14. März 2010 von peltner
Die Spirale dreht sich weiter. In Juarez, Mexiko, wurden am Samstag eine Amerikanerin, die dort für das US Konsulat arbeitet, ihr Mann und ein mexikanischer Angestellter des Konsulats ermordet. Die 35jährige Lesley Enriquez und ihr 34jähriger Mann Arthur Redelfs waren mit ihrem Baby im Auto kurz vor der Santa Fe Brücke, als die tödlichen Schüsse fielen. Enriquez wurde im Kopf getroffen, ihr Mann im Nacken. Beide verstarben noch am Tatort. Das Baby auf dem Rücksitz blieb unverletzt.
Das Bild zeigt den Tatort, unmittelbar an der Santa Fe Bridge. Links davon ist bereits das ausgetrocknete Flussbett des Rio Grande, auf der anderen Seite, also keine 50 Meter entfernt steht immer ein amerikanischer Border Patrol Agent. Dieser muss am Samstagnachmittag wohl hilflos mitangesehen haben, wie die beiden Amerikaner erschossen wurden
Zehn Minuten zuvor wurde Jorge Alberto Salcido Ceniceros erschossen, der im US Konsulat als Lokalkraft angestellt war. Seine beiden Kinder im Wagen wurden schwer verwundet. Enriquez, Redelfs und Ceniceros waren zuvor auf derselben Veranstaltung.
Präsident Obama, Präsident Calderon und Aussenministerin Clinton zeigten sich geschockt von dem Zwischenfall und sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus.
Über den Mord an den Amerikanern wurde in den US Medien gross berichtet. Damit ist die Situation in Juarez seit langem mal wieder in den amerikanischen Schlagzeilen. Seit Januar 2008 wurden nahezu 5000 Menschen in der Grenzstadt gegenüber El Paso ermordet.
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13. März 2010 von peltner
Heute Nacht um 2 Uhr beginnt in den USA die Sommerzeit, zwei Wochen bevor es in Deutschland so weit ist. Zumindest in weiten Teilen der Vereinigten Staaten. In Arizona, Hawaii und in Puerto Rico, Guam, den Virgin Islands und American Samoa werden die Uhren nicht vorgestellt. Wobei in Teilen von Arizona, in den Reservaten der Navajo Indianer, die Sommerzeit gilt. Das macht wieder mal überhaupt keinen Sinn, aber so ist das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Kalifornien hatte sogar 2001 einen Antrag gestellt, eine ganzjährige “Sommerzeit” einzuführen. Damals herrschte die totale Energiekrise im Bundesstaat und man erhoffte durch die Umstellung erheblich an Energiekosten einzusparen. Das wurde abgelehnt, also blieb man bei der “normalen” Sommerzeit.
Ob und wieviel Energie überhaupt durch die Zeitumstellung eingespart wird, darüber streiten sich die Geister. Bislang verweist man hier drüben immer auf eine Studie von 1970, in der es heisst, pro Sommerzeiten Tag spare man rund ein Prozent an Energie.
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11. März 2010 von peltner
Am Tag, als die CIA ihren Bericht zur Lage der Menschenrechte vorlegt, und eigentlich jedes Land kritisiert ohne den USA selbst den Spiegel vorzuhalten, kommt aus dem Bundesstaat Mississippi die Meldung, dass der Tanzabend zum Jahresabschluss abgesagt wurde. Nun kann man sich fragen, was ein Tanzabend in Fulton, Mississippi mit dem bescheuerten Minarettverbot in der Schweiz oder der Überwachung von Scientology Mitgliedern in Deutschland oder der Verhaftung von Regimegegnern im Iran zu tun hat.
