Sind stille Feiertage noch zeitgemäß?

resi„Bitterböse“ – so nennt Mauro Russo die stillen Feiertage. Dem Geschäft im „Mach1“, „Gemein und Gefährlich“, „Rosi Schulz“ und der „Bombe“ tut es weh, wenn Öffnungstage beschränkt werden oder gar ganz wegfallen. Vor allem im November mit gleich vier stillen Feiertagen sei es schwierig – schließlich ist das die Zeit, in der Clubs den meist schlechter laufenden Sommer wieder wettmachen müssen. Für Diskothekenbetreiber seien stille Feiertage in etwa so, als würde man den Christkindlesmarkt zwischendurch für fünf Tage schließen, so Russo.

Während es in den Clubs der Stadt an stillen Feiertagen ruhiger ist, wird auf dem Volksfestplatz dagegen so richtig losgelegt. Das Frühlingsfest eröffnet ausgerechnet am Karsamstag. Für Schaustellerchef Lorenz Kalb ist das in Ordnung. Schließlich geht es dabei um eine „gute alte Tradition“.

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Kneipenklub nicht nur für Hinz und Kunz

IMG_1529Da isser, der „aus der Redaktion raus und in den Club rein“-Laden. Vom Schreibtisch bis ins „Hinz X Kunz“ am Marientorgraben ist es nämlich nur ein Katzensprung. Vor der offiziellen Eröffnung am Samstagabend ist der Club am Freitag schon einmal eingeweiht worden. Freunde, Familie, Geschäftskumpels waren da. Und die Pressetante natürlich. Und was soll man sagen? Das, was sich am Donnerstag noch hinter Zeitungsverklebten Fenstern versteckt hat, kann sich echt sehen lassen.

Vom ehemaligen Raumausstatter „Jean Pitteroff“ ist außer einem Schild am Eingang nichts mehr übrig. Statt Tapeten gibt es jetzt Industrie-Chic. Der kommt aber nicht kühl daher, sondern wirkt dank raffiniert ausgesuchter Extras immer noch charmant. Filigrane Hocker (Handarbeit aus Griechenland) und Sofas im Schaufenster, kuschelige Kissen (aus den Niederlanden), an der Bar gibt es sogar ein Einhorn – und sowas mögen wir Mädchen ja sowieso. Bis zuletzt hatte „Hinz X Kunz“-Chef Evangelos Koliousis ein Geheimnis um seinen Laden gemacht, hat niemanden einen Blick auf die Baustelle werfen lassen. „Ich wollte die Gäste überraschen“, sagt er. Das ist ihm gelungen. So gut sogar, dass selbst auch die Konkurrenz begeistert ist.

Vorne sieht es gemütlich aus, man kann sich auf ein Sofa fallen lassen und quatschen. Schlendert man weiter nach hinten, kommt man zur Tanzfläche. Das „Hinz X Kunz“ soll schließlich keine gewöhnliche Disco sein, sondern ein 340 Quadratmeter großer Kneipenclub, eben eine Mischung aus Kneipe und Club. Und gemischt, das sollen auch die Gäste sein. „Hier sind Anzugtypen genauso willkommen wie Gäste, die von oben bis unten tätowiert sind“, sagt der Chef. Hauptsache, man ist authentisch. „Wer Champagner trinken will, der bekommt ihn, wer ein Bier möchte, trinkt halt ein Bier“, so Koliousis. Das kommt übrigens aus der Region. „Grüner“ etwa, „Löschzwerge“ gibt es auch. Den Kaffee bezieht der 28-Jährige von „Machhörndl“. „Support your local Dealer – da steh ich dahinter“, sagt er.

Was er aber nicht sagen will: Was der ganze Umbau-Spaß gekostet hat. „Über Geld spricht man nicht“, sagt er. Dafür aber über das Programm, dass er sich für seinen Kneipenklub ausgedacht hat. Donnerstags gibt es ein „After Work“-Konzept mit gemischert Musik, freitags wechselnde Veranstaltungen und samstags Hip Hop. Bis fünf Uhr morgens ist geöffnet. Aber zum Glück arbeiten wir Journalisten nur selten vor zehn Uhr.