Kneipenklub nicht nur für Hinz und Kunz

IMG_1529Da isser, der „aus der Redaktion raus und in den Club rein“-Laden. Vom Schreibtisch bis ins „Hinz X Kunz“ am Marientorgraben ist es nämlich nur ein Katzensprung. Vor der offiziellen Eröffnung am Samstagabend ist der Club am Freitag schon einmal eingeweiht worden. Freunde, Familie, Geschäftskumpels waren da. Und die Pressetante natürlich. Und was soll man sagen? Das, was sich am Donnerstag noch hinter Zeitungsverklebten Fenstern versteckt hat, kann sich echt sehen lassen.

Vom ehemaligen Raumausstatter „Jean Pitteroff“ ist außer einem Schild am Eingang nichts mehr übrig. Statt Tapeten gibt es jetzt Industrie-Chic. Der kommt aber nicht kühl daher, sondern wirkt dank raffiniert ausgesuchter Extras immer noch charmant. Filigrane Hocker (Handarbeit aus Griechenland) und Sofas im Schaufenster, kuschelige Kissen (aus den Niederlanden), an der Bar gibt es sogar ein Einhorn – und sowas mögen wir Mädchen ja sowieso. Bis zuletzt hatte „Hinz X Kunz“-Chef Evangelos Koliousis ein Geheimnis um seinen Laden gemacht, hat niemanden einen Blick auf die Baustelle werfen lassen. „Ich wollte die Gäste überraschen“, sagt er. Das ist ihm gelungen. So gut sogar, dass selbst auch die Konkurrenz begeistert ist.

Vorne sieht es gemütlich aus, man kann sich auf ein Sofa fallen lassen und quatschen. Schlendert man weiter nach hinten, kommt man zur Tanzfläche. Das „Hinz X Kunz“ soll schließlich keine gewöhnliche Disco sein, sondern ein 340 Quadratmeter großer Kneipenclub, eben eine Mischung aus Kneipe und Club. Und gemischt, das sollen auch die Gäste sein. „Hier sind Anzugtypen genauso willkommen wie Gäste, die von oben bis unten tätowiert sind“, sagt der Chef. Hauptsache, man ist authentisch. „Wer Champagner trinken will, der bekommt ihn, wer ein Bier möchte, trinkt halt ein Bier“, so Koliousis. Das kommt übrigens aus der Region. „Grüner“ etwa, „Löschzwerge“ gibt es auch. Den Kaffee bezieht der 28-Jährige von „Machhörndl“. „Support your local Dealer – da steh ich dahinter“, sagt er.

Was er aber nicht sagen will: Was der ganze Umbau-Spaß gekostet hat. „Über Geld spricht man nicht“, sagt er. Dafür aber über das Programm, dass er sich für seinen Kneipenklub ausgedacht hat. Donnerstags gibt es ein „After Work“-Konzept mit gemischert Musik, freitags wechselnde Veranstaltungen und samstags Hip Hop. Bis fünf Uhr morgens ist geöffnet. Aber zum Glück arbeiten wir Journalisten nur selten vor zehn Uhr.

 

Innenstadtclub steht zum Verkauf

Ü30-PartyUnd schon wieder tut sich was in der Innenstadt. Seit längerem schon wird das „Marquee“ auf dem Klingenhofgelände im Internet angeboten. Im Sommer stand dann plötzlich die „Nachtschicht“ zum Verkauf. Wem die damals angebotenen 1000 Quadratmeter Gastraumfläche eine Nummer zu viel waren, bietet sich jetzt eine neue Chance. Schon wieder wird im Internet ein Club angeboten – kleiner als die „Nachtschicht“, aber mindestens genauso bekannt. weiter lesen

Einstand in der Resi

imageLange hat es gedauert, nun gibt es am Klingenhof wieder eine Resi. Vier Millionen Euro hat Helmuth Rower investiert, um die ehemalige Rockfabrik in eine neue Heimat für rund 2500 Nachtschwärmer umzubauen. Entsprechend groß waren die Erwartungen bei der Eröffnungsparty.

