Der Tag danach

Der Super Tuesday liegt hinter uns und die Parteien, Kandidaten und Medien versuchen Sinn aus dem zu machen, was da gestern passiert  ist. Hillary Clinton pumpt sich Geld, um in den kommenden Wochen teure Fernsehspots zu schalten. Barack Obama kommt mit geschwollener Brust aus diesem Mammutrennen und ist topfit für den Endspurt.     

Aber was wirklich interessant ist, ist das Lager der Republikaner. Der Mormone Mitt Romney schüttelt nur noch den Kopf. 35 seiner eigenen Millionen Dollar hat er bereits für den Wahlkampf auf den Kopf gehauen und irgendwie kommt er dennoch nicht so richtig in die Pötte. Er ist zwar Kandidat, doch das Rennen scheint für ihn gelaufen zu sein. Nicht nur, dass sein politischer Erzfeind John McCain am Dienstag als strahlender und lachender Sieger da stand. Auch der ehemalige Gouverneur von Arkansas und frühere Priester Mike Huckabee ist noch gleichauf mit ihm. Romney krakeelte am Dienstag dann auch gleich rum, dass das alles ein abgekartetes Spiel zwischen McCain und Huckabee sei, doch irgendwie sah das Getöse nur nach einem schlechten Verlierer aus. Romney ist zu aalglatt und bietet den Wählern kaum eine menschliche Seite zum „liebhaben“.

Unglaublich ist jedoch, wie die Konservativen im Land auf den Erfolg von John McCain reagieren. Wie es aussieht, wird er wohl die Kandidatur seiner Partei bekommen. Doch damit hat er noch lange nicht die Unterstützung der Republikaner, und wird sie wohl auch nicht erhalten. Führende konservative Radiomoderatoren, wie Rush Limbaugh, Sean Hannity oder Laura Ingram verhehlen nicht, dass McCain der falsche Kandidat für ihre Partei sei. Ingram erklärte, sie werde lieber für den Teufel (gemeint ist Hillary Clinton) wählen, als für McCain. Sean Hannity stellte schon frühzeitig seine Radio- und Fernsehshow in die Dienste von Rudy Giuliani und Mitt Romney, um John McCain zu schlagen. Rush Limbaugh betonte am Morgen danach, dass der Senator aus Arizona kein Konservativer sei und nicht mal im Süden Wahlen gewinnen könne.   

Was das für John McCain heisst ist klar. Er wird nicht, wie Amtsinhaber Bush auf eine breite Unterstützung der verschiedensten konservativen Wählergruppen bauen können. Die millionenfach  gehörten Talk Radio Shows werden nicht gegen ihn, aber eben auch nicht für ihn sein und wohl eher den politischen Gegner unter die Lupe nehmen, als offene Wahlwerbung für den GOP Kandidaten zu machen, wie es im Bush-Wahlkampf passiert ist.  
John McCain kann nur darauf hoffen, dass Hillary Clinton die Nominierung ihrer Partei bekommt, denn die einstige First Lady ist das rote Tuch in der republikanischen Stierkampfarena. Sie würde die konservative Basis im Land mobilisieren, denn Hillary steht für alles, was Konservative an den Demokraten verachten, ja sogar hassen. Wenn jedoch Barack Obama gegen John McCain antreten sollte, dann würde Amerika seinen ersten schwarzen Präsidenten bekommen, davon bin ich überzeugt. Obama reisst die Wähler parteiübergreifend mit. Und man würde ihm, dem frischen, jungen, charismatischen Politiker wohl eine Chance geben, auch das parteiübergreifend.

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