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Seit drei Jahren tobt hier der Ge­schlechterkampf – Zeit für ein klären­des Gespräch. 

 Sie: Schatz, wir müssen reden. 
 Er:
Oooch, muss das sein? Jetzt gleich? 
 Sie:
Na, das ist ja mal wieder typisch für dich. Alles andere ist wichtiger als ich.  Aber ja: Es muss sein.
 
Er: Dann leg mal los.
  Muss ich dabei zuhö­ren?
 
Sie: Kannst du mich vielleicht EINMAL ernstnehmen? Ich finde, es läuft nicht mehr so gut zwischen uns.
 
Er: Ach komm. Mach mal kein Drama hier! Es sind ja auch schon drei Jahre, dass wir zusammen kolumnieren. Da ist die große Leidenschaft halt irgend­wann weg. Ist ganz normal.
 
Sie: Ja, schon. Aber wir haben uns ein­fach gar nichts mehr zu sagen. Bist du denn noch glücklich?
 
Er: Warum müssen wir uns was zu sagen haben? Wenn du in den letzen Jahren aufmerksamer das „Paar­adox“ gelesen hättest, dann wüsstest du: Männer müssen nicht immer reden. Wir sind auch glücklich, wenn wir schweigen können. Eigentlich könnten wir immer glücklich und ruhig sein. Aber die Frauen machen dann wieder Stress. 
 Sie:
Nun ja, besonders schweigsam warst du aber auch nicht. Sonst hätte ich mehr Platz für meine Ausführun­gen gehabt. Außerdem hast du dir am Anfang unserer Kolumne viel mehr Mühe gegeben! Und jetzt? Schau dich mal an! Du rasierst dich nicht mal mehr, bevor wir kolumnieren.
 
Er: Typisch, dieses Verdrehen der Reihenfolge! Erst kam der Dreitage­bart, dann das Kolumnieren. Beides waren einschneidende Erlebnisse in meinem Leben. Aber alles hat ein Ende, auch die Dauerwurst. Dann las­sen wir‘s gut sein mit der gemeinsa­men Schreiberei. Wir können ja Freunde bleiben!
 
Sie: Schön, dass du das auch so siehst. Wir sind ja beide erwachsen. Ich will ja nur, dass du glücklich bist. Wir hat­ten eine schöne Zeit. Und vielleicht trifft man sich ja mal auf einen Kaffee oder eine Kurzmeldung?
 
Er: Klar! Hundertpro! Versprochen! Ach ja, eines hätte mich doch noch interessiert: Hast du in den letzten Jahren eigentlich etwas Neues über Männer gelernt?
 
Sie: Tja, mal sehen…
  Männer sind egois­tisch,
doof und kin­disch. Nö, eigentlich hab ich nichts Neues gelernt. Und du? Bist du jetzt ein ech­ter Frauenversteher?
 
Er: Jetzt, wo es vorbei ist, kann ich ja mal die Wahrheit schreiben: Ich habe tatsächlich dazugelernt. Wie zum Bei­spiel … Na gut, fällt mir jetzt nicht ein, aber ich kann ja alle früheren Fol­gen im Internet nachlesen. Jedenfalls: Ein paarmal habe ich mir gedacht, hey, die Frauen haben ja doch Gründe für ihr Verhalten. Die verstehe ich zwar nicht ganz, aber immerhin gibt es überhaupt Gründe. Das ist doch sehr beruhigend.
 
Stephanie Siebert/ Erik Stecher

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Das Ende ist nah!

Schon viele Propheten haben es verkündet: Das Ende ist nah! Diesmal stimmt’s sogar, zumindest in Bezug auf dieses Blog. Vor ziemlich genau drei Jahren startete Paaradox als Kolumne in der Nürnberger Zeitung, ein halbes Jahr danach kam es auch ins Netz. Morgen ist es nun soweit, das letzte Paaradox erscheint in der NZ. Und auch in diesem Blog werden keine neuen Folgen folgen. Aber der ganze alte Kram bleibt zum Nachlesen noch ein Weilchen drin.