Gegen halb zwölf am Abend sah es so aus, als könnte der erste Abend für die neue Disco ein voller Erfolg werden. Nach einem Parkplatz musste man um diese Uhrzeit schon lang suchen. Vor der Resi standen die Leute in der Kälte Schlange. Für einen Donnerstag schon mal gar nicht schlecht. Was es drinnen Neues gibt? Eine riesige Videoleinwand etwa. Plus Lichtinstallation natürlich. Startschwierigkeiten gab es aber natürlich auch (kann man bei der Premiere auch keinem verübeln). Weil etwa das Garderobenpersonal nicht nachkam, sah man an allen Ecken Menschen mit ihren Jacken in der Hand im Club rumstehen. Auch etwas schwierig: ein Getränk ergattern. Aber das spielt sich ein. Bestimmt.

Vor der Premiere hatte Betreiber Rower angekündigt, mit dem neuen Club ein gehobeneres Publikum ansprechen zu wollen als in seinem zweiten Club, dem „Won“ an der Regensburger Straße. Das ist schließlich bekannt dafür, dass jeder an den Türstehern vorbeikommt um dort billigen Alkohol in sich hinein zu schütten. An der Einlasskontrolle der „Resi“ war das anders. Immer wieder konnte beobachtet werden, dass Menschen, die zu sehr nach „Won“ aussehen, abgewiesen wurden. Solange der Laden auch so voll wird, kann man das machen. Am Donnerstag war er gut besucht. Voll war er nicht. Ab etwa ein Uhr wurde es auf der großen Tanzfläche überschaubar. Im „Down Deep Club“ gab es den ganzen Abend schon reichlich Platz zum Tanzen. Lediglich der „Backstage Club“ (Musik wie im „Won“) brummte. Ob sich da jemand selbst Konkurrenz macht? Abwarten.

Die Nachbarschaft war zumindest zufrieden mit dem Ablauf des ersten Abends. Bislang gibt es noch keine Beschwerden von Anwohnern. „Wir werden das aber im Auge behalten“, sagt Tobias Schmidt vom Vorstadtverein Nürnberg-Nord. Rower hatte vorab ein Konzept vorgelegt, das für ein friedliches Miteinander mit den Anwohnern sorgen soll. „Sollte das nicht reichen, muss er nachbessern“, so Schmidt. Zufrieden mit der Eröffnungsparty war auch die Polizei, schließlich ist nichts vorgefallen. „Es war ein ordentlicher Start“, so ein Pressesprecher, „wir hoffen, es bleibt so.“

„Won“-Pendant: ein erster kleiner Einblick

rofaDie Rockfabrik ist Geschichte. Die Betreiber des „Won“ (mittlerweile an der Regensburger Straße) wollen dort ihren neuen Club eröffnen. Eigentlich wollten sie schon am 17. Dezember fertig sein. Jetzt sieht es aber so aus, als würde die erste Party doch erst später steigen. Aus Branchenkreisen war zu erfahren, dass es möglicherweise doch Januar werden könnte, bis in dem Objekt gefeiert wird.

Warum es länger dauert? Branchenkenner vermuten, dass der neue Club bundesweit das größte Projekt seit Jahren wird. Und sowas braucht eben Zeit. Auf Facebook gibt es mittlerweile eine Seite für den neuen Laden. „Resi Biggest Nightlife Nürnberg“ soll er heißen. „Die neue Partyadresse in Nürnberg“, steht dabei, „Opening Soon“! Was die Betreiber sonst noch versprechen: „Euch erwartet ein großes, spektakuläres, atemberaubendes Discoerlebnis in xxl – das Resi in Nürnberg“. Drei Areas soll es geben, dazu eine Cocktail-Lounge, ein Café und ein italienisch angehauchtes Restaurant („Bella Italia“). Obendrein gibt es eine Terrasse („genießt den Nachthimmel über den Dächern von Nürnberg“).

