Wahltag

Am morgigen Dienstag ist Hillarys Tag. Entweder sie packt es in Pennsylvania oder sie kann ihre Kandidatur für das Weisse Haus abschreiben. Und mit packen ist ein deutlicher Sieg gegen Barack Obama gemeint. Keine knappe Niederlage, kein ein-zwei Prozent Vorsprung, Hillary muss am Dienstag deutlich gewinnen. Zehn Prozent wären ein beeindruckendes Signal an Obama und an die demokratische Partei, dass sie siegen kann und wichtige Staaten im November gewinnen wird. Ohne dieses Zeichen am Dienstag ist das Kapitel Hillary ’08 wahrscheinlich abgeschlossen.

Der Druck aus der eigenen Partei wächst. Sowohl der Vorsitzende Howard Dean, wie auch die Sprecherin im Kongress, Nancy Pelosy, fordern eine schnelle Entscheidung der noch unentschlossenen „Super Delegates“. Beide betonen, dass es nun um das Wohl der Partei gehe und man nicht bis zum Konvent im August warten könne, um den eigenen Kandidaten zu bestimmen. Dean spricht von der Notwendigkeit aufgerissene Wunden zwischen Obama und Hillary zu heilen und die Partei im Wahlkampf gegen den politischen Gegner zu einen. Man könne nicht weiter mitansehen, so Dean, wie sich die eigenen Leute zerfleischen und sich runterputzen, während John McCain ganz gelassen seine Truppen für die Novemberschlacht formiert.

Alles sah bislang nach einem sicheren Sieg für die Demokraten aus. Das Land will eine Wende, will einen neuen Weg, will endlich mit dem Kapitel George W. Bush abschliessen. Sogar in republikanischen Kreisen blickt man nach vorne und will einen Neuanfang. Wie der für die GOP, die Grand Old Party, letztendlich aussehen wird, ist noch offen. John McCain ist nicht der Kandidat der gesamten Partei und viele sind davon überzeugt, dass es für die Partei besser wäre, wenn ab Januar ein Demokrat  im Weissen Haus sässe. Nur so liessen sich die Reihen wieder schliessen, die Basis würde mobilisiert und geschlossen könnte dann zum Angriff auf den politischen Gegner geblasen werden. Hillary ist nach wie vor das rote Tuch vieler Republikaner und auch Barack Obama wird in konservativen Gesprächsrunden als „Sozialist“, „Muslim“ und „Terroristen freundlich“ hingestellt. Derzeit kreidet man ihm an, dass er Professor William Ayers kennt, einen Mann, der in seiner Chicagoer Nachbarschaft lebt und in den 60er Jahren eine radikale Politik mit verschiedenen Sprengstoffanschlägen verfolgte. Obama war damals noch ein Kleinkind. Doch nun muss er sich erneut gegen den Vorwurf verteidigen, er unterhalte Kontakte zu Terroristen. Ein Minister Schily, der in den 70er Jahren Mitglieder der RAF verteidigte, wäre in den USA undenkbar.

Doch auch diese platten Angriffe von Seiten der Clintons und von McCain schaden  nicht der Popularität Obamas. Der zieht weiterhin die Massen an und lehrt dem politischen Establishment in den USA eine wichtige Lektion. Ein immer so weiter mit den gleichen Gesichtern hat irgendwann ein Ende. Auch wenn in Umfragen ein Wahlsieg der Demokraten in Frage gestellt wird, ist mit einem Sieg von John McCain nicht zu rechnen. Sein Alter, seine Unterstützung des Irak Krieges und seine mangelnde Verwurzelung in vielen Teilen der GOP werden ihn scheitern lassen. Die christliche Basis hat sich bereits von ihm abgewandt. Ihnen missfällt, dass McCain nicht zu seinem Glauben steht. Daher läuft alles auf einen Demokraten im Weissen Haus hinaus…einen Demokraten, denn Hillarys Tage sind gezählt.

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