Am Mittwoch hat der Schulddistrikt von Itawamba, in dem Fulton liegt, den Jahresabschlusstanzabend abgesagt. Der Grund ist nicht, dass kein Geld da ist, wie es derzeit oft vor kommt. Nein, die Party wurde gestrichen, weil eine 18jährige mit ihrer Freundin kommen wollte. Constance McMillen ist lesbisch und wollte diesen Abschluss mit ihrer Freundin begehen, ebenfalls eine Schülerin an der High School. Doch das ist laut dem Schuldistrikt unerwünscht. Im Februar schickte die Schulbehörde an alle Schüler eine Mail, in der es hiess, dass man zum Tanzabend nur einen Partner des anderen Geschlechts mitbringen dürfe. McMillen fragte nach und bat um die Erlaubnis mit ihrer Freundin kommen zu dürfen. Das wurde nicht erlaubt. Die 18jährige wandte sich an die ACLU, die American Civil Liberties Union, eine Rechtsvertretung in Fragen der Bürgerrechte. Die schickte einen Brief an die Behörde, in dem erklärt wurde, Constance McMillen habe das verfassungsmässige Recht mit ihrer Partnerin zu kommen.
Die Verantwortlichen der Schulbehörde des Bezirks überlegten hin und her und sagten schliesslich am Mittwoch die Veranstaltung ganz ab. “Aufgrund der jüngsten Störungen für den Bildungsablauf” sah man sich zur Absage gezwungen. Man hoffe jedoch, dass von privater Seite eine Alternativveranstaltung organisiert werde. Man muss dem Distrikt zugute halten, dass er im Norden Mississippis liegt, also im sogenannten “Bible Belt”, dem konservativen Bibelgürtel im Süden der USA. Falls der Distrikt gegenüber der ACLU eingeknickt wäre, hätte es mit Sicherheit einen Sturmlauf besorgter Eltern gegegben. Einige der gewählten Vertreter der Schulbehörde wären dann wohl nicht wiedergewählt worden. Nun also versucht man mit der Absage des Tanzabends den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. McMillen muss wie alle Jugendlichen auf das Tanzvergnüngen verzichten. Die 18jährige wird zur verhassten Person auf dem Schulgelände, aber alles ist wieder ok….nicht wahr? Wie war das nochmal mit dem Eintreten für Bürgerrechte und die Gleichheit aller in der Verfassung?
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10. März 2010 von peltner
Die Amerikaner stehen hinter ihrem Militär. Gleich an mehreren Fronten wird gekämpft. Irak, Afghanistan und dazu kommen noch etliche Stützpunkte “across the world”. Klar ist, die amerikanische Bevölkerung unterstützt die Männer und Frauen in Uniform. “We support our troops”. Doch diese Haltung heisst nicht, dass es keine offene Debatte in den USA über den Sinn und Unsinn von Kriegseinsätzen gibt. Leider wird darüber viel zu wenig in den US wie auch in den europäischen Medien berichet.
Heute fand im US Kongress eine dreistündige Debatte über den Einsatz in Afghanistan statt. Am Ende wurde sogar darüber abgestimmt, ob die Truppen, die am Hindukusch stationiert sind, abgezogen werden sollten. Der Antrag, eingereicht vom Demokraten Dennis Kucinich mit Unterstützung von 18 weiteren Abgeordneten aus beiden Parteien, wurde am Ende mit 65 zu 356 Stimmen abgeschmettert, doch die Diskussion war lebendig und ernst zu nehmen. Amerika steht zu seinen Soldaten, doch immer mehr Amerikaner fragen sich, ob die Einsätze des Militärs so auch noch notwendig sind.
Unter dem folgenden Link kann man sich die Debatte im Kongress ansehen, es lohnt sich, denn dieser Schlagabtausch wirft ein ganz neues Licht auf den politischen Diskurs in Amerika: Debatte im Kongress
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10. März 2010 von peltner
Ein Wolverine (Gulo gulo), oder wie er auf Deutsch heisst, ein Vielfrass ist in Nordkalifornien aufgetaucht. Das Männchen wurde in der Nähe von Truckee entdeckt. Und das ist eine Überraschung, denn eigentlich wurde vor rund 90 Jahren dem letzten Wolverine in Kalifornien das Fell über die Ohren gezogen, er wurde Opfer der Pelzindustrie. Einige Wolverines leben heute noch zwei Bundesstaaten weiter in Gebieten von Idaho, das ist aber rund 1300 Kilometer entfernt. Normalerweise wandern Wolverines rund 35 Kilometer pro Tag. Doch Buddy, wie er getauft wurde, scheint wohl auf seiner Wanderung die Rockies, die Blue Mountains im Nordosten von Oregon und den Lassen National Park durchquert zu haben, um bis in die Tahoe Gegend zu gelangen.
