Warum der Strand weg muss…

strandi….da schreibt man in der Zeitung über den Stadtstrand. Darüber, dass er dem Bardentreffen weichen muss. Und dann lässt man auch noch die Leser darüber abstimmen, ob der Strand nicht vielleicht doch den ganzen Sommer über bleiben soll. Und was passiert? Die Menschlein vom Stadtstrand setzen sich an ihre Computer und klicken ganz oft „ja“. Die Menschlein von der Stadt klicken auch, allerdings bei „nein“. Innerstädtische Kriege werden eben heutzutage auch virtuell ausgetragen.

Ein „Nebenkriegsschauplatz“ ist aber auch unsere Redaktion. Da hatten wir heute Besuch. Von Andreas Radlmaier. Er ist Leiter des Projektbüros der Stadt, also eher ein „Nein“-Klicker. Und weil er schon mal da war, hat er noch einmal erklärt, warum der Strand (das Foto hat unser Fotograf Horst Linke geschossen) eben nicht bleiben kann:

1. Mehr als 90 Tage Strand gehen nicht, da bräuchte es nämlich eine andere Baugenehmigung für die Büdchen und Pools.

2. Die „Ja“-Klicker brauchen eigentlich nicht jammern. In anderen Städten gibt es auch Stadtstrände – und die laufen bei weitem nicht so lang wie der in Nürnberg. Trotzdem werden sie jedes Jahr neu aufgebaut. Daraus kann man schließen, dass der Nürnberger Strand wohl kaum ein Minusgeschäft sein kann.

3. Die Stadt ist kein Spielverderber. Vielmehr hat sie den Beachboys bereits Ausweichplätze angeboten, an denen der Sand auch ein paar Wochen später, dafür aber auch in den Ferien verstreut werden könnte. Alternative 1: der Jakobsplatz, den wollen die Stadtstrandmacher aber nicht, weil eine Feuerwehrzufahrt durch das Gelände geht. Alternative 2: den Burggraben, wo erst das Bierfest stattgefunden hat (will man aber auch nicht). Und Alternative 3: den Strand am Wöhrder See (dort gibt es sogar Wasser aber keine Gastronomie, wird aber auch nicht gewollt)

4. Stadtstrände gibt es in Deutschland ganz oft, das Bardentreffen nur in Nürnberg. Deshalb kann man mit dem Bardentreffen auch Touristen in die Stadt locken.

5. Das Bardentreffen betrifft viel mehr Leute. Gerade einmal 1000 Menschen finden einen Liegestuhl am Stadtstrand. Wenn aber auf der Insel Schütt erst einmal die große Bühne für das Bardentreffen aufgebaut wird, dann wuseln 100000 Menschen über den Platz – das sagt zumindest „Nein“-Klicker Radlmaier.

6. Das Bardentreffen kann man nicht in den Strand integrieren. Denn spätestens, wenn die 100000 Besucher erst mal ihre Kippen auf den Boden geworfen haben, müsste der Sand sowieso ausgetauscht werden.

Hab ich einen Grund vergessen? Bitte einfach kommentieren….

Plädoyer für den Sand

schuhAls NZ-Redakteurin hat man schon ein schlimmes Leben. Während Menschen mit normalen Jobs nämlich im Büro sitzen dürfen, muss ich zu so schlimmen Terminen wie der Stadtstrand-Vorstellung. Anstrengend, wirklich….. Wenigstens musste ich dort keine Cocktails trinken. Aber aufregen, das muss ich mich. Nämlich darüber, dass der Strand Ende Juli versandet. Im umgedrehten Wortsinn zumindet. Er muss nämlich weg, Platz machen für das Bardentreffen. Pünktlich zu den Sommerferien. Klar, könnte man da sagen. Was soll so eine kommerzielle Veranstaltung auch Vorrang haben vor einem Kulturevent mit großer Strahlkraft? Nein, sag ich. Und schlage mich damit auf die Seite der Kommerz-Fans. Ich mag den Strand nämlich. Gern sogar.

Warum? Ganz einfach: Weil es ein Treffpunkt für so viele Menschen ist. Jung, Alt, Männlein, Weiblein, Nürnberger, Fürther, Forchheimer, Kulturfans, Banausen, Singles, Familien – alle haben dort Platz, wollen gern ihr Geld am Strand ausgeben. Und könnten dort auch das Bardentreffen genießen. Die Stadt aber stellt sich quer. Internationale Stars brauchen schließlich eine große Bühne, einen tollen Backstage-Bereich, tolles Catering – und damit so viel Platz am Pegnitzufer, dass da kein Sand sein darf (heißt es seitens der Stadtverantwortlichen). Meine Güte, was soll das? Lasst die Beachboys doch einfach dort, feiert mit ihnen und baut die Riesenbühne einfach an einem anderen Ort auf – kann doch nicht so schwer sein.