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Faulheit im Fasching

Sie: Männer haben viel zu gucken und wenig zu tun

Fasching ist für Männer eine einfache Geschichte: Sie ziehen sich einfach bekloppt an, setzen vielleicht noch eine Sonnenbrille auf, und das war’s. Beneidenswert! Wenn Frauen sich verkleiden, wird es kompliziert. Erstens muss so ein Kostüm natürlich vor allem sexy sein und die weiblichen Vorzüge betonen. Da fallen schon mal viele Verkleidungsmöglichkeiten weg.

Zweitens geht es ja nicht nur darum, ein Kostüm auszuwählen. Haare, Make-Up und, ganz wichtig, Schuhwerk, das sexy aussieht und trotzdem die Füße nicht allzu sehr strapaziert: Das alles muss sorgfältig ausgewählt werden.

Männer dagegen ziehen die gleichen Schuhe an wie immer, die gleiche Frisur wie immer (oder ziehen Mütze bzw. Hut über den Kopf) – und an Make-Up wagen sie sich schon gar nicht.

Das Ergebnis: Auf der Tanzfläche tummeln sich jede Menge scharfer Bräute und jede Menge Kerle, die sich für scharf halten. Für die Männer ist Fasching somit ein Fest: Sie haben viel zu gucken und wenig zu tun. Schließlich brauchen sie für die Faschingsvorbereitung etwa eine Viertelstunde – inklusive zwei Flaschen Bier zum Vorglühen. Frauen brauchen ungefähr zwei Stunden – allerdings sind dann auch zwei Flaschen Prosecco geleert.

Denn zugegeben: Wir lieben es. Die ewige Vorbereitungszeit, das Shoppen mit Freundinnen, das gemeinsame Anziehen, Schminken, Frisieren, dazu laute Musik und jede Menge Prosecco. Auch, wenn Männer es an Fasching auf jeden Fall leichter haben – mehr Spaß haben wir.

Solltet ihr auch mal ausprobieren, Männer! Und dann hätten wir vielleicht ein bisschen mehr zu gucken. Wir leihen euch auch Wimperntusche und Lockenstab. Stephanie Siebert

Er: Wenn’s um Spaß geht, geben sich Männer auch Mühe

Danke für das Angebot mit dem Lockenstab, der ist aber nicht nötig. Ich habe nämlich Naturlocken. Allerdings recht kurze, drum kommt an Fasching ein Hut drauf. Meine Verkleidung werde ich aber noch nicht verraten, nur soviel: Sie ist ziemlich schräg. Make-Up kommt möglicherweise auch hinzu. Und sei es nur, um die Behauptungen der Kollegin zu widerlegen!

Männer geben sich nämlich durchaus Mühe bei der Verkleidung. Letztes Jahr ging ein Kollege zum Beispiel als Thomas Anders (für Spätgeborene: Dieter Bohlens Goldkehlchen bei „Modern Talking“). Für seinen großen Auftritt hat er nicht nur einen potthässlichen Overall gekauft und eine massive Nora-Kette gebastelt: Er trennte sich sogar von seinem geliebten Bärtchen – und legte sich, wie der echte Anders, auf die Sonnenbank. Das nenne ich Einsatz!

Ein anderer Kollege hatte sich sogar geschminkt, und zwar den ganzen Kopf. Denn er war als afrikanischer Diktator unterwegs, mit Aktentasche und langem Gewand. Und noch ein Beweis dafür, dass Männer zu durchaus aufwändigen Verkleidungen in der Lage sind: Ich kenne etliche Jungs, die sich mal als Mädchen verkleidet haben. Welche Frau gibt sich denn bitteschön so viel Mühe, für einen Abend das Geschlecht zu wechseln? Keine.