Mit dem berüchtigten „Won“, das im Sommer den Kohlenhof verlassen hat und anschließend an die Regensburger Straße gezogen ist, soll der neue Club jedoch – außer den Betreibern – nur wenig zu tun haben. Alles soll ein wenig nobler und teurer werden als früher am Kohlenhof.

Die Betreiber wollen dafür Sorge tragen, dass die knapp 2000 Leute, die in der ehemaligen Rockfabrik ihren Spaß haben möchten, den Anwohnern nicht allzu große Probleme machen. Denkbar wäre etwa ein Shuttle-Service, wie ihn die Betreiber jetzt schon zu ihrem Laden an der Regensburger Straße einsetzen.
Auf Initiative des Vorstadtvereins Nürnberg-Nord gab es bereits Gespräche, in denen die Situation erörtert und Lösungsmöglichkeiten besprochen wurden. Die Betreiber zeigten sich dabei auch offen dafür, besorgten Anwohnern bei einem Ortstermin vor der Eröffnung die neue Diskothek näher zu bringen.

Das „Won“ an der Regensburger Straße soll nach der Neueröffnung in Klingenhof übrigens nicht geschlossen werden.

Rosi entert die Luitpoldstraße

rosiSeit Tagen geistert sie nun schon bei Facebook herum, die „Rosi Schulz“ aus der Luitpoldstraße. Ein neuer Club soll es sein, irgendwas mit Rotlicht soll er auch zu tun haben. Was aber verbirgt sich genau hinter der Facebook-Seite, die mittlerweile rund 800 Fans hat?

„Im Moment ist es noch eine große Baustelle“, sagt Oliver Förschner. Er ist neben Mauro Russo und Mathies Wandt einer der drei Köpfe, die sich hinter Rosi verbergen. Mitte Oktober wollen sie ihren neuen Laden eröffnen. Was dort laufen soll? „Hip Hop“, sagt Förschner, „aber stilvoll“. Das Ambiente, das die Gäste erwarten dürfen: retro und leicht puffig. „Es wird nicht wie ein 70er-Jahre Puff aussehen, aber durchaus an die Vergangenheit der Straße und des Gebäudes erinnern“, sagt Förschner. Kann das gut gehen? Schließlich gibt es mit dem „King Lui“ gleich gegenüber schon einen Hip Hop-Club. „Wir haben sicherlich einige Gemeinsamkeiten“, sagt Förschner, „aber wir werden uns auch in vielen Punkten unterscheiden.“ Richtig Konkurrenz machen wird man sich also nicht.

170_0L3RNKKDie Luitpoldstraße war schon zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern eine Fortgehmeile (das Foto links von Horst Eißner stammt aus dem Jahr 1963) – und an der ein oder anderen Hausecke schimmerte das Licht schon damals ein wenig rötlich. In dem Haus, das nun bald die „Rosi“ beherbergen wird, war damals das „Tanzkabarett Erotica“ untergebracht. 147_310LBJJCIn dem Club, dessen Name durchaus einen Hinweis auf das dort gebotene Programm gab, ging es so heiß her, dass er im Oktober 1963 komplett ausbrannte (rechts ein Foto aus unserem Archiv). Der entstandene Sachschaden betrug damals 50.000 Mark. Auch später waren in dem Gebäude immer wieder Etablissements untergebracht, deren Programm eher männliches Publikum anlockte. Zuletzt war es das Striplokal „Belle Epoque“.

Ausziehen wird sich in der „Rosi“ diesmal niemand. Vielmehr sollen die Gäste zum Tanzen hingehen. Damit knüpfen die Betreiber an das an, was sich auch vor dem „Tanzkabarett Erotica“ dort abspielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nämlich im „Fliegenden Holländer“ gefeiert – und die GIs ließen es damals so richtig krachen. Das Objekt mit der Hausnummer 13 ist damit eines der ältesten Gebäude in der Innenstadt, für die es eine Disco-Erlaubnis gibt.