Modehölle Freibad

freibadIrgendwie ist es schon erstaunlich. Jedes Jahr im Frühling schuften wir für die Bikinifigur – und verunstalten uns dann, weil irgendjemand Freibad-Trends erfindet, die zwar nicht schön sind, aber irgendwie trotzdem von so viel Leuten mitgemacht werden. Besonders schlimm in diesem Jahr: der Trachten-Trend. Vor ein paar Jahren noch hat man Dirndl oder Lederhose (wenn überhaupt) maximal zweimal im Jahr angezogen. Einmal bei der Kirchweih im eigenen Kaff, einmal dann, wenn man zum Oktoberfest gefahren ist. Ansonsten hing das Zeug im Schrank. Mittlerweile ist das anders. Die Tracht wird getragen. So oft sogar, dass immer mehr Mädels glauben, dass sie mit einem einzigen Dirndl gar nicht mehr über die Runden kommen können. Jetzt erobert die Tracht auch noch das Freibad. Dort sieht man neuerdings immer mehr Männer, die mit Lederhose ins Wasser hüpfen. Freilich sind die Dinger nicht aus echtem Leder, sondern aus dem Stoff, der auch für alle anderen Badehosen verwendet wird. Von weitem (und ohne anständige Brille auf der Nase) sehen die Lederhosen täuschend echt aus. Schaut man genauer hin, muss man an Fasching denken. Ist das schön? Naja. Kombiniert man zu den Plastik-Lederhosen ein Fußballtrikot und das ein oder andere Fläschchen Bier, dann kommt man damit wenigstens am Ballermann stylingtechnisch total gut an. Aber ob es das hier braucht?

Fast schlimmer noch als die Badehosen sind die Schuhe, die die Typen neuerdings tragen (und das nicht nur auf dem Weg vom Auto zum Bad, sondern gern auch mal in der Stadt): Adiletten. Irgendjemand hat in diesem Jahr nämlich beschlossen, dass die Dinger, die wir Mädels den Männern nach jahrelangen Diskussionen endlich abgewöhnt haben, wieder angesagt sind. Und jetzt kaufen die Kerle die Latschen und sind auch noch stolz darauf, so richtig schlimme Schuhe anzuziehen.

Toppen kann man die beiden Modesünden eigentlich nur noch durch eines: Sonnenbrand. Im Schatten und mit Sonnencreme wird man auch braun. Ganz ohne Schmerzen sogar.