Auch sonst haben die Damen an Fasching keinen Grund zur Klage. Das weiß ich eben von den Jungs, die als Mädels gingen: Ständig wurden ihnen Getränke spendiert! Obwohl sie nicht alle sooo attraktiv aussahen. Was wiederum zeigt: Ihr müsstet euch gar nicht so irre sexy zurechtmachen. Aber sicher ist sicher. Erik Stecher

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Er: Es bleibt dabei – die Gedanken sind frei!

Es gibt typische Frauen-Sätze, bei denen Männer wissen: Jetzt wird’s ungemütlich. Am gefährlichsten ist die berühmte Frage: „Was denkst du gerade?“

Es gibt nur eine einzige Situation, in der ein Mann ehrlich antworten sollte: Wenn er gerade an ein Geschenk oder einen anderen Liebesbeweis denkt. In allen anderen Fällen wird die Antwort nur unzählige neue Fragen hervorbringen. Auch, wenn man wahrheitsgemäß sagt, dass man an gar nichts gedacht hat. Das glauben sie einem nicht!

Angeblich können sie das selbst nämlich nicht: Einfach mal an nichts denken. Das muss ja furchtbar sein, wenn man niemals loslassen kann. Es würde auch erklären, warum Frauen uns ständig mit Fragen löchern: Die ärmsten sind gehetzte Geschöpfe! Getrieben von ihren eigenen Gedanken, die einfach nicht abgestellt werden können. Sie selbst behaupten natürlich, dass die Fragerei nur einem Ziel dient: Anteil zu nehmen an unserer Welt.

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Zu Beginn der Fragestunde mag es vielleicht sogar stimmen, aber ab dem dritten Nachhaken sind Zweifel angebracht. Warum wollen sie mit ihrer Detailversessenheit mehr über unsere Welt wissen als wir selbst? Und dann kommt ja auch meist noch Kritik hinzu. Weil nicht nur Interesse im Spiel ist – es geht auch um Einfluss und Kontrolle. Selbst wenn viele Frauen sich das selbst nicht eingestehen wollen. Wie ja auch so mancher Herrscher sich einredet, dass sein Überwachungsapparat nur wissen will, ob’s dem Volk gut geht.
Erik Stecher

Sie: Wir wollen aber trotzdem alles wissen!

Es gibt Tage, da merkt man einfach, dass was im Busch ist. Die Stirn des Liebsten ist umwölkt, sein Blick geht ins Leere. Eine Frau würde an seiner Stelle einfach drauflosplappern: „Also heute in der Firma, da hat mein Chef was gesagt, das war….“ etc. Alle Männer, die bei diesen Worten reflexartig abgeschaltet haben, können jetzt wieder einsteigen.

Der Mann – schweigt. Und grübelt, ganz offensichtlich. Er will manche Dinge vielleicht mit sich selbst ausmachen. Die Frau – fragt. Für sie ist es das Natürlichste der Welt. Er hat Sorgen, sie interessiert sich dafür. Wer das als diktatorische Überwachung interpretiert, missversteht das Wesen der Frau. Manche Männer verschließen nur allzu gern ihre Welt vor ihrer Liebsten. Die Folge: Missverständnisse und Streit, weil man die gegenseitigen Wünsche und Sorgen nicht kennt.

Natürlich ist auch eine gehörige Portion Neugier mit im Spiel. Die nicht befriedigt wird, wenn der Mann die beliebte Antwort „An nichts“ gibt. Damit können Frauen sich nur schwer zufrieden geben. Was wiederum Männer nervt. Manchmal denken sie ja vielleicht wirklich an nichts. Das aber ist für uns genauso unvorstellbar wie es für euch unvorstellbar ist, dass unsere Fragerei wirklich auf Anteilnahme begründet ist.