Der einsame Wolverine, das grösste seiner Art aus der Familie der Marder, ist anscheinend auf der Suche nach einem Weibchen. Wissenschaftler, die das Verhalten des Tieres beobachten, vermerkten, dass er seinen maskulinen Duft verbreite, um auch mal wieder etwas “Action” zu bekommen. Bislang ergebnislos, denn in der Truckee Gegend wurden schon seit Ewigkeiten kein Wolverines mehr gesichtet. Einige Beobachter meinten auch scherzhaft, man sollte Buddy lieber Randy nennen, was auch fuer “geil” im Englischen steht. Denn wer solch eine Wanderung hinter sich hat, der hat einen riesigen Hormonstau.
Bislang rätselt man noch, wie nun genau der fellige Zeitgenosse hier gelandet ist. Ob gewandert oder gekidnappt, Tatsache ist, er fühlt sich scheinbar wohl, wenn auch etwas einsam in Truckee.
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Lindsey Lohan will 100 Millionen Dollar kassieren. Sie verklagte nun E-Trade für einen Werbespot, in dem zwei Babies online per Video Chat miteinander reden. Ein Junge entschuldigt sich dabei bei seiner Freundin, dass er sich am Tag zuvor nicht gemeldet hatte. Dann kommt die Frage des Mädchens: “Und diese Milch-A-Holikerin Lindsay war nicht da?”. Nun taucht im Spot noch ein weiteres Mädchen auf dem Bildschirm des Jungen auf “Milch-A-WAAASSS?”
Lindsay Lohan sieht sich darin in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Ihr Anwalt begründete die Klage damit, dass viele Lohan nur als Lindsey kennen würden. “Warum hat E-Tade nicht den Namen Susan benutzt?”, stellt er kenntnisreich fest. Dieser Spot sei nur ein “cheap shot” ein billiger Versuch auf dem Rücken seiner Mandantin Werbung zu machen. Die Werbefirma, die diesen Film für E-Trade produzierte winkt jedoch gelassen ab. Sie haben nur einen populären Mädchennamen genommen, einen, den sogar eine Frau in ihrem Team habe. Wie erfolgreich und beliebt der Werbespot ist zeigt auch, dass das Video bereits mehr als zweieinhalb Millionen mal auf youtube angesehen wurde.
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Der King of Pop ist tot. Doch Schlagzeilen liefert er noch immer. Jeder scheint ihn gekannt zu haben, jeder versucht einen Dollar zu machen mit Geschichten, Anekdoten und Gerüchten. Nun treten die Bodyguards von Jackson ins Rampenlicht und berichten über einen Mann, der gefangen im eigenen Erfolg war:
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Sarah Palin ist für viele Republikaner und Konservative in den USA eine tolle Frau, eine Politikerin mit Sex Appeal und Charisma, wie einige Coverstories in konservativen Blättern belegen sollen. Einige reden von ihr bereits als die kommende Präsidentin. Palin wird umhätschelt und gelobt, wo es eigentlich gar keinen Grund gibt. Und auch die jüngsten Nachrichten aus dem Palin Umfeld werden stillschweigend übergangen. Ihre Abzocke bei den “Freebies”, den Geschenken an die Stars und Sternchen im Vorfeld der Oscar Verleihungen, oder nun auch ihr Eingeständnis, dass sich die Politikerin auch schon in Kanada ärztlich behandeln liess, werden unter den Tisch gekehrt.
Interessant ist beides, denn Palin kritisiert immer wieder Hollywood und die Dekadenz der Traumfabrik, macht aber auch die Taschen auf, wenn es um Geschenke geht. Und dann vor allem ihre Kritik an der Gesundheitsreform von Präsident Obama, der ja ein sozialistisches System einführen wolle, wie es die Europäer und die Kanadier hätten, so Palin. In den USA, so die frühere Gouverneurin von Alaska, hätte man doch das beste Gesundheitssystem der Welt. Von daher ist es eine besondere Meldung wert, nun auch mal zu verkünden, dass selbst Sarah Palin sich in Kanada medizinisch versorgen lässt. Im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten gilt eben auch die Freiheit der Arztwahl…auch wenn der in Kanada ist.
