Exklusives Shoppingopfer

Zwischenablage01Ich bin bald pleite. Sehr bald. Warum? Weil ich nach vielen Jahren, in denen ich mich hartnäckig geweigert habe, meine Klamotten im Internet zu bestellen, doch auf den Geschmack gekommen bin. „Best Secret“ heißt der Übeltäter, der mich nun dazu verführt, die kleinen Läden in der Stadt nicht mehr zu betreten…. Wobei… Eigentlich darf ich das ja gar nicht sagen. Ist nämlich alles gaaaaanz geheim und exklusiv. Und wie es sich für gaaaaanz geheime und exklusive Seiten gehört, darf natürlich auch nicht jeder dort shoppen. Nein, man muss erst empfohlen werden. Und dann muss man sich auch noch bewerben. Mit gaaaaanz viel Glück wird man von den Shoppinggöttern erhört und darf sein Geld aus dem Fenster werfen/ auf der Seite ausgeben.

Was soll ich sagen, die Shoppinggötter waren mir gewogen, ich bin Mitglied in diesem ach so exklusiven Kreis (wie der Screenshot beweist). Und weil ich schon sooooooo besonders bin, dass ich dort einkaufen darf, mach ich das natürlich auch. Wobei, einkaufen kann man das Ganze eigentlich nicht nennen, ich spare. Den ganzen lieben langen Tag lang (hab ja eh Urlaub). Hier ein Mantel, da noch Schühchen, ein kleines Täschchen…. Der Pulli wäre doch auch ganz nett. Und das Kleid, das muss natürlich auch noch sein. Ist schließlich alles reduziert. Wenn man sich dann anschaut, was nach einer Stunde so alles im Warenkorb liegt, freut man sich: 500 Euro hat man schon gespart. Schmeißt man jetzt noch das zweite Paar Designerschühchen in den Warenkorb, ist man schon bei 750 Euro, die man mit ein paar Klicks gespart hat. Das gesparte Geld kann man dann übrigens gleich wieder in Klamotten investieren. Ein Teufelskreis, wirklich. Dass man für die Ersparnis nämlich erst einmal auch eine ganze Menge Geld ausgeben muss, das vergisst man bei dem ganzen Spaß einfach viel zu schnell.

Aber halt, kurze Pause. Eine Stunde selbstauferlegtes Internetverbot…. Und die Frage: Warum bin ich plötzlich Internetshopperin? Ganz einfach, ich bin den Machern der Seite voll auf den Leim gegangen. Geld für Werbung ausgeben? Braucht „Best Secret“ nicht. Man muss den Leuten nur den Anschein von Exklusivität unter die Nase halten, dann kommen sie schon von selbst. Besser hätten die das gar nicht machen können. Kompliment.

Modehölle Freibad

freibadIrgendwie ist es schon erstaunlich. Jedes Jahr im Frühling schuften wir für die Bikinifigur – und verunstalten uns dann, weil irgendjemand Freibad-Trends erfindet, die zwar nicht schön sind, aber irgendwie trotzdem von so viel Leuten mitgemacht werden. Besonders schlimm in diesem Jahr: der Trachten-Trend. Vor ein paar Jahren noch hat man Dirndl oder Lederhose (wenn überhaupt) maximal zweimal im Jahr angezogen. Einmal bei der Kirchweih im eigenen Kaff, einmal dann, wenn man zum Oktoberfest gefahren ist. Ansonsten hing das Zeug im Schrank. Mittlerweile ist das anders. Die Tracht wird getragen. So oft sogar, dass immer mehr Mädels glauben, dass sie mit einem einzigen Dirndl gar nicht mehr über die Runden kommen können. Jetzt erobert die Tracht auch noch das Freibad. Dort sieht man neuerdings immer mehr Männer, die mit Lederhose ins Wasser hüpfen. Freilich sind die Dinger nicht aus echtem Leder, sondern aus dem Stoff, der auch für alle anderen Badehosen verwendet wird. Von weitem (und ohne anständige Brille auf der Nase) sehen die Lederhosen täuschend echt aus. Schaut man genauer hin, muss man an Fasching denken. Ist das schön? Naja. Kombiniert man zu den Plastik-Lederhosen ein Fußballtrikot und das ein oder andere Fläschchen Bier, dann kommt man damit wenigstens am Ballermann stylingtechnisch total gut an. Aber ob es das hier braucht?

Fast schlimmer noch als die Badehosen sind die Schuhe, die die Typen neuerdings tragen (und das nicht nur auf dem Weg vom Auto zum Bad, sondern gern auch mal in der Stadt): Adiletten. Irgendjemand hat in diesem Jahr nämlich beschlossen, dass die Dinger, die wir Mädels den Männern nach jahrelangen Diskussionen endlich abgewöhnt haben, wieder angesagt sind. Und jetzt kaufen die Kerle die Latschen und sind auch noch stolz darauf, so richtig schlimme Schuhe anzuziehen.

Toppen kann man die beiden Modesünden eigentlich nur noch durch eines: Sonnenbrand. Im Schatten und mit Sonnencreme wird man auch braun. Ganz ohne Schmerzen sogar.