Eine Lösung für dieses Dilemma gibt es wohl nicht. Zwar können sich Frauen immer wieder mantramäßig sagen: „Männer sind einfache Wesen, sie denken nicht so viel“ und Männer „Frauen meinen es gut, sie sind keine bösen Diktatoren“. Nerven wird es beide immer. Aber wir lieben euch trotzdem. Stephanie Siebert

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So, nachdem ich die Weihnachtsfeiertage erfolgreich hinter mich gebracht habe, melde ich mich zurück an der Geschlechterfront. Und ich kann Ihnen gleich sagen: Nicht nur bei den Feiervorbereitungen (siehe vorangegangener Beitrag), sondern auch hinterher stehen die meisten Frauen organisatorisch alleine da. Denn - das muss man fairerweise sagen - Totalverweigerer in Sachen Hausarbeit sind zum Glück selten geworden. Und Frauen, die sich mit solchen noch abgeben, selbst schuld.

Aber das mit dem Selberdenken, das ist das Problem. Bei Weibergesprächen wird das immer wieder deutlich. Zum Beispiel nach dem Kochen. Da sagt sie: “Räum doch bitte mal den Topf in die Spülmaschine.” Er, ganz folgsam, tut’s. Den danebenliegenden, sichtbar fettverschmierten Deckel lässt er liegen. Darauf angesprochen kommt die entrüstete Antwort: “Ich wusste ja nicht, dass der auch da rein soll.”

Man könnte noch Tausende solcher Geschichten erzählen. Aber das erspare ich Ihnen, Sie kennen sie ja doch alle – zumindest so ähnlich, in leicht abgewandelter Form. Oder?

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Männer sind lästig

Sie: Warum müsst ihr so schrecklich unselbstständig sein?
 Wenn man Besuch bekommt, ist das immer etwas stres­sig: Man muss überlegen, was es zu essen geben soll, die Wohnung muss aufgeräumt und geputzt werden – und zwar so, dass das Ergebnis kritischen Eltern-Augen standhält. Nun würde man meinen, zu zweit seien diese Auf­gaben leichter zu bewältigen als allein. Das mag stim­men
– solange nicht eine Hälfte des Paa­res ein Mann ist.
  Viele Männer haben sich leider daran gewöhnt, dass wir alles organisie­ren. Sie fragen nicht mal nach, was zu Weihnachten auf den
Tisch kommt – geschweige denn, dass sie Vorschläge machen oder – Gott bewahre! – Rezepte heraussuchen. Nein, sie verlassen sich darauf, dass die Frau sich darum kümmert und dass sie etwas aussucht, was ihnen schmeckt.
  Genauso verhält es sich mit dem obligatorischen Einkauf. „Schreib’ halt einen Zettel“, heißt es da gelang­weilt von der Couch – und er bleibt im Supermarkt so lange neben dem Wagen stehen, bis sie ihm einen Auf­trag erteilt. Woraufhin er mit zwei Packungen Reis zurückkommt und sie
ihr fragend unter die Nase hält: „Bas­mati- oder Langkornreis?“ Zurück im trauten Heim könnte ihm nun auffallen, dass das Wohnzim­mer ein Saustall ist und nur noch die­sen Nachmittag Zeit bleibt, alles vor­zubereiten. Aber schwupps, schon sitzt er gemütlich auf der Couch.
  Das Schlimme ist aber nicht, dass viele Männer sich so verhalten. Das Schlimme ist, dass viele Frauen sich damit abfinden. Vielleicht müssten sie mal hart bleiben, sich um nichts küm­mern, nichts sagen. Am besten jetzt gleich, zu Silvester. Und wetten: Spä­testens, wenn es um Mitternacht nichts zum Böllern gibt, tritt ein Lern­effekt ein – wenigstens kurzzeitig.
Stephanie Siebert 

