Nackte Gesichter
30. April 2009 von isi
Auf der heute erschienenen Modeseite der NZ haben wir uns dem Thema günstige Kosmetik in Krisenzeiten gewidmet – und die These aufgestellt, dass es fast egal sei, was man sich ins Gesicht schmiere, wenn man nur gut esse, nicht rauche und ausreichend schlafe. Das kann ich aus eigener Erfahrung absolut bestätigen.
Kürzlich war ich eine Woche in einem französischen Bergdorf, 45 Leute wohnen da. Eine Woche keinen Fernseher, kein Radio, keine Zeitung, keine mails, keine Telefonate. Nichts außer Ruhe. Das führt schnell zu entspannten Gesichtszügen, vor allem, weil um 22 Uhr die Nacht anbricht. Was sollte man auch machen, allein in einem Bauernhaus, außer schlafen zu gehen? Ein liebeskranker Kater – ein vierbeiniger natürlich – war die einzige abendliche Unterhaltung.
Nach ein paar Tagen schon erkannte ich mich im Spiegel kaum wieder: Das Make-Up hatte ich im Koffer gelassen, wer sollte sich auch über mein Aussehen wundern? Und ich fand mich schöner und schöner. Die Stressfalten verschwanden, die Augenringe gingen vom Schlaf weg, die Wangen rötetetn sich durch klare Luft und gutes Essen. Ein so entspanntes Aussehen hat keine Creme, kein Serum und keine Maske in den letzten Monaten hinbekommen.
Und es scheint in Frankreich, wo sich die Frauen ohnehin sehr verhalten schminken, zur Zeit Trend zu sein, das “nackte Gesicht” zu zeigen: Am Flughafen sah ich das “Elle”-Cover mit der ungeschminkten Sophie Marceau darauf. Die verehre ich seit “La Boum”, schätze aber vor allem, dass sie mit den Jahren immer besser wird. Vielleicht ist sie oft in den Pyrenäen. Ganz ohne Make-Up. Die beste Schönheitsfarm.
