Nach der Wahl

Barack ObamaEs war ein spannender Abend in den USA. Schon tagsüber berichteten die Fernseh-, Radiosender und Online Dienste vom Geschehen am Wahltag. Viel Gerede, Spekulationen, Prognosen und am Ende, als die letzten Zahlen in Kalifornien vorlagen, war doch alles anders.

Aber das tat der Spannung keinen Abbruch, auch wenn am Ende kein Ende des Vorwahlkampfes in Sicht war. 

Es geht also weiter, einige wichtige Staaten, wie Texas und Pennsylvania, haben erst noch ihre Urnengänge in den kommenden Wochen und Monaten. Bis April könnte sich also eine Entscheidung hinziehen. Alles ist noch offen und das in beiden politischen Lagern.

Gerade habe ich einem Sender ein Interview gegeben, einen Korrespondentenbericht vom Wahlabend. Dabei stellte mir der Moderator die Frage, ob ich Hillary Clinton oder Barack Obama vorne sehe und wer am Ende wohl der Kandidat der Demokraten sein werde. Das ist derzeit die Frage, die sicherlich auch in den Wettbüros von Las Vegas hoch gehandelt wird. Und keiner kann sie mit Sicherheit beantworten.

Einiges spricht für die frühere First Lady, anderes für den Senator aus Illinois. Barack Obama ist der Kandidat der Stunde. Schon lange macht er Hillary Clinton das Leben schwer, und gerade heute Abend hat er gezeigt, dass er nicht nur ein ernstzunehmender Kandidat ist, sondern auch ein Hoffnungsträger für viele Wählergruppen in den USA. Obama räumte in etlichen Bundesstaaten ab, zog mit Clinton in den nationalweiten Umfragen gleich auf und schaffte es vor allem über seine Basis hinaus Wähler zu gewinnen. Neun von zehn Afro-Amerikanern in Georgia stimmten für Obama. Bei den jungen Wählern lag er weit vor seiner Konkurrentin und auch bei weissen Männern konnte er einen Vorsprung herausholen. Barack Obama steht für einen Neuanfang in Amerika. Und das merken, spüren und vor allem glauben ihm die Wähler.

Hillary Clinton dagegen wirbt für die Rückkehr der erfolgreichen Jahre der Demokraten im Weissen Haus. Ganz unumwunden meint sie, dass sie als Präsidentin ihren Mann einbeziehen werde, denn Bill Clinton habe weltweit einen guten Ruf, den sie nützen werde, um das Bild von Amerika wieder ins rechte Licht zu rücken.

Beide demokratischen Kandidaten bauen auf den Wunsch vieler Menschen in den USA, ein neues Kapitel aufzuschlagen, acht Jahre unter Präsident Bush endlich abzuschliessen. Das hoffen auch viele republikanische und „Independent“, unabhängige, Wähler. Gerade deshalb führt nach diesem „Super Tuesday“ John McCain auf republikanischer Seite, der als Querdenker, als eigenwilliger Politiker gilt, der auch schon mal die Dinge ganz anders anpackt. McCain wird als ehrlich, als vertrauenswürdig gesehen.Amerika hat an diesem Super-Dienstag lebendige Demokratie erlebt.

Weitaus mehr Wähler als sonst gaben ihre Stimmen ab, das Interesse an der Politik ist wieder gestiegen. Und eines ist bei allen Debatten, Reden und Dankesworten immer wieder gesagt worden. Amerika braucht einen Präsidenten, der dieses Land einen kann. Ob das am Ende ein Demokrat oder Republikaner sein wird, ein Mann, eine Frau, weiss oder schwarz, ist eigentlich nebensächlich. Es kommt auf die Vision an, auf die Überzeugungskraft, auf den Mut auch Unbequemes anzupacken. Und dieses Rennen verspricht am Ende eine Person hervor zu bringen, die genau dafür steht.

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