 Er: Männer sind nicht lästig, sondern lässig 
 Der erhoffte Lerneffekt, den die Dame am Ende ihrer Beschwerdeliste aufführt, wird sich leider nicht einstel­len. Kein Mann verlässt sich darauf, dass die Frau Silvesterböller besorgt. Das macht er selbst! Warum? Weil sie es entweder vergisst – oder die fal­schen besorgt. Wem das jetzt bekannt vorkommt: Ja, es sind dieselben Sor­gen, die Frauen haben, wenn wir Män­ner etwas für sie tun sollen.
  In diesem Punkt ticken wir also gleich: Jeder hält den anderen für unfähig, wenn es um die eigenen Prioritä­ten geht. Der Unter­schied liegt eben in den Prioritäten. Die Frau will den Gästen zu Weihnachten einen mustergültig geführten Haushalt vorführen und eine reinliche, geschmack­voll geschmückte Wohnung präsentie­ren. Und darin ist sie die absolute Expertin. Der Mann freut sich über Bier und Böller, das sind seine Fachge­biete, da kann keine Frau ihm das Wasser reichen. Soll sie auch nicht, er will ja Bier.

  Noch einen Unterschied gibt es, und der macht das Leben so schwer: Der Mann weiß, was er besser kann, und macht es einfach. Ganz lässig, ohne zu jammern, ohne Vorwürfe, ja sogar mit einer gewissen Freude. Niemals würde er solche Aufgaben an die Frau übertragen. Überhaupt: Das Delegie­ren von Tätigkeiten ist nicht unser Ding. Während Frauen ständig Sätze sagen, die so anfangen: „Kannst du mal schnell…“ Die Frau weiß auch, was sie besser kann. Doch statt sich über ihre Kom­petenz zu freuen, ärgert sie sich über den Mann. Weil sie ihm den Job trotz­dem aufbrummt. Um noch ein Kli­schee aus dem oberen Text aus der Welt zu räumen: Nie würde ich mei­ner Frau das Schreiben von Einkaufs­zetteln überlassen. Die sind mir zu chaotisch.
Erik Stecher

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O du schnulzige Weihnachtszeit!

Er: Warum lieben Frauen den Kitsch?
 Was ist Kitsch? Hier ein paar gängige Definitionsversuche und Merkmale: Im Gegensatz zu Kunst ist Kitsch nicht um Originalität bemüht, son­dern wiederholt Bekanntes. Er lässt mit seiner Plattheit kaum Spielraum für Interpretationen und ist als Mas­senware leicht reproduzierbar. All dies trifft auf die Schnulzen im Dudel­funk und die Soaps im Fernsehen zu. Und wer hört und guckt sich das Zeug an? Wir Männer sind es nicht.
  Warum konsumie­ren so viele Frauen diesen Kitsch? Ers­tens wollen sie Emotionen pur. Und zweitens müssen sie nebenbei noch reden oder gar telefonieren, im Neben­zimmer herumwuseln und vieles wei­tere gleichzeitig tun können. Diese Unfähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren, preisen sie als Kompe­tenz: Multitasking. Und aufgrund die­ser geschlechtsspezifischen Aufmerk­samkeitsstörung darf ein Film oder Lied nicht kompliziert sein! Die Bot­schaft muss auch klar werden, wenn man nur die Hälfte davon mitbe­kommt.
  „Der Film war wunderbar, ich hab’ einfach nur noch geheult!“ – so schwärmen weibliche Kinobesucher nach Streifen, die Männer müde und Cineasten wütend machen. Schnulzig und seicht geleitet uns Hollywood durchs ganze Jahr, aber den Höhe­punkt erreicht die Verkitschung der Menschheit zur Weihnachtszeit. Da  herrscht Hochkonjunktur für die „romantische Komödie“ und den „Film für die ganze Familie“. Und im Radio wird ebenfalls verstärkt ge­schmachtet.
  Männer mögen all dies nicht, weil sie verkopfte Gefühlskrüppel sind. Sa­gen manche Frauen. Dabei höre ich auch gerne mal ruhige Lieder oder sehe ergreifende Filme. Wenn sie gut gemacht sind! Wer jedoch mein Hirn beleidigt, dem schenke ich nicht mein Herz. Erik Stecher