Augen auf beim Fehlkauf

shoppingDas mit Schuhen und Klamotten ist so eine Sache. Wenn ich nämlich in einen Laden komm, dann schreit das Zeug ganz laut „kauf mich“. Artig wie ich bin, mach ich das dann meistens auch. Vor allem dann, wenn auf dem Preisschild schon irgendwas durchgestrichen ist… Das Ergebnis besetzt mindestens einen Meter Kleiderstange. Kleider, die eigentlich nur noch an irgendeiner kleinen Stelle umgenäht werden müssen, befinden sich dort in bester Gesellschaft mit Jeans, die vielleicht doch irgendwann passen könnten. Aufgelockert wird das Sammelsurium der Fehlkäufe durch Pullis, die eigentlich ganz schön wären – würden sie nur nicht so furchtbar kratzen.

Schämen muss ich mich dafür nicht. Ich befinde mich nämlich in bester Gesellschaft. 56 Prozent der Frauen kaufen Schrott, den sie nie tragen. Das hat ein Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der Flohmarkt-App „Shpock“ für deren großen „Schrankreport“ herausgefunden. Und wenn wir den Schrott online bestellt haben, dann konnten wir ihn auch lange Zeit ungetragen einfach so im Schrank bunkern. Umtauschen ging schließlich immer noch. Aber damit ist jetzt Schluss.

Denn Fernabsatzverträge, die vor dem 13. Juni vergangenen Jahres abgeschlossen wurden, können bei fehlender oder fehlerhafter Widerrufsbelehrung nur noch bis Freitag rückgängig gemacht werden. Der Hintergrund: Bei vielen alten Verträgen hat wegen fehlender oder falscher Belehrung zum Widerruf nie eine Frist zu laufen begonnen. Ein Rücktritt war daher theoretisch auch noch nach vielen Jahren möglich. Nach einer Gesetzesänderung ist ein Widerruf aber nun nicht mehr unbefristet möglich.

Das heißt in der Praxis: umtauschen! Jetzt! Und Platz schaffen für neue Fehlkäufe. Schließlich muss man die Kohle, die bei der Umtauscherei herausspringt, gleich wieder neu investieren. Am besten in ein Lieblingsteil. Also eines, das man richtig anprobiert, dass sich super anfühlt und wirklich einmal getragen wird.

Her mit den neuen alten Klamotten!

FOTO: Julia Vogl,  MOTIV: Kleiderschrank, gesp. 12/2013Es ist gar nicht lange her, da habe ich hier über Modebulimie geschrieben. Und darüber, dass Frauen, die daran leiden, oft nach Frankfurt fahren. Dort shoppen sie tütenweise billige Klamotten bei Primark – die dann meist nicht besonders oft angezogen werden, bevor sie in der Tonne landen. Dass die Klamotten oft nicht gerade unter den besten Bedingungen hergestellt werden, dass dürfte jedem Kunden spätestens beim Blick auf die Preisschildchen deutlich werden (was aber nicht heißt, das schweineteuere Klamotten im Umkehrschluss immer fair hergestellt werden). Aber im Kaufrausch ist das vielen egal – solange die kleinen Kinderhände schicke Sachen nähen…..

Wie aber kommt man nun an neue Klamotten, ohne dafür gleich eine Menge Geld ausgeben zu müssen? Wie wäre es etwa mit einer Kleidertausch-Party? Die muss man nicht einmal extra veranstalten. Am Samstag etwa kann man einfach hingehen. Dann findet nämlich beim Quellkollektiv auf dem Quelle-Gelände eine solche Party statt. Wass man machen muss? Einfach bis zu zehn (saubere) Kleidungsstücke mitbringen, die im heimischen Kleiderschrank sowieso nur rumhängen. Die kann man dann gegen Klamotten von anderen Leuten eintauschen, die mit ihren Shirts, Hosen und Röcken auch nicht glücklich geworden sind. Und damit die Klamotten nicht einfach seelenlos ihre Besitzer werden, bekommen sie alle ein kleines Schildchen umgehängt. Darauf kann man dann zum Beispiel schreiben, was man mit einem Kleid schon so alles erlebt hat. Wenn die hübschen Vintage-Sachen der anderen Tauschwilligen irgendwo zwicken, kann man sie bei der Party auch gleich noch ein wenig umnähen. Vor Ort gibt es schließlich eine Nähmaschine samt Upcycling-Workshop.

Wann und wo? Raum Heute, Quellkollektiv, Adam-Klein-Straße 175, Samstag von 11 bis 16 Uhr

Das Outfit zum Ausgehen – Warum viele Frauen nach Frankfurt fahren

primarkscreenshotDie ganze Ausgeherei kann ganz schön ins Geld gehen. Vor allem dann, wenn man immer ein neues Outfit anziehen will. Kein Wunder, dass immer mehr junge Frauen am Wochenende nach Frankfurt fahren. Was sie dort tun? Sie plündern Primark. Tütenweise Klamotten und Accessoires für wenig Geld – und die werden nach dem Fortgehen in Nürnberg oft nicht einmal mehr gewaschen und aufgeräumt. Nein, sie wandern einfach sofort in die Tonne. Modebulimie sozusagen.

Seit einigen Monaten ist nun bekannt, dass Primark in Ingolstadt eine Filiale eröffnen wird. Das wäre für Nürnberger dann etwas näher als Frankfurt. Primark-Fans wollen aber ihren eigenen Laden in Franken. Allein die Facebook-Seite „Primark Nürnberg“ hat mittlerweile mehr als 20000 Fans. „Also, der Plan ist es, eine Filiale nach Nürnberg zu holen“, steht dort, „deshalb versucht bitte, uns zu helfen“. Spekuliert wurde schon oft. Wie aber stehen die Chancen, dass die irische Billigkette hier wirklich ein Geschäft eröffnen wird? weiter lesen