Anwohner logischerweise aufhorchen lassen. Damit Club und Anwohner trotz etlicher möglicher Reibungspunkte gute Nachbarn werden, hat der Betreiber der Resi auf Initiative des Vorstadtvereins Nürnberg Nord nun zum Gespräch auf die Baustelle geladen.

„Ich will mich als neuer Nachbar hier vorstellen“, sagt Helmuth Rower den rund 200 Nachbarn, die in einen der noch nicht ganz fertigen Barbereiche gekommen sind. Und wie das gute Nachbarn so machen, will er von Anfang an dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu Problemen kommt. Helfen soll dabei folgendes Konzept (in Auszügen):

  • Die Martinstraße wird nachts gesperrt. Und das nicht nur ab und zu, sondern immer dann, wenn die Disco offen hat (also donnerstags, freitags und samstags). An beiden Enden der Straße wird Sicherheitspersonal stationiert, das dafür sorgt, dass das Feiervolk nicht lärmend durch das Wohngebiet zieht.
  • Wer nachts heimfahren will, darf den Parkplatz mit dem Auto nur nacht rechts verlassen. So soll vermieden werden, dass das Feiervolk in Richtung „Rok“ durch die Klingenhofstraße fährt. Damit sich auch alle daran halten, wird Sicherheitspersonal bereitgestellt.
  • Damit das Gelände nach Betriebsschluss möglichst schnell geräumt wird, organisiert der Betreiber zwischen 4 und 6 Uhr VAG-Busse.
  • Außerdem werden längere U-Bahn-Züge eingesetzt und der Takt des Nightliners erhöht.
  • Der Parkplatz wird beleuchtet und – ebenso wie die Disco – videoüberwacht.
  • Keine Sonderveranstaltungen ab 16.
  • Ebenso wird es keinen allzu billigen Alkohol geben. Durch eine gehobenere Preisstruktur will Rower kritische Klientel gar nicht erst anlocken.
  • Die Hinterlassenschaften der Discobesucher werden nachts noch zusammengesammelt.

Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt stehen Rower zur Seite. Heinz Hegendörfer von der Polizeiinspektion Nürnberg Ost ist zuversichtlich: „Herr Rower hat uns von Anfang an mit eingebunden“, sagt er. Als Veranstalter ist Rower in der Stadt schon seit rund 15 Jahren bekannt. Ob im „Won“ am Kohlenhof oder später an der Regensburger Straße – „Was er tun kann, hat er getan“, lobt Hegendörfer das Engagement des Betreibers. Die Polizei verspricht ihrerseits, von Anfang an Präsenz zu zeigen. Hegendörfer gibt aber auch zu bedenken, dass sich in einer Partymeile Pöbeleien und die ein oder andere Körperverletzung nicht vermeiden lassen.

Ob das Konzept aufgeht, wird sich am 25. Feburar zeigen. Dann steigt in der „Resi“ die große Eröffnungsfeier. Inoffiziell beginnt der Betreib jedoch bereits am 20. Februar. Die Veranstaltung wird nicht groß beworben. Sie soll vor allem als Testlauf dienen, etwa dafür, ob Schankanlagen richtig funktionieren. Rower hat in der alten „Rockfabrik“ schließlich so einiges erneuert. Vier Millionen Euro hat er dafür in die Hand genommen, um den 3500 Quadratmetern einen neuen Look zu verpassen. Arbeitsplätze schafft er damit auch. In den drei Areas, dem Bistro, der Cocktailbar, dem Restaurant etc. werden etwa 100 bis 120 Minijobber beschäftigt. Zusätzlich gibt es 20 feste Stellen.

1 Kommentar in “Auf gute Nachbarschaft

  1. Hallo Julchen, danke für den Blog, schön wäre gewesen wenn die Fragen und Einwände (Sperre Bessemerstr, Umleitung nicht zu Lasten von Anwohnern über dem Bahnübergang, Müll auch in der Martinstr : / Bessemerstr einsammeln…) der Anwohner auch erwähnt worden wären….Schade!

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