 Sie: Die Mär vom anspruchsvollen Mann?
Erzählt sie eurem Frisör!
 Wunderbar, endlich sind wir wieder beim Lieblingsthema des ach so an­spruchsvollen Mannes. Alle Jahrewie­der. Männer gucken nur tiefsinnige Filme und hören nur intelligente Musik. Oder war’s umgekehrt? Dage­gen sitzen wir Frauen am liebsten heu­lend auf der Couch, neben uns eine Familienpackung Kleenex, und schau­en den lieben langen Tag Sissi-Filme. Unsere rotgeweinte Nase beißt sich dabei unvorteilhaft mit demrosafarbe­nen Plüschpulli. Der Mann schüttelt ob dieses Anblicks nur tadelnd sein weises Haupt und geht mit einem guten Buch nach nebenan.
  So, und nun fragen wir uns mal alle, ob uns diese Szene be­kannt vorkommt.
  Nein? Kein Wunder!
  Ist ja auch totaler Quatsch. Ja, ich gebe zu, dass Frauen – auch ich – gelegentlich gerne An­spruchsloses im Fernsehen schauen. Nicht Sissi, aber eine gutgemachte romantische Komödie dann und wann – warumnicht? Dabei kann man wun­derbar entspannen. Das heißt aber nicht, dass ich NUR Filme schaue, die auch ein Toastbrot verstehen würde.
  Natürlich gibt es sie, die Frauen, die nur ins Kino gehen, ummal so richtig zu flennen, die Til Schweiger für den besten Schauspieler der Welt halten und die Lieder mit drei Akkorden be­vorzugen. Genauso, wie es Männer gibt, die stolz auf ihre Pornosamm­lung sind, ihr Auto mehr lieben als ihre Frau, auf Filme mit Bud Spencer stehen und deren Lieblingslied „Zehn nackte Frisösen“ heißt.
  Deppen ohne Geschmack gibt’s nun mal unter Frauen wie unter Männern. Wir sollten sie ignorieren, eine gute Flasche Wein aufmachen und ansto­ßen: darauf, dass sich über Ge­schmack nicht streiten lässt. Wobei: eigentlich schon. Ziemlich gut sogar.
  Stephanie Siebert

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Die Adventszeit bedeutet Stress – für Frauen wie für Männer. Während wir unsere Shoppingtouren nicht mehr genießen können, weil sich an den Adventssamstagen die Leute in der Innenstadt gegenseitig die Füße platttreten, bricht Männern angesichts der schier unlösbaren Aufgabe, ein Geschenk für die Freundin/Frau zu finden, der kalte Schweiß aus.

Ich kann da nur zu Gelassenheit raten – in beiden Fällen. Wir sollten uns vielleicht wirklich fragen, ob wir die karierten Pumps mit Schnalle noch unbedingt vor dem Weihnachtsfest brauchen.

Was ich den Männern raten kann, ist allerdings erst fürs nächste Jahr anwendbar: zuhören. Frauen lassen das ganze Jahr über Hinweise fallen, worüber sie sich freuen würden. “Das kann sich doch kein Mensch merken”, werden da viele stöhnen. Stimmt. Deshalb sollte man sich gleich notieren, wenn man einen dieser hingehauchten Sätze hört wie “Hach, das ist aber schön. Guck mal, ist das nicht niedlich?” Zur Not tut’s auch eine Notiz im Handy.

Und das Beste: Wenn man genau weiß, was man will, kann man sich die Teile direkt im Internet bestellen – und spart sich den nervenaufreibenden Weg durch die Menschenmasse.

