Nachgetreten: Die verbitterte Frau
2. September 2009 von stephanie
Wie gut, dass es diesen Blog gibt: In der Printausgabe der Nürnberger Zeitung, in der der vorherige Beitrag “Männer finden ihre Falten sexy” erschienen ist, habe ich schließlich nicht die Möglichkeit, noch mal nachzutreten. Da ist eindeutig immer derjenige im Vorteil, der den unteren Beitrag schreibt – weil der das letzte Wort hat.
Hier hab ich das letzte Wort – jedenfalls vorläufig. Und komme gleich zum Punkt: Es ist ein beliebtes Paaradox-Totschlagargument des lieben Kollegen, die “verbitterte Frau” aus dem Hut zu zaubern, wann immer ich nicht seiner Meinung bin, er aber auch keine wirklich tollen Argumente dagegen hat.
Das übrigens macht nicht nur er: Keiner würde einen Mann, der eine Sache leidenschaftlich vertritt, als verbittert bezeichnen. Frauen dagegen wird gern mal das Etikett aufgedrückt - immer dann, wenn den Männern nix Besseres einfällt. Das Gute daran: Eine verbitterte Frau muss man nicht ernst nehmen, das Problem liegt schließlich bei ihr selbst, nicht bei der Sache, um die es geht.
Ziemlich bequem – so, wie es Männer mögen.
5 Kommentare zu “Nachgetreten: Die verbitterte Frau”

Der Vorwurf, verbittert zu sein, kam in der NZ-Kolumne zum ersten Mal in diesem Jahr. Also, wenn man deswegen schon verbittert ist …
Nö, zweimal. Siehe oben. :-)
Aber mal im Ernst: Hast du mich nicht dieses Jahr schon mal als Alice-Schwarzer-Verschnitt verunglimpft, als dir nichts besseres eingefallen ist? Und da kam das Wort “verbittert” meines Erachtens auch drin vor…
Nein.
Hm, du magst es wohl nicht, wenn ich das letzte Wort habe – aber hier hast du ausnahmsweise mal recht. Du hast den Ausdruck “verbittert” tatsächlich nicht benutzt. Zufrieden, Knackwurst?
Zufrieden ist gar kein Ausdruck! Außerdem kommt mir dazu gerade ein interessanter Gedanke.
Frauen halten einem ja immer schlimme Sachen vor, die man angeblich mal vor Jahren gesagt hat. Woraufhin sich der Mann ersten fies fühlt – und zweitens wie ein Trottel mit schlechtem Gedächtnis. Weil er sich daran gar nicht erinnern kann.
Im echten Leben kann er es auch nicht nachlesen. Jetzt, wo ich diese Möglichkeit hatte, sehe ich: Der Vorwurf stimmt gar nicht.
Kann es sein, dass es auch alle anderen angeblichen Äußerungen von uns Männern nie gegeben hat?