Nader is back

Fast alle sind vom sich immer schneller drehenden Wahlkarussell abgesprungen, doch einer springt in letzter Minute noch auf. Ralph Nader ist wieder da. Am Sonntag erklärte der Verbraucheranwalt in der Sendung „Meet the Press“ auf dem Sender NBC, dass er erneut in den Ring steigen wird. Nader ist kein Unbekannter in der amerikanischen Politik. In den 60er Jahren machte er sich einen Namen als Verbraucheranwalt, der sich mit den einflussreichen und riesigen Automobilkonzernen anlegte und gewann. Die Unternehmen in Detroit mussten eine schmerzliche und peinliche Niederlage hinnehmen.

Ralph Nader wurde danach wie ein moderner Robin Hood gefeiert. Immer wieder trotzte er „Big Business“, vor ihm war keiner sicher, Versicherungen und Energiekonzerne mussten seinen Scharfsinn und seine Hartnäckigkeit kennen lernen. Doch weltweit bekannt wurde Ralph Nader durch seine Kandidatur als Präsidentschaftsanwärter der amerikanischen Grünen im Wahlkampf 2000. Nader konnte eine wahre Unterstützungswelle lostreten. Tausende von jungen Leuten und namhafte Musiker und Persönlichkeiten wie Pearl Jam und Michael Moore setzten sich für ihn ein. Nader blieb damals bis zum Schluss im Rennen, obwohl in Demokraten und Mistreiter baten seine Kandidatur abzubrechen, denn es sah alles nach einem Kopf an Kopf Rennen zwischen Al Gore und George W. Bush aus. Doch Nader blieb hart und konnte am Ende 2,7 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen. 2,7 Prozent, die am Ende, so die breite Meinung, Al Gore fehlten.

Der Robin Hood der Verbraucher war von da an die Persona non grata. Nader wurde für den Wahlsieg George W. Bushs verantwortlich gemacht. Der jedoch wehrte ab und erklärte, Al Gore habe die Wahl doch gewonnen, das amerikanische Wahlsystem kostete dem damaligen Vize-Präsidenten den Sieg und nicht er. 2004 kandidierte Ralph Nader erneut, doch blieb mit 0,2 Prozent weit abgeschlagen zurück. Einstige Mistreiter, wie Bill Maher und Michael Moore, forderten Nader öffentlich auf nicht gegen Kerry anzutreten und die Wählerstimmen gegen Präsident Bush zu bündeln. Ralph Nader blieb jedoch hart.

Und nun tritt Ralph Nader erneut an. Als unabhängiger Kandidat will er ins Weisse Haus. Die Chancen sind gleich Null, doch Nader ist ein Mann mit Prinzipien und Überzeugungen. Er will den Wählern eine Alternative zum Parteienapparat der Demokraten und Republikaner bieten, die, so der Jurist, von Geld regiert und nur Lobby Arbeit für Grosskonzerne machen.

Ralph Nader ist kein Spinner, kein Träumer. Er schätzt seine Chancen realistisch ein. Ihm geht es um die Sache, um Themen, um Inhalte. Und darum, das amerikanische Wahlsystem demokratischer zu gestalten.

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