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Sie: Mit einem Mann wird der Spaziergang zum Hindernislauf
Da will man einfach nur gemütlich eine Runde durch die Stadt bummeln, sich unterhalten, hier und da mal einen Blick in die Schaufenster werfen. Man könnte meinen, mit Männern sei das kein Problem. Schließlich sind sie ja angeblich längst nicht so shopping-affin wie wir Frauen. Was soweit stimmt. Aber wehe, eine Baustelle stellt sich ihnen in den Weg. Womöglich so eine ganz große mit Schaufelbagger, Kran und Presslufthammer. Ans Vorbeigehen ist da nicht zu denken.
Und: Ja, ich spreche hier von erwachsenen Männern, nicht von Dreijährigen. Dass man mit denen einen großen Bogen um jede Baustelle machen muss, will man sein Ziel in naher Zukunft erreichen, versteht sich von selbst. Was allerdings normal entwickelte Kerle dazu treibt, mit großen Augen wie hypnotisiert vor einer Sandgrube stehenzubleiben, entzieht sich meinem Verständnis.
Schwierig wird es mit manchen Männern auch, unbeschadet an Kameraläden vorbeizugehen. Nur allzu oft bleiben sie mit offenem Mund an der Scheibe kleben und bewundern minutenlang ein Objektiv für 2000 Euro, das sie sich natürlich niemals kaufen würden. Aber fachsimpeln kann man ja trotzdem mal darüber. Auch, wenn das das Gegenüber so gar nicht interessiert.
Dabei heißt es immer, mit Frauen könne man in der Stadt keine zehn Meter störungsfrei laufen, weil sie an jeder Schmuck-, Klamotten- und Schuhauslage kleben bleiben. Wir stehen aber wenigstens dazu. Geht ein Mann mit uns einkaufen, muss er auf derartige Szenarien gefasst sein. Und kann sich darauf einstellen. Zum Beispiel, indem er sich währenddessen anderweitig umschaut. Wie wär’s mit dem Kameraladen nebenan? Da gibt es bestimmt einen Verkäufer, der ganz wild auf stundenlange Fachsimpelei ist. Wir kaufen währenddessen lieber Schuhe.  Stephanie Siebert

Er: Hindernislauf ist besser als Leerlauf
Baustellen und Elektronik-Geschäfte lassen mich kalt – aber mein dreijähriger Sohn fährt tatsächlich darauf ab. Weil’s Krach macht und blinkt. Es muss also das berühmte Kind im Manne sein, dass bei manchen meiner Geschlechtsgenossen durchkommt. Und das ist doch liebenswert. Außerdem können sich die Frauen freuen: Der größte Zeitfresser beim Hindernislauf mit Männern wurde weitgehend beseitigt.
Die Rede ist hier vom Plattenladen. Da konnte Mann früher Stunden verbringen – und Frauen damit in den Wahnsinn treiben. Aus „nur kurz reinschauen“ wurde eine Zeitreise quer durch die ganze Musikgeschichte. Die wir aber nie so ganz genießen konnten, wenn eine genervt wartende Frau dabei war.
Es war auch keine Lösung, wenn die Frau alleine weiterzog, um sich nachher wieder zu treffen: Sie musste dann trotzdem warten. Denn kein Schuhladen verschlingt so viel Zeit wie ein Plattenladen. Zumindest mir ging das so, aber vielleicht kannte ich nur die falschen Frauen. Oder diese kannten die falschen Schuhläden. Jedenfalls kannte ich die richtigen Plattenläden. Heute gibt’s die Musik im Internet, das kennt jeder.
Und weil das Internet jeder kennt, kann dort auch jeder mitdiskutieren: Was beim Spazierengehen mit Männern oder mit Frauen nervt. Oder ob nicht vor allem die Kritik der Damen nervt! Seid halt froh, dass wir uns für viele Dinge interessieren. Sonst heißt es doch gleich: Mein Alter hockt nur daheim rum, am Computer. Sein einziger Sport ist Sofa-Surfen! Aber wenn schon, dann bitte hier: http://blog.nz-online.de/paar
Erik Stecher

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Muss ich Robbie Williams mögen?

