Einstand in der Resi

imageLange hat es gedauert, nun gibt es am Klingenhof wieder eine Resi. Vier Millionen Euro hat Helmuth Rower investiert, um die ehemalige Rockfabrik in eine neue Heimat für rund 2500 Nachtschwärmer umzubauen. Entsprechend groß waren die Erwartungen bei der Eröffnungsparty.

Gegen halb zwölf am Abend sah es so aus, als könnte der erste Abend für die neue Disco ein voller Erfolg werden. Nach einem Parkplatz musste man um diese Uhrzeit schon lang suchen. Vor der Resi standen die Leute in der Kälte Schlange. Für einen Donnerstag schon mal gar nicht schlecht. Was es drinnen Neues gibt? Eine riesige Videoleinwand etwa. Plus Lichtinstallation natürlich. Startschwierigkeiten gab es aber natürlich auch (kann man bei der Premiere auch keinem verübeln). Weil etwa das Garderobenpersonal nicht nachkam, sah man an allen Ecken Menschen mit ihren Jacken in der Hand im Club rumstehen. Auch etwas schwierig: ein Getränk ergattern. Aber das spielt sich ein. Bestimmt.

Vor der Premiere hatte Betreiber Rower angekündigt, mit dem neuen Club ein gehobeneres Publikum ansprechen zu wollen als in seinem zweiten Club, dem „Won“ an der Regensburger Straße. Das ist schließlich bekannt dafür, dass jeder an den Türstehern vorbeikommt um dort billigen Alkohol in sich hinein zu schütten. An der Einlasskontrolle der „Resi“ war das anders. Immer wieder konnte beobachtet werden, dass Menschen, die zu sehr nach „Won“ aussehen, abgewiesen wurden. Solange der Laden auch so voll wird, kann man das machen. Am Donnerstag war er gut besucht. Voll war er nicht. Ab etwa ein Uhr wurde es auf der großen Tanzfläche überschaubar. Im „Down Deep Club“ gab es den ganzen Abend schon reichlich Platz zum Tanzen. Lediglich der „Backstage Club“ (Musik wie im „Won“) brummte. Ob sich da jemand selbst Konkurrenz macht? Abwarten.

Die Nachbarschaft war zumindest zufrieden mit dem Ablauf des ersten Abends. Bislang gibt es noch keine Beschwerden von Anwohnern. „Wir werden das aber im Auge behalten“, sagt Tobias Schmidt vom Vorstadtverein Nürnberg-Nord. Rower hatte vorab ein Konzept vorgelegt, das für ein friedliches Miteinander mit den Anwohnern sorgen soll. „Sollte das nicht reichen, muss er nachbessern“, so Schmidt. Zufrieden mit der Eröffnungsparty war auch die Polizei, schließlich ist nichts vorgefallen. „Es war ein ordentlicher Start“, so ein Pressesprecher, „wir hoffen, es bleibt so.“

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Soll Rauchen in Clubs wieder erlaubt werden?

rauchiWenn Nachtschwärmer um die Häuser ziehen, dann kann es für Anwohner manchmal ganz schön laut werden. Dabei sind es aber nicht die Bässe, die Nachbarn die Nachtruhe rauben. Nein, oft sind es Raucher, die sich vor den Clubs ein wenig zu laut unterhalten. In Amsterdam löst man solche Probleme ganz einfach: ein Kommen und Gehen ist in Clubs nicht erlaubt, wer unbedingt qualmen will, der geht in eine Raucherlounge im Club. „Das hilft gegen Lärm auf der Straße“, sagt der Amsterdamer Nachtbürgermeister Mirik Milan (der am Freitag zusammen mit Vertretern der SPD, der Ordnungsamtes und Mitgliedern des Bürgervereins Altstadt das Nürnberger Nachtleben unter die Lupe genommen hat). In Bayern sind Raucherlounges nicht denkbar, schließlich gilt hier ein strenges Rauchverbot – auch in Clubs.

Nun will freilich niemand am Rauchverbot in Speisegaststätten rütteln. Auch viele Raucher finden es gut, dass sie ihr Essen heute genießen können, ohne vom Sitznachbarn vollgequalmt zu werden. Ganz zu schweigen davon, dass in Speisegaststätten meistens auch Kinder sind, die man nun wirklich nicht vollzurauchen hat.

In Clubs sieht die Sache da schon ein wenig anders aus. Ganz verräuchern braucht man die natürlich auch nicht. Schön war das damals nämlich nicht, als man seinen Mantel nach dem Wochenende für ein Wochenende zum Lüften auf den Balkon verbannen musste und er immer noch nach Rauch gestunken hat. Aber so ein kleiner Raum, in den man gehen kann…. Muss ja keiner mitgehen, der den Qualm nicht ausstehen kann. Die Anwohner hätten so zumindest ein wenig mehr Ruhe. Und die Raucher, die müssten im Winter auch nicht mehr auf der Straße stehen und frieren.