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Ich sitze mal wieder im Studio von KUSF San Francisco. Diesmal für eine Sendung über Rootsmusik aus Zentral- und Ostafrika. Etwas ungewöhnlich für jemanden, der sich eigentlich auf deutsche Musik spezialisiert hat. Aber das ganze kam so zustande: Als ich in Ruanda war, besuchte ich einen Buchladen und dort stand eine CD “At the Court of the Mwami Rwanda 1952″. Da ich solche alten Aufnahmen und “Field Recordings” sammele griff ich zu. Später stellte sich dann heraus, dass diese CD nur eine in einer ganzen Serie war. Die Aufnahmen stammten von Hugh Tracey, ein Brite, der vor allem in den 50er Jahren durch Zentral- und Ostafrika reiste, um dort die Musik der Einheimischen aufzunehmen. Herausgekommen sind einmalige Aufnahmen, die in hervorragender Qualität vorliegen.
Michael Baird, in Sambia geboren, lebt heute in Holland. Er gründete SWP Records, ein kleines Label für seine Musik und die Musik aus der Region aus der er kommt. Nun stiess er durch Zufall auf die Aufnahmen von Hugh Tracey, die in einem Archiv in Südafrika vor sich hin rotteten. Baird hatte die Idee diesen Schatz zu heben und zu veröffentlichen.
Und darüber geht die heutige Sendung auf KUSF, das sogenannte “Spotlight”. Hier kann man die beiden Teile der Zweistundensendung hören.
SWP-Records 1
SWP-Records 2
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Die “City by the Bay” hat Riesenprobleme. Schlappe 522 Millionen Dollar ist das Haushaltsloch gross. Da hilft eigentlich so gut wie gar nichts. Man kann zwar Gebühren für allerlei Bürgerserviceleistungen und Preise für Fahrscheine des öffentlichen Nahverkehrs anheben, man kann auch mal Angebote reduzieren oder Öffnungszeiten für Museen verkürzen, aber irgendwie kommt man da am Ende auch nicht auf diese magische Zahl 522 Millionen Dollar. Das ist doch alles nur ein Geschiebe von Pennies.
Nun greift Bürgermeister Gavin Newsom zu radikalen Hilfsmassnahmen. Er hat 15.000 seiner 26.000 städtischen Angestellten gekündigt. Ratzfatz haben diese 15.000 am Freitag ein Entlassungsschreiben bekommen. Und das ging quer durch die Bank. Vom Müllmann bis zum Lehrer, vom Sachbearbeiter bis zum Ingenieur. Das Geheule war gross, auch wenn Newsom erklärte, er werde die meisten wieder einstellen, denn die Idee hinter dieser Kündigungswelle ist, dass er die städtisch Bediensteten zu anderen Konditionen wieder an ihren Job holt. Newsom hatte im Vorfeld versucht einen breiten Einschnitt bei den Gehältern durchzusetzen. Doch das ist ihm nicht gelungen. Die Gewerkschaften zogen nicht mit. Also schmeisst er nun fast alle raus, die 40 Stunden in ihrem Vertrag haben, stellt sie dann wieder mit Verträgen für 37,5 Stundenwochen ein, zahlt ihnen 6,25 Prozent weniger Gehalt und spart damit einen riesigen Batzen Geld.
Das ist doch auch mal ein Weg, um das Haushaltsloch zu flicken. Allerdings wäre es ja zu leicht, wenn das alles ohne Probleme über die Bühne gehen würde. Schon jetzt haben etliche Arbeitnehmerorganisationen heftigen Widerstand gegen diese Vorgehensweise angekündigt. Gavin Newsom kann sich also auf was gefasst machen. Doch ihm kann es egal sein, denn er steht nicht mehr zur Wiederwahl an. Als er vor drei Jahren noch im Wahlkampf war, “erkaufte” er sich die Stimmen der mächtigen Polizei- und Feuerwehrgewerkschaften mit einem Gehaltszuschlag von 23 Prozent über vier Jahre. Politik ist schon ein seltsames Geschäft.
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