Mit `nem Mann kommt man nicht voran
27. Oktober 2009 von erik
Sie: Mit einem Mann wird der Spaziergang zum Hindernislauf
Da will man einfach nur gemütlich eine Runde durch die Stadt bummeln, sich unterhalten, hier und da mal einen Blick in die Schaufenster werfen. Man könnte meinen, mit Männern sei das kein Problem. Schließlich sind sie ja angeblich längst nicht so shopping-affin wie wir Frauen. Was soweit stimmt. Aber wehe, eine Baustelle stellt sich ihnen in den Weg. Womöglich so eine ganz große mit Schaufelbagger, Kran und Presslufthammer. Ans Vorbeigehen ist da nicht zu denken.
Und: Ja, ich spreche hier von erwachsenen Männern, nicht von Dreijährigen. Dass man mit denen einen großen Bogen um jede Baustelle machen muss, will man sein Ziel in naher Zukunft erreichen, versteht sich von selbst. Was allerdings normal entwickelte Kerle dazu treibt, mit großen Augen wie hypnotisiert vor einer Sandgrube stehenzubleiben, entzieht sich meinem Verständnis.
Schwierig wird es mit manchen Männern auch, unbeschadet an Kameraläden vorbeizugehen. Nur allzu oft bleiben sie mit offenem Mund an der Scheibe kleben und bewundern minutenlang ein Objektiv für 2000 Euro, das sie sich natürlich niemals kaufen würden. Aber fachsimpeln kann man ja trotzdem mal darüber. Auch, wenn das das Gegenüber so gar nicht interessiert.
Dabei heißt es immer, mit Frauen könne man in der Stadt keine zehn Meter störungsfrei laufen, weil sie an jeder Schmuck-, Klamotten- und Schuhauslage kleben bleiben. Wir stehen aber wenigstens dazu. Geht ein Mann mit uns einkaufen, muss er auf derartige Szenarien gefasst sein. Und kann sich darauf einstellen. Zum Beispiel, indem er sich währenddessen anderweitig umschaut. Wie wär’s mit dem Kameraladen nebenan? Da gibt es bestimmt einen Verkäufer, der ganz wild auf stundenlange Fachsimpelei ist. Wir kaufen währenddessen lieber Schuhe. Stephanie Siebert
Er: Hindernislauf ist besser als Leerlauf
Baustellen und Elektronik-Geschäfte lassen mich kalt – aber mein dreijähriger Sohn fährt tatsächlich darauf ab. Weil’s Krach macht und blinkt. Es muss also das berühmte Kind im Manne sein, dass bei manchen meiner Geschlechtsgenossen durchkommt. Und das ist doch liebenswert. Außerdem können sich die Frauen freuen: Der größte Zeitfresser beim Hindernislauf mit Männern wurde weitgehend beseitigt.
Die Rede ist hier vom Plattenladen. Da konnte Mann früher Stunden verbringen – und Frauen damit in den Wahnsinn treiben. Aus „nur kurz reinschauen“ wurde eine Zeitreise quer durch die ganze Musikgeschichte. Die wir aber nie so ganz genießen konnten, wenn eine genervt wartende Frau dabei war.
Es war auch keine Lösung, wenn die Frau alleine weiterzog, um sich nachher wieder zu treffen: Sie musste dann trotzdem warten. Denn kein Schuhladen verschlingt so viel Zeit wie ein Plattenladen. Zumindest mir ging das so, aber vielleicht kannte ich nur die falschen Frauen. Oder diese kannten die falschen Schuhläden. Jedenfalls kannte ich die richtigen Plattenläden. Heute gibt’s die Musik im Internet, das kennt jeder.
Und weil das Internet jeder kennt, kann dort auch jeder mitdiskutieren: Was beim Spazierengehen mit Männern oder mit Frauen nervt. Oder ob nicht vor allem die Kritik der Damen nervt! Seid halt froh, dass wir uns für viele Dinge interessieren. Sonst heißt es doch gleich: Mein Alter hockt nur daheim rum, am Computer. Sein einziger Sport ist Sofa-Surfen! Aber wenn schon, dann bitte hier: http://blog.nz-online.de/paar
Erik Stecher