Wie findet Ihr das? Sollte das Rauchverbot in Clubs wieder gelockert werden?

 

Und das Ballhaus gibt es auch noch

ballhausEin knappes Jahr ist es her, dass das Ballhaus auf dem Klingenhofgelände eröffnet wurde. Ziemlich schnell war es um die Disco, die zuvor mit viel Liebe zum Detail neu gestaltet worden war, jedoch wieder ziemlich ruhig geworden. Nach der Sommerpause geht es am Wochenende dafür so richtig los. „Theater der Nacht“ heißt die neue Partyreihe, die derzeit an allen Ecken in der Stadt angekündigt wird. Das neue Team verspricht schon jetzt: das wird so richtig zirkusmäßig. Showacts soll es geben, geschminkte Mitarbeiter und einen feuerspuckenden Barkeeper. Ab wann? Am kommenden Samstag geht es los. Die Partyreihe „Club Bizarre“ soll es natürlich auch weiterhin geben.

Wer macht das Ganze? Lukas Maier kümmert sich als Betriebsleiter künftig um den Club. Maier hat zuvor zwei Jahre lang mit Eike Steffen im Goija gearbeitet. Der Club in der Nähe des Bahnhofs gleicht im Moment einer Baustelle. Ein Investor hatte der Disco eigentlich ein umfassendes Facelift verpassen wollen. Das Inventar wurde herausgerissen, seitdem passiert nichts.

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360 Grad: Opfer eines neuen Zeitgeistes?

dreihundertsechzigWas hab ich nicht schon alles über Bars geschrieben, in denen die Gäste tanzen. „Illegale Discos“ werden die Läden von Diskothekenbetreibern genannt. Sie finden es unfair, von Bars Konkurrenz zu bekommen – obwohl diese viel weniger Auflagen erfüllen müssen und geringere Betriebskosten haben. Ja sogar von einer Gefahr für die Gäste war in dem Schreiben, das die NZ im vergangenen Jahr erreichte, die Rede.   Jetzt scheint es, als gebe es ein erstes Opfer der „illegalen Discos“. Der Club 360 Grad macht nämlich zu. Am kommenden Samstag ist Abschiedsparty in der Disco an der Adlerstraße (das Foto hat unserer Fotograf Ralf Rödel gemacht). Mindestens zwei Monate bleibt der Laden zu – so die Auskunft von David Hlavacek, einem der Köpfe hinter dem Club. In dieser Zeit wollen sich die Betreiber „ernsthafte Gedanken darüber machen, ob ein Disco-Konzept überhaupt noch zeitgemäß ist“.

Das Weggehverhalten der Kids habe sich schließlich brutal verändert. „Für uns war es als Jugendliche das Paradies, wenn wir drei oder vier Mal in der Woche in Clubs gegangen sind“, sagt Hlavacek (30). Heute jedoch verabreden sich die Leute über Tinder und treffen sich dann in Bars, statt im echten Leben Leute kennenzulernen. Für einen Club Eintritt zu bezahlen, dazu seien heute immer weniger Leute bereit. Wirklich Innovatives – so Hlavacek – könne ohne dieses Geld jedoch nicht entstehen.

Wer will die Disco kaufen?

Ü30-PartyIhr wolltet schon immer mal eine eigene Disco haben, habt bislang aber noch kein eigenes Objekt gefunden? Wie wäre es mit 1000 Quadratmetern Gastraumfläche, 1250 Quadratmetern Gesamtfläche, das Ganze noch mit 600 Parkplätzen garniert? Und natürlich nicht zu vergessen: zentale Innenstadtlage. Was der Spaß kostet? 14500 Euro im Monat, plus 1,5 Millionen Euro Ablöse. Dafür gibt es aber auch drei Areas mit gehobener Ausstattung. Frisch modernisiert ist die Diskothek auch noch. Erst im vergangenen Jahr wurde das Objekt aufgehübscht. Wie man an die Disco kommt? Über ein Immobilienportal, in dem neben diesem auch noch das „Marquee“ am Klingenhof angeboten wird...
Jetzt kann man natürlich rätseln, um welchen Club es sich handelt. Die Lösung: es ist die „Nachtschicht“. Zwar steht das bei dem Angebot nicht direkt dabei, der Branche ist das jedoch bekannt – außerdem treffen die im Angebot genannten Kriterien perfekt auf die Disco zu.

