Sind stille Feiertage noch zeitgemäß?

resi„Bitterböse“ – so nennt Mauro Russo die stillen Feiertage. Dem Geschäft im „Mach1“, „Gemein und Gefährlich“, „Rosi Schulz“ und der „Bombe“ tut es weh, wenn Öffnungstage beschränkt werden oder gar ganz wegfallen. Vor allem im November mit gleich vier stillen Feiertagen sei es schwierig – schließlich ist das die Zeit, in der Clubs den meist schlechter laufenden Sommer wieder wettmachen müssen. Für Diskothekenbetreiber seien stille Feiertage in etwa so, als würde man den Christkindlesmarkt zwischendurch für fünf Tage schließen, so Russo.

Während es in den Clubs der Stadt an stillen Feiertagen ruhiger ist, wird auf dem Volksfestplatz dagegen so richtig losgelegt. Das Frühlingsfest eröffnet ausgerechnet am Karsamstag. Für Schaustellerchef Lorenz Kalb ist das in Ordnung. Schließlich geht es dabei um eine „gute alte Tradition“.

Der Gesetzgeber begründet das Tanzverbot an stillen Feiertagen so: „An stillen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen verboten, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen“. Wie aber – so kann man sich fragen – passt das mit der Eröffnung des Volksfests zusammen? Müsste nicht gleiches Recht für alle gelten?

3 Kommentare in “Sind stille Feiertage noch zeitgemäß?

  1. Die stillen Feiertage sind zeitgemäß für diejenigen, die den jeweiligen Tag für sich oder in ihrer Gemeinde still verbringen möchten. Für mich ist der Karfreitag so ein Tag. Meinem Glauben tut es aber keinen Schaden, wenn für andere Menschen dieser Tag keine besondere Bedeutung hat, und sie ihn anders verbringen wollen – meinetwegen auch laut.

  2. Wenn Schaustellerchef Lorenz Kalb von der „guten, alten Tradition“ spricht ist das ein Hohn, ihm geht es blos um die Umsätze seines Millionärsverbandes, wenn die Schausteller mit Stille Geld verdienen könnten, würde er in diese Richtung seine Klappe aufreissen.

    Aber, dass es immer nur die christlichen Feiertage sind nervt scvhon etwas, es gibt ja soviele verschiedene Religionen und Menschen, die diese praktizieren, also Moslems, Hindus, Buddhisten usw.
    Vielleicht sollte man einen neutralen Stille-Tag einführen, denn man still zu sein ist ja nicht verkehrt.

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