 Er: Frauen fordern, dass wir mitschwärmen.
 Eine Frau darf andere Frauen kritisie­ren. Ob sie ein singendes Kurvenwun­der oder eine tussige Kellnerin hasst: Solche Antipathien werden mitunter belächelt, aber doch akzeptiert. Män­ner sollten beim Urteil über andere Männer mehr aufpassen: Manche muss man sogar toll finden, sonst steht man schon am Pran­ger.
  Wenn ich etwa sag’, dass ich Robbie Williams nicht beson­ders mag, wird sofort geschrien: Du bist doch nur neidisch, weil der mehr Frauen abkriegt! Nach dieser Logik müsste ich fast alle Stars ablehnen. Was nicht der Fall ist. Brad Pitt und George Clooney finde ich hochsympathisch, selbst dem zerknitterten Rock-Opa Mick Jagger gönne ich alle Groupies. Der hat Musikgeschichte geschrieben und tritt dennoch bescheidener auf als Robbie.
  Die Popstars des Alltags, das sind schicke schwule Bedienungen – fast alle Frauen bewundern sie. Neulich ging ich mit einigen Frauen in eine Kneipe, und sie schwärmten vom Kell­ner: So niedlich! So witzig! Naja. Jede Geste war einstudiert, jede Bewegung wurde inszeniert. Ja, er war attraktiv. Aber witzig? Eher albern – hab ich mir gedacht, aber nicht gesagt. Weil ich keine nervige Debatte lostreten wollte. Selten war versöhnliches Schweigen so schwer: Die Damen 
 drängten auf Bestätigung, wollten auch von mir hören, wie niedlich der Typ sei.
  Wenn Teenies vorm Spiegel posie­ren, dann ist das putzig. Bei Erwachse­nen im Lokal ist es lächerlich. Unab­hängig von Geschlecht und sexueller Orientierung. Es gibt genug Schwule, die sich normal bewegen können. Meh­rere von ihnen haben mir erzählt, dass sie zuviel künstliches Getue selbst blöd finden. Sind die nun auch schwu­lenfeindlich? Und: Was würden die Frauen lästern, wenn eine weibliche Bedienung so affektiert auftritt! Doofe Tussi! Würde ich da widerspre­chen? Nein. Männer können es zuge­ben, eine Tussi schön zu finden. Und sie fordern nicht, dass andere Frauen mitschwärmen. Erik Stecher

 Sie: Schon mal was von „Stutenbissigkeit“ gehört?
  Ach, wäre es schön, wenn das stim­men würde, was der Kollege schreibt. Wenn Frauen über andere Frauen läs­tern könnten – wohlgemerkt, im Bei­sein von Männern –, ohne gleich mitlei­dige Blicke zu ernten à la „Dich nervt doch nur, dass der alle Männer hinter­herschauen“. Das sagen Männer natür­lich nicht so. Weil sie wissen, dass wir ihnen ins Gesicht springen würden.
  Dafür machen sie ganz tolle Geräu­sche, die klingen wie eine gereizte Katze: „Miau“ tönt es aus allen Männerkehlen, dazu wird noch die Hand krallenförmig gebogen. Wenn man eine andere Frau nicht mag, weil man sie zu affektiert, gekünstelt und aufge­takelt findet, gilt man ganz schnell als „stutenbissig“. Den Ausdruck „hengstbissig“ habe ich dagegen noch nie gehört.
  Dass euch Männern diese Not nicht auffällt, hat einen einfachen Grund: Wir schlucken im Beisein von Män­nern viele giftige Kommentare ein­fach hinunter. Wir sagen „Ja, wirklich schick, der Minirock“ und fügen im Stillen hinzu „Genau das Richtige für den Straßenstrich“. Wenn wir wieder unter uns sind, wird gelästert, bis die Schwarte kracht. Aber vor Männern geben wir uns diese Blöße meist nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie im Rudel auftreten.
  Der eigene Mann kriegt natürlich schon serviert, was wir von Tussis hal­ten. Ungefähr so: „Ach echt, DIE fin­dest du sexy? Naja, wer auf Solarium und dicke Schminke steht …“ Damit hoffen wir, euch die Freude zu verder­ben – oder dass ihr wenigstens lernt, beim nächsten Mal vornehm den Mund zu halten. Stephanie Siebert

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