Gerüchte über einen möglichen Verkauf existieren indes auch bei einer weiteren Nürnberger Diskothek: weiter lesen

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Kohlenhof, die letzte

wonflyerNur Assis drin, alles Schlampen, Schlägereien – wer ins „Won“ geht, und ein halbwegs ziviles Umfeld hat, darf nicht so einfach zugeben, dass er in dem Schuppen war. Eine Kollegin hat mir deshalb neulich auch nur unter der Hand erzählt, dass sie zu einem Junggesellinenabschied dort war. „Psssst, verrat es ja nicht weiter“, hat sie gesagt. Mach ich auch nicht. Stattdessen bin ich selber hin. Zur Abschiedsparty. Hier eine Momentaufnahme.

Dresscode: Besonders wählerisch sind die Türsteher nicht, was das Outfit der Gäste betrifft. Die ziehen deshalb einfach an, was ihnen Spaß macht. Besonders großen Spaß haben die Mädels offensichtlich an Modeschmuck. Großem Modeschmuck, der schon auf zwanzig Meter Entfernung „Modeschmuck“ schreit. Kombiniert wird das Bling-Bling am besten mit kurzen Röcken, Sneakers, High-Heels… Klamottentechnisch ist alles dabei – nur in der Summe ist es eben oft zu viel (wobei „zu viel“ nicht unbedingt gleichbedeutend mit zu viel Stoff ist). Ebensolche Geschmackskriterien scheinen im „Won“ auch für die Männer zu gelten – wenngleich sie nicht ganz so sehr übertreiben wie die Mädels.

Flirten: Passiert. Aber bei weitem nicht so stillos, wie man es den Männern in dem Schuppen immer vorwirft. Das soll nicht heißen, dass es okay ist, wenn Hände auf der Tanzfläche ohne Genehmigung den eigenen Tanzbereich verlassen. Aber Ausfälle gibt es in anderen Läden auch, wenn nicht sogar schlimmer. Wehren kann man sich immer, auch wenn es im „Won“ bedeutet, dass man ein paar Mal mehr äußern muss, dass man darauf jetzt keinen Bock hat – irgendwann ziehen die Typen schon ab.

Schlägereien: Keine gesehen. Zumindest am Samstag. Die Grundstimmung war jedoch schon am Parkplatz aufgeheizt. Zwei Beispiele: Typ sagt zu Kumpels (nachdem er offenbar Beleidigungen eines Dritten aufgeschnappt hat): „Ey, dem hau ich gleich aufs Maul“ – Kumpel: „aber der hat doch gar nicht Dich gemeint“ – Typ: „aber der hat mich angeschaut“…. Mädchen rempelt versehentlich anderes Mädchen an: „Ey bist Du behindert oder was?!“

Niveau: Geschmackssache……

Fortsetzung folgt….

 

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Das Won ist tot – es lebe das Won

forum„Ihr glaubt doch net den Sch* der wo von den Schmierfinken in das Zeitungs steht“, „alles nicht wahr, die lügen doch eh“, „Ihr Zeitungsf*“….. Jaja, sie waren schon sehr nett, die Kommentare, die wir („voll die Lügenpresse, ey“) immer lesen mussten, wenn wir über die Disco „Won“ am Kohlenhof geschrieben haben. Ähnlich nett eben, wie der Tonfall des Betreibers, wenn er von Journalisten zu den Vorgängen, Plänen etc. gefragt wurde. Liebe „Hater“ (nennt man doch so): wir wissen schon, was wir da schreiben. Denn siehe da. Das „Won“ gibt jetzt wirklich eine Abschiedsparty. Ganz offiziell sogar. Auf dem Flyer, auf dem die Abrissparty angekündigt wird, sind Umzugskisten gedruckt. Warum? Weil das „Won“ an der Regensburger Straße Asyl findet. Dort dürfte schon bald alles startklar sein. Die Schildchen zumindest hängen schon an der Fassade. Den Betreibern sind die Räumlichkeiten bestens bekannt. Vor einigen Jahren führten sie dort schließlich das „Stargate“. Später zog das „Rasha“ in das Objekt. Älteren Semestern wie mir ist das Ganze auch noch unter dem Namen „Forum“ bekannt.

wonflyer
Damit man dann Ende diesen Jahres, wenn wieder ein Umzug ansteht, auch einen Vergleich hat, ob der Laden nun besser an den Kohlenhof, die Regensburger Straße oder den Klingenhof passt, kann man sich zumindest die erste Location am Samstag in einer Woche noch einmal ansehen. Den Betreibern zumindest hat es dort sehr gefallen. Deshalb weigerten sie sich auch, das Objekt nach Auslaufen des Pachtvertrages zu verlassen. Auch die Tatsache, dass in Sachen Brandschutz nicht alles supi war, wurde ignoriert. Was die netten „Won“-Menschen freuen dürfte: Das ganze Hickhack um den Schuppen dürfte zum Abschied die Kasse noch einmal richtig klingeln lassen.

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